Zur Geschichte der Psychiatrie: Die Psychiater, die Spießbürger und die Homosexuellen – 3

Was nun meine spanische Heimatstadt Madrid angeht, so weiß ich zum Beispiel, was die oft bigotte und ultrakonservative Madrider Oberschicht vom Thema “Homosexualität” hält.

Zum Beispiel die aktuelle Bürgermeisterin von Madrid Ana Botella (die Frau des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten José María Aznar) ist für ihre geradezu schon lächerliche Bigotterie und auch für ihre Homophobie berüchtigt.

Ana Botella verdankt ihren Job übrigens ausschließlich ihrem Mann. Aber das ist in Spanien nichts besonderes. In ganz Südeuropa ist der Nepotismus und auch der Klientelismus weit verbreitet, mehr noch als in Deutschland und in Mitteleuropa allgemein.

Siehe zum Fall Ana Botella zum Beispiel den Artikel vom 21.1.2011 mit dem Titel “Madrids Bürgermeisterin: Ana Botella, die erzkonservative Neueim “Handelsblatt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Wer es gut mit ihr meint, nennt Ana Botella die „Hillary Clinton Spaniens“. Die Ehefrau des Ex-Ministerpräsidenten José María Aznar (1996-2004) macht ebenso wie die des früheren US-Präsidenten Bill Clinton in der Politik Karriere. Die 58-Jährige wurde am Dienstag zur Bürgermeisterin von Madrid gewählt. Sie ist das erste weibliche Oberhaupt in der Geschichte der spanischen Hauptstadt.

Aber in Spanien meinen es längst nicht alle gut mit der konservativen Politikerin. Es herrscht eine gewisse Skepsis, ob Botella die richtige Wahl für das Bürgermeisteramt ist. Die Zweifel reichen bis in die Volkspartei (PP) hinein, der das Stadtoberhaupt angehört. Botella gilt als der Prototyp einer „Señora“ aus dem vornehmen Madrider Stadtteil Salamanca und – ebenso wie Aznar – als Aushängeschild des rechten, erzkonservativen Flügels der PP.

Unvergessen sind in Spanien ihre Worte, mit denen sie ihre Ablehnung der – von den Sozialisten (PSOE) eingeführten – Homo-Ehe deutlich machte: „Die Ehe von Homosexuellen wird nie dasselbe sein wie die Ehe von Mann und Frau, ebenso wie ein Apfel und eine Birne nicht dasselbe sein können wie zwei Äpfel.“ Die Äußerung brachte ihr in der Presse die hämische Bezeichnung einer „Königin der Äpfel und und Birnen“ ein”.

Über Ana Botellas Mann José María Aznar erfahren wir übrigens im entsprechenden Wikipedia-Artikel: “Vor seiner politischen Karriere arbeitete Aznar nach seinem Jurastudium als Steuerinspektor. Allerdings war er politisch schon in frühen Jahren bei den extremistischen „falangistas independientes“ und in den 1970er Jahren federführend in einer an die Tradition der faschistischen Organisation Falange Española der 1930er Jahre anknüpfenden Studentenorganisation (FES) aktiv und hielt in dieser Funktion u. a. Reden, in denen er sich klar gegen den Wandel zur Demokratie aussprach”.

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