Meine Wahlempfehlung für die kommende Bundestagswahl am 22. September 2013: Dagobert Duck – 1

Heute ist mir postalisch die Wahlbenachrichtigung für die nächste Wahl zum Deutschen Bundestag am 22.9.2013 ins Haus geflattert.

Viele meiner treuen deutschen Leser wollen wahrscheinlich eine Wahlempfehlung von mir. Und die gebe ich euch gerne.

Meine Wahlempfehlung lautet Dagobert Duck.

Dagobert Duck hat alles, was ein guter deutscher Politiker in diesen schwierigen Eurokrisen-Zeiten haben sollte: Er ist extrem sparsam und krankhaft geizig, was schon durch seine schottische Abstammung unterstrichen wird. Ursprünglich hieß Dagobert Duck eigentlich “Scrooge McDuck“.

Die Schotten repräsentieren im Hinblick auf ihren Geiz und ihre Sparsamkeit im angelsächsischen Sprachraum ungefähr das, was die Schwaben im deutschen Sprachraum in dieser Hinsicht repräsentieren.

Zwischen einer schottischen und einer schwäbischen Hausfrau (Vorbild der neoliberalen deutschen Lobby INSM) gibt es in Punkto Sparsamkeit wohl wenig Unterschiede.

Die schwäbische Hausfrau serviert als Leckerbissen und Höhepunkt des Tages Maultaschen, die schottische Hausfrau kalten Porridge.

Im Wikipedia-Artikel zu Dagobert Duck erfahren wir: “Vorlage war neben Ebenezer Scrooge, der Hauptfigur aus Charles Dickens A Christmas Carol (dt.: Eine Weihnachtsgeschichte), Uncle Bims aus der Comicreihe The Gumps.

Dagobert Ducks Name im englischen Original, Scrooge McDuck, setzt sich dementsprechend aus einer „schottischen“ Variante des Nachnamens Duck (in Anspielung an das Klischee vom geizigen Schotten) und einem Namensteil von Ebenezer Scrooge zusammen”.

Dagobert Duck ist hartherzig und eigensüchtig und selbst seine eigenen Verwandten bezahlt er in der Regel nicht anständig, sondern beutet sie aus. Seine größte Freude ist ein “Bad” in seinem riesigen Geldspeicher.

Im Wikipedia-Artikel über Dagobert Duck erfahren wir weiterhin: “Entsprechend seiner Sparsamkeit trägt Dagobert stets die gleiche Kleidung: einen roten, seltener blauen,Gehrock und einen schwarzen Zylinder, dazu Gamaschen und einen Gehstock; nach Barks hat er den Gehrock 1902 gebraucht in Schottland erworben und Zylinder und Stock 1910 für zwei Dollar in Russland gekauft. Auffällig ist zudem sein Zwicker, den er selbst beim Bergsteigen und Tiefseetauchen nicht absetzt und 1885 für einen Dollar in Schottland gekauft haben soll.

Ein wichtiger Topos in fast allen Geschichten ist Dagoberts Sparsamkeit. Sie wird regelmäßig als „konstituierender Faktor seines Reichtums stilisiert“ und manifestiert sich einerseits in seinem Verzicht auf unnötige Ausgaben.

So geht Dagobert lieber zu Fuß durch den Dschungel als einen teuren Helikopter zu mieten, informiert sich aus auf den Müll geworfenen Zeitungen, kämpft mit einem Bären um ein Glas Honig im Wert von zwei Dollar und reist in der Zeit zurück, um einen abgelaufenen Gutschein einzulösen.

Andreas Platthaus beschreibt folgendes Beispiel aus “Micro-Ducks from Outer Space“: „Durch ein zerbrochenes Fenster dringen papier- und somit banknotenfressende Insekten ein. Der Bankier stapelt deshalb seine Geldsäcke hoch aufeinander, um die Fensteröffnung bedecken zu können; doch dafür fehlen ihm noch hundert Säcke. Auf die Frage eines Großneffen, warum er nicht einfach für einen Taler eine neue Scheibe einsetzen lässt, sagt er: ‘Dann wäre ich um einen Taler ärmer. Das liegt mir nicht. Da verdiene ich lieber hundert Säcke Silber und bin um eine Million reicher”.

Andererseits zeigt sich sein Geiz im Umgang mit seinen Angestellten und Neffen. Obwohl letztere meist die einzigen sind, die Dagobert bei der Rettung und Mehrung seines Vermögens zur Seite stehen, sieht er in ihnen zumeist nur „jederzeit verfügbare und für beliebige Aufgaben einsetzbare Arbeitskräfte“ und bringt es stets nur mit Schwierigkeiten übers Herz, ihnen ihren (ohnehin mageren) Lohn auszuzahlen, wobei er häufig seinen immensen Reichtum herunterspielt: „What did you think I am – a billionaire?

