Die Entwicklung auf dem europäischen Automobilmarkt seit Ende März 2013 – 1

Zum Thema des aktuellen Zustands des europäischen Automobilmarkts habe ich  schon Ende März 2013 einiges geschrieben, und zwar im Zusammenhang mit dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (Das sogenannte “Transatlantische Freihandelsabkommen“).

Seht hierzu meinen Blogartikel “Zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA“.

Es lohnt sich vielleicht – nachdem einige Monate vergangen sind – nochmals einen Blick auf den europäischen Automobilmarkt zu werfen, um zu sehen, wie dieser sich seit Ende März 2013 weiterentwickelt hat.

Gerade für Deutschland und die deutsche Wirtschaft ist dies ja ein wichtiges Thema. Kraftwagen und Kraftwagenteile sind Deutschland wichtigste Exportgüter.

Seht hierzu unter anderem die Chart mit dem Titel “Exporte aus Deutschland nach Güterabteilungen (Top 15) im Jahr 2012 (in Milliarden Euro)” in “Statista“.

Nun, die europäische Absatzkrise im Bereich der Automobile hat sich in den letzten Monaten leider noch weiter verschärft.

Seht hierzu unter anderem den Artikel vom 18.6.2013 mit dem Titel “Absatzkrise:
Europas Autobauern steht verlorenes Jahrzehnt bevor” im “Manager-Magazin“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Norbert Reithofer hält nichts von Schönfärberei. “Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Monaten gerade in vielen europäischen Märkten keinen Rückenwind haben werden”, sagte der BMW-Chef Anfang Mai. Im Gegensatz zu vielen anderen in der Branche rechne er nicht mit einer kurzfristigen Erholung im zweiten Halbjahr. Im Gegenteil: Die Krise in Europa werde noch “mindestens fünf Jahre” anhalten, so Reithofer.

Doch selbst diese Einschätzung des BMW-Lenkers könnte sich als zu positiv herausstellen. Im Absatzmarkt Europa, einem der wichtigsten der Welt, sind die Verkäufe im Mai auf ein 20-Jahres-Tief gefallen. Und was noch besorgniserregender ist: Die aktuelle Krise droht zum Dauerzustand zu werden. Dieses düstere Szenario malt die Unternehmensberatung AlixPartners. “Für den Automarkt in Westeuropa ist in diesem Jahrzehnt kein Wachstum zu erwarten”, sagt Elmar Kades, Managing Director bei AlixPartners.

Demnach wird die Talsohle nicht schon in diesem Jahr, sondern erst 2014 erreicht. Die Zahl der verkauften Autos soll von 12,3 Millionen im Jahr 2013 auf zwölf Millionen im kommenden Jahr fallen. Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Prognosen: Die Erholung fällt über Jahre hinweg aus. Der Absatz verharre auf dem Niveau des Tiefpunkts bis zum Jahr 2020″.

Dass zumindest das Jahr 2013 für die europäische Automobilindustrie zu einem Katastrophenjahr wird, ist auch für die Journalisten von “Spiegel Online” offensichtlich eine ausgemachte Sache.

Seht hierzu den Artikel vom 11.6.2013 mit dem Titel “Wirtschaftskrise: Europas Autoindustrie droht Katastrophenjahr” in “Spiegel Online“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “2013 könnte für Europas Autoindustrie das schlechteste Jahr seit Jahrzehnten werden. Die Autoverkäufe in Westeuropa könnten in diesem Jahr voraussichtlich fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen, heißt es in einer Untersuchung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Knapp 11,9 Millionen Fahrzeuge könnten in den 27 EU-Staaten und den Staaten der Europäischen Freihandelszone verkauft werden. Damit wäre 2013 “das schlechteste Autojahr der letzten dreißig Jahre”.

“Arbeitslose sind keine guten Autokäufer und deshalb geht die europäische Autoindustrie durch ihr schwerstes Jahr seit der ersten Ölkrise” Anfang der siebziger Jahre, heißt es in der Studie. Die Jugendarbeitslosigkeit sei auf einem Rekordhoch, und die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern wie Frankreich und Italien bleibe “weiter schlecht”. Für die kommenden beiden Jahre müsse deshalb weiter mit einem schwachen Wirtschaftswachstum gerechnet werden. Die Chancen für eine schnelle Erholung des Automobilmarktes gingen damit gegen null. (…).

Die Schuldenkrise trifft in Europa vor allem Autohersteller, die ihre Fahrzeuge zum Großteil in südlichen Ländern verkaufen. Dies sind vor allem französische und italienische Hersteller. In Deutschland ist insbesondere Opel stark von der Krise betroffen”.

Seht zu Ferdinand Dudenhöffers aktuellen Einschätzungen und Prognosen auch den Artikel vom 11.6.2013 mit dem Titel “Europäische Autoindustrie im schwersten Jahr” im Branchen-Wirtschaftsmagazin “Automobilproduktion“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Absatzkrise auf Europas Automarkt wird sich nach einer Studie abermals verschärfen. Das Jahr 2013 wird das schlechteste Autojahr der letzten dreißig Jahre in West-Europa“.

Das schreibt das CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Für Europa insgesamt (EU plus EFTA) müsse mit einem Minus von fünf Prozent auf 11,89 Millionen verkauften Neuwagen gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr gerechnet werden. (…).

Durch die seit Jahren anhaltende Absatzflaute kann die Autoindustrie insbesondere in Frankreich, Italien, Portugal und Spanien ihre Fabriken längst nicht mehr auslasten. Die Produktionskapazitäten in diesen Ländern würden 2013 gerade mal zu 58 Prozent genutzt, betonte der Experte. Das sei der schlechteste Wert der südeuropäischen Automobilindustrie seit dem Zweiten Weltkrieg.Autobauer wie Fiat und Renault hätten daher bereits Restrukturierungspläne verabschiedet, bei Peugeot-Citroën steht unter anderem die Schließung des Werkes Aulnay an. Auch Ford und Opel werden Werke schließen“.

