Zum aktuellen US-Haushaltsstreit – 8

Schon in den letzten Wochen sind anscheinend die Kosten für die CDS (Credit Default Swaps) der kurzläufigen amerikanischen Staatsanleihen (1-jährig) deutlich gestiegen, und dies hängt natürlich damit zusammen, dass in der sogenannten “debt ceiling debate” bisher keinerlei Lösung in Sicht ist.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 26.9.2013 mit dem Titel “UPDATE 2-Costs of insuring short-term U.S. bonds rises on debt ceiling worry” in “Reuters“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “The cost of insuring one-year U.S. government bonds against default rose 5 basis points to 35 basis point on Wednesday, above the rate of insuring five-year debt for the first time since July 2011, according to data from Markit.

One-year U.S. credit default swaps were at their highest since August 2011. Five-year CDS fell 1 basis point to 31 basis points. Both rates remain very low, however.

In normal circumstances, it is costlier to buy longer-term credit protection and yields on longer-dated debt are usually higher than on bonds maturing in the near future.

So the current curve inversion – considered a classic sign of credit stress – reflects investor concern over whether the United States would be able to raise the debt limit in coming weeks or risk a U.S. default that could roil global markets.

“It’s down to the whole debt ceiling debate as it raises the possibility of the U.S. defaulting, missing a payment. It’s unlikely but there is still that near-term risk,” said Gavan Nolan, head of credit research at Markit”.

Diese “debt ceiling debate” läuft schon seit Beginn des Jahres in den USA. Seht hierzu nochmals den Wikipedia-Artikel “United States debt-ceiling debate of 2013“.

Die Tea-Party-Politiker in der Republikanischen Partei spielen also weiterhin mit dem Feuer oder mit dem drohenden Abgrund (Brinkmanship). Und sie wissen wohl auch, dass ihre politischen Manöver mit Einsatz des Instrument der Blockade des US-Haushalts und eventuell sogar der Blockade einer Erhöhung der Schuldenobergrenze für die USA (United States debt ceiling) richtig teuer sind und sogar für die USA katastrophal enden könnten.

Gerade deshalb benutzen sie ja auch dieses Instrument, um Barack Obama mit diesen teuren und potentiell sogar katastrophalen Folgen solcher politischen Manöver erpressen zu können.

Es handelt sich hier letztlich ganz klar um eine Blockade- und Sabotagestrategie dieser Tea-Party-Politiker in der Republikanischen Partei, wie wir sie schon anlässlich der Verhandlungen zwischen den Demokraten und Republikaner um die “Fiskalklippe” Ende des letzten Jahres beobachten konnten.

Seht hierzu nochmals meinen Artikel “Die USA und der drohende Sturz von der sogenannten `Fiskalklippe´“.

Das zeigt sich auch jetzt wieder anlässlich des von den Tea-Party-Politikern in der Republikanischen Partei im aktuellen US-Haushaltsstreit erzwungenen “government shutdowns” und wird sich wahrscheinlich auch in den nächsten beiden Wochen anlässlich der nun anstehenden Debatte um die Erhöhung des “debt ceilings” wieder zeigen.

Denn am 17. Oktober wird dem “United States Department of the Treasury” (Finanzministerium der Vereinigten Staatenvoraussichtlich das Geld ausgehen, bzw. die USA werden ihre bisher festgelegte Schuldenobergrenze erreicht haben.

Seht hierzu den Artikel vom 25.9.2013 mit dem Titel “Treasury will run out of borrowed money by Oct. 17” in “USA Today“.

Im Moment sieht Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit der USA noch nicht in Gefahr.

Seht hierzu den Artikel vom 1.10.2013 mit dem Titel “Standard & Poor’s: US-Kreditwürdigkeit vorerst nicht in Gefahr” im “Handelsblatt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) rüttelt trotz der Eskalation im US-Haushaltsstreit vorerst nicht an der Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten. „Die Debatte um die Schuldenobergrenze wird wahrscheinlich nichts an der Bonitätsnote ändern“, teilten die Kreditwächter in der Nacht zum Dienstag mit. Allerdings schickte die Agentur eine klare Warnung Richtung Washington: Wird die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig angehoben, wird das Rating radikal abgestuft. (…).

