Zum aktuellen Stand der Elektromobilität – 5

Als neuentwickeltes deutsches Elektroauto kommt nun der BMW i3 auf den Markt.

Allerdings: In Deutschland selbst sind die Verkaufs- und Erfolgschancen für dieses Auto wohl eher gering.

Seht hierzu den Artikel vom 29.7.2013 mit dem Titel “Weltpremiere des BMW i3: Wird das Elektroauto zum Rohrkrepierer?” in “Focus“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “BMW zeigt die Serienversion seines Elektroautos i3. Der Wagen ist ein Vorzeige-Mobil und wird nicht viel mehr kosten als ein Mittelklassewagen – doch Deutschland verbaut sich mit Kleinstaaterei die Elektro-Revolution.

2020 soll Deutschland zum Leitmarkt der Elektromobilität werden – daran hält Bundeskanzlerin Merkel eisern fest. Die ersten Autos gibt es auch schon: Opel hat den Ampera, Renault den Twizy, Daimler den Smart – und heute präsentiert BMW den i3 in seiner Serienversion. Doch noch sind die Verkaufszahlen von Stromern in Deutschland lächerlich gering – und die Politik schafft Rahmenbedingungen, die alles andere als ideal für den flächendeckenden Einsatz der Elektromobilität sind. Automarkt-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen ist sich sicher: „Deutschland bleibt Schlusslicht in der Elektromobilität, wenn der politische Rahmen so bleibt wie jetzt.

Dudenhöffer vergleicht die Verkaufszahlen und Rahmenbedingungen der E-Mobilität in verschiedenen Ländern. „Das Elektroauto ist in keinem Markt der Welt ein Quotenseller, aber so schlecht wie in Deutschland bewegt es sich kaum vom Fleck. Dies zeigt etwa der Vergleich der Verkäufe von Elektrofahrzeugen zwischen Deutschland und USA. Der Pkw-Markt der USA ist fünfmal so groß wie der deutsche. Vergleicht man aber den Verkauf der Elektromodelle, die in beiden Ländern angeboten werden, werden in USA 35-mal so viele Elektroautos ausgeliefert“, so Dudenhöffer. So würden in den USA zum Beispiel 44-mal so viele Chevrolet Volt verkauft wie in Deutschland – das Schwestermodell Opel Ampera einbezogen.

Noch schlechter schneidet Deutschland im Vergleich mit seinem direkten Nachbarn im Westen ab. „Gemessen an den Niederlanden hätten im ersten Halbjahr 2013 in Deutschland 8424 Elektroautos zugelassen werden müssen. Tatsächlich waren es 2477“, rechnet Dudenhöffer vor. Dazu kommt: Von den 2477 Stromer wurde mehr als ein Drittel auf Autohändler oder auf die Hersteller selbst zugelassen”.

Seht zum neuen BMW i3 auch den Artikel vom 29.7.2013 mit dem Titel “Weltpremiere BMW i3: Der Würfel muss gefallen” in “Spiegel Online“.

Seht zum neuen BMW i3 auch den Artikel vom 14.8.2013 mit dem Titel “Elektroauto: Reithofers Kampf um den BMW i3” im “Manager Magazin“.

Tatsächlich sehen die Verkaufsprognosen von Analysten wie IHS (Information Handling Services) für den BMW i3 offensichtlich nicht allzu gut aus.

Seht hierzu den Artikel vom 27.7.2013 mit dem Titel “Studie: BMW wird weniger i3 verkaufen als erwartet” in der “Wirtschaftswoche“.

Was den Verkauf von Elektroautos in Deutschland in den nächsten Jahren allgemein angeht, so sind hier die Prognosen von IHS Automotive ebenfalls eher düster.

Seht hierzu den Artikel vom 10.1.2013 mit dem Titel “Düstere Elektroauto-Prognose: IHS rechnet mit 1,8 % Marktanteil 2020” in der deutschen Automobil-Zeitschrift “Auto, Motor und Sport“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Autos mit Elektroantrieben werden sich auch in den nächsten Jahren am Markt kaum durchsetzen können. In einer Analyse für auto motor und sport rechnen die Experten des Marktbeobachters IHS Automotive 2020 mit einem Marktanteil rein elektrisch angetriebener Fahrzeuge von nur 1,8 %.

Das entspräche bei drei Millionen verkauften Autos eine Stückzahl von nur 54.000 Fahrzeugen. Die Bundesregierung hat dagegen das Ziel von einer Million verkaufter Elektroautos im gleichen Jahr ausgegeben.

