Die Titelstory des Spiegel 34/2013: “Die Attacke. Wie der VW-Konzern die Welt überrollt” – Ein alter Hut – 1

Der neue Spiegel 34/12 kommt mit der Titelstory “Die Attacke. Wie der VW-Konzern die Welt überrollt“.

Nun, das ist ein alter Hut. Seit geraumer Zeit schon baut VW massiv seinen Marktanteil auf dem schwer in der Krise befindlichen europäischen Automobilmarkt aus und liefert sich mit seinen Konkurrenten ganz bewusst einen harten und aggressiven Preiskrieg.

Das weiß auch der “AutopapstFerdinand Dudenhöffer und er hatte auch schon Ärger deswegen mit den VW-Bossen, weil er dies in seinen Analysen auch so dargestellt hat.

Seht hierzu unter anderem den Artikel vom 31.10.2012 mit dem Titel “Dudenhöffer weist Kritik des VW-Konzerns an Rabattstudien zurück” in “Die Welt“.

Unter den europäischen Automobilherstellern hatte sich schon im Juli 2012 FIAT-Chef Sergio Marchionne im Juli 2012 gegen die aus seiner Sicht zerstörerische Preispolitik von VW ausgesprochen.

Seht hierzu unter anderem den Artikel vom 26.7.2012 mit dem Titel “Kampf um Marktanteile: Fiat-Chef Marchionne wirft VW `Blutbad´ vor” in “FTD“.

Was nun die Krise auf dem europäischen Automobilmarkt angeht, so seht hierzu unter anderem meinen Blogartikel vom März 2013 “Zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA“.

Seht hierzu auch meinen Blogartikel vom August 2013 “Die Entwicklung auf dem europäischen Automobilmarkt seit Ende März“.

Hinsichtlich des massiven Vormarschs von VW (Volkswagen) auf dem europäischen Automobilmarkt habe ich mich schon im November 2012 ausführlich geäußert.

Seht hierzu auch meinen Blogartikel “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 166“, den ich im November 2012 verfasst habe.

Ich wiederhole hier nochmals aus diesem Artikel:

“Über die sich für die deutschen Autohersteller und die deutschen Automobilzulieferer zunehmend anbahnende Krise habe ich schon in zahlreichen Blogeinträgen berichtet. Seht hierzu auch den Blogeintrag “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 148” und nachfolgende. (….)

Inwiefern der deutsche Staat und die deutsche Export- und Autoindustrie allgemein bisher vom Niedergang Südeuropas profitiert haben, habe ich in meinem Blogartikel mit dem Titel “Das deutsche `Exportwunder´ und die prallen Kassen des deutschen Fiskus in den letzten anderthalb Jahren: Herzlichen Dank an die Krisenstaaten Südeuropas” ausführlich erläutert.

Nun, Volkswagen nutzt einen weiteren wichtigen und für Deutschland und seine Wirtschaft günstigen Effekt dieser Eurokrise, um auf dem europäischen Markt abzuräumen und unter anderem die französische und italienische Konkurrenz zu übertrumpfen.

Seht hierzu den Artikel vom 15.11.2012 mit dem Titel “Autobauer: Euro-Krise macht VW zum Herrscher über Europa” in “Die Welt“.

Dieser Artikel stammt ursprünglich aus der deutschen Online-Ausgabe des “Wallstreet Journals“. Ihr findet dort einen Artikel vom 14.11.2012 mit dem Titel “Eurokrise ebnet VW den Weg zur Herrschaft“.

Lest diesen langen und gut recherchierten Artikel in Ruhe durch, damit ihr kapiert, was zur Zeit auf dem europäischen Automarkt passiert.

VW betreibt anscheinend zur Zeit ganz bewusst einen aggressiven Preiskrieg, um die europäische Konkurrenz (vor allem aus Frankreich und Italien) auszubooten.

Der aktuelle Hauptvorteil von VW liegt darin, dass die deutschen Finanzierungsmodelle für den Kauf von deutschen Autos aufgrund der guten wirtschaftlichen und finanziellen Lage Deutschlands und seiner Banken viel attraktiver sein können als die der französischen und italienischen Hersteller, deren Länder und Banken deutlich schlechter dastehen.

