Kaufen für die Müllhalde (2010)

Die Doku “Kaufen für die Müllhalde” der Regisseurin Cosima Dannoritzer aus dem Jahre 2010 hat es in sich. Diese Dokumentation befasst sich mit geplanter Obsoleszenz, der vom Hersteller absichtlich eingeschränkten Lebensdauer von Produkten, die den Absatz von Ersatzprodukten erhöhen soll.

Als ein Beispiel für diese Praxis wird in dieser Doku das Centennial Light (englisch hundertjähriges Licht) angeführt, die als die langlebigste Glühlampe der Welt gilt. Sie befindet sich in der Feuerwache der Stadt Livermore nahe San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien. Sie wird als ein möglicher Beleg für Absprachen unter Herstellern von Glühbirnen im Rahmen des weltweiten Phoebuskartells herangezogen, dessen Ziel es unter anderem war, die durchschnittliche Lebensdauer von Glühlampen auf 1000 Stunden zu beschränken. Das Phoebuskartell war ein Gebiets-, Normen– und Typenkartell, das im Dezember 1924 in Genf von den international führenden Glühlampenherstellern gegründet wurde.

Als weiteres Beispiel dienen die Nylonstrumpfhosen. Im Jahr 1935 entwickelte der US-amerikanische Chemiekonzern DuPont die erste Nylonfaser. Die anfänglich besonders resistenten Nylonstrumpfhosen wurden in den darauffolgenden Jahren zwecks schnelleren Verschleißes durch minderwertigeres und dünneres Material kurzlebiger gemacht.

Als weiteres Beispiel wird der Tintenstrahldrucker Epson Stylus C42UX präsentiert, der nach einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten eine Defektmeldung ausgibt, woraufhin die weitere Verwendung des Druckers verhindert wird.

Der kurzlebige Akku des iPod classic wird als Beispiel für geplante Obsoleszenz bei moderner Unterhaltungselektronik herangezogen.

Diese Doku präsentiert aber nicht nur historische und aktuelle Beispiele für Obsoleszenz. Sie zeigt auch die Folgen der Wegwerf- und Konsumgesellschaft, zum Beispiel in Afrika. Dort landet dann der ganze unbrauchbare und frühzeitig funktionsunfähig gewordene Elektronikschrott der reichen Länder auf riesigen Müllhalden, die ökologisch für diese afrikanischen Länder eine große Belastung sind.

Es ist erstaunlich, dass sich nicht mehr Konsumenten gegen diese Praxis der Obsoleszenz wehren, die uns dazu verdammt, kurzlebige und modische Produkte zu kaufen, nur um das ökonomische Wachstum und eine trashige Konsumgesellschaft am Laufen zu halten. Das ist ökologisch und wirtschaftlich widersinnig. Viele dieser Wegwerfprodukte enthalten wertvolle Rohstoffe. Jeder Europäer produziert im Schnitt pro Jahr 20 Kilogramm Elektroschrott. In Europa fallen auf diese Weise 20 Millionen Tonnen Elektroschrott an, 50 Millionen Tonnen weltweit. Ein Großteil davon landet im Müll. Nach Angaben der EU werden allein dadurch Ressourcen im Wert von 2 Milliarden Euro jährlich vernichtet. Eine andere Zahl veranschaulicht das Phänomen: Die 1,5 Milliarden Handys, die 2010 weltweit verkauft wurden, enthalten zusammen rund 14 Tonnen Palladium, 36 Tonnen Gold und 375 Tonnen Silber. Obwohl in der EU seit 2005 Rücknahme und professionelles Recycling gesetzlich vorgeschrieben und eingepreist sind, landet ein großer Teil davon, wie die Recherchen für “Kaufen für die Müllhalde” ergeben haben, nach wie vor auf illegalen Müllkippen in Afrika oder China.

Der Film wurde im Januar 2012 im Rahmen eines Arte Themenabends ausgestrahlt und ist in mehreren Versionen als Video im WWW aufzufinden, zum Beispiel in Vimeo und in YouTube. Wer einmal einen kritischen Blick auf den industriellen Geräte- und Warenkosmos werfen will, der uns tagtäglich umgibt, dem sei diese Dokumentation anempfohlen.

Die Regisseurin Cosima Dannoritzer hat mit dem Journalisten Jürgen Reuß ein gleichnamiges Buch “Kaufen für die Müllhalde” herausgegeben, in dem das Thema nochmals in Textform präsentiert wird. Ein Interview vom Mai 2013 mit Jürgen Reuß findet man im Netzmagazin Telepolis unter dem Titel Kaufen für die Müllhalde.

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“Tapped” (2009) und “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” (2012)

Über das Problem der weltweiten Versorgung mit Trinkwasser habe ich schon einmal einen Artikel verfasst, im Zusammenhang mit den beiden Dokumentarfilmen “Flow: For Love of Water” (2008) und “Blue Gold: World Waters Wars” (2008).

Seht hierzu meinen Blogartikel “`Blue Gold: World Water Wars´ (2008) und `Flow: For Love of Water´ (2008)“.

Nun, es gibt natürlich eine ganze Reihe von Dokumentarfilmen zur Problematik der weltweiten Versorgung mit Trink- und zugleich auch Brauchwasser.

Seht hierzu zum Beispiel im “The Watercache Blog” eine Liste mit dem Titel “10 Must-see water documentaries that provide insight into the future water crisis“.

Ich habe mir in den letzten Tagen zwei gute Filme zum Thema “Flaschenwasser” oder “Mineralwasser” angeschaut: Zum einen den amerikanischen Dokumentarfilm “Tapped” (Deutsch: “Abgefüllt“) von Stephanie Soechtig und Jason Lindsey aus dem Jahre 2009 und dann noch den Schweizer Dokumentarfilm “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” von Urs Schnell aus dem Jahre 2012.

Der amerikanische Dokumentarfilm “Tapped” beschäftigt sich mit dem Mineral-, bzw. Flaschenwassergeschäft weltweit, nicht zuletzt auch in den USA. Die Schweizer Firma Nestlé wird natürlich auch in diesem Dokumentarfilm “Tapped” erwähnt.

Der Schweizer Dokumentarfilm “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” ist ganz auf das weltweite Flaschenwassergeschäft der Firma Nestlé fokussiert.

Nestlé ist nicht nur der größte Konzern der Schweiz, sondern zugleich der größte Lebensmittelkonzern der Welt überhaupt, der auch massiv im weltweiten Mineral-, bzw. Flaschenwassergeschäft aktiv ist.

Seht zum Thema “Flaschenwasser” allgemein zum Beispiel den Artikel aus dem Jahre 2013 mit dem Titel “Flaschenwasser – Der beste Marketingtrick unserer Zeit?” in der Website “Reset.org“, der einen Anhang mit Quellen und Links anbietet, der auch diese beiden Dokumentarfilme “Tapped” (2009) und “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” (2012) auflistet.

Was nun das Geschäft mit dem Flaschen, bzw. Mineralwasser angeht, so habe ich in meinem Blogartikel “`Blue Gold: World Water Wars´ (2008) und `Flow: For love of Water´ (2008)” die wichtigsten Fakten hierzu schon aufgeführt, wobei die genauen Umsatzzahlen beweglich sind und sich wahrscheinlich konstant weiter nach oben entwickeln dürften.

Die Grundfakten über das globale Flaschen-, bzw. Mineralwassergeschäft, dessen weltweites Umsatzvolumen von Jahr zu Jahr steigt, sind schließlich schon seit längerem bekannt.

Seht hierzu auch das 12seitige PDF mit dem Titel “Flaschenwasser – der Markt boomt!” aus dem Jahre 2004 der evangelischen Hilfsaktion “Brot für die Welt“.

Ich wiederhole hier also nur kurz nochmals die wichtigsten Fakten und Hintergründe zum Thema der privaten Wasserversorgung und zum globalen Mineral- oder Flaschenwassergeschäft, wie ich sie schon in meinem Blogartikel “`Blue Gold: World Water Wars´ (2008) und `Flow: For Love of Water´ (2008)” präsentiert habe.

Der Neoliberalismus hat auch im Wasser, eigentlich traditionell ein öffentliches Gemeingut, ein großes Geschäft und einen großen Markt erkannt und es handelt sich dabei nach den Aussagen der beiden Filme im Fall der privaten Wasserversorgung aktuell um ein Geschäft mit einem Umsatzvolumen von jährlich ca. 400 Milliarden Dollar weltweit.

Seht hierzu auch den Artikel des Wirtschaftsgeographen Pascal Ehrhardt mit dem Titel “Der Weltmarkt Wasser (die kapitalistische Sicht der Welt) Chancen und Risiken” in “Waterforum.com“.

Das Mineral-, bzw. Flaschenwassergeschäft umfasst weltweit nach Schätzungen der Experten finanziell ein dreimal größeres jährliches Umsatzvolumen als benötigt würde, um allen Menschen auf dieser Welt sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.

Das heißt im Klartext: Würden wir alle anstatt des Mineral- oder Flaschenwassers das in Ländern wie zum Beispiel Deutschland in der Regel mindestens genauso gute Leitungswasser trinken und das dadurch ersparte Geld den ärmsten Ländern zur Verfügung stellen, könnten diese es sich leisten, alle ihre Bürger, auch die ärmsten, mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Das globale Mineralwassergeschäft hat ein geschätztes jährliches Umsatzvolumen von ca. 90 Milliarden Dollar (der amerikanische Wikipedia-Eintrag zu “Bottled Water” redet von 60 Milliarden Dollar Umsatzvolumen), während es nach Schätzungen von Experten ca. 30 Milliarden Dollar jährlich kosten würde, um den ärmsten Menschen dieser Welt sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.

