Zum Thema “NSA” (National Security Agency) – 3

Sehen Sie hierzu den Artikel vom 15.5.2012 von der Expertin für Sicherheitspolitik Claudia Major der “Stiftung Wissenschaft und Politik” mit dem Titel “Nato: Die USA und ihre 27 europäischen Zwerge” im “Tagesspiegel“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Beim Nato-Einsatz in Libyen 2011 ging es den USA wie Schneewittchen bei den 27 Zwergen, soll ein hoher Angehöriger des US-Militärs gesagt haben –  so unterschiedlich waren die militärischen Beiträge. Die “zwergenhaften” Europäer, allen voran Frankreich und Großbritannien, hatten den Krieg zwar angezettelt. Ohne die amerikanischen Beiträge aber hätten sie den Einsatz gar nicht bestreiten können: rund 90% der Militäraktionen waren nur Dank der Unterstützung der USA möglich”. (…).

Und ihre Mitglieder, darunter Deutschland, erwarten, dass das Bündnis ihnen auch in Zukunft Sicherheit garantiert. Doch die Realität sieht anders aus: weil die europäischen Mitgliedsstaaten die Allianz nur mangelhaft ausrüsten, droht sie zur “Zwergentruppe” zu werden.

Insbesondere die Europäer bauen ganze Teilbereiche ihrer Armeen ab, weil sie aufgrund der Finanzkrise zum Sparen gezwungen sind: die Niederländer haben keine Panzer mehr, Großbritannien gab über Nacht seine Erdkampfflugzeuge auf, Deutschland stoppt den Kauf von unbemannten Flugzeugen, den sogenannten Drohnen. Nichts spricht dafür, dass sich diese Situation in absehbarer Zeit verbessert. (…).

Die USA fordern mehr Engagement von den Europäern. Die USA wollen die geringen Beiträge der Europäer zur gemeinsamen Verteidigung nicht länger akzeptieren: Obwohl sie nur eines von 28 Nato-Mitgliedern sind, zahlen die USA zur Zeit 75 Cent von jedem Dollar, den die NATO von ihren Mitgliedern als Beitrag erhält. Nun aber sind sie selber stark von der Finanzkrise betroffen und legen überdies den Schwerpunkt ihrer sicherheitspolitischen Interessen auf Asien. (…).

Wenn die Allianz auch weiterhin eine Rolle spielen soll, müssen ihre Mitglieder zum einen die militärischen Ambitionen der Nato an die neuen Realitäten anpassen: wenn die militärische Schlagkraft sinkt, kann die Allianz nicht mehr so viel leisten. Zum anderen braucht es, um selbst diesen geringeren Ambitionen gerecht zu werden, mehr Zusammenarbeit. Dabei kommt den größeren europäischen “Zwergen” eine besondere Verantwortung zu: Deutschland, Frankreich und Großbritannien müssen ihre Partner in Europa ertüchtigen und mit Beispielen für Smart Defence vorangehen. Das sind die großen Aufgaben für die Zeit nach dem Nato-Gipfel in Chicago“.

Wenn es um die Einsparungen bei der Bundeswehr geht, so sehen Sie hierzu zum Beispiel den Artikel vom 18.10.2010 mit dem Titel “Einsparungen im Rüstungshaushalt: De Maizière will große Einschnitte” in der Website von “n-tv“.

Die massiven Einsparungen beim Rüstungshaushalt laufen also in Deutschland schon seit längerem.

Was die aktuelle Situation angeht, so sehen Sie hierzu den Artikel vom 25.1.2013 mit dem Titel “Medienberichte: Milliardeneinsparungen bei Bundeswehr” im “Handelsblatt“.

Sehen Sie hierzu auch den Artikel vom 24.1.2013 mit dem Titel “Sparetat 2014: Verteidigungsminister muss mit Milliardenkürzung rechnen” in “Spiegel Online“.

Wenn Sie einmal einen Überblick über die Entwicklung der Truppenstärke der Bundeswehr seit der deutschen Wiedervereinigung haben wollen, so sehen Sie hierzu zum Beispiel eine Chart mit dem Titel “Bundeswehr: Entwicklung der Personalstärke seit 1956” im “Donaukurier“.

1990 hatte die Bundeswehr eine Truppenstärke von über eine halbe Million Soldaten. Bis 2010 ist die Truppenstärke der Bundeswehr auf ca. 245.000 abgesunken.

Nun visiert der aktuelle Verteidigungsminister Thomas de Maizière im Zuge weiterer Reformen eine nochmalige Verkleinerung der Truppenstärke auf 185.000 Mann an.

