Hans-Christian Dany: “Speed” (2008)

Nun, ich habe gestern ein Buch von Hans-Christian Dany mit dem Titel “Speed” fertig gelesen. Dieses Werk “Speed” ist im Jahre 2008 in der Edition Nautilus  erschienen.

Nun, ich selbst werde dieses Buch hier jetzt nicht mehr ausführlich rezensieren. Es wurde seinerzeit in der Regel positiv besprochen, und zwar aus gutem Grund: Das Buch ist wirklich spannend zu lesen und enthält viele faszinierende Einblicke in den historischen und aktuellen Gebrauch dieser Droge “Speed” (= Amphetamin) in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen und beruflichen Bereichen.

Die Droge “Speed” (= Amphetamin) wurde von den Jagdfliegern im Zweiten Weltkrieg ebenso wie von Philosophen wie Jean-Paul Sartre oder Pop-Art-Künstlern wie Andy Warhol oder auch von Musikern wie dem Country-Musiker Johnny Cash im wesentlichen zum Zweck der Leistungssteigerung und/oder zum Erzielen einer höheren Produktivität eingenommen.

Bei den Jagdfliegern soll das übrigens bis heute anscheinend teilweise noch üblich sein.

Seht hierzu den Artikel vom 7.8.2002 mit dem Titel “US-Kampfpiloten auf Speed” in “Telepolis“.

Die Erstsynthese dieser Droge Amphetamin gelang 1887 dem rumänischen Chemiker Lazăr Edeleanu an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1927 prägte der US-amerikanische Chemiker Gordon Alles den Namen “Amphetamin”, sich ableitend aus der heute veralteten chemischen Bezeichnung “alpha-Methylphenethylamin. Es zählt zu den Weckaminen (Amine mit „aufweckender“ Wirkung).

Diese Droge wurde also schon Ende des 19. Jahrhunderts chemisch synthetisiert und hat eine lange Geschichte. “Speed” (= Amphetamin) gibt es heute natürlich in zahlreichen unterschiedlichen chemischen Varianten.

Ich hänge euch jetzt noch ein paar Rezensionen zu diesem Buch von Hans-Christian Dany mit dem Titel “Speed” aus dem Jahre 2008 an.

Seht hierzu den Beitrag vom 28.2.2008 mit dem Titel “Breitband-Dopingmittel der Leistungsgesellschaft” in der Website des “Deutschlandradios“.

Seht hierzu die Rezension vom 20.6.2008 mit dem Titel “Hans-Christian Dany: Speed – Eine Gesellschaft auf Droge” in der Zeitschrift “Intro“.

Seht hierzu die Rezension vom 23.4.2008 mit dem Titel “Speed: Hans Christian Dany textet die Droge” im Magazin “DeBug“.

Seht hierzu auch das Interview vom 9.6.2008 mit Hans-Christian Dany mit dem Titel “`Speed´-Autor über die Droge und ihre Gesellschaft: `Der Rausch der Selbskontrolle´” in der “taz“.

Und den passenden Song gebe ich euch auch noch dazu:

Billy Idol: Speed (1994)

Lyrics Speed

Wikipedia: Speed (1994 film)

(Dieser Song “Speed” war Teil des Soundtracks des gleichnamigen Actionfilms “Speed” aus dem Jahre 1994 von Regisseur Jan de Bont. Man kann diesen Song in zahlreichen Video-Kanälen auffinden. Der Gitarrist ist Steve Stevens).

Creative Commons Lizenzvertrag Hans-Christian Dany: “Speed” (2008) Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Arnold Schwarzenegger: Total Recall (Autobiographie) – 3

Im Jahr 2010 gründete Schwarzenegger die R20 Regions of Climate Action, eine Umweltschutzinitiative, die aus 20 weltweit verteilten regionalen Regierungen besteht.

Entgegen der Meinung vieler unzureichend informierter Beobachter war Arnold Schwarzenegger übrigens nicht der Hauptschuldige an den finanziellen Schwierigkeiten, in denen sich der amerikanische Bundesstaat Kalifornien seit der Finanzkrise ab 2007 befindet.

In Kalifornien waren die Folgen der Finanzkrise ab 2007 besonders dramatisch, weil dort mehr noch als im Rest der USA eine ganz besonders massive Immobilienblase vorlag.

Seht hierzu auch den Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Real estate bubble” und auch den guten Hintergrundartikel vom 4.10.2009 mit dem Titel “Will California become America’s first failed state?” in der linksliberalen Londoner Tageszeitung “The Guardian“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “California has a special place in the American psyche. It is the Golden State: a playground of the rich and famous with perfect weather. It symbolises a lifestyle of sunshine, swimming pools and the Hollywood dream factory.

But the state that was once held up as the epitome of the boundless opportunities of America has collapsed. From its politics to its economy to its environment and way of life, California is like a patient on life support. At the start of summer the state government was so deeply in debt that it began to issue IOUs instead of wages. Its unemployment rate has soared to more than 12%, the highest figure in 70 years. Desperate to pay off a crippling budget deficit, California is slashing spending in education and healthcare, laying off vast numbers of workers and forcing others to take unpaid leave. In a state made up of sprawling suburbs the collapse of the housing bubble has impoverished millions and kicked tens of thousands of families out of their homes. Its political system is locked in paralysis and the two-term rule of former movie star Arnold Schwarzenegger is seen as a disaster – his approval ratings having sunk to levels that would make George W. Bush blush. The crisis is so deep that Professor Kevin Starr, who has written an acclaimed history of the state, recently declared: “California is on the verge of becoming the first failed state in America.” (…).

One in four American mortgages that are “under water”, meaning they are worth more than the home itself, are in California. In the Central Valley town of Merced, house prices have crashed by 70%. Two Democrat politicians have asked for their districts to be declared disaster zones, because of the poor economic conditions caused by foreclosures. In one city near Riverside, a squatter’s camp of newly homeless labourers sleeping in their vehicles has grown up in a supermarket car park – the local government has provided toilets and a mobile shower. In the Los Angeles suburb of Pacoima, one in nine homeowners are now in default on their mortgage, and the local priest, the Rev John Lasseigne, has garnered national headlines – swapping saving souls to saving houses, by negotiating directly with banks on behalf of his parishioners” (Fettdruck von mir!).