Hinzu kommt, dass Dagobert Duck in seinem persönlichen Handeln letztendlich zugleich ein Volkswirtschaftler mit Weitblick ist.

Wie ist das möglich, werden jetzt manche von euch denken – Dagobert Duck ist doch nur eine Comicfigur?

Tja, aber dennoch dient Dagobert Duck als bedeutende Inspiration und ist ein wirtschaftspolitisches Vorbild für führende deutsche neoliberale Politiker.

Seht hierzu den Artikel vom 10.12.2012 mit dem Titel “Interview : Ein Kanzlerkandidat für den Comic” im “Tagesspiegel“.

In diesem Interview mit dem derzeitigen SPD-Kanzelkandidaten Peer Steinbrück erfahren wir unter anderem: ”

Welchen Bezug haben Sie eigentlich zur Figur Dagobert Duck? Der müsste Ihnen als ehemaligem Bundesfinanzminister ja sehr viel zu sagen haben.

Natürlich. Und so schlimm ist er gar nicht: Onkel Dagobert war definitiv kein Spekulant.

Kürzlich erschien eine Neuauflage der klassischen Geschichten von Carl Barks, in deren Vorwort Dagobert als Antithese zum Investmentbanker gerühmt wird, der nur das investiert, was er selbst verdient hat, und seine Taler mit ganzem Herzen schützt. Hätte mehr Dagobert die Krise verhindert?

Es hätte mehr große Panzerschränke wie bei Onkel Dagobert geben sollen, in denen das Geld hätte gebunkert werden müssen, statt die Märkte zu überschwemmen und Blasen zu treiben”.

Nun, ob Dagobert Duck tatsächlich kein “Spekulant” ist, wie Steinbrück hier behauptet, sei dahingestellt.

Im Wikipedia-Artikel zu Dagobert Duck erfahren wir zur Biographie dieser ultrakapitalistisch gesinnten Ente: “Als Dagobert Anfang der 1950er Jahre immer häufiger die Hauptfigur seiner Geschichten wurde, begann Carl Barks damit, Dagobert durch umfangreiche Rückblenden eine Biografie auf den Leib zu schneidern, „die jeden Kreuzer des gewaltigen Vermögens durch harte Arbeit rechtfertigte.“ Don Rosa, den der dänische Verlag Egmont 1991 aufgefordert hatte, eine zwölfteilige Biografie Dagobert Ducks zu erstellen, sammelte die vielen Fakten, die Barks so im Laufe der Jahre in seine Geschichten eingefügt hatte, reicherte sie mit historischen Ereignissen und Figuren an und fügte sie zu einer möglichen Lebensgeschichte der Figur mit dem Titel The Life and Times of Scrooge McDuck (dt.: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden) zusammen. (…).

Dagobert wurde Don Rosas Biographie zufolge im Jahre 1867 als erstes Kind seiner Eltern Dietbert und Dankrade in eine verarmte schottische Adelsfamilie geboren, die ihren Stammsitz, die Duckenburgh, wegen Geldmangels in Richtung Glasgow verlassen hatte.

Dagobert wuchs dort zusammen mit seinen jüngeren Schwestern Mathilda und Dortel auf. Zu seinem zehnten Geburtstag schenkte sein Vater ihm einen Schuhputzkasten, mit dem er sein erstes Geld verdiente; die erste Münze, die er auf diese Weise erwarb und seitdem wie seinen Augapfel hütet, spielt in vielen späteren Geschichten als sogenannter „Glückszehner“ eine wichtige Rolle.

Mit 13 Jahren folgte Dagobert seinem Onkel Diethelm in die Vereinigten Staaten, wo er zunächst als Kapitän auf dem Mississippi, Cowboy und Kupferschürfer arbeitete. Anschließend suchte er glücklos in Transvaal, im Wilden Westen und in Australien nach Gold, bis er schließlich während des Klondike-Goldrauschs in Alaska ein Goldnugget von der Größe eines Straußeneis fand und im Dezember 1899 seine erste Million verdiente.

Nachdem er mit verschiedensten anderen Geschäften am Yukon Milliardär geworden war, zog er 1902 mit seinen Schwestern nach Entenhausen, wo er auf dem Hügel des ehemaligen Fort Entenhausen, den er dem Enkel des Stadtgründers Emil Erpel abgekauft hatte, seinen Geldspeicher errichtete. Dort lagerte Dagobert fortan sein Vermögen und wurde 1930 zum reichsten Mann der Welt, als der er in nahezu allen Comics außerhalb Rosas Biografie auftritt”.

Creative Commons Lizenzvertrag Meine Wahlempfehlung für die kommende Bundestagswahl am 22. September 2013: Dagobert Duck – 1 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s