Zum aktuellen Stand der Elektromobilität – 4

In Norwegen sieht die staatliche Förderung für Elektroautos gemäß dem oben erwähnten Artikel mit dem Titel “Förderung von Elektroautos – eine weltweite Übersicht” folgendermaßen aus: “In Norwegen existiert keine direkte Kaufprämie, allerdings entfallen Maut- und Parkgebühren (auf öffentlichen Parkplätzen) sowie die Mehrwertsteuer und die hohe Neuwagensteuer. Beim Kauf eines Nissan Leaf kann der Steuererlass bis zu 17.000 Euro betragen.

Seit 2009 sind zudem Fährüberfahrten auf den Nationalstraßen Norwegens für Elektroautos kostenlos. Busspuren dürfen von Elektrofahrzeugen befahren werden”. 

Und wie sieht die staatliche Förderung von Elektroautos in Deutschland aus?

In Deutschland sieht die staatliche Förderung für Elektroautos gemäß dem oben erwähnten Artikel mit dem Titel “Förderung von Elektroautos – eine weltweite Übersicht” so aus: “In Deutschland wird derzeit noch keine Prämie beim Kauf eines Elektroautos bezahlt. Dies dürfte sich meiner Meinung nach in einigen Jahren allerdings ändern, zumal vermehrt Forderungen aus der Automobilindustrie zu vernehmen sind. Spätestens mit der Einführung der ersten deutschen Elektroautos dürfte der Ruf nach Zuschüssen von Seiten der Automobilindustrie lauter werden.

Bisher werden Elektroautos nur für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Bei einem 1.500 Kilogramm schweren Elektroauto entspricht dies einer Steuerentlastung von 45 Euro pro Jahr.

Der Industrie stellt die Bundesregierung in den nächsten zwei Jahren eine Milliarde Euro für Forschung und Entwicklung zur Verfügung.

Einige Städte fördern den Aufbau der Ladeinfrastruktur. In Städten wie Berlin wird über die Freigabe von Busspuren für Elektrofahrzeuge nachgedacht”.

Tja, vielleicht ist diese nicht besonders gewichtige staatliche Förderung des Verkaufs von Elektroautos in Deutschland mit ein Grund, warum die deutschen Käufer von Automobilen sich bisher als ausgesprochene ElektroautoMuffel erwiesen haben.

Seht hierzu unter anderem den Kommentar von Martin Seiwert vom 28.5.2013 mit dem Titel “Elektromobilität: Deutschland verpennt die E-Autos” in der “Wirtschaftswoche“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Berlin, Elektroautokonferenz der Bundesregierung. Spitzenpolitiker, Spitzenmanager, Spitzentechnik – nach dem Auftakt gestern wurde in der Hauptstadt auch heute auf höchster Ebene konferiert in Sachen Elektromobilität. Wieder einmal.

Eeeeeeelektromobilität ist eine zähe Veranstaltung geworden. Aber nicht, weil das Thema keinen Wumms hätte. Die E-Autos sind so was von agil, dass jeder, der mal eines gefahren hat, sich fragt, warum sich nach dem elektrischen Start des Automobils vor über hundert Jahren die Verbrennungsmotoren durchsetzten. Nicht, weil die Autofahrer nicht bereit wären für den Umstieg. Jeder vierte Deutsche kann sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen.

Und schon gar nicht, weil die Autobauer das Thema verpennten. Wer beim Zukunftsthema Elektroauto versage, so Opel-Chef Karl-Thomas Neumann am Montag in Berlin, könne als Autohersteller einpacken. Deshalb investieren allein die deutschen Hersteller eine zweistellige Milliardensumme in die technische Revolution. Doch weil die Entwicklung eines herkömmlichen neuen Autos vier Jahre dauert und die einer gänzlich neuen Antriebstechnik noch länger, schicken die meisten Hersteller erst ab diesem Jahr ihre ersten E-Modelle ins Rennen. Allein aus Deutschland kommen 15 neue E-Fahrzeuge bis Ende 2014.

Zäh ist die ganze Chose, weil Deutschland so gerne quatscht, konferiert und plant. Mit einem Planungsmonster – der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) – hat sich das Autoland vor drei Jahren dem Thema gestellt. Und das machen wir bis heute. Wir konferieren.

Und die Elektroautos? Die fahren auf anderen Straßen, nicht den deutschen. Während in einigen Ländern Elektroautos längst zum Alltag gehören – in Norwegen ist das Elektroauto Nissan Leaf das nach dem VW Golf am zweithäufigsten verkaufte Auto, in Frankreich werden mehr elektrische Renault Zoe verkauft als Skoda Fabia oder Fiat Punto, in den USA überflügelt das Start-up Tesla deutsche Premiummarken – laboriert Deutschland noch an seinen sogenannten „Schaufensterprojekten“.