Lest euch diesen guten Hintergrundartikel vom 4.10.2009 mit dem Titel “Will California become America’s first failed state?” mal in Ruhe durch.

Arnold Schwarzenegger hatte als kalifornischer Gouverneur (2003-2011) das große Pech, von den Folgen der geplatzten massiven Immobilienblase in Kalifornien voll erwischt zu werden. (Seht hierzu auch die Wikipedia-Liste der Gouverneure von Kalifornien). Arnold Schwarzenegger wurde dann auf politischer Ebene für dieses Desaster verantwortlich gemacht.

Nach der kalifornischen Verfassung konnte Schwarzenegger im November 2010 nicht erneut für das Gouverneursamt kandidieren, da die Verfassung nur eine einmalige Wiederwahl zulässt. Im Januar 2011 wurde er daher von dem bei der Wahl erfolgreichen Demokraten Jerry Brown abgelöst.

Schon im Januar 2011 erklärte Schwarzenegger im Schweizer Medienportal “blick.ch“, dass er sich nunmehr, nach seiner Politkarriere, wieder der Schauspielerei widme und bereits wieder Drehbücher lese.

Ende 2011 begann Arnold Schwarzenegger mit den Dreharbeiten für “The Last Stand” (2013).

Schwarzeneggers Rolle in diesem Film ist die des Sheriff Owens in der verschlafenen Kleinstadt Sommerton Junction in Arizona nahe der mexikanischen Grenze. Er hat diesen Job angenommen, nachdem er an einer verhängnisvollen Mission des LAPD teilgenommen hatte, bei dem sein Partner und viele weitere des Teams getötet wurden. In einer Nacht entkommt der mexikanische Kartellboss Gabriel Cortez aus den Händen des FBI in Las Vegas und flüchtet in einer umgebauten Chevrolet Corvette C6 ZR1. Dabei nimmt er die Agentin Ellen Richards als Geisel und nimmt Kurs auf Summerton Junction, um dort über Grenze nach Mexiko zu entfliehen.

Ich habe mir den Film vor kurzem angeschaut und es handelt sich hier um einen soliden und streckenweise auch durchaus humorvollen Actionfilm.

Weiterhin war Schwarzenegger in der letzten Zeit in “The Expendables” (2010) und in The Expendables 2 (2012) zu sehen.

Arnold Schwarzenegger wurde also im Jahre 1947 in der kleinen Ortschaft Thal in der Umgebung von Graz als Sohn eines Gendarmen geboren.

Nach seinen Anfangserfolgen als Bodybuilder in Österreich und Deutschland ging Schwarzenegger in die USA und wurde dort erst zum erfolgreichsten Bodybuilder seiner Generation und danach auch noch zu einem der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods. Und im Jahre 2003 wurde er zum Gouverneur von Kalifornien gewählt, des mit Abstand bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Das BIP Kaliforniens ist fast so hoch wie das von Italien (2011: ca. 1.950.000 Millionen US-Dollar).

Natürlich war bei Schwarzeneggers Aufstieg auch Zufall und Glück im Spiel. Aber wichtiger war vielleicht noch die enorme Willenskraft und der enorme Ehrgeiz Arnold Schwarzeneggers alles zu erreichen, was er sich einmal vorgenommen hatte.

Es fing damit an, dass er erfolgreichste Bodybuilder seiner Generation werden wollte. Und als er das geschafft hatte, ging mit gleicher Zielstrebigkeit an seine Schauspiel-Karriere heran. Und schließlich ging er dann mit der gleichen Energie in die Politik.

Natürlich konnten auch einem Arnold Schwarzenegger Niederlagen nicht erspart bleiben. Niemand wird hiervon verschont. Es ist unmöglich, immer zu siegen.

So hatte Arnold Schwarzenegger als kalifornischer Gouverneur (2003-2011) – wie schon erwähnt – das große Pech, von den Folgen der geplatzten massiven Immobilienblase in Kalifornien voll erwischt zu werden. Arnold Schwarzenegger wurde dann auf politischer Ebene für dieses Desaster verantwortlich gemacht.

Und auf persönlicher Ebene konnte er die Trennung von seiner Frau Maria Shriver nicht verhindern, wofür er, wie er seiner Autobiographie selbst zugibt, letztlich selbst verantwortlich war.

Aber wenn man Arnold Schwarzeneggers Laufbahn betrachtet, ist es dennoch absolut erstaunlich, wie weit es Arnold Schwarzenegger gebracht hat, noch dazu in einem Land, in dem er nicht geboren, aber in dem ihm enorme Möglichkeiten eingeräumt wurden.

In Österreich oder Deutschland wäre Arnold Schwarzenegger wahrscheinlich wohl nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn ein Sportlehrer oder ein mehr oder weniger bekannter Bodybuilding-Trainer und Bodybuilding-Buchautor oder der Inhaber eines Trainingsstudios oder etwas Vergleichbares geworden. Im Bereich der Film- und Fernsehproduktionen hätte er wohl in Europa nicht all zu viele Möglichkeiten gehabt und in die Politik hätte er in Europa, auch in Österreich oder Deutschland, kaum gehen können.

Arnold Schwarzenegger war sich wohl immer darüber bewusst, dass er seinen durchschlagenden Erfolg als Sportler, Schauspieler und Politiker letztlich gerade auch dem US-Bundesstaat Kalifornien verdankt.

Kalifornien war und ist mehr noch als jeder andere amerikanische Bundesstaat immer auch ein Versuchslabor für neue Tendenzen in Gesellschaft und Politik (Protests against the Vietnam War, Gay liberation movement) und auch für neue Technologien (Digitale Kultur, Computer, Internet, Silicon ValleyElektromobilität, etc.).

