“Tapped” (2009) und “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” (2012)

Über das Problem der weltweiten Versorgung mit Trinkwasser habe ich schon einmal einen Artikel verfasst, im Zusammenhang mit den beiden Dokumentarfilmen “Flow: For Love of Water” (2008) und “Blue Gold: World Waters Wars” (2008).

Seht hierzu meinen Blogartikel “`Blue Gold: World Water Wars´ (2008) und `Flow: For Love of Water´ (2008)“.

Nun, es gibt natürlich eine ganze Reihe von Dokumentarfilmen zur Problematik der weltweiten Versorgung mit Trink- und zugleich auch Brauchwasser.

Seht hierzu zum Beispiel im “The Watercache Blog” eine Liste mit dem Titel “10 Must-see water documentaries that provide insight into the future water crisis“.

Ich habe mir in den letzten Tagen zwei gute Filme zum Thema “Flaschenwasser” oder “Mineralwasser” angeschaut: Zum einen den amerikanischen Dokumentarfilm “Tapped” (Deutsch: “Abgefüllt“) von Stephanie Soechtig und Jason Lindsey aus dem Jahre 2009 und dann noch den Schweizer Dokumentarfilm “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” von Urs Schnell aus dem Jahre 2012.

Der amerikanische Dokumentarfilm “Tapped” beschäftigt sich mit dem Mineral-, bzw. Flaschenwassergeschäft weltweit, nicht zuletzt auch in den USA. Die Schweizer Firma Nestlé wird natürlich auch in diesem Dokumentarfilm “Tapped” erwähnt.

Der Schweizer Dokumentarfilm “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” ist ganz auf das weltweite Flaschenwassergeschäft der Firma Nestlé fokussiert.

Nestlé ist nicht nur der größte Konzern der Schweiz, sondern zugleich der größte Lebensmittelkonzern der Welt überhaupt, der auch massiv im weltweiten Mineral-, bzw. Flaschenwassergeschäft aktiv ist.

Seht zum Thema “Flaschenwasser” allgemein zum Beispiel den Artikel aus dem Jahre 2013 mit dem Titel “Flaschenwasser – Der beste Marketingtrick unserer Zeit?” in der Website “Reset.org“, der einen Anhang mit Quellen und Links anbietet, der auch diese beiden Dokumentarfilme “Tapped” (2009) und “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” (2012) auflistet.

Was nun das Geschäft mit dem Flaschen, bzw. Mineralwasser angeht, so habe ich in meinem Blogartikel “`Blue Gold: World Water Wars´ (2008) und `Flow: For love of Water´ (2008)” die wichtigsten Fakten hierzu schon aufgeführt, wobei die genauen Umsatzzahlen beweglich sind und sich wahrscheinlich konstant weiter nach oben entwickeln dürften.

Die Grundfakten über das globale Flaschen-, bzw. Mineralwassergeschäft, dessen weltweites Umsatzvolumen von Jahr zu Jahr steigt, sind schließlich schon seit längerem bekannt.

Seht hierzu auch das 12seitige PDF mit dem Titel “Flaschenwasser – der Markt boomt!” aus dem Jahre 2004 der evangelischen Hilfsaktion “Brot für die Welt“.

Ich wiederhole hier also nur kurz nochmals die wichtigsten Fakten und Hintergründe zum Thema der privaten Wasserversorgung und zum globalen Mineral- oder Flaschenwassergeschäft, wie ich sie schon in meinem Blogartikel “`Blue Gold: World Water Wars´ (2008) und `Flow: For Love of Water´ (2008)” präsentiert habe.

Der Neoliberalismus hat auch im Wasser, eigentlich traditionell ein öffentliches Gemeingut, ein großes Geschäft und einen großen Markt erkannt und es handelt sich dabei nach den Aussagen der beiden Filme im Fall der privaten Wasserversorgung aktuell um ein Geschäft mit einem Umsatzvolumen von jährlich ca. 400 Milliarden Dollar weltweit.

Seht hierzu auch den Artikel des Wirtschaftsgeographen Pascal Ehrhardt mit dem Titel “Der Weltmarkt Wasser (die kapitalistische Sicht der Welt) Chancen und Risiken” in “Waterforum.com“.

Das Mineral-, bzw. Flaschenwassergeschäft umfasst weltweit nach Schätzungen der Experten finanziell ein dreimal größeres jährliches Umsatzvolumen als benötigt würde, um allen Menschen auf dieser Welt sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.