Das Geschäft mit dem Mineralwasser, das zeigen beide Filme ganz deutlich, ist zumindest in Ländern mit einer guten Leitungswasserqualität wie Deutschland im Prinzip ein Humbug (seht hierzu auch den Artikel mit dem Titel “Mineralwasser: Ein internationales Milliardengeschäftim BlogJungeMedien-Hamburg.deund den ArtikelTeurer Sprudel: Das Geschäft mit Mineralwasser boomt — obwohl Leitungswasser viel billiger ist und genauso gesund” im “Greenpeace Magazin 1.03″): Das Wasser zur Herstellung des Flaschenwassers wird den Flüssen und Quellen von Gemeinden entnommen, die dafür oft nicht einmal Gebühren verlangen. Dann wird dieses Wasser mit Kohlensäure versetzt (es gibt natürlich auch die Variante ohne Kohlensäure) und in Flaschen abgepackt und schließlich für teures Geld als sogenanntes “Mineralwasser” verkauft (Eine Flasche Mineralwasser kostet in den USA bis zu 2 Dollar).

Es handelt sich bei diesem sogenanntenMineralwasser in der Regel um ganz gewöhnliches Wasser, wie es auch aus den Wasserhähnen der Häuser in den entsprechenden Gemeinden praktisch zum Nulltarif läuft.

Die Flüsse und Quellen dieser Gemeinden versiegen als Folge der massiven Wasserentnahme öfters, weshalb die Bürger solcher Gemeinden zum Beispiel in den USA sich gelegentlich schon gegen Firmen wie Nestlé oder Coca-Cola zur Wehr gesetzt haben und es manchmal auch erreicht haben, dass die jeweilige Produktionsanlage der entsprechenden Mineralwasserfirma geschlossen oder ihre Errichtung verhindert wurde. Auch in den Dritte-Welt-Ländern wie Indien haben es die Aktivisten gelegentlich erreicht, dass die Produktionsanlagen der entsprechenden Mineralwasser- oder Getränkefirmen geschlossen wurden.

Ich kann euch diese beiden guten Filme zum Thema “Flaschenwasser” oder “Mineralwasser“, den amerikanischen Dokumentarfilm “Tapped” (2009) (Deutsch: “Abgefüllt“) und den Schweizer Dokumentarfilm “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” (2012) wirklich empfehlen.

Trinkwasser ist wohl der wichtigste Rohstoff auf unserer Welt. Ein Mensch kann mit relativ wenig Nahrung überleben. Zumindest kann man überleben, wenn man wenig oder sogar gar kein Fleisch isst. So leben schließlich die Vegetarier.

Man könnte sich theoretisch auch eine technologische Zivilisation vorstellen, die ohne Erdöl auskommt oder zumindest Erdöl nicht als Energieträger (für Treibstoffe) verwendet. Aber ohne Trinkwasser kann kein Mensch länger als höchstens ein paar Tage überleben. 

Das Geschäft mit dem Trinkwasser ist mittlerweile zu einem weltweiten Riesengeschäft geworden.

Und die Top-Manager der Schweizer Firma Nestlé, das wird in dem Dokumentarfilm “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” von Urs Schnell ganz klar gesagt und auch so belegt, sehen wohl aus gutem Grund ihren größten und wichtigsten Wachstumsmarkt für die Zukunft im Bereich des Flaschen- oder Mineralwassers.

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“Gasland” (2010) – 2

Hydraulic Fracturing (englisch: to fracture = ‚aufbrechen‘ oder ‚aufreißen‘. Auch „Fracking“, „Hydrofracking“, „Fraccing“,„Frac’ing“ oder „Frac Jobs“ genannt) ist eine Bergbaumethode, die geologische Tiefbohrungen ergänzt durch Einpressen einer Flüssigkeit („Fracfluid“, dt. Plural „Fracfluide“) in eine durch eine Bohrung erreichte Erdkrustenschicht und dort Risse erzeugt oder aufweitet und stabilisiert.

Ziel ist es, die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit in der Gesteinschicht so zu erhöhen, dass ein wirtschaftlicher Abbau von Bodenschätzen (z. B. Erdgas und Erdöl) ermöglicht wird.

Dieses “hydraulic fracturing” ist ebenfalls schon längst eine technische und energiewirtschaftliche Realität. Es gibt auch einen deutschen Wikipedia-Artikel zum “hydraulic fracturing“.

Im Abschnitt “Umweltprobleme” des deutschen Wikipedia-Artikels zum “hydraulic fracturing” erfahren wir folgendes: “Beim Hydraulic Fracturing werden in die Bohrung große Mengen Wasser und Sand (Größenordnung 10 Mio. Liter pro Bohrung) sowie 3 bis 12 verschiedene Chemikalien (u. a. Biozide, in Summe 0,5 bis 2 % Volumenanteil) eingepresst.Deshalb gibt es Umweltschutzbedenken.Teilweise enthalten die dabei eingesetzten Chemikalien (sogenannte „Frac-Hilfsstoffe“) krebserregende Verbindungen wie Benzol.

Die Bohrlochabdichtung gegenüber den grundwasserführenden Schichten kann nicht gewährleistet werden.Die Bohrungen werden im Bereich der Grundwasserleiter mit eingepresstem Zement „fixiert“, derzeit ist noch ungeklärt, ob sich diese Abdichtung als dauerhaft erweist. Bei späterer Undichtigkeit des Zementmantels könnte extrem salzhaltiges Wasser oder gesundheitsschädliche Frac-Hilfsstoffe in das Grundwasser übertreten.

Eine Untersuchung des US-Kongresses vom April 2011 summiert die zwischen 2005 und 2009 eingesetzten Mengen an Frac-Hilfsstoffen auf über 43 Millionen Liter. Die von diesen Verbindungen unzureichend gereinigten Abwässer werden in den Vereinigten Staaten in Oberflächengewässer eingeleitet.

Die Bohrungen im Rahmen des Hydraulic Fracturing haben direkte Auswirkungen auf die Umwelt. Probleme können durch die eingesetzten Zuschlagstoffe und Flüssigkeiten entstehen, sobald diese aus den Rissen im Gestein ins Grundwasser übergehen.

Noch vor wenigen Jahren wurde ein solcher Übergang zum Beispiel im Falle von Kohleflözgasen von der amerikanischen Umweltbehörde (EPA) als unwahrscheinlich angesehen, wobei diese Beurteilung u. a. auf die große Entfernungen zwischen den Reservoiren und den grundwasserführenden Aquiferen und eben die geringe Permeabilität der gefrackten Schichten argumentativ zurückgeführt wurde.Auch stuften die meisten Unternehmen, die diese Methode einsetzen, die Gefahr als nicht sehr hoch ein. Eine Garantie, dass sich jene Risse nicht auch in wasserführenden Schichten fortsetzen, könne nicht gegeben werden, was allerdings in den meisten geologischen Fragestellungen der Fall ist, da eine vollständige Erkundung der Verhältnisse unter Tage nicht möglich sei. Ebenso kann das Eindringen des Gases in Grundwasserschichten oder gar ein Austreten an der Erdoberfläche nicht ausgeschlossen werden.

Als weiteres Problem wird angesehen, dass sich Teile der Fracfluide in den Rissen ablagern. Dies ist im Fall einiger Zusätze (Sande) sogar gewollt, da sie die Risse offenhalten. Ein Großteil des restlichen Fracfluides wird allerdings bei der Druckabsenkung am Ende des Vorgangs wieder zur Bohrung zurückgeführt. Des Weiteren besteht bei der späteren Produktion ein Stoffstrom zur Bohrung hin und nicht weg von ihr. Insgesamt wird etwa die Hälfte der eingesetzten Flüssigkeit wieder an die Oberfläche gepumpt. Die beteiligten Unternehmen sprechen hierbei von “produced water”. Dieses kontaminierte Wasser wird außerdem vor dem Abtransport in Gruben zwischengelagert, wobei durch Versickerung und Verdunstung Frac-Hilfsstoffe in die Umwelt gelangen. Von der Environmental Protection Agency (EPA) der USA wurde die Gefahr eines Übergangs ins Trinkwasser zunächst als eher untergeordnet eingestuft. Im November 2010 beauftragte der US-Kongress die EPA mit einer Neubewertung der potentiellen Kontamination von Grund- und Trinkwasser durch den Frac-Prozess. Die Ergebnisse dieser Studie werden nicht vor 2012 erwartet.

Wie bei der Erdölgewinnung können im Bohrschlamm toxische und radioaktive Mineralien enthalten sein, die die Umwelt belasten (siehe dazu auch Erdölgewinnung, radioaktiver Abfall).

In den letzten Jahren ist speziell in den USA das Thema der möglichen Verunreinigung von Grundwasser durch Methan in Folge von Hydraulic Fracturing kontrovers diskutiert worden.

Der im Jahre 2010 von Josh Fox gedrehte und vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm Gasland widmet sich ausführlich der Thematik”.

Nun, genau diesen DokumentarfilmGasland” habe ich mir gestern einmal in Ruhe angeschaut.

Der deutsche Wikipedia-Eintrag zu “Gasland” ist relativ unvollständig und bruchhaft, deshalb zitiere ich hier aus dem englischen Wikipedia-Eintrag zu diesem Film: “In May 2008, Josh Fox received a letter from a natural gas company offering to lease his family’s land in Milanville, Pennsylvania for $100,000 to drill for gas.Fox then set out to see how communities are being affected in the west where a natural gas drilling boom has been underway for the last decade. He spent time with citizens in their homes and on their land as they relayed their stories of natural gas drilling in Colorado, Wyoming, Utah and Texas, among others. He spoke with residents who have experienced a variety of chronic health problems directly traceable to contamination of their air, of their water wells or of surface water. In some instances, the residents are reporting that they obtained a court injunction or settlement monies from gas companies to replace the affected water supplies with potable water or water purification kits.

Throughout the documentary, Fox reached out to scientists, politicians and gas industry executives and ultimately found himself in the halls of Congress as a subcommittee was discussing the Fracturing Responsibility and Awareness of Chemicals Act, “a bill to amend the Safe Drinking Water Act to repeal a certain exemption for hydraulic fracturing”. Hydraulic fracturing was exempted from the Safe Drinking Water Act in the Energy Policy Act of 2005“.