Wie kein anderer US-Bundesstaat verkörpert Kalifornien bis heute auch den “American Dream“, zu dem immer auch die “Self-Made Men” dazugehört haben, gleichgültig ob es sich um Arnold Schwarzenegger, Elon Musk oder den mittlerweile verstorbenen Steve Jobs handelt.

Insofern war Arnold Schwarzeneggers Entscheidung, im Jahre 2003 in die Politik zu gehen und in Kalifornien als Gouverneur zu dienen, folgerichtig: Er wollte etwas für den US-Bundesstaat tun, dem er seine fast unglaublich anmutende Karriere, seinen Reichtum und seine Popularität verdankte.

Ich habe Arnold Schwarzeneggers Autobiographie “Total Recall: Die wahre Geschichte meines Lebens” (englischer Originaltitel: “Total Recall: My Unbelievably True Life Story”) mit Vergnügen und Gewinn gelesen.

Und das liegt nicht im wesentlichen daran, dass ich selbst mal Kraftsportler war, obwohl gerade auch die ersten Kapitel des Buches, wo es um Arnold Schwarzeneggers hart erkämpften Aufstieg vom jungen Burschen aus der Steiermark zum in Kalifornien ansässigen Star-Bodybuilder geht, besonders packend und spannend sind.

Arnold Schwarzenegger versteht es unter anderem, seinen autobiographischen Bericht mit lustigen Anekdoten zu versehen, so zum Beispiel, wenn es um den rechtsgewirkten Waffennarren John Milius geht, dem Regisseur von “Conan, der Barbar” (1982), der seine Ausführungen vor den Vertretern der Presse zu diesem Film damals wohl gerne mit herrisch daherkommenden Nietzsche-Zitaten würzte und diese Barbaren-Story unter anderem in der Philosophie Friedrich Nietzsches verankern wollte, worüber Schwarzenegger nur verwundert staunen konnte: “I always wondered how he came up with all this bullshit“.

Und da Arnold Schwarzenegger in den achtziger und neunziger Jahren vor allem ein Action-Star war, ging es bei den Dreharbeiten zu diesen Action-Filmen öfters derb zur Sache und die Dreharbeiten waren öfters schweißtreibend und das Verletzungsrisiko war manchmal wohl nicht gerade gering, was Schwarzenegger im Nachhinein lebhaft und anschaulich zu beschreiben weiß.

Diese Autobiographie enthält übrigens auch zahlreiche Fotos von “Arnie“, auch mitsamt seiner Familie, seiner ehemaligen Frau, seinen Filmrollen (zum Beispiel als “Terminator“), mit seinen politischen und sonstigen wichtigen Bekanntschaften in den USA, etc.

Letztlich ist Arnold Schwarzeneggers Biographie ein Symbol dafür, dass der “American Dream” immer noch existiert und auch gelebt werden kann.

Als junger Mann habe ich einmal Ende der achtziger oder Anfang der neunziger Jahre eine Biographie über Steve Jobs durchgelesen, die mein Bruder (der Mathematiker und Programmierer ist) gekauft hatte. Und auch diese Biographie las sich damals ähnlich phantastisch und unglaublich wie Arnold Schwarzeneggers Autobiographie “Total Recall: Die wahre Geschichte meines Lebens“.

Offensichtlich sind solche Biographien wie die von Arnold Schwarzenegger, Elon Musk oder Steve Jobs in den USA und speziell gerade auch in Kalifornien tatsächlich machbar und möglich.

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Arnold Schwarzenegger: Total Recall (Autobiographie) – 2

Entscheidend für Schwarzeneggers Einstieg in das Filmgeschäft war, dass Kalifornien und Los Angeles in den 60er- und 70er-Jahren nicht nur das Mekka des Bodybuilding, sondern natürlich zugleich das Zentrum der US-Filmindustrie war und bis heute ist (Hollywood).

Manche Schauspieler und Regisseure interessierten sich schon in jenen Jahren für das Bodybuilding und trainierten teilweise selbst im legendären Gold’s Gym in Venice, Los Angeles.

So wurde man in Hollywood auf Arnold Schwarzenegger aufmerksam. Die ersten Filme waren B-Movies wie der 1970 entstandene Film “Hercules in New York“.

Der Durchbruch für Arnold Schwarzenegger war der legendäre Bodybuilder-Film “Pumping Iron” von 1977, der nicht nur beim Publikum, sondern auch bei fast allen amerikanischen Kritikern gut ankam.

Pumping Iron ist ein Doku-Drama aus dem Jahre 1977 und gilt als der Kultfilm des Bodybuilding.

Der Film illustriert die Vorbereitung verschiedener Bodybuilder für den Bodybuilding-Wettbewerb (ProfisMr. Olympia (wobei Arnold Schwarzenegger und Lou Ferrigno als die beiden Hauptkonkurrenten dargestellt werden) und den Bodybuilding-Wettbewerb Mr. Universum (Amateure), die im Jahre 1975 beide in Pretoria (Südafrika) abgehalten wurden.

Während das Gros der Darsteller gemeinsam im Gold’s Gym in Venice, Kalifornien trainiert, bereitet sich Lou Ferrigno (später unter anderem der Hauptdarsteller der Fernsehserie Der unglaubliche Hulk) unter Anleitung seines Vaters in New York auf den “Mr. Olympia” vor.

Der Film ist kein reiner Dokumentarfilm, da gewisse Inhalte und Szenen erfunden wurden, um den Film interessanter zu gestalten. Die Bühnenaufnahmen sind jedoch echt und wurden nicht für den Film nachgestellt.

Wer wissen will, wie der junge Arnold Schwarzenegger drauf war und wie hart er in Wettkampfsvorbereitungsphasen trainiert hat, dem empfehle ich, mal den Bodybuilder-Kultfilm “Pumping Iron” von 1977 anzuschauen.

Arnold Schwarzenegger trainierte damals nach dem Motto “No pain, no gain” (“Kein Schmerz = kein Gewinn, bzw. im Falle des Bodybuildings: Kein Schmerz = kein Muskelwachstum“).