Derzeit halten die USA bei S&P die Bonitätsnote „AA+“. Das ist die zweithöchste Bewertung. S&P ist die einzige der drei großen Ratingagenturen, bei der die USA ihre Spitzenbewertung bereits eingebüßt haben. Grund für den „AAA“-Verlust war 2011 der Streit um die Schuldenobergrenze, der nun wieder entflammt ist” (Fettdruck von mir).

Allerdings sieht Standard & Poor’s im aktuellen “government shutdown” und in der Debatte um die Erhöhung der Schuldenobergrenze (United States debt-ceiling debate of 2013) ein weiteres Zeichen dafür, dass die USA zur Zeit nicht einer “Prime oder Triple A” – Bewertung würdig sind.

Seht hierzu auch den Artikel vom 30.9.2013 mit dem Titel “Shutdown And Debt Ceiling Debate Prove U.S. Not Worthy Of AAA Credit Rating: S&P” im “Forbes Magazine“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “With the U.S. government on the verge of a shutdown, credit rating agency Standard & Poor’s made it clear this level of brinksmanship in Washington is precisely why the U.S. isn’t triple-A rated anymore.  While S&P’s ratings services team indicated they don’t expect to downgrade the U.S.’ sovereign credit rating this time around, they warned that failing to reach an agreement by mid-October would most probably lead to the Treasury missing debt payments, and therefore the first-ever U.S. debt default.

“The current impasse over the continuing resolution and the debt ceiling creates an atmosphere of uncertainty that could affect confidence, investment, and hiring in the U.S.,” explained S&P’s research team, indicating it expects a short-lived shutdown that won’t result in a new downgrade.  “This sort of political brinkmanship is the dominant reason the rating is no longer ‘AAA,’” they added”.

Das alles ist im Prinzip der glatte Wahnwitz. Die USA könnten eine “Prime oder (Triple A)” -Bewertung (Höchstbewertung) der drei wichtigsten Ratingagenturen (Moody´sStandard & Poor´sFitch) haben, was natürlich viel Geld wert ist, weil die Bewertung der Kreditwürdigkeit (Bonität) der USA durch die Ratingagenturen nun einmal einen sehr bedeutenden Einfluss auf die Risikoaufschläge (= Zinssätze) der amerikanischen Staatsanleihen haben.

Wir erfahren im Wikipedia-Artikel “Staatsanleihe” unter anderem: “Wie bei jeder anderen Anleihe, besteht bei Staatsanleihen ein Adressausfallrisiko, d. h. das Risiko, dass Zinsen und/oder Kapital nicht und/oder nicht fristgerecht und/oder nicht in voller Höhe (zurück)gezahlt werden können: Kommt es zu einem Staatsbankrott, entfallen die Zinszahlungen und/oder Kapitalrückzahlungen der Staatsanleihen. Dieses Risiko wird durch Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Moody’s oder Fitch bewertet. In Abhängigkeit von der Bonität eines Staates und dem Rating muss der betreffende Staat für seine Staatsanleihen einen Risikoaufschlag bezahlen”.

Doch ein paar fundamentalistische rechts-libertäre Wirrköpfe, die Geldgeber und Politiker der Tea-Party-Bewegung, nehmen es in Kauf, diese Kreditwürdigkeit der USA auf´s Spiel zu setzen und zu beschädigen, nur um ein mächtiges Druckmittel gegenüber Barack Obama in der Hand zu haben. Und die Ratingagentur Standard & Poor’s traut dieser ganzen verrückten Geschichte anscheinend nicht mehr und will daher keine “Prime oder Triple A” – Bewertung mehr an die USA vergeben.

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