Dieser amerikanische Dokumentarfilm kam beim Publikum und bei den meisten amerikanischen Kritikern sehr gut an und erhielt viele Preise:

  • 2010 Environmental Media Award for Best Documentary Feature
  • 2010 Sundance Film Festival Special Jury Prize
  • 2010 Big Sky Documentary Film Festival Artistic Vision award
  • 2010 Thin Line Film Festival Audience Award
  • 2010 Yale Environmental Film Festival Grand Jury Prize
  • 2010 Sarasota Film Festival Special Jury Prize
  • 2011 Primetime Emmy Award for Outstanding Directing for Nonfiction Programming (Josh Fox)

Und natürlich haben auch die Lobbys der amerikanischen Erdgasindustrie zurückgeschlagen und den Film “Gasland” als lächerlich und unfundiert zurückgewiesen.

Wir erfahren hierzu im englischen Wikipedia-Artikel zu “Gasland“: “Energy in Depth (EiD), a Washington, D.C. based oil and gas industry group,has created a web page with a list of claimed factual inaccuracies in the documentary, and produced an associated film titled TruthLand. In response to the EID’s list of claimed factual inaccuracies, the Gasland website offers a rebuttal”.

Nun, wie gesagt, ich habe mir diesen Film gestern angeschaut.

Der Dokumentarfilm “Gasland” ist wirklich beeindruckend, vor allem deshalb, weil er anhand der vielen Autofahrten von Josh Fox durch die Weiten der Vereinigten Staaten zeigt, wie weit verbreitet und fest etabliert das “hydraulic fracturing” in den USA mittlerweile ist.

Die Menschen in der Umgebung dieser Erdgas-Bohrtürme und Erdgas-Anlagen und -Pipelines leiden oft erheblich, ihre Gesundheit ist oft schwer angeschlagen und ihr Trinkwasser meist verseucht, das belegt Josh Fox anhand von vielen Interviews mit Betroffenen.

Hier ist eine Riesenindustrie in den USA entstanden, vergleichbar mit der amerikanischen Erdölindustrie, die allerdings ihr “Peak Oil” schon im Jahre 1970 überschritten hat und daher schon seit Jahrzehnten im Niedergang begriffen ist.

Beim “hydraulic fracturing” allerdings haben wir in den USA zunehmend einen massiven “Boom“, mit allen Folgen was die Gefahren für die Umwelt und auch die Menschen angeht, die in der Nähe dieser mittlerweile unzähligen Erdgas-Bohrtürme und Erdgas-Anlagen und –Pipelines in den USA leben und arbeiten.

Im Wikipedia-Artikel “Hydraulic fracturing in the United States” erfahren wir unter anderem: “Hydraulic fracturing, a process of utilizing pressurized water, chemical additives, and physical proppants to fracture rock layers and release petroleum, natural gas, or other substances so that they can be extracted, has been used in the United State for over 60 years, and over a million wells have been drilled over that time. (…). Between 2005 and 2010 the shale-gas industry in the United States grew by 45% a year. As a proportion of the country’s overall gas production, shale gas increased from 4% in 2005 to 24% in 2012″.

Das sind gigantische Wachstumsraten der “Hydraulic fracturing“-Industrie in den USA seit dem Jahre 2005.

In Deutschland hat das Umweltbundesamt in einem Gutachten vom September 2012 die Risiken des “Hydraulic fracturing” auf Grund des Chemikalieneinsatzes bestätigt und rät derzeit von einem großtechnischen Einsatz ab und empfiehlt ein Verbot dieser Technologie in Trinkwasserschutzgebieten.

Ich kann euch also diesen Film “Gasland” nur empfehlen. Der Film ist zur Zeit in “YouTube” in mehreren Versionen hochgeladen und unter anderem auch bei amazon.de erhältlich.

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“Gasland” (2010) – 1

In meinem Artikel “Eine entscheidende Ursache der aktuell steigenden Inflationsrate in der Eurozone: `Peak Oil´” bin ich unter anderem auf das von Michael T. Klare so bezeichnete kommende Zeitalter der “Extreme Energy” eingegangen.

Michael T. Klare ist einer der besten US-amerikanischen Kenner der weltweiten Erdöl-, Energie- und allgemein Rohstoffproblematik, gerade auch im Zusammenhang mit der Außenpolitik der USA.

Michael T. Klare hat seinerzeit auch einen Film mit dem Titel “Blood and Oil” mitproduziert, der sich mit der US-amerikanischen Aussenpolitik seit dem Zweiten Weltkrieg im Persischen Golf auseinandersetzt, die nicht zuletzt von den strategischen Interessen der USA hinsichtlich der grossen Ölreserven zahlreicher Staaten des Persischen Golfs motiviert ist. (Saudi Arabien, Irak, etc.).

Michael T. Klare geht davon aus, dass wir uns zunehmend auf eine kommende weltweite technische und energiewirtschaftliche Phase der sogenannten “Extreme Energy” zubewegen: “Extreme energy is a range of techniques for the production of energy from unconventional resources which share characteristics of being environmentally damaging or risky. Examples include exploitation of oil sands and shale oil, deepwater drilling, hydraulic fracturing, mountaintop removal mining, petroleum exploration in the Arctic, and natural gas hydrates.

Nun, zum Thema des extrem umweltschädlichen und jetzt schon massiven Abbaus der sogenannten “tarsands” oder “oilsands” (Deutsch: Ölsande) in der kanadischen Provinz Alberta habe ich folgende Blogeinträge verfasst: “Dirty Oil” (2009)”, “To the Last Drop: Canada´s Dirty Oil Sands (2011)” und “H2Oil” (2009).

Und was nun das sogenannte “deepwater drilling” angeht, so erinnern sich meine Blogleser vielleicht genauso wie ich an den aberwitzigen Unfall der ÖlbohrplattformDeepwater Horizon” im April 2010 im Golf von Mexiko.

Über die “Deepwater Horizon” erfahren wir im entsprechenden Wikipedia-Eintrag zu dieser Ölbohrplattform: “Von der Deepwater Horizon wurde am 2. September 2009 im Tiber-Ölfeld in einer Meerestiefe von 1.250 Metern die bisher weltweit tiefste Bohrung ihrer Art bis in eine Teufe von 10.685 Meter getrieben”

Eine Folge dieses Unfalls war die “Ölpest im Golf von Mexiko 2010” mit massiven ökologischen Schäden.

Insofern ist die von Michael T. Klare so bezeichnete kommende weltweite technische und energiewirtschaftliche Phase der “Extreme Energyschon längst eine Realität.

Hier habt ihr einen klaren und ausführlichen Artikel von Michael T. Klare vom September 2009 mit dem Titel “The Era of Xtreme Energy: Life After the Age of Oil” in der amerikanischen Online-Zeitung “The Huffington Post” (die als erste kommerzielle amerikanische Onlinezeitung im Jahre 2012 einen Pulitzer-Preis erhielt).

In diesem Artikel mit dem Titel “The Era of Xtreme Energy: Life After the Age of Oil” stellt Michael T. Klare unter anderem fest: “The debate rages over whether we have already reached the point of peak world oil output or will not do so until at least the next decade. There can, however, be little doubt of one thing: we are moving from an era in which oil was the world’s principal energy source to one in which petroleum alternatives — especially renewable supplies derived from the sun, wind, and waves — will provide an ever larger share of our total supply. But buckle your seatbelts, it’s going to be a bumpy ride under Xtreme conditions.

It would, of course, be ideal if the shift from dwindling oil to its climate-friendly successors were to happen smoothly via a mammoth, well-coordinated, interlaced system of wind, solar, tidal, geothermal, and other renewable energy installations. Unfortunately, this is unlikely to occur. Instead, we will surely first pass through an era characterized by excessive reliance on oil’s final, least attractive reserves along with coal, heavily polluting “unconventional” hydrocarbons like Canadian oil sands, and other unappealing fuel choices. (…).

Don’t be fooled by the fact that this grim new era will surely witness the arrival of many more wind turbines, solar arrays, and hybrid vehicles. Most new buildings will perhaps come equipped with solar panels, and more light-rail systems will be built. Despite all this, however, our civilization is likely to remain remarkably dependent on oil-fueled cars, trucks, ships, and planes for most transportation purposes, as well as on coal for electricity generation. Much of the existing infrastructure for producing and distributing our energy supply will also remain intact, even as many existing sources of oil, coal, and natural gas become exhausted, forcing us to rely on previously untouched, far more undesirable (and often far less accessible) sources of these fuels.

Some indication of the likely fuel mix in this new era can be seen in the most recent projections of the Department of Energy (DoE) on future U.S. energy consumption. According to the department’s Annual Energy Outlook for 2009, the United States will consume an estimated 114 quadrillion British thermal units (BTUs) of energy in 2030, of which 37% will be supplied by oil and other petroleum liquids, 23% by coal, 22% by natural gas, 8% by nuclear power, 3% by hydropower, and only 7% by wind, solar, biomass, and other renewable sources.

Clearly, this does not yet suggest a dramatic shift away from oil and other fossil fuels. On the basis of current trends, the DoE also predicts that even two decades from now, in 2030, oil, natural gas, and coal will still make up 82% of America’s primary energy supply, only two percentage points less than in 2009. (It is of course conceivable that a dramatic shift in national and international priorities will lead to a greater increase in renewable energy in the next two decades, but at this point that remains a dim hope rather than a sure thing.)

While fossil fuels will remain dominant in 2030, the nature of these fuels, and the ways in which we acquire them, will undergo profound change. Today, most of our oil and natural gas come from “conventional” sources of supply: large underground reservoirs found mainly in relatively accessible sites on land or in shallow coastal areas. These are the reserves that can be easily exploited using familiar technology, (…).

Ever more of these fields will, however, be depleted as global consumption soars, forcing the energy industry to increasingly rely on deep offshore oil and gas, Canadian oil sands, oil and gas from a climate-altered but still hard to reach and exploit Arctic, and gas extracted from shale rock using costly, environmentally threatening techniques. In 2030, says the DoE, such unconventional liquids will provide 13% of world oil supply (up from a mere 4% in 2007). A similar pattern holds for natural gas, especially in the United States where the share of energy supplied by unconventional but nonrenewable sources is expected to rise from 47% to 56% in the same two decades.