In diesem Film könnt ihr auch einige andere legendäre Bodybuilder aus Schwarzeneggers Generation sehen, wie der etwas jüngere Lou Ferrigno (“The Incredible Hulk“) und der enge Freund und damalige Trainingspartner Arnold Schwarzeneggers, der aus Sardinien stammende Franco Columbu, den Joe Weider übrigens auf Anregung Schwarzeneggers kurz nach Schwarzeneggers Ankunft ebenfalls nach Kalifornien holte.

Franco Columbu galt damals als einer der stärksten Männer der Welt. Im Film “Pumping Iron” (1977) bläst Franco Columbu unter anderem eine Wärmeflasche aus Kunststoff wie einen Luftballon auf, bis sie platzt.

Den Bodybuilder-Kultfilm “Pumping Iron” von 1977 gibt es teilweise auch in hochgeladenen Online-Versionen (zum Beispiel in Video-Portalen wie YouTube) und man kann ihn natürlich auch als DVD kaufen, zum Beispiel bei amazon.de.

Seit dem Jahre 2003 gibt es diesen Film Pumping Iron in der “25th-Anniversary-Special-Edition” mit unter anderem dem “Making of“-Film “Raw Iron” als Bonusmaterial.

Dieses mittlerweile legendäre Bodybuilder-Dokudrama  Pumping Iron brachte im Jahre 1977 die Kraftsport-Welle weltweit ins Rollen.

Arnold Schwarzenegger hat übrigens nie bestritten, dass er zu seiner Zeit als aktiver Bodybuilder leistungssteigernde Präparate wie zum Beispiel Anabolika eingenommen hat.

Tatsächlich ist die Einnahme von leistungsfördernden, insbesondere muskelaufbauenden Medikamenten im Bodybuilding vor allem im Profi-, aber auch im Amateurbereich bis heute weit verbreitet und allgemein üblich.

Am gebräuchlichsten sind dabei verschreibungspflichtige Medikamente wie anabole Steroide und Hormonpräparate (vor allem Testosteron und dessen Derivate) sowie Diuretika (Entwässerungsmittel). Natürlich bringt dies teilweise erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich.

Als eine Alternative hierzu ist mittlerweile die Bewegung „Natural Bodybuilding“ entstanden. Deren Mitglieder verzichten bewusst auf den Einsatz leistungssteigernder chemischer Substanzen.

Es versteht sich aber von selbst, dass man bei dieser Variante des Bodybuilding – dem „Natural Bodybuilding“ – keine so große Muskelmasse aufbauen kann wie beim gewöhnlichen Bodybuilding. Dafür ist diese Variante des „Natural Bodybuilding“ ohne Zweifel gesünder und hat wesentlich weniger Gesundheitsrisiken.

Auf den Achtungserfolg mit Pumping Iron” (1977) folgten die großen Hollywood-Luxusproduktionen, die Schwarzenegger international zum Mega-Star machten.

1982 hatte Schwarzenegger die Hauptrolle in “Conan der Barbar“. 1984 kam dann die Fortsetzung “Conan der Zerstörer“.

1984 brachte der Science-Fiction-FilmTerminator” sowohl für Schwarzenegger als auch für den Regisseur James Cameron den endgültigen Durchbruch in Hollywood.

Schwarzenegger verkörperte hier zum ersten Mal den Bösewicht, wobei er im ganzen Film nur etwa 17 Sätze mit ca. 70 Wörtern zu sprechen hatte. Der berühmteste dieser 17 Sätze des “Terminators” (Arnold Schwarzenegger), der mittlerweile sprichwörtlich geworden ist, lautet: “I´ll be back“.

In den folgenden Jahren untermauerte Schwarzenegger mit weiteren Filmen (“Phantom-Kommando“, “Predator“) seinen Ruf als Ikone des Action- und Science-Fiction-Kinos.

Darüber hinaus zeigte er in humoristischen Produktionen wie “Twins – Zwillinge” (neben Danny DeVito) oder “Kindergarten Cop” auch seine komödiantische Seite.

Gegen Ende der 1980er Jahre gehörte Schwarzenegger schließlich zu den bestverdienenden Schauspielern in Hollywood. Sein früher oft belächelter österreichischer Akzent war mittlerweile zu seinem unverwechselbaren Markenzeichen geworden.

Die US-Bürgerschaft erhielt Schwarzenegger am 16. September 1983.

1986 heiratete der Republikaner Arnold Schwarzenegger die Nichte von John F. Kennedy, die demokratische Journalistin Maria Shriver, mit der schon längere Zeit Jahren liiert gewesen war.

Mit Maria Shriver hat Schwarzeneger vier Kinder: Katherine Eunice (* 1989), Christina Maria Aurelia (* 1991), Patrick Arnold (* 1993) und Christopher Sargent Shriver (* 1997).

Anfang Mai 2011 gab das Paar seine Trennung bekannt.  Wenige Tage später erklärte Schwarzenegger, dass er der Vater des Kindes einer jahrelangen Hausangestellten sei. Seine Hausangestellte war zur selben Zeit schwanger, als seine Ehefrau mit Sohn Christopher schwanger war.

Was diese Sache mit der Hausangestellten angeht, so gibt Schwarzenegger in seiner Biographie “Total Recall: Die wahre Geschichte meines Lebens” unumwunden zu, dass er hier einen Fehler gemacht hat. Und er gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass es vielleicht doch irgendwann einmal wieder zu einer Versöhnung mit seiner Ex-Frau kommen könnte, die er offensichtlich dennoch schätzt und liebt.

1990 spielte Schwarzenegger mit dem schon erwähnten 60-Millionen-Dollar-Projekt “Die totale Erinnerung – Total Recall” in einer der bis dato teuersten Produktionen der Filmgeschichte mit.

