Zum Fall Wihelm Reich – 2

Diese Orgon-Akkumulatoren kann man übrigens auch heute noch kaufen. Sehen Sie hierzu die Website http://www.orgonakkumulator.de/. So hat das Business mit diesen Orgon-Akkumulatoren seinen eher glücklosen Erfinder anscheinend überlebt.

Ganz billig sind diese Dinger wohl übrigens nicht. Werfen Sie hierzu mal einen Blick auf die Preisliste in dieser Website.

Na ja, ich würde mit dem Geld lieber mal ein paar Wochen in Urlaub fahren, anstatt in meiner Freizeit in solch einer Kiste zu hocken.

Nun, der Verkauf von solchen Orgon-Akkumulatoren mit aus wissenschaftlicher Sicht unhaltbaren Heilungsversprechen ist aus der Sicht von Schulmedizinern, die in einer wissenschaftlich orientierten Aufsichtsbehörde wie der amerikanischen FDA arbeiten, eben gewerbsmäßige Scharlatanerie.

Sehen Sie hierzu auch den Eintrag “Orgontherapie” in der  Website der Wilhelm-Reich-Gesellschaft.

In diesem Eintrag erfahren wir unter anderem:

“Indikationen:  Als auf das gesamte Vegetativum wirkende Methode umfasst die Orgontherapie ein weites Indikationsfeld, dessen Grenzen bisher noch nicht ausgelotet sind. Sie ist hilfreich bei allgemeinen Störungen von Körpergefühl, Körperwahrnehmung und Lustempfinden und ist eine Art Basistherapeutikum für so unterschiedliche körperliche und psychische Erkrankungen wie z.B. wie Depressionen, Asthma, Migräne, Rückenschmerzen, Hauterkrankungen, Bluthochdruck, Arthritis und Verdauungsproblemen bis hin zur Linderung von Schmerzen bei an Krebs erkrankten Menschen”.

Der Orgonakkumulator beschleunigt die Wundheilungsgeschwindigkeit bei inneren und äußeren Verletzungen aller Art, bei Verbrennungen, bei äußeren Geschwüren und Durchblutungsstörungen infolge von Rauchen oder Diabetes und er hilft bei Schockzuständen. Auch in der begleitenden Krebstherapie wird er mit gutem Erfolg eingesetzt“.

Nun, ob man nach einer Sitzung im Orgon-Akkumulator besser bumst, sei dahingestellt. Aber bei Durchblutungsstörungen, Verbrennungen, Geschwüren, Krebs etc. als vermeintliche Indikationen für eine Sitzung in solch einem Kasten ist die Sache nicht mehr wirklich lustig.

Nun, ich selbst bin intellektuell sehr rational gestrickt. Das geht bei mir soweit, dass selbst das traditionelle Christentum für mich ein Glaube ist, den ich zwar respektiere und schätze, ohne aber die Illusion zu haben, dass Gott in diese Welt eingreift (tatsächlich bin ich mir absolut nicht sicher, ob Gott überhaupt existiert) und es ein Leben nach dem Tod gibt.

Und Jesus war in seiner historischen Gestalt als Jesus von Nazaret für mich ein jüdischer Wanderprediger, der von den Römern gekreuzigt wurde. Und er ist weder nach der Kreuzigung wieder auferstanden noch war er im wörtlichen Sinne der Sohn Gottes.

Beim verkündeten Jesus (Jesus Christus) sieht die Sache natürlich anders aus. Hier handelt es sich im wesentlichen um ein theologisches Konstrukt.

Nun, bei meiner Art von Intellektualität ist es so, dass eine solche Art von Esoterik, wie Reich sie angeboten hat (Orgon-Theorie, Körpertherapie und Glaube an die befreiende Kraft der Sexualität im allgemeinen, etc.) für mich eher eine Lachnummer ist. Ich glaube auch nicht daran, dass man sich durch sexuelle Aktivität geistig oder persönlich befreien kann, außer man wäre ein verklemmter Mensch.

Und Wilhelm Reichs kommunistische Überzeugungen sind mir ebenfalls gleichgültig. Ich war nie ein Kommunist und glaube auch nicht an Karl Marx als Wirtschaftswissenschaftler. Marx ist für mich ein interessanter Sozialphilosoph, mehr nicht.

Als Ökonom war Marx aus meiner Sicht eine Null (tatsächlich war er von seiner Ausbildung her ein Philosoph ohne tiefere mathematische und wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse) und zum Beispiel John Maynard Keynes (der tatsächlich ein Starökonom war) hat Karl Marx als Ökonomen zurecht nie ernst genommen und hat das sowjetische Experiment (das 1991 sein berechtigtes und notwendiges Ende nahm) als unter anderem ökonomisch widersinnig und sinnlos abgelehnt.

Soweit also dies. Und wenn Klaus Maria Brandauer in seinem Orgon-Kasten ein “Orgon-Bad” nimmt und sich danach besser fühlt, freut mich das. Aber er darf nicht erwarten, dass ich ihn dafür ernst nehme. Ich kann ihn nur für seine manchmal allerdings sehr gute schauspielerische Arbeit ernst nehmen. Sehr gut hat mir zum Beispiel der Film “Mephisto” (1981) mit Brandauer gefallen.

Ihnen noch einen schönen Abend, Ihr

Klaus Gauger

Creative Commons Lizenzvertrag Zum Fall Wilhelm Reich – 2 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

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