Zum aktuellen US-Haushaltsstreit – 48

Was nun die nachträgliche Analyse dieses nun beigelegten US-Haushaltsstreits angeht, so seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 18.10.2013 mit dem Titel “In a crisis, Republicans again turn to Mitch McConnell” in der “Washington Post“.

Die abschließende Bemerkung dieser nachträglichen Analyse des US-Haushaltsstreits und vor allem auch der Rolle Mitch McConells, der letztendlich den Deal mit Harry Reid besiegelt hat: “The final deal pretty much gave Reid everything he wanted but set up new fights, in January over government funding and later next year over the next debt-ceiling increase”.

Möglicherweise war dies nur eine weitere Runde im Dauerclinch zwischen Barack Obama (Demokratische Partei) und vor allen den Tea-Party-Politikern in der Republikanischen Partei.

Hoffen wir dennoch, dass dieser nun beigelegte US-Haushaltsstreit John Boehner und den Republikanern gezeigt hat, dass es sich für sie nicht lohnt, auf diese Tea-Party-Politiker zu hören.

Denn die Republikanische Partei hat diesen US-Haushaltsstreit ohne jeden Zweifel verloren, inhaltlich genauso wie hinsichtlich des Image-Schadens und des Popularitätsverlustes der Republikanischen Partei in den USA.

Seht zum Thema “winners” and “losers” im nun beigelegten US-Haushaltsstreit und zum Thema “Spaltung innerhalb der Republikanischen Partei” den Artikel vom 18.10.2013 mit dem Titel “The five biggest takeaways this week from the budget and debt ceiling standoff” im Blog “The Fix” in der “Washington Post“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: ”

3. Where there are losers, there are always winners. Obama and Boehner like to talk about how this “isn’t some damn game” (Boehner) and “there are no winners” in this situation (Obama). But both men also have acknowledged — not in so many words — that Democrats won this round. Boehner said Wednesday that “we just didn’t win.” And Obama, after declaring that there weren’t any winners on Thursday, implored Republicans to win elections if they want to win legislative battles — the implication being that they lost this time. Neither said explicitly that Democrats won, but in American politics, two major parties control 533 of 535 seats in Congress (with two independent senators caucusing with Democrats), which means one party’s loss is indeed another party’s gain. Whether the shutdown actually hurts the GOP and helps Democrats in 2014, of course, is yet to be seen. But polling on the so-called “generic ballot” suggests Democrats have certainly gained an edge.

4. The Republican Party increasingly looks like two parties. A Pew poll this week laid bare a worst-case scenario for the GOP — that their party is, in fact, two parties riding under the same banner (at least for now). Case in point: Republicans who back the tea party view Sen. Ted Cruz (R-Tex.) favorably by a 74-8 margin, but among all other Republicans, views of Cruz are 25 percent favorable and 31 percent unfavorable. That’s a massive split, as it’s very rare that any segment of one party views one of their own more negatively than positively. The Pew poll also suggested more moderate Republicans are tiring of the tea party. None of this is to say the GOP is going to split in two, but it’s clear there are two wings of the party that are on hugely different pages right now”.

Was nun die aktuelle Lage innerhalb der Republikanischen Partei angeht, so scheinen unter anderem “Business Groups” und die US-Handelskammer mehr noch als zuvor gegen die Tea-Party-Politiker vorgehen zu wollen.

Aus ihrer Sicht verstehen diese Tea-Party-Politiker nichts von der Marktwirtschaft (“free markets“).

Da kann diesen “Business Groups” und der US-Handelskammer allerdings nur recht geben.

Seht hierzu den Artikel vom 18.10.2013 mit dem Titel “Republican Civil War Erupts: Business Groups v. Tea Party” in “Bloomberg“.

Auch in diesem Artikel wird übrigens klar festgestellt, dass die Republikanische Partei und die Tea-Party-Bewegung in den Umfragen innerhalb der amerikanischen Bevölkerung nun deutlich schlechter als vor diesem nun beigelegten US-Haushaltsstreit wegkommt:

The Republican Party’s favorability was at a record low of 28 percent in a Gallup Poll conducted Oct. 3-6. That was down 10 percentage points from the previous month and 15 points below Democrats. The Tea Party is less popular now than ever, according to a poll released Oct. 15 by the Pew Research Center. Forty-nine percent of U.S. adults have an unfavorable opinion of the movement, while 30 percent have a favorable one”.

Allerdings: Es ist dennoch durchaus nicht sicher, dass die Tea-Party-Politiker in der Republikanischen Partei und auch zahlreiche andere republikanische US-Kongressabgeordnete und US-Senatoren logische und vernünftige Lehren aus diesem Debakel ziehen werden.

Seht hierzu den Artikel vom 18.10.2013 mit dem Titel “Republicans reassess after shutdown debacle” in der “Washington Post“.

In diesen Artikel integriert findet ihr einen kommentierten Video-Clip mit dem Titel “Boehner ally: Even Superman couldn’t lead Republicans” mit einem Statement des ehemaligen republikanischen Kongressabgeordneten Steve LaTourette, der von 1995 bis 2013 den “Ohio’s 14th congressional district” vertreten hat.

Steve LaTourette war in seiner Zeit als US-Kongressabgeordneter Teil einer Art Führungsgruppe um John Boehner (informell nannte man diese Gruppe anscheinend das “Team Boehner“)

Steve LaTourette macht die Tea-Party-Politiker im US-Repräsentantenhaus für dieses Debakel verantwortlich und sagt ganz klar, dass John Boehner ein fähiger und starker Parteiführer sei, der auch versucht habe, diesen Tea-Party-Politikern im US-Repräsentantenhaus die Unsinnigkeit oder Unumsetzbarkeit ihrer Ideen klarzumachen.

Steve LaTourette selbst kennt diese von ihm selbst als sehr konservativ eingeschätzten Tea-Party-Politiker im US-Repräsentantenhaus (die er numerisch im Bereich zwischen 30 und 50 einschätzt) und hatte er offensichtlich öfters mit ihnen zu tun.

Aber nicht mal “Superman“, so Steve LaTourette wörtlich, könnte diese sehr konservativen und offensichtlich unbelehrbaren Tea-Party-Politiker führen.

Und Steve LaTourette glaubt , dass diese radikalen Tea-Party-Politiker nicht lernfähig seien und sich der US-Haushaltsstreit mit denselben Akteuren im Januar oder Februar wiederholen werde, unter anderem deshalb, weil immerhin 144 Republikanische Kongressabgeordnete im US-Repräsentantenhaus bei der Abstimmung über den Deal, der von Mitch McConell und Harry Reid ausgehandelt wurde, mit “Nein” gestimmt hätten und damit letztendlich diesen radikalen Tea-Party-Politikern gefolgt seien.

Es ist also nicht sicher, dass die Republikanischen Partei unter anderem die eigentlich logische und vernünftige Lehre aus diesem Debakel zieht, dass ein US-Haushaltsstreit, in dem sie einen “government shutdown” erzwingt und mit einer Verweigerung der Erhöhung der Schuldenobergrenze (United States debt ceiling) droht, sich für die Republikanische Partei nicht auszahlen kann.

Creative Commons Lizenzvertrag Zum aktuellen US-Haushaltsstreit – 48 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s