Just how important these supplies have become is evident to anyone who follows the oil industry’s trade journals or simply regularly checks out the business pages of the Wall Street Journal. Absent from them have been announcements of major discoveries of giant new oil and gas reserves in any parts of the world accessible to familiar drilling techniques and connected to key markets by existing pipelines or trade routes (or located outside active war zones such as Iraq and the Niger Delta region of Nigeria). The announcements are there, but virtually all of them have been of reserves in the Arctic, Siberia, or the very deep waters of the Atlantic and the Gulf of Mexico. (…).

Given the potentially soaring costs involved in recovering these last tough-oil reserves, it’s no wonder that Canadian oil sands, also called tar sands, are the other big “play” in the oil business these days. Not oil as conventionally understood, the oil sands are a mixture of rock, sand, and bitumen (a very heavy, dense form of petroleum) that must be extracted from the ground using mining, rather than oil-drilling, techniques. They must also be extensively processed before being converted into a usable liquid fuel. Only because the big energy firms have themselves become convinced that we are running out of conventional oil of an easily accessible sort have they been tripping over each other in the race to buy up leases to mine bitumen in the Athabasca region of northern Alberta.

The mining of oil sands and their conversion into useful liquids is a costly and difficult process, and so the urge to do so tells us a great deal about our particular state of energy dependency. Deposits near the surface can be strip-mined, but those deeper underground can only be exploited by pumping in steam to separate the bitumen from the sand and then pumping the bitumen to the surface — a process that consumes vast amounts of water and energy in the form of natural gas (to heat that water into steam). Much of the water used to produce steam is collected at the site and used over again, but some is returned to the local water supply in northern Alberta, causing environmentalists to worry about the risk of large-scale contamination.

The clearing of enormous tracts of virgin forest to allow strip-mining and the consumption of valuable natural gas to extract the bitumen are other sources of concern. Nevertheless, such is the need of our civilization for petroleum products that Canadian oil sands are expected to generate 4.2 million barrels of fuel per day in 2030 — three times the amount being produced today — even as they devastate huge parts of Alberta, consume staggering amounts of natural gas, cause potentially extensive pollution, and sabotage Canada’s efforts to curb its greenhouse-gas emissions.

North of Alberta lies another source of Xtreme energy: Arctic oil and gas. Once largely neglected because of the difficulty of simply surviving, no less producing energy, in the region, the Arctic is now the site of a major “oil rush” as global warming makes it easier for energy firms to operate in northern latitudes. Norway’s state-owned energy company, StatoilHydro, is now running the world’s first natural gas facility above the Arctic Circle, and companies from around the world are making plans to develop oil and gas fields in the Artic territories of Canada, Greenland (administered by Denmark), Russia, and the United States, where offshore drilling in northern Alaskan waters may soon be the order of the day. (…).

So let’s be blunt: we are not (yet) entering the much-heralded Age of Renewables. That bright day will undoubtedly arrive eventually, but not until we have moved much closer to the middle of this century and potentially staggering amounts of damage has been done to this planet in a fevered search for older forms of energy.

In the meantime, the Era of Xtreme Energy will be characterized by an ever deepening reliance on the least accessible, least desirable sources of oil, coal, and natural gas. This period will surely involve an intense struggle over the environmental consequences of reliance on such unappealing sources of energy. In this way, Big Oil and Big Coal — the major energy firms — may grow even larger, while the relatively moderate fuel and energy prices of the present moment will be on the rise, especially given the high cost of extracting oil, gas, and coal from less accessible and more challenging locations.

One other thing is, unfortunately, guaranteed: the Era of Xtreme Energy will also involve intense geopolitical struggle as major energy consumers and producers like the United States, China, the European Union, Russia, India, and Japan vie with one another for control of the remaining supplies. Russia and Norway, for example, are already sparring over their maritime boundary in the Barents Sea, a promising source of natural gas in the far north, while China and Japan have tussled over a similar boundary dispute in the East China Sea, the site of another large gas field. All of the Arctic nations — Canada, Denmark, Norway, Russia, and the United States — have laid claim to large, sometimes overlapping, slices of the Arctic Ocean, generating fresh boundary disputes in these energy-rich areas.

None of these disputes has yet resulted in violent conflict, but warships and planes have been deployed on some occasions and the potential exists for future escalation as tensions rise and the perceived value of these assets grows. And while we’re at it, don’t forget today’s energy hotspots like Nigeria, the Middle East, and the Caspian Basin. In the Xtreme era to come, they are no less likely to generate conflicts of every sort over the ever more precious supplies of more easily accessible energy.

For most of us, life in the Era of Xtreme Energy will not be easy. Energy prices will rise, environmental perils will multiply, ever more carbon dioxide will pour into the atmosphere, and the risk of conflict will grow. We possess just two options for shortening this difficult era and mitigating its impact. They are both perfectly obvious — which, unfortunately, makes them no easier to bring about: drastically speed up the development of renewable sources of energy and greatly reduce our reliance on fossil fuels by reorganizing our lives and our civilization so that we might consume less of them in everything we do.

That may sound easy enough, but tell that to governments around the world. Tell that to Big Energy. Hope for it, work for it, but in the meantime, keep your seatbelts buckled. This roller-coaster ride is about to begin” (Fettdruck von mir).

Nun, um auf Michael T. Klares Konzept der “Extreme Energy” zurückzukommen: Michael T. Klare erwähnt im Rahmen seines Konzepts der “Extreme Energy” auch das sogenannte “hydraulic fracturing“: “Extreme energy is a range of techniques for the production of energy from unconventional resources which share characteristics of being environmentally damaging or risky. Examples include exploitation of oil sands and shale oil, deepwater drilling, hydraulic fracturing, mountaintop removal mining, petroleum exploration in the Arctic, and natural gas hydrates”.

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Zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten am 6. November 2012

Über die kommende US-Präsidentschaftswahl am 6. November 2012 habe ich bisher keinen Blogartikel veröffentlicht.

Und da ich kein ausgewiesener Spezialist für die USA bin, werde ich dazu auch keine Artikelserie schreiben.

Ich habe zwar im Jahre 1990/91 mal ein knappes Jahr lang an der University of Massachusetts Amherst studiert, aber das ist lange her und die USA haben sich seitdem wohl stark verändert (genauso wie Deutschland und Europa insgesamt auch).

Zu meinem damaligen Aufenthalt in den USA im Jahre 1990/91 an der University of Massachusetts Amherst seht unter anderem meinen Blogeintrag “Who I am: My CV” und meinen Blogeintrag “Warum ich Amerika liebe“.

Aber natürlich ist es so, dass es auch für uns Europäer wichtig ist, wer am kommenden 6. November zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird.

Dass meine Sympathien dabei eindeutig beim aktuellen US-Präsidenten Barack Obama von den Demokraten liegen und nicht beim Gegenkandidaten Mitt Romney von den Republikanern, könnt ihr euch wohl alle denken.

Die bisherige Präsidentschaft Barack Obamas war auch für viele seiner ehemaligen Wähler vielleicht eher enttäuschend und er hat sich vielleicht nicht als die “Lichtgestalt” erwiesen, die in der Lage ist, die USA fundamental neuzuorientieren.

Aber Barack Obama ist ohne Zweifel bei weitem viel vernünftiger und sozialer eingestellt als der Multimillionär Mitt Romney (geschätztes Privatvermögen: ca. 250 – 350 Millionen US-Dollar).

Mitt Romney wurde als ehemaliger Mitbegründer der fragwürdigen “Private Equity“-Venture-Kapitalgesellschaft “Bain Capital” zum Multimillionär und hat kein Herz für die amerikanische Unter- und Mittelschicht und nimmt an deren Sorgen und Nöten auch keinen Anteil.

Ob man solche Investoren wie Mitt Romney, die im “Private Equity“-Bereich zu Multimillionären wurden, als “venture capitalists” oder “vulture capitalists” (vulture Aasgeier) bezeichnen will, ist wohl Geschmackssache.

Sicher ist aber, dass Mitt Romney einzig und allein für seine wirtschaftlich priviligierte Kundschaft agiert, die kleine und exklusive Schicht der superreichen US-Amerikaner.

Wenn ihr wissen wollt, wie Mitt Romney reich und “Bain Capital” zu einer bedeutenden Venture-Kapitalgesellschaft mit ca. 400 Mitarbeitern wurde, dann lest mal in Ruhe den Artikel vom 23.10.2011 mit dem Titel “The Romney Economy” durch, der von Benjamin Wallace-Wells für das renommierte amerikanische Wochenmagazin “New York” verfasst wurde.

Noch kritischer und polemischer urteilt Matt Taibbi in seinem Artikel vom 29.8.2012 mit dem Titel “Greed and Debt: The True Story of Mitt Romney and Bain Capital” im “Rolling Stone” über Mitt Romney und seine frühere Tätigkeit bei “Bain Capital“.

Anfang September dieses Jahres ist “Bain Capital” übrigens wegen möglicher Steuervergehen ins Visier der New Yorker Staatsanwaltschaft geraten.

Seht hierzu den Artikel vom 3.9.2012 mit dem Titel “Romneys Ex-Firma Bain Capital: US-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Steuervergehen” in “Süddeutsche.de“. Unter anderem scheinen auch die Steuerpraktiken bei “Bain Capital” recht fragwürdig zu sein.

Mitt Romney selbst hat in den letzten Jahren anscheinend nur minimal Steuern bezahlt. Er hat wohl keine Steuerhinterziehung oder gar Steuerflucht begangen, aber wohl alle legale Tricks genutzt, um seine Einkommenssteuer zu minimieren.

Joseph Stiglitz hat dazu am 3. September dieses Jahres einen Artikel mit dem Titel “Mitt Romney’s Fair Share” unter anderem in “Project Syndicate” veröffentlicht.

In diesem Artikel stellt Joseph Stiglitz unter anderem fest: “Mitt Romney’s income taxes have become a major issue in the American presidential campaign. Is this just petty politics, or does it really matter? In fact, it does matter – and not just for Americans. (…).

Conservative politicians in the US underestimate the importance of publicly provided education, technology, and infrastructure. Economies in which government provides these public goods perform far better than those in which it does not.