Angehängt an diesen Artikel findet ihr eine Graphik mit der Prognose der Pkw-Nachfrage für Europa 2013.

Einen weiteren Artikel vom 17.7.2013 mit dem Titel “Kunden verschieben Käufe: Schlechtestes Autojahr seit 1995” ist in “RP Online” aufzufinden.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “In der Dauerkrise der europäischen Autobauer gibt es einen Gewinner: Den Neuwagenkäufer. Weil die Branche gerade ihr schlimmstes Jahr seit 1995 durchmacht, locken die Hersteller mit hohen Rabatten. Das Problem der Branche: Die Kunden kaufen trotzdem nicht.Laut Universität Duisburg-Essen sparen Neuwagenkäufer derzeit mit Rabatten, Sondermodellen und Finanzierungen im Schnitt 12,6 Prozent. Hersteller wie Citroën, Mazda oder Fiat bieten einzelne Modelle mit Nachlässen über 30 Prozent an. Gleichzeitig meldet der Verband der Automobilindustrie, dass der deutsche Fuhrpark mit einem Durchschnittsalter von 8,7 Jahren noch nie so alt war wie heute. Der Bedarf ist groß, die Preise klein. Und doch brach der Neuwagenverkauf in Deutschland im ersten Halbjahr um 8,1 Prozent ein, obwohl auch das allgemeine Konsumklima so gut ist wie zuletzt 2007″. (…).Weil es den meisten Ländern in Europa derzeit schlechter als Deutschland geht, ist der Trend dort noch stärker. In Italien und Frankreich brachen die Verkaufszahlen im ersten Halbjahr um gut ein Zehntel ein. Nach Angaben des Branchenverbandes Acea hat die Krise in Südeuropa den Europa-Absatz neuer Autos im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren gedrückt. (…). Nach Einschätzung des Automobilexperten Stefan Bratzel von der Fachhochschule Bergisch Gladbach ist die Wende “eher ein Thema für das Jahr 2020 als für 2015”.

Seht hierzu auch den Artikel vom 18.6.2013 mit dem Titel “Absatzzahlen: Europas Automarkt sackt auf neuen Tiefstand” im “Handelsblatt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die krisengebeutelte europäische Automobilmarkt hat seine Talfahrt im Mai fortgesetzt. Nach dem leichten Hoffnungsschimmer im Vormonat sackten die Pkw-Neuanmeldungen auf den niedrigsten Stand in einem Monat Mai seit 20 Jahren. Als einziger großer Markt konnte sich erneut Großbritannien dem Abwärtssog entziehen – hier stieg der Absatz um elf Prozent. Nach Daten des Herstellerverbandes ACEA vom Dienstag kamen im vergangenen Monat in den 27 EU-Staaten und den drei EFTA-Ländern Schweiz, Island und Norwegen rund 1,1 Millionen Fahrzeuge neu auf die Straßen, 5,9 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Die Pkw-Märkte in Europa befinden sich seit langem im freien Fall. 2012 war mit zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen das schlechteste Autojahr seit 1995. Vor allem im schuldengeplagten Süden des Kontinents kaufen die Menschen wegen der hohen Arbeitslosigkeit und den düsteren wirtschaftlichen Aussichten kaum neue Autos. Zu Beginn des laufenden Jahres hatten die Neuzulassungen mit unter eine Million bereits das niedrigste Niveau seit Beginn der ACEA-Aufzeichnungen im Jahr 1990 markiert – und eine Besserung zeichnet sich nach den jüngsten Daten nicht ab”.

Anscheinend entzieht sich zur Zeit wohl nur Großbritannien dem Abwärtssog auf dem europäischen Automobilmarkt. Allerdings gehört dieses Land auch nicht zur Eurozone.

Einen weiteren Artikel vom 9.7.2013 mit dem Titel “Europa bleibt wichtigster Markt für deutsche Oberklasse-Autos” findet ihr in den “Deutschen Mittelstandsnachrichten“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Fast die Hälfte aller Neuwagen verkaufen die deutschen Oberklasse-Hersteller Audi, Daimler und BMW in Europa. Damit ist und bleibt Europa der wichtigste Absatzmarkt für die deutsche OberklassenAutomobilindustrie. Für BMW stagnierten die Absatzzahlen in Europa infolge der schwachen europäischen Binnennachfrage. Die Münchner verkauften nur noch 436.000 Fahrzeuge auf dem Heimatkontinent.

Audis Absatzzahlen gingen um 2,5 Prozent zurück. Insgesamt verkaufte die VW-Tochter noch 384.000 Fahrzeuge in den europäischen Staaten. Bei Daimler haben sich die Absatzzahlen in Europa wieder positiv entwickelt: Insgesamt wurden bis Juni 364.000 Autos verkauft, drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, berichtet Reuters.

Die Premiumhersteller konzentrieren ihre Kräfte derzeit auf die Wachstumsmärkte, vor allem in China. Hier hat Audi mit einem Plus von 17,7 Prozent die Nase vorn. BMW steigerte seinen Umsatz um 15 Prozent. Daimler konnte hier hingegen keinen Zuwachs der Absatzzahlen verzeichnen. (…).

In Europa hat die Rezession die Automobilindustrie jedoch weiterhin fest im Griff. Das zeigt sich auch in den aktuellen Zahlen der Exportindustrie. Der deutsche Export ist auf Talfahrt (mehr hier)”.

Creative Commons Lizenzvertrag Die Entwicklung auf dem europäischen Automobilmarkt seit Ende März 2013 – 1 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

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