Arnold Schwarzenegger: Total Recall (Autobiographie) – 3

Im Jahr 2010 gründete Schwarzenegger die R20 Regions of Climate Action, eine Umweltschutzinitiative, die aus 20 weltweit verteilten regionalen Regierungen besteht.

Entgegen der Meinung vieler unzureichend informierter Beobachter war Arnold Schwarzenegger übrigens nicht der Hauptschuldige an den finanziellen Schwierigkeiten, in denen sich der amerikanische Bundesstaat Kalifornien seit der Finanzkrise ab 2007 befindet.

In Kalifornien waren die Folgen der Finanzkrise ab 2007 besonders dramatisch, weil dort mehr noch als im Rest der USA eine ganz besonders massive Immobilienblase vorlag.

Seht hierzu auch den Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Real estate bubble” und auch den guten Hintergrundartikel vom 4.10.2009 mit dem Titel “Will California become America’s first failed state?” in der linksliberalen Londoner Tageszeitung “The Guardian“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “California has a special place in the American psyche. It is the Golden State: a playground of the rich and famous with perfect weather. It symbolises a lifestyle of sunshine, swimming pools and the Hollywood dream factory.

But the state that was once held up as the epitome of the boundless opportunities of America has collapsed. From its politics to its economy to its environment and way of life, California is like a patient on life support. At the start of summer the state government was so deeply in debt that it began to issue IOUs instead of wages. Its unemployment rate has soared to more than 12%, the highest figure in 70 years. Desperate to pay off a crippling budget deficit, California is slashing spending in education and healthcare, laying off vast numbers of workers and forcing others to take unpaid leave. In a state made up of sprawling suburbs the collapse of the housing bubble has impoverished millions and kicked tens of thousands of families out of their homes. Its political system is locked in paralysis and the two-term rule of former movie star Arnold Schwarzenegger is seen as a disaster – his approval ratings having sunk to levels that would make George W. Bush blush. The crisis is so deep that Professor Kevin Starr, who has written an acclaimed history of the state, recently declared: “California is on the verge of becoming the first failed state in America.” (…).

One in four American mortgages that are “under water”, meaning they are worth more than the home itself, are in California. In the Central Valley town of Merced, house prices have crashed by 70%. Two Democrat politicians have asked for their districts to be declared disaster zones, because of the poor economic conditions caused by foreclosures. In one city near Riverside, a squatter’s camp of newly homeless labourers sleeping in their vehicles has grown up in a supermarket car park – the local government has provided toilets and a mobile shower. In the Los Angeles suburb of Pacoima, one in nine homeowners are now in default on their mortgage, and the local priest, the Rev John Lasseigne, has garnered national headlines – swapping saving souls to saving houses, by negotiating directly with banks on behalf of his parishioners” (Fettdruck von mir!).

Lest euch diesen guten Hintergrundartikel vom 4.10.2009 mit dem Titel “Will California become America’s first failed state?” mal in Ruhe durch.

Arnold Schwarzenegger hatte als kalifornischer Gouverneur (2003-2011) das große Pech, von den Folgen der geplatzten massiven Immobilienblase in Kalifornien voll erwischt zu werden. (Seht hierzu auch die Wikipedia-Liste der Gouverneure von Kalifornien). Arnold Schwarzenegger wurde dann auf politischer Ebene für dieses Desaster verantwortlich gemacht.

Nach der kalifornischen Verfassung konnte Schwarzenegger im November 2010 nicht erneut für das Gouverneursamt kandidieren, da die Verfassung nur eine einmalige Wiederwahl zulässt. Im Januar 2011 wurde er daher von dem bei der Wahl erfolgreichen Demokraten Jerry Brown abgelöst.

Schon im Januar 2011 erklärte Schwarzenegger im Schweizer Medienportal “blick.ch“, dass er sich nunmehr, nach seiner Politkarriere, wieder der Schauspielerei widme und bereits wieder Drehbücher lese.

Ende 2011 begann Arnold Schwarzenegger mit den Dreharbeiten für “The Last Stand” (2013).