Der Deutsche Bundeswehrverband ist übrigens mit dieser Entwicklung mehr als nur unzufrieden.

Sehen Sie hierzu zum Beispiel den Artikel vom 24.6.2013 mit dem Titel “Bundeswehr im Reformstress: `Die Bundeswehr steht kurz vor der Implosion´” in “Focus“.

Zum Vergleich: Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten bestehen aktuell aus über 1,4 Millionen aktiven Soldaten und knapp 1,1 Millionen Reservisten, die im Kriegsfall um die paramilitärisch ausgerichtete Küstenwache ergänzt werden kann.

Hinzu kommt, dass die Streitkräfte der Vereinigten Staaten über die weltweit am höchsten entwickelten und schlagkräftigsten Waffensysteme verfügen.

Sehen Sie zum Beispiel mal in den Wikipedia-Artikel mit dem Titel  “Liste der Flugzeugträger“.

Von den weltweit 37 aktiven Flugzeugträgern gehören 19 der US Navy an. 10 (!) von diesen Flugzeugträgern gehören der sogenannten Nimitz-Klasse an.

Die Nimitz-Klasse ist eine Klasse nukleargetriebener Flugzeugträger. Das Typschiff USS Nimitz, die erste Einheit der Klasse, wurde 1975 in Dienst gestellt, die zehnte und letzte Anfang 2009. Diese Flugzeugträger sind die größten Kriegsschiffe der Welt (Verdrängung voll beladen: über 97.000 t).

Jeder von ihnen kann, von einer kleinen Armada von Kampfschiffen umgeben, bis zu 85 Flugzeuge vor jede Küste der Welt tragen und dort einsetzen.

Diese Flugzeugträger sind zeitlich nahezu unbegrenzt einsetzbar, lediglich Kerosin– und Lebensmittelvorräte müssen regelmäßig aufgefüllt werden. Der Bau eines Schiffs der Nimitz-Klasse kostet heute über sechs Milliarden US-Dollar und dauert von der Kiellegung bis zur Indienststellung rund fünf Jahre. Jedes der Schiffe ist für eine Dienstdauer von rund 50 Jahren ausgelegt.

Diese Flugzeugträger der der Nimitz-Klasse sind im Prinzip schwimmende Städte mit einer Besatzung von fast 6000 Mann (3200 Schiffsbesatzung + 2480 Flugzeugpersonal).

Dieses Waffensystem ist deshalb so wichtig, weil sie US-amerikanische Militäreinsätze praktisch an jedem Punkt der Erde möglich machen.

Neben der direkten Unterstützung kriegerischer Handlungen werden diese Flugzeugträger von den USA auch genutzt, um durch die bloße Präsenz vor der Küste eines Staates eine Drohkulisse aufzubauen oder auch um humanitäre Missionen zu unterstützen.

Die Deutsche Marine verfügt über keinen einzigen Flugzeugträger, schon gar nicht über einen vom Typ der Nimitz-Klasse.

Europäische Seemächte wie England, Frankreich und Spanien verfügen über einige kleinere Flugzeugträger (die von ihrer Größe nicht mit der US-amerikanischen Nimitz-Klasse vergleichbar sind).

Immerhin verfügt Frankreich mit dem Flugzeugträger Charles de Gaulle (R 91) (Verdrängung: 40.500 t) über einen nukleargetriebenen Flugzeugträger, der allerdings ebenfalls deutlich kleiner ist als die Flugzeugträger der US-amerikanischen Nimitz-Klasse.

Selbst Russland und China verfügen gerade mal über jeweils einen (!) Flugzeugträger der Admiral-Kusnezow-Klasse (Russland hat seinerzeit China einen Flugzeugträger dieses Typs verkauft).

Dieser zumindest von der Größe her mit der Nimitz-Klasse halbwegs vergleichbare russische Flugzeugträger (Verdrängung voll beladen: 61.390 t) hat einen konventionellen Antrieb mit 8 Dampfkesseln und 4 Dampfturbinen. Er hat also einen anderen technischen Standard als die 10 nukleargetriebenen US-amerikanischen Flugzeugträger der Nimitz-Klasse.

Sehen Sie hierzu nochmals den Wikipedia-Artikel “Liste der Flugzeugträger“.

Das sind die Realitäten in der NATO. Ohne die USA wäre die NATO mehr oder weniger ein zahnloser Tiger.

Bis dann, Ihr

Klaus Gauger

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