But public goods must be paid for, and it is imperative that everyone pays their fair share. While there may be disagreement about what that entails, those at the top of the income distribution who pay 15% of their reported income (money accruing in tax shelters in the Cayman Islands and other tax havens may not be reported to US authorities) clearly are not paying their fair share.

There is an old adage that a fish rots from the head. If presidents and those around them do not pay their fair share of taxes, how can we expect that anyone else will? And if no one does, how can we expect to finance the public goods that we need? (…).

The billionaire investor Warren Buffett argues that he should pay only the taxes that he must, but that there is something fundamentally wrong with a system that taxes his income at a lower rate than his secretary is required to pay. He is right. Romney might be forgiven were he to take a similar position. Indeed, it might be a Nixon-in-China moment: a wealthy politician at the pinnacle of power advocating higher taxes for the rich could change the course of history.

But Romney has not chosen to do so. He evidently does not recognize that a system that taxes speculation at a lower rate than hard work distorts the economy. Indeed, much of the money that accrues to those at the top is what economists call rents, which arise not from increasing the size of the economic pie, but from grabbing a larger slice of the existing pie. (…).

There is another vicious circle: Economic inequality translates into political inequality, which in turn reinforces the former, including through a tax system that allows people like Romney – who insists that he has been subject to an income-tax rate of “at least 13%” for the last ten years – not to pay their fair share. The resulting economic inequality – a result of politics as much as market forces – contributes to today’s overall economic weakness.

Romney may not be a tax evader; only a thorough investigation by the US Internal Revenue Service could reach that conclusion. But, given that the top US marginal income-tax rate is 35%, he certainly is a tax avoider on a grand scale. And, of course, the problem is not just Romney; writ large, his level of tax avoidance makes it difficult to finance the public goods without which a modern economy cannot flourish.

But, even more important, tax avoidance on Romney’s scale undermines belief in the system’s fundamental fairness, and thus weakens the bonds that hold a society together”.

Tja, dieser Analyse von Joseph Stiglitz kann ich nur zustimmen. Wenn ein Multimillionär wie Mitt Romney öffentlicht erklärt, er habe über die letzten zehn Jahre ungefähr 13% an Einkommenssteuern entrichtet, dann stimmt wohl in diesem System etwas nicht.

Bain Capital” und Mitt Romney waren Teil der sogenannten neoliberalenShareholder Value“-Revolution, die in den 1980er-Jahren begann.

Im Wikipedia-Eintrag  zum “Shareholder value” (Shareholder Value = Aktionärswert) erfahren wir unter anderem: “Kritiker lehnen die Fokussierung auf den Unternehmenswert ab. Eigenkapitalgeber eines Unternehmens seien nicht die einzige Anspruchsgruppe eines Unternehmens. Bei unternehmerischen Entscheidungen sollten auch potenzielle Auswirkungen beispielsweise auf Mitarbeiter, Kunden, Öffentlichkeit und die Umwelt berücksichtigt werden. So vertritt der Wirtschaftsethiker Peter Ulrich die These, dass der Shareholder-Value-Ansatz „unternehmensethisch nicht vertretbar“ und als Grundlage einer Unternehmensphilosophie ungeeignet sei. Es gelte, „die legitimen Ansprüche aller Stakeholder in fairer, ausgewogener Weise zu berücksichtigen“, also neben den Aktionären auch „die Mitarbeiter, die Lieferanten, Kunden sowie das gesamte gesellschaftliche Umfeld“. Diese Kritik hat zu alternativen Konzepten geführt, etwa dem ganzheitlichen Managementsystem Balanced Scorecard“.

So wie der Wirtschaftsethiker Peter Ulrich sehe ich diese Sache allerdings auch. Ein Finanzierungs- und letztlich Unternehmenskonzept, das einzig und allein auf die Maximierung der Gewinne der Aktionäre einer Firma abzielt, ist für mich schlicht asozial.

Allerdings hat sich dieses “Shareholder Value“-Konzept als Teil der weltweiten neoliberalen Revolution mittlerweile leider in vielen Unternehmen aller westlichen Industrienationen, natürlich auch in Deutschland, durchgesetzt.

Man sollte sich also daher nicht wundern, dass der Multimillionär Mitt Romney, der als ehemaliger Mitbegründer und Mitarbeiter der “Private Equity“-Venture-KapitalgesellschaftBain Capital” zum Multimillionär wurde, in seinen Aussagen und in in der Planung seiner zukünftigen Wirtschafts-, Fiskal– und Sozialpolitik für die USA nun auch ganz eindeutig zum Vorteil der kleinen, aber mächtigen superreichen amerikanischen Oberschicht agiert.

Letztlich begünstigt Mitt Romney damit als Politiker die gleiche Schicht, die er schon als Geschäftsmann, als Mitbegründer und Mitarbeiter von “Bain Capital” massiv begünstigt hat.

Und man braucht sich dann auch nicht wundern, wenn Mitt Romney zum Beispiel die Anhänger der Demokraten vor reichen Spendern als “Abzocker” schmäht, die sich als Opfer präsentierten.

Seht hierzu den Artikel vom 18.9. mit dem Titel “Heimliches Video: Romney lässt die Maske fallen” in “Zeit Online“.

So agiert Mitt Romney also nicht nur als Geschäftsmann, sondern jetzt auch als Politiker für die ca. 1% an superreichen Amerikanern, die wirtschaftlich, sozial und oft auch noch politisch an der Spitze der amerikanischen Gesellschaft stehen (in den letzten dreissig Jahren war dies vor allem immer dann, wenn die USA von Präsidenten der Republikanischen Partei regiert wurden. Das ist seit der Zeit Ronald Reagans so).

Seht hierzu den Wikipedia-Artikel “Wealth inequality in the United States“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “In 2007 the richest 1% of the American population owned 34.6% of the country’s total wealth, and the next 19% owned 50.5%. Thus, the top 20% of Americans owned 85% of the country’s wealth and the bottom 80% of the population owned 15%. Financial inequality was greater than inequality in total wealth, with the top 1% of the population owning 42.7%, the next 19% of Americans owning 50.3%, and the bottom 80% owning 7%”.

In Deutschland ist es übrigens nicht wirklich viel besser. Seht hierzu den Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Vermögensverteilung in Deutschland“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Nach einer Analyse auf Haushaltsebene besaßen 2008 0,001 %, 380 Haushalte im Jahr 2008 ein Nettovermögen von 419,3 Milliarden Euro, oder 5,28 % des Reinvermögens der privaten Haushalte. Die reichsten 0,0001 % der Haushalte (38 Haushalte) besaßen 132,35 Milliarden Euro, oder 1,67 % des gesamten privaten Vermögens. Damit ist die Vermögenskonzentration in Deutschland schwächer als etwa in den USA, wo die reichsten 100 US-Amerikaner (etwa 0,00005 %) 2006 etwa 1,9 % des Gesamtvermögens besaßen.

Die Berechnungen des DIW (2011) auf Basis derselben SOEP-Daten mit zusätzlichen Daten zu besonders hohen Vermögen (die üblicherweise im SOEP nicht erfasst sind) von 2007 ergibt sich für die Vermögenskonzentration von Personen ab 17 Jahren die rechts stehende Aufstellung (hier findet ihr in diesem Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Vermögensverteilung in Deutschland” eine entsprechende Tabelle mit Zahlenangaben, Einschub von mir).

Demnach besitzt das Top-10 % 2007 zwei Drittel des Gesamtvermögens, die reichsten 0,1 % (weniger als 70 000 Personen) besitzen fast ein Viertel des Gesamtvermögens. Die reichsten 0,1 %, weniger als 70 000 Personen) besitzen gemeinsam über 15mal mehr als die Hälfte der Personen ab 17 Jahre (etwa 35 000 000). Die Top 0,5 % (etwa 350 000 Personen) besitzen gemeinsam etwa so viel Vermögen wie die unteren 90 Prozent (etwa 63 000 000 Personen)”.

Hier habt ihr einen Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Liste der Länder nach Vermögensverteilung“.

Die USA haben hinsichtlich der Vermögensverteilung einen geschätzten Gini-Koeffizienten (in %) von 81,1 (84) je nachdem, welche Studie man als Grundlage nimmt. Deutschland hat im Bereich der Vermögensverteilung einen Gini-Koeffizienten von 66,7 (78) je nachdem, welche Studie man als Grundlage nimmt.

Je höher der Gini-Koeffizient (oder auch: Gini-Index) ist, umso ausgesprägter ist auch die Ungleichverteilung des Vermögens in einem Land. Bei einem Gini-Koeffizienten von 0 gäbe es theoretisch eine Gleichverteilung, bei einem Gini-Koeffizienten von 1 würde theoretisch eine Person eine finanzielle Monopolstellung in einem Land halten.

Schaut man sich jetzt mal den Wikipedia-Artikel zur “Liste der Länder nach Einkommensverteilung” an, ist allerdings ein deutlicher Unterschied zwischen den USA und Deutschland erkennbar.

Deutschland hat hinsichtlich der Einkommensverteilung einen Gini-Koeffizienten (oder einen Gini-Index) von 28,3 %, die USA hingegen haben im Bereich der Einkommensverteilung einen Gini-Koeffizienten von 46,6%.

Nun gut, zurück zu Mitt Romney: Schon als Geschäftsmann war Mitt Romney also als Mitbegründer und Mitarbeiter der “Private Equity“-Venture-KapitalgesellschaftBain Capital” einzig am “Shareholder Value“, also an den Interessen der Aktionäre der jeweiligen Firmen interessiert, die er aufgekauft und nach den Prinzipien des  “Shareholder Value” mit oft recht rabiaten Methoden “umgekrempelt” und “saniert” (?!) hat.

Kein vernünftiger Mensch sollte sich jetzt also darüber wundern, dass er als Politiker und US-Präsidentschaftskandidat immer noch genau gleich denkt und handelt und als Politiker jetzt genau die gleiche Schicht von amerikanischen Superreichen begünstigt (der er als Multimillionär auch noch selbst angehört).

Und auch religiös gehört Mitt Romney einer eher fragwürdigen und sektiererischen Minderheit an, den amerikanischen Mormonen.