Schwarzeneggers Rolle in diesem Film ist die des Sheriff Owens in der verschlafenen Kleinstadt Sommerton Junction in Arizona nahe der mexikanischen Grenze. Er hat diesen Job angenommen, nachdem er an einer verhängnisvollen Mission des LAPD teilgenommen hatte, bei dem sein Partner und viele weitere des Teams getötet wurden. In einer Nacht entkommt der mexikanische Kartellboss Gabriel Cortez aus den Händen des FBI in Las Vegas und flüchtet in einer umgebauten Chevrolet Corvette C6 ZR1. Dabei nimmt er die Agentin Ellen Richards als Geisel und nimmt Kurs auf Summerton Junction, um dort über Grenze nach Mexiko zu entfliehen.

Ich habe mir den Film vor kurzem angeschaut und es handelt sich hier um einen soliden und streckenweise auch durchaus humorvollen Actionfilm.

Weiterhin war Schwarzenegger in der letzten Zeit in “The Expendables” (2010) und in The Expendables 2 (2012) zu sehen.

Arnold Schwarzenegger wurde also im Jahre 1947 in der kleinen Ortschaft Thal in der Umgebung von Graz als Sohn eines Gendarmen geboren.

Nach seinen Anfangserfolgen als Bodybuilder in Österreich und Deutschland ging Schwarzenegger in die USA und wurde dort erst zum erfolgreichsten Bodybuilder seiner Generation und danach auch noch zu einem der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods. Und im Jahre 2003 wurde er zum Gouverneur von Kalifornien gewählt, des mit Abstand bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Das BIP Kaliforniens ist fast so hoch wie das von Italien (2011: ca. 1.950.000 Millionen US-Dollar).

Natürlich war bei Schwarzeneggers Aufstieg auch Zufall und Glück im Spiel. Aber wichtiger war vielleicht noch die enorme Willenskraft und der enorme Ehrgeiz Arnold Schwarzeneggers alles zu erreichen, was er sich einmal vorgenommen hatte.

Es fing damit an, dass er erfolgreichste Bodybuilder seiner Generation werden wollte. Und als er das geschafft hatte, ging mit gleicher Zielstrebigkeit an seine Schauspiel-Karriere heran. Und schließlich ging er dann mit der gleichen Energie in die Politik.

Natürlich konnten auch einem Arnold Schwarzenegger Niederlagen nicht erspart bleiben. Niemand wird hiervon verschont. Es ist unmöglich, immer zu siegen.

So hatte Arnold Schwarzenegger als kalifornischer Gouverneur (2003-2011) – wie schon erwähnt – das große Pech, von den Folgen der geplatzten massiven Immobilienblase in Kalifornien voll erwischt zu werden. Arnold Schwarzenegger wurde dann auf politischer Ebene für dieses Desaster verantwortlich gemacht.

Und auf persönlicher Ebene konnte er die Trennung von seiner Frau Maria Shriver nicht verhindern, wofür er, wie er seiner Autobiographie selbst zugibt, letztlich selbst verantwortlich war.

Aber wenn man Arnold Schwarzeneggers Laufbahn betrachtet, ist es dennoch absolut erstaunlich, wie weit es Arnold Schwarzenegger gebracht hat, noch dazu in einem Land, in dem er nicht geboren, aber in dem ihm enorme Möglichkeiten eingeräumt wurden.

In Österreich oder Deutschland wäre Arnold Schwarzenegger wahrscheinlich wohl nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn ein Sportlehrer oder ein mehr oder weniger bekannter Bodybuilding-Trainer und Bodybuilding-Buchautor oder der Inhaber eines Trainingsstudios oder etwas Vergleichbares geworden. Im Bereich der Film- und Fernsehproduktionen hätte er wohl in Europa nicht all zu viele Möglichkeiten gehabt und in die Politik hätte er in Europa, auch in Österreich oder Deutschland, kaum gehen können.

Arnold Schwarzenegger war sich wohl immer darüber bewusst, dass er seinen durchschlagenden Erfolg als Sportler, Schauspieler und Politiker letztlich gerade auch dem US-Bundesstaat Kalifornien verdankt.