Pilotversuche also, die erst im einigen Jahren Ergebnisse bringen, die dann wiederum so ganz allmählich in die Fahrzeugentwicklung einfließen sollen. Eine Milliarde Euro Steuergeld fließt in diese Schaufenster und die damit verbundenen Forschungsvorhaben. Wenn unsere Schaufenster wieder abgebaut werden, haben General Motors, Renault und Toyota bereits ihre zweite und dritte Generation von Elektroautos im Markt und haben aus einer ganz herkömmlichen Art von Schaufensterprojekt unbezahlbare Erkenntnisse gewonnen: dem Markt. Ein Vorsprung, der nur schwer wett zu machen sein dürfte. (…).

Ist die Elektromobilität also tot, wie vielfach geunkt. Oder im Kriechgang? Oder eine grüne Alibi-Veranstaltung der Autohersteller (das sagen Greenpeace-Demonstranten vor dem Kongress-Gebäude), um weiterhin die großen Spritfresser verkaufen zu können?

Alles Quatsch. Die Elektromobilität ist quicklebendig, bloß woanders. Das ist für die exportorientieren deutschen Autobauer kein Problem. Sie werden – auch das ein Ergebnis des Evi-Index – 2018 schon über 300.000 Elektroautos in alle Welt exportieren und damit führend sein unter den Industrieländern”.

Seht zur “Nationalen Plattform Elektromobilität” auch den entsprechenden Wikipedia-Artikel.

Seht hierzu auch den Artikel vom 27.5.2013 mit dem Titel “Elektromobilität kommt nicht in Schwung: Erst 7.000 Elektroautos in Deutschland” in der Website von “RTL

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Besonders rosig sieht die Zukunft der Elektromobilität in Deutschland derzeit  nicht aus. Von den rund 43 Millionen Pkw hierzulande sind gerade einmal gut  7.000 Elektroautos. Beim neuen Elektroauto-Gipfel von Vertretern von Politik und  Industrie geht es vor allem um offene Fragen. Unter dem Motto “Elektromobilität  bewegt weltweit” treffen sich Vertreter von Unternehmen, aus der Wissenschaft  und der Politik auf Einladung der Bundesregierung.
Die Politik  schlägt ungeachtet aller Probleme optimistische Töne an. “Wenn das Angebot erst  da ist, wird sich die Entwicklung auch beschleunigen”, sagte Verkehrsminister  Peter Ramsauer. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, dass sie an ihrem vor drei  Jahren ausgegebenen Ziel festhalte, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die  Straße zu bringen. Dies sei auch aus Klimagründen wichtig. Anders als einige  europäische Nachbarstaaten will Deutschland aber keine Kaufprämien zahlen”.

Neu ist das Phänomen des schlechten Abschneidens Deutschlands in Sachen  Elektromobilität nicht.

Seht hierzu unter anderem den Artikel vom 20.6.2012 mit dem Titel “Elektromobilität in Deutschland: Von der Autonation zum Entwicklungsland” in “Spiegel Online“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Deutschland hinkt bei der Entwicklung von Elektroautos weiter hinterher. Zwar sieht sich die Autoindustrie selbst auf einem guten Weg – allerdings gibt es zunehmende Zweifel am Regierungsziel von einer Million Strom-Fahrzeugen bis zum Jahr 2020.

In dem dritten Bericht der Nationalen-Plattform Elektromobilität (NPE) wird betont, dass ohne mehr Förderung höchstens 600.000 E-Autos bis dahin auf die Straße gebracht werden können. (…).
Deutsche Autohersteller wollen bis 2014 rund 15 E-Auto-Modelle für den Verkauf entwickeln. Allein für die Marktvorbereitungsphase sollen bis zu 17 Milliarden investiert werden. In dem neuen NPE-Bericht wird darauf verwiesen, dass die Marktführerschaft der USA und Japans auf einem breiteren Angebot an Fahrzeugen “und einer deutlichen Förderung zwischen 5000 und 9500 Euro pro Fahrzeug” basiere.

Nach Meinung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer läuft die Startphase jedoch miserabel. “Die Elektromobilität ist in Deutschland dabei zu sterben”, sagte der Direktor des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch. Die Pläne von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) seien Makulatur. “So wie es derzeit aussieht, wird man froh sein, wenn man zehn Prozent des Ziels, also 100.000 Fahrzeuge, erreicht”, sagte Dudenhöffer.

In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres seien erst 1478 elektrisch betriebene Fahrzeuge zugelassen worden, davon entfielen nur 681 Autos auf Privatleute, Unternehmen und Vermieter. “Deutschland wird zum Entwicklungsland für Elektromobilität und nicht zum Leitmarkt, wie es die Kanzlerin so schön ausgedrückt hat.” Notwendig seien nach Ansicht von Dudenhöffer großangelegte Offensiven statt “Schaufensterregionen”. Innenstadtzonen müssten zum Beispiel nur für E-Autos zugänglich sein, und man brauche Car-Sharing-Angebote in Großstädten, damit man die Autos sehe”.

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