Schaut euch zum Beispiel mal den Wikipedia-Eintrag zum Gründer der Mormonen-Sekte Joseph Smith Jr. (1805-1844) an. Dieser Mann war offensichtlich ein wirrköpfiger Scharlatan.

Nun, wie gesagt, ich fühle mich nicht dazu berufen, den aktuellen US-amerikanischen Wahlkampf intensiv zu kommentieren. Allerdings ist der Ausgang der Wahl auch für uns Europäer wichtig. Die USA sind das bei weitem reichste und militärisch stärkste Land der Welt und den USA kommt in der Westlichen Welt seit Ende des Zweiten Weltkriegs eindeutig eine Vorreiter- und Führungsrolle zu.

Hier habt ihr in Wikipedia eine Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die USA haben aktuell ein über viermal so grosses BIP wie Deutschland, ein dreimal so grosses BIP wie Japan und ein zweimal so grosses BIP wie China.

Das BIP der USA liegt aktuell bei über 15 Billionen US-Dollar. Und auch militärisch sind die USA immer noch jedem anderen Land der Welt weit überlegen.

Deshalb lohnt es sich natürlich auch für uns Europäer, den Ereignissen und dem Verlauf des aktuellen US-Wahlkampfes zu folgen.

Nun, es gibt natürlich zahlreiche deutsche Blogs, die sich mit dem US-Wahlkampf beschäftigen. Ich werde hier einige dieser Blogs auflisten, von denen ich glaube, dass sie den aktuellen US-Wahlkampf auf halbwegs solide und vernünftige Weise kommentieren.

So gibt es zum Beispiel in “Süddeutsche.de” den “US-Wahlblog“. In der “Frankfurter Rundschau Online” gibt es den Blog “Countdown für Obama“.

Auch in “Zeit Online” gibt es einen “US-Wahlblog“. Die “taz” hat ebenfalls einen Blog mit dem Titel “US-Wahlen 2012“.

Natürlich hat auch die FAZ eine Webpage mit dem Titel “Wahl in Amerika” mit vielen Artikeln zum aktuellen US-Wahlkampf.

Ein recht gut gemachter österreichischer Blog ist “USA 2012.at“, der Teil des Webauftritts der österreichischen Zeitung “Kurier” ist.

Kurier.at” hat eine Webpage zum Thema “US-Wahl 2012” mit zahlreichen Artikeln zum Thema. Der Blog “USA 2012.at” ist Teil dieser Webpage zum Thema “US-Wahl 2012” und einer der aktuellen Blogs von “Kurier.at“.

Auch die Website des österreichischen “Der Standard” (derStandard.at) berichtet auf einer Webpage mit dem Titel “US-Präsidentenwahl 2012” recht ausführlich in zahlreichen Artikeln über den aktuellen US-Wahlkampf.

Im übrigen betreibt auch “Die Welt” von der Axel-Springer AG einen Blog zur amerikanischen Präsidentschaftswahl 2012 mit dem Titel “Kampf ums Weisse Haus“.

Dieser Blog mit dem Titel “Kampf ums Weisse Haus” enthält auch Beiträge von Journalisten von “n-tv” und “CNN“.

Ich habe diesen Blog angelesen, und ich will es mal so sagen: Dieser Blog ist eher was für die Freunde des “Neoliberalismus´ deutscher Prägung” (Leitbild: Leistungsideologie + schwäbische Sparsamkeit).

So verwundert es auch nicht, dass Mitt Romney hier recht gut wegkommt. Meine Sache ist das eher nicht, aber wer´s mag, soll´s lesen.

Die Amerikaner sagen in solchen Fällen: “It´s a free country“. Das bedeutet natürlich auch, dass jeder Mensch lesen darf, was ihm gefällt.

Im übrigen bietet das “Informationsportal zur politischen Bildung” der “Landeszentralen für politische Bildung” eine Webpage mit dem Titel “Präsidentschaftswahl in den USA 2012” an, die Grundlageninformationen und einige aktuelle Artikel enthält.

Und dass es jede Menge amerikanische Blogs zur kommenden amerikanischen Präsidentschaftswahl 2012 gibt, ist wohl ohnehin klar. Die werde ich hier aber jetzt nicht auflisten. Dies würde viel zu weit führen.

Nur grundsätzlich: Im Zweifelsfall ist man mit den Artikeln in der Website der führenden linksliberalen amerikanischen Tageszeitung “The New York Times” nicht schlecht bedient.

Bei der “New York Times” sollte man auch den “Blog Directory” dieser Zeitung nicht vergessen. Dazu gehört neben viel anderen guten und interessanten Blogs unter anderem auch der Blog von Paul KrugmanThe Conscience of a Liberal“.

Recht gut ist auch die US-Ausgabe der Online-Zeitung “The Huffington Post” und die Website des unabhängigen und nichtkommerziellen amerikanischen Politik-Magazins “Democracy Now!” (Seht hierzu die Wikipedia-Einträge zu “The Huffington Post” und “Democracy Now!“).

Und das wäre natürlich nur ein kleiner Einstieg in eine hypothetische lange Liste von lesenwerten Websites und Blogs aus den USA zur kommenden amerikanischen Präsidentschaftswahl 2012.

Ich persönlich hoffe, dass Barack Obama diese US-Präsidentschaftswahl am 6. November 2012 gewinnt.

Mitt Romney als nächster Präsident der Vereinigten Staaten wäre möglicherweise eine Gefahr für die USA und damit für auch für den Rest der Welt.

Wir sollten nicht vergessen, welche Erfahrungen wir mit dem Vorgänger von Barack Obama, mit dem republikanischen Präsidenten George W. Bush gemacht haben.

Und es gibt nicht wenige Kenner der amerikanischen Politik die behaupten, dass Mitt Romney ein noch üblerer Knallkopf sei als George W. Bush.

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“Crude Impact” (2006)

Zum Thema “Peak Oil” (auf Deutsch: “Globales Ölfördermaximum“) habe ich ja schon mehrere Blogeinträge auch im Zusammenhang mit Dokumentarfilmen über dieses Thema verfasst.

Seht hierzu zum meinen Blogartikel mit dem Titel “`A Crude Awakening: The Oil Crash´ (2006) und `The End of Suburbia´ (2004)“.

Angehängt an diesen Blogartikel findet ihr zwei gute Vorträge von Christoph Senz und Norbert Rost (beide unter anderem Mitglieder des “Postfossil Instituts” in Hamburg) zum Thema “Peak Oil“.

Mein Blogeintrag “Blind Spot” (2008) ist ebenfalls auf den gleichnamigen Dokumentarfilm von Adolfo Doring fokussiert.

Nun, ein weiterer recht guter und mit mehreren Preisen ausgezeichneter Dokumentarfilm zum Thema “Peak Oil” ist “Crude Impact” vom Jahre 2006. Der Film wurde von James Jandak Wood gedreht.

Dieser Film erhielt folgende Auszeichnungen:

  • Best Environmental Feature Film at the 3rd Annual Artivist Film Festival in Los Angeles.
  • Grand Jury Prize at the 2nd Annual Cinestrat Film Festival in Finestrat, Spain.
  • Social Justice Award at the 22nd Annual Santa Barbara International Film Festival.
  • One of The Best of Fest films at DOCNZ New Zealand Documentary Film Festival.
  • The Hands Around the World Award and the Best Cultural Issues Film award at the 4th Annual Montana CINE International Film Festival.
  • The Host City Award and the Student Judges Awards at EKOFILM 2007 in the Czech Republic.
  • Nominated for three awards at the Sacramento International Film Festival – Best Documentary, Best Editing, and Best Environmental Film.
  • Nominated for Best World Popular Scientific Film at the 42nd International Popular Scientific and Documentary Film Festival in Olomouc, Czech Republic

Was nun die Fakten angeht, die in diesem Film auf recht anschauliche und klare Weise präsentiert werden, so kann ich hier teilweise wiederholen, was ich auch schon zu meinen vorherigen Blogeinträgen zu anderen Dokumentarfilmen zum Thema “Peak Oil” erwähnt habe.

Seht hierzu nochmals meine Blogartikel mit dem Titel “`A Crude Awakening: The Oil Crash´ (2006) und `The End of Suburbia´ (2004)” und “Blind Spot” (2008).

Ab dem Überschreiten von “Peak Oil” wird Erdöl radikal teurer und zugleich knapp werden.

Ob der Abstieg von diese “Bergspitze” (Englisch: “peak“) ein schleichender und langsamer oder eher ein steiler Absturz wird, darüber sind sich die Experten uneinig.

Auf jeden Fall wird ab diesem Zeitpunkt eine radikale Wende in der Energiepolitik notwendig sein.

Denn billige Energie in Form von fossilen Brennstoffen (Öl, Kohle, Gas etc.) werden bald der Vergangenheit angehören und ein Umbau des Systems in Richtung auf nachhaltige und erneuerbare Energien wird unvermeidlich sein.

Dieser Umbau wird viel Geld kosten und es noch nicht einmal technisch geklärt, wie dieser Umbau erfolgreich bewältigt werden soll.

Es müssen noch viele neue Erfindungen gemacht und Verbesserungen bestehender Technologien geleistet werden, um diesen Umbau auf erfolgreiche Weise zu ermöglichen.

Ebenso wie die Macher von “`A Crude Awakening: The Oil Crash´ (2006) und `The End of Suburbia´ (2004)” und “Blind Spot” (2008) glauben auch die Macher von “Crude Impact” (2006), dass “Peak Oil” zu einem eher bitteren und harten Erwachen für die Menschheit wird.

Unsere ganze industrielle Produktionsweise und unser ganzes Transportsystem hat als Basis fast ausschließlich das Erdöl. Der Großteil der Transporte wird heute von Fahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen mit Verbrennungsmotoren geleistet, die Benzin, Diesel oder Kerosin tanken, alles erdölbasierte Treibstoffe.

Zugleich beruht unsere ganze Nahrungsmittelindustrie ebenfalls auf Erdöl: Zum einen werden die Maschinen im Agrarbereich, vom Traktor bis zur Erntemaschine, in der Regel von Motoren angetrieben, die ebenfalls Benzin oder Diesel tanken.