Erst dann prophezeit IHS dem Elektroauto eine bessere Entwicklung und erwartet 2030 einen Marktanteil von 6,4 Prozent. Dann würden die E-Autos fast zu den Hybrid-Fahrzeugen aufschließen, denen IHS 9,2 Prozent Marktanteil zutraut. “Beim E-Auto liegt ein komplizierter, harter Weg vor uns”, teilt auch Continental-Chef Elmar Degenhart die verhaltenen Marktaussichten. “Wir haben das Ziel, mit dem E-Auto Geld zu verdienen. Aber in den nächsten drei bis fünf Jahren wird das nicht funktionieren.” Auch Bosch sieht in Elektroantrieben ein Nischengeschäft. “Vor 2020 wird es keinen Volumenmarkt für Elektromobilität geben”, sagte Bosch-Autochef Bernd Bohr”.

Tja, so scheint es um die Elektromobilität in Deutschland allen kämpferischen Verlautbarungen der aktuellen schwarzen-gelben Regierungskoalition unter Angela Merkel (Kabinett Merkel II) zum Trotz nicht allzu gut bestellt zu sein.

Auf der Website der Bundesregierung (www.bundesregierung.de) findet man unter dem Titel “Elektromobilität. Die Bundesregierung setzt auf steuerliche Anreize” einen Artikel vom 31.5.2013 mit markigen Worten, die Angela Merkel in Berlin auf der schon im Artikel vom 27.5.2013 mit dem Titel “Elektromobilität kommt nicht in Schwung: Erst 7.000 Elektroautos in Deutschland” erwähnten internationalen Konferenz verkündete, die von der Bundesregierung ausgerichtet wurde.

Seht zu dieser Konferenz “Elektromobilität bewegt weltweit“, die Ende Mai im “Berlin Congress Center” stattfand, eine entsprechende Präsentation der Bundesregierung.

Wir erfahren in dieser Verlautbarung der Bundesregierung anlässlich dieser Konferenz “Elektromobilität bewegt weltweit“: “Eine Million Elektroautos bis 2020: Bundeskanzlerin Angela Merkel hält an diesem ambitionierten Ziel fest. “Das ist machbar”, sagte Merkel auf der internationalen Konferenz “Elektromobilität bewegt weltweit“, die auf Einladung der Bundesregierung stattfand.

Die Bundesregierung setzt weiter auf steuerliche Anreize: Wer bis Ende 2015 ein Elektro-Auto kauft, ist zehn Jahre lang von der Kraftfahrzeug-Steuer befreit. Bei der Besteuerung des geldwerten Vorteils von Dienstwagen soll der höhere Listenpreis von E-Autos gegenüber Autos mit Verbrennungsmotor ausgeglichen werden, also keine einkommensteuerlichen Nachteile haben.

Für vier regionale „Schaufenster Elektromobilität“ stellt die Bundesregierung 180 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

Insgesamt seien, so die Bundeskanzlerin, “langer Atem und Weitsicht” notwendig, um neue Technologien wie die Elektromobilität voranzubringen. “Im Unterschied zu damals, als ein Kaiser davon träumte, dass Pferde als wesentliche Beförderungsmittel überleben werden, ist heute eine Bundeskanzlerin am Werk, die an die Elektromobilität glaubt”, erklärte Merkel”.

Von einer vermeintlichen Vorreiterstellung Deutschlands bei der Implementierung von Elektromobilität ist allerdings zur Zeit nichts zu erkennen und wie es angesichts der derzeitigen armseligen Verkaufssituation für Elektrofahrzeuge in Deutschland und der eher düsteren Prognosen von Beratungsfirmen wie IHS Automotive für den deutschen Elektroautomobilmarkt dazu kommen sollte, dass im Jahre 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Strassen fahren werden, ist mir schleierhaft.

Seht zu Angela Merkels weiterhin ambitionierten Zielen in Sachen Elektroautos auch den Artikel vom 27.5.2013 mit dem Titel “Merkel will weiter 1 Million Elektroautos bis 2020” im “Wall Street Journal“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Doch trotz aller Euphorie in Berlin sieht die Realität derzeit eher mau aus. Derzeit ist in Deutschland erst ein Bruchteil der angepeilten eine Million E-Autos zugelassen. So waren es im vergangenen Jahr laut Kraftfahrtbundesamt gerade einmal knapp 24.400 Elektro- und Hybridautos, die neu zugelassen wurden, ein Marktanteil von weit unter einem Prozent.

Angesichts der niedrigen Ausgangsbasis bleibt der Präsident des Deutschen Automobilverbands, Matthias Wissmann, vorsichtig, ob das Millionen-Ziel bis 2020 erreichbar ist. „Wenn wir das Ziel ein oder zwei Jahre später erreichen, wäre das auch kein Beinbruch”, äußerte er sich am Wochenende in der Süddeutschen Zeitung. Man könne nicht über Nacht den Markthochlauf erwarten”.