Ein Jahr später schlüpfte Schwarzenegger zum zweiten Mal in seine Parade-Rolle als Terminator. “Terminator 2 – Tag der Abrechnung” setzte sowohl in den Herstellungskosten als auch in der Tricktechnik neue Maßstäbe und war mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 500 Millionen Dollar der umsatzstärkste Film des Jahres 1991. Wie schon im ersten Teil führte auch hier James Cameron die Regie. Das Erfolgsduo Schwarzenegger – Cameron arbeitete danach noch zweimal zusammen (“True Lies – Wahre Lügen“, 1994 und “T2 3-D: Battle Across Time“, 1996).

Die Weiterentwicklung der digitalen Tricktechnik führte auch zu grundlegenden Änderungen in der Filmlandschaft. Das klassische Actionkino war immer weniger gefragt. So konnte auch Schwarzenegger mit Beginn des neuen Jahrtausends nicht mehr richtig an seine Erfolge der 1990er-Jahre anknüpfen.

Aber Schwarzenegger hatte deshalb noch keine Lust, nun in Rente zu gehen und sich zurückzulehnen. Das hätte auch schlecht zu einem extremen Willensmenschen und “Self-Made Man” wie Arnold Schwarzenegger gepasst.

Nun, nachdem er zu einem weltberühmten Schauspieler und zu einer lebenden Ikone des “American Dream” in ganz Kalifornien geworden war, entschied Schwarzenegger sich dafür, in die Politik zu gehen.

Arnold Schwarzenegger gehört, seitdem er in den USA lebt, der Republikanischen Partei an. Aber bis zu seiner Kandidatur als Gouverneur von Kalifornien trat er politisch nur gelegentlich in Erscheinung. 1990 wurde er vom damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush zum Vorsitzenden des nationalen Rates für Fitness und Sport ernannt.

Am 7. August 2003 gab Arnold Schwarzenegger öffentlich seine Kandidatur für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien bekannt.

Während seines Wahlkampfes wurde Schwarzenegger von einigen seiner republikanischen Parteifreunde als vermeintlicher „Mogelkandidat“ angegriffen, da er ihrer Meinung nach kein allzu scharfes Profil als Republikaner zeigte.

Gerade aber dieses Profil als Vertreter des “linken Flügels” der Republikaner hat Schwarzenegger im eigentlich eher demokratischen (links-liberal geprägten) Kalifornien jedoch unter anderem wohl zur Stimmenmehrheit verholfen.

Am 7. Oktober 2003 gewann Schwarzenegger die Gouverneurswahl mit über 48 % der abgegebenen Stimmen und wurde am 17. November 2003 als 38. Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien vereidigt.

Schwarzenegger verstand sich darauf, auch politische Gegner zur Unterstützung zu gewinnen, was angesichts der demokratischen Mehrheit im kalifornischen Parlament auch von vornherein erforderlich war. So ernannte er beispielsweise die Demokratin Susan Kennedy 2005 als seine neue Stabschefin.

Als ehemaliger Schauspieler wusste er sich geschickt in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Humor und Familiensinn zeichneten von ihm in den Medien ein volksnahes, sympathisches Bild. Dazu trug auch seine Ankündigung bei, auf sein Gehalt als Gouverneur verzichten zu wollen.

Arnold Schwarzenegger ist ein überzeugter Ökologe und war damals als kalifornischer Gouverneur unter anderem mit hauptverantwortlich dafür, dass die umweltfeindliche “California Proposition 23” (von den Gegnern “Dirty Energy Prop” genannt) im Jahre 2010 erfolgreich niedergeschlagen wurde.

Schwarzenegger ist auch ein durchaus talentierter, und bei Bedarf auch bissiger und sarkastischer Redner.

Seht hierzu ein Video in Youtube mit dem Titel “Arnold Schwarzenegger slams Proposition 23 in Santa Clara“, in dem Schwarzenegger im September des Jahres 2010 im Commonwealth Club of California in Santa Clara diejenigen Ölfirmen hart angreift, die hinter der “California Proposition 23” standen und unter anderem die Ergebnisse seiner ökologisch orientierten Politik in Kalifornien unterminieren wollten.

Es handelte sich dabei um die Ölfirmen Tesoro und Valero und auch um Koch Industries, die Riesenfirma der sogenannten “Koch-BrothersDavid H. Koch und Charles G. Koch.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 4.9.2010 mit dem Titel “The dirty oil coalition behind the Proposition 23 effort to stop clean energy just got a lot dirtier” in “thinkprogress.org“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 18.10.2010 mit dem Titel “Yes-on-Prop-23 campaigners “very thankful” for out-of-state oil companies’ funding“, ebenfalls in “thinkprogress.org“.

Zu den Koch-Brothers als Mitfinanzierer und Mitunterstützer der glücklicherweise damals niedergeschlagenen “California Proposition 23” seht den Artikel vom 2.9.2010 mit dem Titel “Billionaire Koch brothers back suspension of California climate law” in der “Los Angeles Times“.

Seht hierzu auch in der Website von “Greenpeace USA” den Artikel mit dem Titel “CASE STUDY: Koch Industries Backs California Proposition 23“.

Seht hierzu ebenfalls den Artikel vom 3.9.2010 mit dem Titel “Koch Industries Donates $1 Million to Prop 23 Effort To Kill California Climate Law” in der “Huffington Post“.

Diese beiden rechtslibertären Brüder (die “Koch-Brothers“) sind zugleich auch die Hauptfinanzierer und Hauptstrippenzieher hinter der sogenannten “Tea-Party-Bewegung” (siehe hierzu die Wikipedia-Liste mit dem Titel “Tea Party Politicians” und den Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Tea Party Caucus“).

Genau diese Tea-Party-Politiker waren in erster Linie auch die erbitterten Gegner Barack Obamas, auch im amerikanischen Finanzdrama Ende des letzten Jahres um die sogenannte “United States fiscal cliff“.

Seht hierzu auch meinen Blogartikel “Die USA und der drohende Sturz von der sogenannten `Fiskalklippe´“.

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Arnold Schwarzenegger: Total Recall (Autobiographie) – 1

Ich habe in einigen meiner Blogartikel schon öfters den aus Österreich stammenden BodybuilderSchauspieler sowie US-amerikanischen Politiker Arnold Schwarzenegger erwähnt.