Kalifornien war und ist mehr noch als jeder andere amerikanische Bundesstaat immer auch ein Versuchslabor für neue Tendenzen in Gesellschaft und Politik (Protests against the Vietnam War, Gay liberation movement) und auch für neue Technologien (Digitale Kultur, Computer, Internet, Silicon ValleyElektromobilität, etc.).

Wie kein anderer US-Bundesstaat verkörpert Kalifornien bis heute auch den “American Dream“, zu dem immer auch die “Self-Made Men” dazugehört haben, gleichgültig ob es sich um Arnold Schwarzenegger, Elon Musk oder den mittlerweile verstorbenen Steve Jobs handelt.

Insofern war Arnold Schwarzeneggers Entscheidung, im Jahre 2003 in die Politik zu gehen und in Kalifornien als Gouverneur zu dienen, folgerichtig: Er wollte etwas für den US-Bundesstaat tun, dem er seine fast unglaublich anmutende Karriere, seinen Reichtum und seine Popularität verdankte.

Ich habe Arnold Schwarzeneggers Autobiographie “Total Recall: Die wahre Geschichte meines Lebens” (englischer Originaltitel: “Total Recall: My Unbelievably True Life Story”) mit Vergnügen und Gewinn gelesen.

Und das liegt nicht im wesentlichen daran, dass ich selbst mal Kraftsportler war, obwohl gerade auch die ersten Kapitel des Buches, wo es um Arnold Schwarzeneggers hart erkämpften Aufstieg vom jungen Burschen aus der Steiermark zum in Kalifornien ansässigen Star-Bodybuilder geht, besonders packend und spannend sind.

Arnold Schwarzenegger versteht es unter anderem, seinen autobiographischen Bericht mit lustigen Anekdoten zu versehen, so zum Beispiel, wenn es um den rechtsgewirkten Waffennarren John Milius geht, dem Regisseur von “Conan, der Barbar” (1982), der seine Ausführungen vor den Vertretern der Presse zu diesem Film damals wohl gerne mit herrisch daherkommenden Nietzsche-Zitaten würzte und diese Barbaren-Story unter anderem in der Philosophie Friedrich Nietzsches verankern wollte, worüber Schwarzenegger nur verwundert staunen konnte: “I always wondered how he came up with all this bullshit“.

Und da Arnold Schwarzenegger in den achtziger und neunziger Jahren vor allem ein Action-Star war, ging es bei den Dreharbeiten zu diesen Action-Filmen öfters derb zur Sache und die Dreharbeiten waren öfters schweißtreibend und das Verletzungsrisiko war manchmal wohl nicht gerade gering, was Schwarzenegger im Nachhinein lebhaft und anschaulich zu beschreiben weiß.

Diese Autobiographie enthält übrigens auch zahlreiche Fotos von “Arnie“, auch mitsamt seiner Familie, seiner ehemaligen Frau, seinen Filmrollen (zum Beispiel als “Terminator“), mit seinen politischen und sonstigen wichtigen Bekanntschaften in den USA, etc.

Letztlich ist Arnold Schwarzeneggers Biographie ein Symbol dafür, dass der “American Dream” immer noch existiert und auch gelebt werden kann.

Als junger Mann habe ich einmal Ende der achtziger oder Anfang der neunziger Jahre eine Biographie über Steve Jobs durchgelesen, die mein Bruder (der Mathematiker und Programmierer ist) gekauft hatte. Und auch diese Biographie las sich damals ähnlich phantastisch und unglaublich wie Arnold Schwarzeneggers Autobiographie “Total Recall: Die wahre Geschichte meines Lebens“.

Offensichtlich sind solche Biographien wie die von Arnold Schwarzenegger, Elon Musk oder Steve Jobs in den USA und speziell gerade auch in Kalifornien tatsächlich machbar und möglich.

Creative Commons Lizenzvertrag Arnold Schwarzenegger: Total Recall (Autobiographie) – 3 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

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