Tja, im Moment sieht es allerdings eher so aus, als wenn sich Deutschland international zu einem Schlusslicht bei der Implementierung der Elektromobilität entwickelt.

Deutschland verschläft hier anscheinend eine wichtige Entwicklung. Einziger Trost ist hier nur, dass die deutschen Automobilhersteller global aufgestellt sind und unter anderem auch auf dem US-amerikanischen und chinesischen Automobilmarkt präsent sind.

Ganz konkret bedeutet das: Sollte BMW nicht in der Lage sein, ausreichend BMW i3 in Deutschland zu verkaufen, besteht immerhin noch die Hoffnung, dass die amerikanischen und chinesischen Kunden anbeißen.

Seht hierzu auch den Artikel vom 29.7.2013 mit dem Titel “BMW Launches Its First Electric Vehicle, While U.S. EV Sales Double In First Six Months Of 2013” im “Forbes Magazine“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “The positive trend continues for electric vehicles.  Today, BMW unveiled its first mass-produced electric vehicle, the BMW i3, which is expected to reach U.S. markets in 2014, at a cost just over $41,000 (before incentives or federal tax credit). For customers wanting to tackle the issue of ‘range anxiety’ – the fear of running out of electric charge – another $4,000 will get you a small gasoline-powered back-up motor.  BMW’s Chief Executive Norbert Reithofer is quoted in the Wall Street  Journal as positioning the firm for the coming decades.  In order to comply with current and anticipated regulations, Reithofer indicated “we need about 30% plug-in hybrids and battery electric vehicles for the year 2025.”

While at least one analyst calculates the firm will lose almost $200 million Euros annually on the i3, BWM insists the car will be sold at a profit. The Journal notes that Daimler and General Motor’s Cadillac brand are also working on luxury electric vehicles.  Of course, their main target is likely to be the Tesla Model S, which is now capable of producing cars at a rate of 400 a week, and expecting to double that rate by 2014.  Tesla’s Model S has a base sticker price of $69,900 (before federal tax credit), but it has plans to roll out a Gen3 car by 2016/17 for half that price, which will help it compete with the likes of BMW.

All of these car companies are positioning themselves with the expectation that the market will be there. Recent news from the U.S. on that front is somewhat encouraging: Sales of EVs for the first half of 2013 reached 41,447 according to autos.aol.com, over twice the rate of sales in 2012.   While this represents just over 1% of total U.S. auto sales, the trend is currently moving in the right direction. Thirteen models of plug-ins now populate our roads, and more are coming”.

Insofern: Auf dem amerikanischen Automobilmarkt laufen die Elektroautos zur Zeit gut, und kleinere Märkte wie zum Beispiel Norwegen kommen hier noch hinzu. Daher muss man die Hoffnung für deutsche Elektroautos wie den BMW i3 trotz des für Elektroautos schlecht laufenden deutschen Automobilmarkts dennoch nicht aufgeben.

So scheinen es übrigens auch die führenden BMW-Manager selbst zu sehen.

Seht hierzu den Artikel vom 30.7.2013 mit dem Titel “Elektromobilität: BMW stellt den i3 vor: Elektroautos in Deutschland eher unbeliebt” in der “Augsburger Allgemeinen“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “BMW erhofft sich den Durchbruch für sein neues Elektroauto offenbar in den ausländischen Metropolen dieser Welt. Nicht in München, sondern in Peking, London und New York stellte der bayerische Autobauer am Montag zeitgleich den i3 vor. Bevor ein Mädchen das Tuch über dem Auto lüftete, sprachen die Ingenieure viel von einem „technologischen Durchbruch“ und der „Zukunft der Mobilität, die heute beginnt“. Elektroautos gelten als leise und umweltfreundlich, Experten loben am i3 die Leichtbau-Karosserie aus Kohlenstofffaser. An Produktion und Entwicklung ist das in Meitingen bei Augsburg vertretene Unternehmen SGL Carbon maßgeblich beteiligt.

Dass BMW auf Peking, London und New York setzt, scheint kein Zufall zu sein. Denn ausgerechnet auf dem Heimatmarkt kommt das Elektroauto nicht richtig in Fahrt: „So schlecht wie in Deutschland bewegt sich das Elektroauto kaum vom Fleck“, sagt Auto-Experte Professor Ferdinand Dudenhöffer. Allein in den nicht gerade als umweltfreundlich geltenden USA seien von Januar bis Juni dieses Jahres 35 Mal so viele Elektroautos ausgeliefert worden wie in Deutschland – wenn man die drei Modelle zählt, die in beiden Ländern angeboten werden. „Steuert die Politik nicht um, wird Deutschland internationales Schlusslicht bei der Elektromobilität bleiben“, warnt Dudenhöffer“.

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