Arnold Schwarzenegger war von November 2003 bis Januar 2011 der 38. Gouverneur Kaliforniens. Vor seiner politischen Laufbahn ist Schwarzenegger international bekannt geworden als der seinerzeit weltweit erfolgreichste Bodybuilder der anschließend ein erfolgreiche Karriere als Filmschauspieler durchlief.

Nun, Arnold Schwarzenegger war eines der Idole meiner Jugend und ich selbst war zwischen 1989 und 1994 unter anderem ein Kraftsportler. In Freiburg trainierte ich damals im hiesigen Fitness-Studio “California” (ein preisgünstiges Studio mit allen notwendigen Geräten und ohne überflüssigen Schnickschnack. Es ist bis heute ein beliebtes Fitness-Studio in Freiburg).

In Madrid trainierte ich in einem der Fitness-Studios dieser südeuropäischen Hauptstadt. Und als ich an der Uni Amherst (UMass) studierte, konnte ich in den vorhandenen Einrichtungen für Bodybuilder und Kraftsportler dieser staatlichen amerikanischen Ostküsten-Universität trainieren. In den USA was das Bodybuilding und der Kraftsport damals schon recht populär und solche Trainingseinrichtungen waren schon damals Bestandteil des Angebotes der Uni Amherst.

Arnold Schwarzenegger: hat Ende September 2012 eine Autobiographie veröffentlicht mit dem Titel “Total Recall: Die wahre Geschichte meines Lebens” (englischer Originaltitel: “Total Recall: My Unbelievably True Life Story”). In der deutschen gebunden Ausgabe hat dieses Buch 672 Seiten. In der englischen gebundenen Ausgabe hat dieses Werk 656 Seiten.

Den Titel für seine Autobiographie hat Arnold Schwarzenegger einem seiner erfolgreichsten und populärsten Filme entnommen: Dem Science-Fiction-Film Die totale Erinnerung – Total Recall” des Regisseurs Paul Verhoeven aus dem Jahre 1990 mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle.

Nun, es handelt sich hier also ein recht umfangreiches Buch. Und ich habe es vor einiger Zeit komplett durchgelesen.

Die gute Nachricht gleich zu Anfang: Die Lektüre dieser Autobiographie von Arnold Schwarzenegger war zumindest für mich keineswegs langweilig.

Zum einen hatte “Arnie” wohl die Unterstützung eines fähigen “Ghostwriters” (was übrigens normal ist: Jemand wie Arnold Schwarzenegger ist einfach viel zu beschäftigt, um solch ein umfangreiches Buch ganz alleine zu schreiben und zu redigieren).

Zum einen ist Arnold Schwarzeneggers Lebensgeschichte ebenso spannend wie manchmal fast schon fast unglaublich.

Man muss sich folgendes klar machen: Arnold Schwarzenegger wurde als zweiter Sohn der Hausfrau Aurelia Schwarzenegger, geborene Jadrny, (1922–1998) und des Gendarmen Gustav Schwarzenegger (1907–1972) in der österreichischen Steiermark in der kleinen Ortschaft Thal in der Umgebung von Graz geboren.

Schwarzeneggers Eltern hatten 1945 geheiratet. Arnold und sein Bruder Meinhard wuchsen in einem für diese Zeit typisch strengen Elternhaus auf. Ab 1953 besuchte Schwarzenegger die Volksschule in Thal, bevor er 1957 an die Hauptschule Friedrich Fröbel in Graz wechselte.

Im Klartext: Arnold Schwarzenegger wurde in der von Armut geprägten österreichischen Nachkriegszeit geboren und war der Sohn eines Gendarmen. Er kam also aus durchschnittlichem Elternhaus.

Aber Arnold Schwarzenegger war ein geborenes Sporttalent. Und schon sein Vater war ein begeisterter Sportler. Mit 14 Jahren entschied er sich der junge Arnold Schwarzenegger für das Bodybuilding, eine damals in Europa noch wenig bekannte und geförderte Sportart.

In den USA sah es da schon deutlich besser aus, auch wenn das Bodybuilding auch in den USA in den 50er- und 60er-Jahren immer noch keine wirklich bedeutende Mainstream-Sportart war, sondern immer noch eine Sport-Subkultur.

Dass das Bodybuilding und das Krafttraining allgemein ab Ende der siebziger zunehmend zu einem Massensport wurde, ist unter anderem vor allem auch Arnold Schwarzenegger zu verdanken, der mit seinen Hauptrollen in zahlreichen erfolgreichen Hollywood-Filmen die Ästhetik des muskelbepackten Athleten im Bewusstsein der Zuschauer fest verankerte.

Insofern hat Arnold Schwarzenegger gerade über seine Filmkarriere (seine erste Rolle hatte er 1970  im Film “Hercules in New York) das Bodybuilding und das Krafttraining weltweit enorm popularisiert.

1966 nahm Schwarzenegger mit 19 Jahren zum ersten Mal an der Weltmeisterschaft zum “Mr. Universum” des Verbandes NABBA in London teil und belegte in der Kategorie der Amateure auf Anhieb den zweiten Platz.

Ein Jahr später gewann Schwarzenegger die Amateurweltmeisterschaft und wurde mit zwanzig Jahren zum bis heute jüngsten “Mister Universum“. Nach den Regeln des ausrichtenden Verbandes durfte Schwarzenegger als Amateurweltmeister seinen Titel nicht verteidigen, worauf er 1968 bei den Profis antrat und dort seinen zweiten “Mr. Universum“-Titel gewann.

Und dieser Sieg war zugleich seine Chance in die USA zu gehen, dem Land, in dem Schwarzenegger reich und berühmt werden sollte.

Denn Joe Weider (1919-2013), der aus Kanada stammende “Bodybuilding-Papst” war auf das enorme Talent des jungen Arnold Schwarzenegger aufmerksam geworden. Weider lud Schwarzenegger im Jahre 1968 nach Kalifornien ein und wurde dann zum Mentor und Promoter des jungen Österreichers.