Und zum anderen stellt die petrochemische Industrie, ein gigantischer Industriezweig, unter anderem die Kunstdünger her, die überhaupt erst die “Grüne Revolution” gestattet haben, die zu einer Vervielfachung der weltweiten Nahrungsmittelproduktion geführt hat.

Diese Vervielfachung der Nahrungsmittelproduktion war unter anderem deshalb absolut notwendig, um die steigenden Menschenmassen auf unserem Planeten (aktuelle Weltbevölkerung:  ca. 6,9 Milliarden Menschen) zu ernähren.

Entfällt der Kunstdünger und der massive Maschineneinsatz, ist eine solche moderne Agrarindustrie mit ihrer Massenproduktion nicht mehr denkbar. Die Agrarproduktion wird ohne Erdöl letztlich kollabieren, so die Autoren dieses Films.

Die petrochemische Industrie stellt aber noch unzählige Produkte her. Es gibt fast kein industrielles Produkt, das nicht ganz oder teilweise aus Elementen besteht, die in der petrochemischen Industrie hergestellt werden. Letztendlich ist ein Grossteil unsere aktuellen industriellen Produktpalette gefährdet, wenn das Erdöl weltweit zur Neige geht.

Das nun faszinierende an dieser Geschichte ist, das zeigt dieser Film ganz klar, dass die herrschenden Politiker in der westlichen Welt in keinster Weise ihr Wahlvolk über das kommende Dilemma aufklären und auch die kommerziellen Medien in dieser Hinsicht im Verbund mit den schweigenden Politikern kaum Aufklärungsarbeit leisten.

Auch in deutschen Zeitungen und Magazinen wird kaum jemals über “Peak Oil” berichtet.

Stattdessen hat schon der Kampf um die letzten Ölreserven begonnen, und er wird in aller Härte geführt. Auch darüber habe ich schon in meinen Blogeinträgen berichtet.

Insbesondere habe ich über den Film von Michael T. Klare “Blood and Oil” einen Blogeintrag verfasst (siehe hierzu meinen Blogeintrag: “Michael T. Klares `Blood and Oil´ (2008) und die Vereinigten Staaten heute“) der die Hintergründe der amerikanischen Nahostpolitik ausleuchtet und ganz klar zeigt, dass zum Beispiel der Zweite Golfkrieg, von George H.W. Bush Senior geführt, und der Irakkrieg des Jahres 2003, von George W. Bush Junior geführt, unter anderem der strategischen und militärischen Sicherung der Erdölreserven im Mittleren Osten für die USA dienten.

Ein Film, der übrigens genau in die gleiche Richtung argumentiert, ist von Gerard UngermanThe Oil Factor: Behind the War on Terror” (2005), ebenfalls ein hervorragender Film, der in der IMDb ein Rating von 7.5 erhalten hat.

Aber auch die anderen Großmächte wie die Volksrepublik China und Rußland betreiben eine weltweite aggressive Politik der Sicherung der Erdöl- und Gasreserven für ihr Land.

Vor allem China als neue aufsteigende Supermacht hat nicht nur ein ungeheueres wirtschaftliches Wachstum, sondern damit verbunden auch einen ungeheueren Hunger nach Erdöl, der von Jahr zu Jahr wächst.

Der Kampf um das Erdöl wird also schon jetzt mit harten Bandagen geführt und der Kampf um die letzten Ölreserven wird von Jahr zu Jahr härter und gnadenloser werden.

Ohne dieses Erdöl ist unser ganzer Lebensstil in Gefahr, manche Sektoren wie der Flugverkehr lassen sich gar nicht ohne Kerosin betreiben, Flugzeuge mit Elektroantrieb, mit Brennstoffzellen oder Wasserstoffantrieb sind schwer denkbar.

So ist es abzusehen, dass unsere Enkel und Urenkel vielleicht kaum mehr eine Flugreise machen werden, was heute noch oft wesentlich billiger ist als ins Auto zu steigen oder die Bahn oder den Bus zu nutzen.

Unsere Politiker allerdings, nicht nur die amerikanischen, auch die deutschen, schweigen sich meist über dieses Dilemma aus, und die gewöhnlichen kommerziellen Medien berichten nicht darüber.

Über dieses Schweigen der Politiker und Medien über das kommende “Peak Oil” hat Rainer Sommer am 8.1.2010 einen interessanten Artikel mit dem Titel “Warum Peak-Oil offiziell ignoriert wird” in “Telepolis” veröffentlicht, der versucht auszuloten, warum “Peak Oil” offiziell und auch in den meisten Medien ignoriert oder totgeschwiegen wird.

In diesem Artikel mit dem Titel “Warum Peak-Oil offiziell ignoriert wird” stellt Rainer Sommer unter anderem fest: “Das hat Shane Mulligan von der University of Waterloo zu einer Analyse veranlasst, warum dieses Thema so weitgehend ignoriert wird. Angesichts der seit mehr als zehn Jahren intensiv geführten Fachdiskussion, könne die offizielle Ignoranz kaum mit purer Ahnungslosigkeit begründet werden. Das jedenfalls nicht in den höheren politischen Rängen, denn dafür sei die Peak-Oil-Debatte schon zu weit in den Mainstream vorgedrungen, meint Mulligan, der gerade an einem Buch über die Sicherheitsaspekte von Peak-Oil schreibt. Er vermutet daher, dass viele Regierungsexperten an übermäßigem Training in neoklassischer Ökonomie leiden und schlicht davon ausgehen, dass die Marktmechanismen schon für den Ausgleich sorgen, d.h. höhere Preise zu mehr Exploration und Förderung, sowie zur Entwicklung von Substituten führen werden.

Vielleicht grassiere aber auch einfach eine Art von “kognitiver Dissonanz”, welche die Administrationen weltweit davon abhalte, diesen potentiell so problematischen Bereich anzugehen, so wie viele Menschen auch nicht gerne über den eigenen Tod nachdenken. Viel lieber werde dann dem Glauben an technische Lösungen gehuldigt, die bei Bedarf schon gefunden würden. Zudem hätten Regierungen generell die Tendenz, schlechte Nachrichten zu unterdrücken.

Wem das ein wenig zu unrealistisch erscheint, dem bietet Mulligan die These, dass etwa die US-Regierung ohnehin Bescheid wisse, das aber einfach nicht bekanntgeben wolle. Und er zitiert David Fridley, einen früheren Kollegen von US-Energieminister Steven Chu, damit, dass “der Minister alles über Peak-Oil weiß. Er kann nur nicht darüber sprechen, weil sonst die Wall Street crashen würde.”

Sadad al-Husseini, ein früherer Vizepräsident des saudischen Ölgiganten Aramco, bestätigte jüngst, dass “diejenigen, die offiziell nicht darüber sprechen, die Öffentlichkeit eben nicht mit der Wahrheit konfrontieren und beunruhigen wollen. Nur, dass die Öffentlichkeit dann auch nicht bereit sein wird, die notwendigen Maßnahmen zu unterstützen.”

Sollte das der Fall sein, würden laut Mulligan tatsächlich die US-Energieagentur EIA und die internationale IEA mit ihrem vor allem von neoklassischen Ökonomen verfassten World Energy Outlook (WEO) den Hauptanteil an der angeblichen Vertuschung zu verantworten haben.

Denn seit jeher verbreitet der WEO, an dem sich die meisten Regierungen, Kolumnisten und Wall Street-Analysten orientieren, die durchaus rosige Prognose, dass sich die Energiezukunft kaum von der Vergangenheit unterscheiden werde.

Dass aber Georg W. Bush und Dick Cheney sich nicht ausgiebig mit dem Peak-Oil-Problem auseinander gesetzt hätten, wird ohnehin niemand ernsthaft vermuten. Und diese hätten auch jeden Grund, ihre geostrategischen Pläne zu verheimlichen. Denn angesichts dessen, dass in Afghanistan jetzt unter US-Führung die Pipeline gebaut wird, für die einst Präsident Karsei im unterlegenen US-Verhandlungsteam saß, und amerikanische Ölkonzerne nun das irakische Öl ausbeuten, ist evident, dass es bei ihren Kriegen um Öl gegangen ist und nicht um die von ihnen nachweislich selbst erfundenen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins oder einen Krieg gegen den Terror. 

Warum die Daten zu den Reserven generell derart unsicher erscheinen, dafür nennt Colin J. Campbell, Gründer und Ehrenpräsident der Association for the Study of Peak Oil & Gas (Aspo), vor allem zwei Gründe. So werden die Förderquoten der OPEC-Mitgliedsstaaten anhand der jeweils nachgewiesenen Reserven zugeteilt, was die Förderländer in Zeiten des Überflusses stark dazu motiviert, ihre Reserven zu übertreiben. Auf der anderen Seite werden die börsenotierten Ölgesellschaften von der US-Börsenaufsicht dazu verpflichtet, ja nicht zu hohe Reserven auszuweisen, so dass sie sich erst nach und nach zu realistischen Angaben durchringen würden. Zudem werden die “Reserven” von den Ökonomen grundsätzlich danach bemessen, wie viel zum aktuellen Preisniveau wirtschaftlich sinnvoll gefördert werden kann. Mit jedem Preisanstieg steigen also auch die Reserven, was dann immer wieder zur Beruhigung beiträgt. Allerdings ist bei allen Unsicherheiten bezüglich künftiger Funde oder alternativer Quellen wie Ölsande schon heute klar, dass die physisch förderbaren Mengen absehbaren Limits unterliegen, die weder von den Ökonomen noch von der Wall Street hinausgeschoben werden können.

Campbell, der bereits 1998 gemeinsam mit Jean Laherrère in Scientific American den maßgeblichen Artikel “The End of Cheap Oil” veröffentlicht hat, glaubt jedenfalls nicht an eine “Great Conspiracy”, beobachtet aber, dass sich Unternehmen und Politik hinter den Kulissen bereits auf das Unvermeidliche vorbereiten: “Die Ölkonzerne verkaufen ihre zweitklassigen Raffinerien, weil sie annehmen, dass künftig nicht mehr genug Bedarf an Raffineriekapazitäten vorhanden sein wird. Und auch die Luftfahrtindustrie, die von billigem Öl abhängig ist, ändert sich gerade radikal. Nur will niemand offen darüber reden.” Campbell sieht heute seine 1998 gemachte Prognose bestätigt, dass die konventionelle Produktion bereits 2005 ihr Maximum erreicht habe und seither unkonventionelle und wesentlich teurere Quellen den Abgang ausgleichen müssen. Er erwartet allerdings dennoch, dass der absolute Peak-Oil in diesem Jahr erreicht werde und tippt auf rund 87 mb/d”.