Das heißt im Klartext: Würden wir alle anstatt des Mineral- oder Flaschenwassers das in Ländern wie zum Beispiel Deutschland in der Regel mindestens genauso gute Leitungswasser trinken und das dadurch ersparte Geld den ärmsten Ländern zur Verfügung stellen, könnten diese es sich leisten, alle ihre Bürger, auch die ärmsten, mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Das globale Mineralwassergeschäft hat ein geschätztes jährliches Umsatzvolumen von ca. 90 Milliarden Dollar (der amerikanische Wikipedia-Eintrag zu “Bottled Water” redet von 60 Milliarden Dollar Umsatzvolumen), während es nach Schätzungen von Experten ca. 30 Milliarden Dollar jährlich kosten würde, um den ärmsten Menschen dieser Welt sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.

Das Geschäft mit dem Mineralwasser, das zeigen beide Filme ganz deutlich, ist zumindest in Ländern mit einer guten Leitungswasserqualität wie Deutschland im Prinzip ein Humbug (seht hierzu auch den Artikel mit dem Titel “Mineralwasser: Ein internationales Milliardengeschäftim BlogJungeMedien-Hamburg.deund den ArtikelTeurer Sprudel: Das Geschäft mit Mineralwasser boomt — obwohl Leitungswasser viel billiger ist und genauso gesund” im “Greenpeace Magazin 1.03″): Das Wasser zur Herstellung des Flaschenwassers wird den Flüssen und Quellen von Gemeinden entnommen, die dafür oft nicht einmal Gebühren verlangen. Dann wird dieses Wasser mit Kohlensäure versetzt (es gibt natürlich auch die Variante ohne Kohlensäure) und in Flaschen abgepackt und schließlich für teures Geld als sogenanntes “Mineralwasser” verkauft (Eine Flasche Mineralwasser kostet in den USA bis zu 2 Dollar).

Es handelt sich bei diesem sogenanntenMineralwasser in der Regel um ganz gewöhnliches Wasser, wie es auch aus den Wasserhähnen der Häuser in den entsprechenden Gemeinden praktisch zum Nulltarif läuft.

Die Flüsse und Quellen dieser Gemeinden versiegen als Folge der massiven Wasserentnahme öfters, weshalb die Bürger solcher Gemeinden zum Beispiel in den USA sich gelegentlich schon gegen Firmen wie Nestlé oder Coca-Cola zur Wehr gesetzt haben und es manchmal auch erreicht haben, dass die jeweilige Produktionsanlage der entsprechenden Mineralwasserfirma geschlossen oder ihre Errichtung verhindert wurde. Auch in den Dritte-Welt-Ländern wie Indien haben es die Aktivisten gelegentlich erreicht, dass die Produktionsanlagen der entsprechenden Mineralwasser- oder Getränkefirmen geschlossen wurden.

Ich kann euch diese beiden guten Filme zum Thema “Flaschenwasser” oder “Mineralwasser“, den amerikanischen Dokumentarfilm “Tapped” (2009) (Deutsch: “Abgefüllt“) und den Schweizer Dokumentarfilm “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” (2012) wirklich empfehlen.

Trinkwasser ist wohl der wichtigste Rohstoff auf unserer Welt. Ein Mensch kann mit relativ wenig Nahrung überleben. Zumindest kann man überleben, wenn man wenig oder sogar gar kein Fleisch isst. So leben schließlich die Vegetarier.

Man könnte sich theoretisch auch eine technologische Zivilisation vorstellen, die ohne Erdöl auskommt oder zumindest Erdöl nicht als Energieträger (für Treibstoffe) verwendet. Aber ohne Trinkwasser kann kein Mensch länger als höchstens ein paar Tage überleben. 

Das Geschäft mit dem Trinkwasser ist mittlerweile zu einem weltweiten Riesengeschäft geworden.

Und die Top-Manager der Schweizer Firma Nestlé, das wird in dem Dokumentarfilm “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” von Urs Schnell ganz klar gesagt und auch so belegt, sehen wohl aus gutem Grund ihren größten und wichtigsten Wachstumsmarkt für die Zukunft im Bereich des Flaschen- oder Mineralwassers.

Creative Commons Lizenzvertrag “Tapped” (2009) und “Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser” (2012) Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

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