In Kalifornien trainierte Arnold Schwarzenegger im legendären Gold’s Gym in Venice, Los Angeles.

Joe Gold (1922 – 2004) war ein Bodybuilder und Pionier im Bereich moderner und effektiver Trainingsstudios mitsamt den entsprechenden Trainingsmaschinen für Bodybuilder. Das erste Fitness-Studio seiner “Gold´s Gym“-Kette, das Joe Gold im Jahre 1965 eröffnete und betrieb, war das schon erwähnte Gold’s Gym in Venice, Los Angeles.

Joe Gold persönlich entwickelte und verbesserte die Trainingsmaschinen in seinen Studios und das Gold’s Gym in Venice war damals das weltweit gerätetechnisch am besten ausgestattete Trainingsstudio. Bis zu seinem Tod war Joe Gold (1922 – 2004) einer der lebenden Legenden in der Bodybuilding-Szene.

Genauso verhielt es sich auch mit Joe Weider. Auch er war bis zu seinem Tod im März 2013 eine lebende Legende in der Welt des Bodybuilding.

Joe Weider wuchs im kanadischen Québec auf und interessierte sich bereits sehr früh für Kraftsport, den er zu Anfang mit Hilfe von selbstgebauten Hanteln aus Autoreifen betrieb. Mit 16 Jahren veröffentlichte er schließlich die erste Ausgabe der heute international bekannten Fachzeitschrift Muscle & Fitness.

1946 gründete Weider mit seinem Bruder Ben Weider die heutige International Federation of Bodybuilding & Fitness (IFBB) und rief den renommierten Wettbewerb “Mr. Olympia” ins Leben.

Seinen finanziellen Durchbruch hatte Weider als Wegbereiter des professionellen Bodybuilding mit der Veranstaltung internationaler Wettbewerbe und der Veröffentlichung zahlreicher Fachzeitschriften sowie Trainingsprogramme.

Zudem etablierte er als erster Unternehmer den Versandhandel von Nahrungsergänzungsmitteln für Bodybuilder. Im März 2013 starb Weider im kalifornischen Los Angeles an Herzinsuffizienz.

Joe Weider verstand es, Arnold Schwarzeneggers Charisma für das Interesse am Kraftsport und Bodybuilding allgemein zu nutzen.

Arnold Schwarzeneggers Name wurde bereits in den 1970er Jahren zum Synonym für den Kraftsport und das Bodybuilding schlechthin.

Im Zeitraum von 1967 bis 1975 posierte Schwarzenegger in 50 Wettbewerben, kam 47-mal auf das Siegerpodest und wurde fünfmal zum “Mr. Universum” und siebenmal zum “Mr. Olympia” gekürt.

In der 1977 erschienenen Dokumentation “Pumping Iron” sprach Schwarzenegger über sein Verständnis von Bodybuilding: Er wolle seinen Körper modellieren ähnlich wie ein Bildhauer eine Skulptur meißelt, nur dass ein Bildhauer einfach etwas Ton ansetzen kann, wenn ein Torso kräftige Muskeln haben soll. Bei einem realen Körper sei dies eben anstrengender und schmerzhafter.

Auf die Frage, ob es nicht ziemlich verrückt sei, was er mache (Bodybuilding), antwortete Schwarzenegger in “Pumping Iron” (1977), dass aus seiner Sicht das, was er mache, weniger verrückt sei als das, was ein professioneller Rennfahrer mache.

Wörtlich sagt Arnold Schwarzenegger hier: “Obviously a lot of people look at you and they think it´s kind of strange what you are doing. But those are the people who don´t know much about it. As soon as you find out about it, what the whole thing is about, it´s not any stranger as going into a car and trying to go a quarter of mile five seconds. I mean, that’s, for me, strange”.

Das war eine der für “Arnie” typischen schlagfertigen und ein Stück weit auch ironischen Antworten. Was vermeintlich verrückt oder normal ist, ist schließlich auch nur eine Frage der jeweiligen persönlichen Perspektive und der persönlichen Vorlieben oder eben Abneigungen.

Schwarzenegger war nicht nur in Weiders Zeitschrift “Muscle & Fitness” der am meisten fotografierte Bodybuilder und war damals am häufigsten auf den Titelseiten solcher Magazine zu sehen, sondern er wurde zunehmend auch in Gesellschaftszeitschriften und sogar Politik- Nachrichtenmagazinen wie dem “Spiegel” oder dem “Time Magazine” dargestellt.

Schwarzenegger wurde immer häufiger im Nadelstreifenanzug gezeigt und trug zur Kultivierung des Selbstverständnisses bei, dass körperliche Ertüchtigung ein Teil des Lebens sein solle. Und Schwarzeneggers Popularität trug einen wichtigen Teil dazu bei, dass Fitnessstudios ihr bis in die 1960er Jahre teilweise recht zwielichtiges Image ablegen konnten.

Unmittelbar nach den NABBA-Weltmeisterschaften wurde Arnold Schwarzenegger von Joe Weider zur Weltmeisterschaft des Konkurrenzverbandes IFBB eingeladen, welcher in den Folgejahren die NABBA als bedeutendste Bodybuilding-Organisation ablösen sollte.

Zu diesem Zeitpunkt war die Etablierung des Bodybuildings als Leistungssport in den USA, und dort vor allem in Kalifornien, deutlich weiter vorangeschritten als in Europa – dies zeigte sich auch in dem höheren Leistungsniveau der Athleten.

Daher wurde Schwarzenegger bei seiner ersten Teilnahme am IFBB “Mr. Universum“-Wettbewerb im Jahre 1968 vom über 15 kg leichteren US-Amerikaner Frank Zane geschlagen und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.

Nach diesem Wettkampf blieb Schwarzenegger in den USA, wo er weitaus professioneller trainieren konnte als in Österreich und Deutschland. Die besseren Trainingsmöglichkeiten führten bei Schwarzenegger zu einer weiteren Formsteigerung und so konnte er 1969 auch die IFBB-Weltmeisterschaft gewinnen.