Nun, dem Film “Crude Impact” vom Jahre 2006 kann man allerdings nicht vorwerfen, dass er das Thema totschweigt oder ignoriert.

Dieser Film zeigt drastisch und in aller Klarheit, was auf die Menschheit zukommt, wenn dieses heiße Eisen nicht bald angepackt wird. Und der Film besticht – genau wie der Film “A Crude Awakening: The Oil Crash” (2006) –  mit einer Vielzahl von Interviews von hochrangigen Experten, die vor der Kamera kein Blatt vor den Mund nehmen und die genau zu wissen scheinen, in welchem Dilemma sich unsere Zivilisation durch “Peak Oil” befindet und wie wenig Zeit noch bleibt, um entscheidende Weichen zu stellen.

Unter anderem kommt auch der von mir sehr geschätzte Experte für Rohstoff- und US-Aussenpolitik Michael T. Klare (unter anderem der Kommentator des Filmes “Blood and Oil“, der auf dem gleichnamigen Buch von Michael T. Klare beruht) in diesem Film ausgiebig zu Wort.

Zu diesem Film “Crude Impact” vom Jahre 2006 gibt es auch eine gut gemachte Website (crudeimpact.com), die viele Informationen zum Thema “Peak Oil” und nicht zuletzt auch zum Film selbst enthält.

Ich kann euch diesen Dokumentarfilm also empfehlen und zur Zeit befinden sich auch einige hochgeladene Versionen des Filmes in “YouTube“.

Der von mir kurz erwähnte, ebenfalls hervorragende Film “The Oil Factor: Behind the War on Terrorist ebenfalls in YouTube hochgeladen worden und damit ebenfalls zur Zeit frei zugänglich.

Creative Commons Lizenzvertrag “Crude Impact” (2006) Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Einige interessante Websites, Blogs und Artikelsammlungen zum Thema “Peak Oil”

In meinem Blogartikel mit dem Titel “Eine entscheidende Ursache der aktuell steigenden Inflationsrate in der Eurozone: `Peak Oil” kann ich natürlich keinen kompletten Überblick über alle Fakten zum Thema “Peak Oil” liefern.

Allerdings möchte ich in diesem Blogeintrag einfach mal auf einige Websites, Blogs und Artikelsammlungen zum Thema “Peak Oil” hinweisen, für diejenigen unter euch, die vielleicht noch tiefer in dieses Thema einsteigen wollen. Natürlich ist auch diese Liste von mir keineswegs komplett.

Unter den deutschen Websites zum Thema ist “Peak-Oil.com” auf jeden Fall erwähnenswert.

Auf dieser sehr kompletten Website “Peak-Oil.com” findet ihr unter anderem auch einen Eintrag mit dem Titel “Peak-Oil-Filme” mit zahlreichen interessanten Videoclips zum Peak-Oil-Thema. Diese Website  “Peak-Oil.com” bietet einen guten Überblick über entscheidende Grundfakten zum Thema “Peak Oil“. “Peak-Oil.com” wird unter anderem von Norbert Rost vom Dresdner “Büro für Regionalentwicklung” betrieben.

Bedeutend ist in Deutschland natürlich auch die Arbeit, die vom Hamburger “Postfossil Institut” betrieben wird. Auch Norbert Rost ist zugleich auch Mitglied des Hamburger “Postfossil Instituts“.

Die wichtigsten Websites zu diesem Thema sind allerdings vor allem auch englischsprachige. Das ist auch nicht zu verwundern, mehr als jedes andere Land betrifft dieses Thema vor allem die USA. Die Vereinigten Staaten verbrauchen jährlich mehr als 20% des weltweit geförderten Erdöls. Seht hierzu den Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Erdöl/Tabellen und Grafiken“.

Wichtig ist hier zum einen die Website der ASPO. Die ASPO (Association for the Study of Peak Oil and Gas) ist ein weltweites Netzwerk von Wissenschaftlern, Ökonomen, Politikern, Journalisten und Vertretern anderer Fachrichtungen, welche den Zeitpunkt und die Auswirkungen des globalen Fördermaximums von Erdöl und Erdgas sowie den Rückgang der globalen Förderraten untersuchen.

Neben der Website der “ASPO International” gibt es natürlich auch noch die Webauftritte der jeweiligen nationalen Untersektionen, so zum Beispiel den Blog von “ASPO Deutschland“.

Auf diesen Websites und Blogs findet ihr viele interessante Artikel zum Thema “Peak Oil“. Seht hierzu zum Beispiel den Eintrag “Publications” in “ASPO International” und den Eintrag “Publikationen” im Blog von “ASPO Deutschland“.

Viele interessante Artikel bietet auch die US-amerikanische Website “Peakoil.com“. Über diese amerikanische Website erfahren wir folgendes: “Peakoil.com was started in 2005 by Dan C., a software engineer coming to a realization about the importance of understanding then improving the world’s hydrocarbon energy systems. (…). PeakOil.com is a strictly non-commercial & non-affiliated news aggregation and a message-board social networking news site. We are an online community run for and by the members. Today, Peakoil.com is administered by Aaron D, from Houston TX”.

Gut ist auch das von britischen und amerikanischen Spezialisten  betriebene “EnergyBulletin.net“.

Über diese Website erfahren wir folgendes: “EnergyBulletin.net is a clearinghouse for information regarding the peak in global energy supply. We publish news, research and analysis concerning:

  • energy production statistics, models, projections and analysis
  • articles which provide insight into the implications of peak oil across broad areas including geopolitics, climate change, ecology, population, finance, urban design, health, and even religious and gender issues.
  • a range of information to help people prepare for peak energy, such as:any other subjects that could lead to better understanding the implications of an energy production peak
    • renewable energy information
    • alternative financial systems
    • low energy agriculture
    • relocalization
  • any other subjects that could lead to better understanding the implications of an energy production peak”.

Gut ist zum Beispiel der Grundlagenartikel mit dem Titel “Peak Oil Primer” (zuletzt im Oktober 2011 geupdatet), der unter anderem viele interessante weiterführende Links auflistet.

Auf jeden Fall empfehle ich euch die Website von Michael T. Klare (michaelklare.com). Im Eintrag “Articles & Interviews” findet ihr zahlreiche Artikel und Interviews von und mit Michael T. Klare.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch die Website “From The Wilderness“, die ihren Focus auf dem Thema “Peak Oil” hat und von Michael Ruppert betrieben wird.

Die Webpräsenz und der zugehörige Newsletter von “From The Wilderness” beschäftigen sich vor allem mit der journalistischen Aufdeckung von staatlichen verdeckten Operationen und der Hintergrundanalyse politischer Ereignisse.

In seinem Buch “Crossing the Rubicon” (2004) schrieb Michael Ruppert über den Einfluss der sinkenden weltweiten Ölreserven (Peak Oil) auf die Neuausrichtung der Geopolitik der USA in den letzten Jahren. Das Buch ist eines der drei meistverkauften Sachbücher zum Thema in den USA.

Interessant ist auch die Website “Peak Oil – Info & Strategies“, die von Alex Kuhlmann betrieben wird.

Ebenfalls lesenswert ist der amerikanische Blog “Save and Conserve“. Praktisch ist zum Beispiel der Artikel “Top 25 Peak Oil Websites“, der im Dezember 2006 auf diesem Blog “Save and Conserve” gepostet wurde.

Unter anderem auch ein Diskussionsforum zu Fragen zum Thema “Peak Oil” bietet die Website “The Oil Drum“, auf der natürlich auch viele interessante Artikel zu diesem Thema gepostet werden.

Über “The Oil Drum” erfahren wir: “The Oil Drum seeks to facilitate civil, evidence-based discussions about energy and its impacts on the future of humanity, as
well as serve as a leading online knowledge-base for energy-related topics”.

Recht gut ist auch der Blog “Oil Watchdog” (ein Ableger von “Consumer Watchdog“).

Und in “Dynamic List” findet ihr eine Liste mit dem Titel “Peak Oil: A list of news articles, books, and web sites“, die im April 2011 zum letzten Mal geupdatet wurde.

Recht praktisch ist auch die Website “Dry Dipstick“, die ein sogenanntes “peak oil metadirectory” (Deutsch:Peak Oil – Metaverzeichnis“) anbietet.

Das heisst, diese Website “Dry Dipstick” bietet vor allem viele Artikel und Links zu Websites und Blogs an, die über das Thema “Peak Oil” berichten oder deren Thematik in einem Zusammenhang mit “Peak Oil” stehen.

An letzter Stelle möchte ich noch den gut gemachten deutschen Blog “Zukunft Mobilität” von Martin Randelhoff erwähnen. Dieser Blog wurde im Jahre 2012 mit dem “Grimme Online Award” ausgezeichnet.

Der Blog “Zukunft Mobilität” beschäftigt sich nicht in erster Linie mit dem Thema “Peak Oil“, behandelt aber ein anderes sehr Thema, das mit dem Thema “Peak Oil” eng zusammenhängt: Es geht um die Zukunft unserer Mobilität, bzw. um die Art, wie wir in Zukunft unseren Verkehr organisieren wollen.

Die Zukunft unserer Mobilität ist natürlich mit der Frage der vorhandenen Ölreserven zumindest bisher ganz eng verknüpft, denn im Moment werden vor allem im Bereich des Individualverkehrs fast ausschliesslich Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verwendet.

Und auch im Bereich des Güterverkehrs wird bisher immer noch ein Anteil von ca. 70% des Güterverkehrs in Deutschland von Lastkraftwagen bestritten. Seht hierzu die Angaben im Eintrag “Statistiken und Fakten zum Thema Lastkraftwagen (LKW)” in “Statista“.

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