VW nutzt diesen Vorteil auf aggressive Weise, mit dem Ergebnis, dass die deutschen Autos im Fall eines kreditfinanzierten Kaufs im Preis-Leistungsverhältnis deutlich günstiger dastehen als die französische und Italienische Konkurrenz.

Und in vielen Ländern der Eurozone, gerade auch in den weniger wohlhabenden Ländern Südeuropas, ist es absolut üblich, sein Auto auf Kredit zu kaufen und abzuzahlen. Und jetzt in der aktuellen Eurokrise in den PIIGS-Staaten wird dies noch viel mehr der Fall sein als vorher.

Wir erfahren in diesem Artikel mit dem Titel “Autobauer: Euro-Krise macht VW zum Herrscher über Europa“: “Auch Volkswagen, dessen Marken von Audi über Skoda bis Porsche reichen, ist nicht immun gegen den Abschwung in Europa. Zwar hielten sich die Verkäufe von VW-Modellen in Deutschland bis Ende Oktober auf Vorjahresniveau, im restlichen Europa sank der Absatz allerdings um sechs Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dennoch: Mit Hilfe billiger Autokredite lockt VW Legionen von Käufern von den Konkurrenten weg, die in diesem Jahr in Europa fast durch die Bank Absatzverluste im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen mussten”.

Auf einer allgemeinen europäischen Ebene gesprochen: Was wir seit der Beginn der Eurokrise im Grunde erleben, ist, dass die aktuelle deutsche schwarze-gelbe Regierungskoalition (Kabinett Merkel II) die hinter ihr stehenden neoliberalen Lobbys (Bertelsmann-Stiftung, INSM) und die deutsche Industrie ganz bewusst die Eurokrise nutzen, um auf politischer und wirtschaftlicher Ebene eine Art deutsche Hegemonie in Europa zu installieren.

Man darf nicht vergessen: Die Philosophie, die hinter dem Neoliberalismus steht, ist letztlich der Sozialdarwinismus: Auf dem “Freien Markt” überleben die starken, schlauen und skrupellosen. Die schwachen, dummen und moralischen Akteure haben in diesem Spiel keine Chance.

Letztlich handelt es sich dabei um eine Art “Wirtschaftskrieg” der deutschen Neoliberalen gegen die PIIGS-Staaten und jetzt auch Frankreich, um Europa zu dominieren und nach ihren wirtschaftspolitischen Vorstellungen umzukrempeln.

Und wenn die deutschen Autohersteller bei dieser Gelegenheit auch noch ihre europäische Konkurrenz fertig machen und ausschalten, ist das für´s eigene Geschäft letztlich nur gut”.

Tja, soweit also meine Ausführungen vom November 2012 in meinem Blogartikel “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 166“.

Ich habe dem auch heute, über ein halbes Jahr später, nichts hinzuzufügen. Was ich im November 2012 geschrieben habe, stimmt aus meiner Sicht heute noch genauso.

Nur in einem Punkt muss ich dem großspurigen Titel des neuen Spiegel 34/12 “Die Attacke. Wie der VW-Konzern die Welt überrollt” widersprechen: VW überrollt vielleicht den angeschlagenen europäischen Automobilmarkt.

Weltweit gesehen allerdings sind die amerikanischen und die japanischen Automobilhersteller zur Zeit ebenfalls mehr also nur sehr gut aufgestellt.

Seht hierzu unter anderem nochmals meinen Blogartikel vom August 2013 “Die Entwicklung auf dem europäischen Automobilmarkt seit Ende März 2013 – 2“.

Ich wiederhole hier nochmals aus diesem Artikel:

“Die Lage der amerikanischen Automobilhersteller hat sich schon seit längerer Zeit zunehmend immer weiter gebessert.

Seht hierzu unter anderem meinen Blogartikel “GM is Making a Remarkable Comeback – 1” und meinen nachfolgenden Blogartikel “GM is Making a Remarkable Comeback – 2“.

Bei den amerikanischen Automobilherstellern sind in den letzten Monaten die Verkäufe weiterhin kräftig gestiegen.

Seht hierzu den Artikel vom 1.8.2013 mit dem Titel “GM sales climb 16% in July; Ford, Chrysler up 11%” in “USA Today“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Detroit’s Big 3 automakers saw a strong sales performance in July. General Motors, the largest of the three, saw a 16% sales gain. Ford and Chrysler are both reporting 11% sales gains for July, making it one of the best performing months in years”.

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