Zu diesem Zeitpunkt fehlte Schwarzenegger nur noch der Titel des “Mr. Olympia“.

Der Kampf wurde ebenfalls von der IFBB ausgetragen. Im Gegensatz zur verbandseigenen Weltmeisterschaft besaß der “Mr. Olympia” weltweit von allen Wettbewerben die höchste sportliche Wertigkeit, da hier die Weltmeister aller Verbände die Möglichkeit hatten, sich untereinander zu vergleichen. In den Jahren 1967 und 1968 konnte jeweils Sergio Oliva die „Meisterschaft der Meisterschaften“ für sich entscheiden.

Der Exilkubaner Sergio Oliva war gleichzeitig auch der letzte verbliebene Weltklasse-Bodybuilder, den Schwarzenegger bis dato noch nicht im Wettkampf bezwungen hatte. Daran änderte sich auch nichts nach ihrem ersten Aufeinandertreffen beim “Mr. Olympia” im Jahre 1969, da Oliva im Duell knapp mit 4:3 Kampfrichterstimmen die Oberhand behielt und somit seinen Titel wiederum verteidigte.

Durch den erneuten Gewinn der NABBA-Weltmeisterschaft der Profis konnte sich Schwarzenegger eine Woche später in London zumindest mit seinem vierten “Mr. Universum”-Titel trösten.

1970 fanden die NABBA-Weltmeisterschaften in London vor dem “Mr. Olympia“-Wettbewerb statt. In diesem Wettkampf, den Schwarzenegger wiederum gewann, war unter den Geschlagenen auch Schwarzeneggers Idol Reg Park.

Zwei Wochen später konnte sich Schwarzenegger auch beim “Mr. Olympia” die Krone aufsetzen, als er Sergio Oliva nun in diesem Wettkampf bezwingen konnte.

Ab diesem Zeitpunkt dominierte Schwarzenegger die Bodybuilding-Szene und gewann sämtliche Wettkämpfe, an denen er teilnahm. 1975 gab Schwarzenegger seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt und widmete sich fortan vermehrt dem Filmgeschäft.

1980 kehrte Schwarzenegger nach fünf Jahren Pause ins Wettkampfgeschehen zurück und schlug beim “Mr. Olympia“-Wettbewerb in Sydney zum letzten Mal die versammelte Weltelite.

Nach diesem Sieg beendete Schwarzenegger seine Karriere als Bodybuilder. Er interessiert und engagiert sich allerdings weiterhin für das Bodybuilding und er initiierte den 1989 erstmalig ausgetragenen und nach ihm benannten Wettbewerb “Arnold Classic“.

Creative Commons Lizenzvertrag Arnold Schwarzenegger: Total Recall (Autobiographie) – 1 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Jubiläum: 10 Jahre “Creative Commons”

Wie manchen von euch sicher schon aufgefallen ist, haben alle meine Artikel eine “Creative Commons“-Lizenz.

Seht hierzu die entsprechende Lizenz, die untenstehend an alle meine Artikel angehängt ist. In meinem Fall ist es eine “Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported“-Lizenz.

Das heisst konkret, dass meine Artikel frei verwendet werden dürfen, solange man sie nicht einfach ohne meine Erlaubnis beliebig umbaut und keine kommerziellen Absichten mit der Verwendung meiner Artikel verfolgt. Und mein Name sollte im Fall einer Verwendung erwähnt werden, bzw. ich sollte als Autor erkennbar sein.

Ich benutze solche eine “Creative Commons“-Lizenz, weil ich keine kommerziellen Absichten mit meinem Blog verfolge. Mir ist es wichtiger, dass meine Artikel gelesen werden. Geld verdienen will ich mit diesen Artikeln nicht.

Genau für diesen Zweck wurden von der gleichnamigen gemeinnützigen Organisation  “Creative Commons” diese Lizenzen geschaffen: Sie sollten Autoren von künstlerischen oder intellektuellen Werken (also sogenannten “Kreativen“) die Möglichkeit geben, ihre Produktion weiterzugeben, wobei die jeweilige “Creative Commons“-Lizenz dann genauer spezifiziert, unter welchen genauen Bedingungen diese intellektuelle oder künstlerische Produktion frei verwendet darf.

Eine solche Verfahrensweise ist sowohl für den Urheber als auch für den Nutzer eines solchen mit einer “Creative Commons“-Lizenz versehenen künstlerischen oder intellektuellen Werks sinnvoll: Der Urheber kann so genau definieren, auf welche Weise sein Werk frei genutzt werden darf. Und der Nutzer hat dann zugleich Rechtssicherheit und weiss genau, unter welchen Bedingungen er das Werk auch unentgeltlich nutzen darf.

Nun, diese gemeinnützige Organisation “Creative Commons“, die unter anderem auch diese verschiedenen Lizenz-Typen erarbeitet hat, feiert in diesem Dezember 2012 ihr zehnjähriges Jubiläum.

Einen guten Artikel von Leonhard Dobusch vom 6.12.2012  mit dem Titel “10 Jahre Creative Commons: Es braucht kein neues Urheberrechtsgesetz” findet ihr in “Zeit Online“.

Lest euch diesen Artikel in Ruhe durch, wenn euch das Thema und die Geschichte von “Creative Commons” in seinen unterschiedlichen Aspekten interessiert.

Da manche von euch vielleicht nicht so genau wissen, worum es bei “Creative Commons” eigentlich geht, binde ich euch hier eine informative und recht gut gemachte Infografik zu “Creative Commonsvon Martin Mißfeldt (bildersuche.org) ein.

Hier der Link zu dieser Infografik, die in einen erläuternden Artikel mit dem Titel “Was ist Creative Commons – und was bedeuten die Kürzel und Icons?” in bildersuche.org integriert ist.

Diese Infografik erklärt, was “Creative Commons” eigentlich ist und was die verschiedenen “Creative Commons“-Lizenzen im einzelnen bedeuten.

Creative Commons Infografik

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