Die biologistische Psychiatrie: “Seelsorge” im Auftrag der Pharmaindustrie – 5

Auch die US-Soldaten in den Streitkräften der Vereinigten Staaten und vor allem die US-Veteranen, die öfters unter posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leiden, werden zunehmend in den USA mit Psychopharmaka und nicht zuletzt gerade auch Antipsychotika (Neuroleptika) vollgepumpt.

Auch hier handelt es sich natürlich um einen sogenannten “Off-label-use“. Diese Neuroleptika – auch die mittlerweile wohl sehr populären sogenannten “atypischen Neuroleptika” – wurden nie für PTBS entwickelt.

Für diese US-Soldaten und US-Veteranen ist die Einnahme von Psychopharmaka und gerade auch von Antipsychotika wegen der möglichen Nebenwirkungen oft gesundheitsschädlich und gefährlich.

Manche US-Veteranen sind mittlerweile an der Behandlung mit zum Beispiel hohen Dosen von Seroquel (Handelsname AstraZeneca Wirkstoff: Quetiapin) gestorben.

Zu den möglichen Nebenwirkungen von hohen Dosen von Quetiapin (in den USA: Quetiapine) gehört auch der sogenannte “Sudden cardiac death“.

Siehe hierzu zum Beispiel folgenden Artikel vom 30.8.2010 mit dem Titel “For sleepless vets prescribed Seroquel, the nightmare was just beginning” in den “Daily News“.

Offensichtlich hat die Einnahme von Psychopharmaka – gerade auch von Antipsychotika – bei den aktiven US-Soldaten massiv zugenommen.

Zu den möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen der Antidepressiva gehört auch eine höhere Bereitschaft zum Selbstmord. Und viele dieser Psychopharmaka haben auch als Nebenwirkungen die Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens und der motorischen Fähigkeiten. Im Fall von Soldaten ist letzteres natürlich zugleich auch eine klare Beinträchtigung der Fähigkeit, ihren Beruf erfolgreich ausüben zu können.

Seht hierzu den Artikel des klinischen Psychologen Bruce E. Levine vom 1.4.2010 mit dem Titel “Sharp Rise in U.S. Military Psychiatric Drug Use and Suicides” in der “Huffington Post“.

Seht zum Thema der Zunahme von Selbstmorden bei den Soldaten der US-Streitkräfte auch den Artikel vom 14.10.2012 mit dem Titel “Military suicides linked to dramatic increases in prescribed psychiatric drugs” in “Examiner.com“.

Seht hierzu auch den Artikel des Psychiatrieprofessors und US-amerikanischen Psychopharmakologie-Experten Richard A. Friedman vom 6.4.2013 mit dem Titel “Wars on Drugs” in der “New York Times“.

Auch Richard A. Friedman äußert sich in diesem Artikel kritisch über die massive Zunahme des Psychopharmaka-Konsums bei den US-Streitkräften und den Folgen hiervon, zu denen ganz offensichtlich auch eine deutliche Zunahme der Selbstmorde unter den US-Soldaten gehört.

Viele dieser US-Veteranen bekommen Psychopharmaka anscheinend sogar ohne vorherige Diagnose verpasst.

Seht hierzu unter anderem folgenden Artikel vom 31.10.2013 in “Reuters” mit dem Titel  “Many vets given psychiatric drugs without diagnosis“.

Es bestehen offensichtlich im Zusammenhang mit dem Konsum dieser Psychopharmaka durch US-Veteranen auch ernsthafte Zweifel, ob diese Psychopharmaka überhaupt gegen PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) erfolgreich wirken.

Seht hierzu den Artikel vom 2.8.2011 in der in der “New York Times” mit dem Titel “Drugs Found Ineffective for Veteran´s Stress“.

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