Arnold Schwarzenegger: Total Recall (Autobiographie) – 2

Entscheidend für Schwarzeneggers Einstieg in das Filmgeschäft war, dass Kalifornien und Los Angeles in den 60er- und 70er-Jahren nicht nur das Mekka des Bodybuilding, sondern natürlich zugleich das Zentrum der US-Filmindustrie war und bis heute ist (Hollywood).

Manche Schauspieler und Regisseure interessierten sich schon in jenen Jahren für das Bodybuilding und trainierten teilweise selbst im legendären Gold’s Gym in Venice, Los Angeles.

So wurde man in Hollywood auf Arnold Schwarzenegger aufmerksam. Die ersten Filme waren B-Movies wie der 1970 entstandene Film “Hercules in New York“.

Der Durchbruch für Arnold Schwarzenegger war der legendäre Bodybuilder-Film “Pumping Iron” von 1977, der nicht nur beim Publikum, sondern auch bei fast allen amerikanischen Kritikern gut ankam.

Pumping Iron ist ein Doku-Drama aus dem Jahre 1977 und gilt als der Kultfilm des Bodybuilding.

Der Film illustriert die Vorbereitung verschiedener Bodybuilder für den Bodybuilding-Wettbewerb (ProfisMr. Olympia (wobei Arnold Schwarzenegger und Lou Ferrigno als die beiden Hauptkonkurrenten dargestellt werden) und den Bodybuilding-Wettbewerb Mr. Universum (Amateure), die im Jahre 1975 beide in Pretoria (Südafrika) abgehalten wurden.

Während das Gros der Darsteller gemeinsam im Gold’s Gym in Venice, Kalifornien trainiert, bereitet sich Lou Ferrigno (später unter anderem der Hauptdarsteller der Fernsehserie Der unglaubliche Hulk) unter Anleitung seines Vaters in New York auf den “Mr. Olympia” vor.

Der Film ist kein reiner Dokumentarfilm, da gewisse Inhalte und Szenen erfunden wurden, um den Film interessanter zu gestalten. Die Bühnenaufnahmen sind jedoch echt und wurden nicht für den Film nachgestellt.

Wer wissen will, wie der junge Arnold Schwarzenegger drauf war und wie hart er in Wettkampfsvorbereitungsphasen trainiert hat, dem empfehle ich, mal den Bodybuilder-Kultfilm “Pumping Iron” von 1977 anzuschauen.

Arnold Schwarzenegger trainierte damals nach dem Motto “No pain, no gain” (“Kein Schmerz = kein Gewinn, bzw. im Falle des Bodybuildings: Kein Schmerz = kein Muskelwachstum“).

In diesem Film könnt ihr auch einige andere legendäre Bodybuilder aus Schwarzeneggers Generation sehen, wie der etwas jüngere Lou Ferrigno (“The Incredible Hulk“) und der enge Freund und damalige Trainingspartner Arnold Schwarzeneggers, der aus Sardinien stammende Franco Columbu, den Joe Weider übrigens auf Anregung Schwarzeneggers kurz nach Schwarzeneggers Ankunft ebenfalls nach Kalifornien holte.

Franco Columbu galt damals als einer der stärksten Männer der Welt. Im Film “Pumping Iron” (1977) bläst Franco Columbu unter anderem eine Wärmeflasche aus Kunststoff wie einen Luftballon auf, bis sie platzt.

Den Bodybuilder-Kultfilm “Pumping Iron” von 1977 gibt es teilweise auch in hochgeladenen Online-Versionen (zum Beispiel in Video-Portalen wie YouTube) und man kann ihn natürlich auch als DVD kaufen, zum Beispiel bei amazon.de.

Seit dem Jahre 2003 gibt es diesen Film Pumping Iron in der “25th-Anniversary-Special-Edition” mit unter anderem dem “Making of“-Film “Raw Iron” als Bonusmaterial.

Dieses mittlerweile legendäre Bodybuilder-Dokudrama  Pumping Iron brachte im Jahre 1977 die Kraftsport-Welle weltweit ins Rollen.

Arnold Schwarzenegger hat übrigens nie bestritten, dass er zu seiner Zeit als aktiver Bodybuilder leistungssteigernde Präparate wie zum Beispiel Anabolika eingenommen hat.

Tatsächlich ist die Einnahme von leistungsfördernden, insbesondere muskelaufbauenden Medikamenten im Bodybuilding vor allem im Profi-, aber auch im Amateurbereich bis heute weit verbreitet und allgemein üblich.

Am gebräuchlichsten sind dabei verschreibungspflichtige Medikamente wie anabole Steroide und Hormonpräparate (vor allem Testosteron und dessen Derivate) sowie Diuretika (Entwässerungsmittel). Natürlich bringt dies teilweise erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich.

Als eine Alternative hierzu ist mittlerweile die Bewegung „Natural Bodybuilding“ entstanden. Deren Mitglieder verzichten bewusst auf den Einsatz leistungssteigernder chemischer Substanzen.

Es versteht sich aber von selbst, dass man bei dieser Variante des Bodybuilding – dem „Natural Bodybuilding“ – keine so große Muskelmasse aufbauen kann wie beim gewöhnlichen Bodybuilding. Dafür ist diese Variante des „Natural Bodybuilding“ ohne Zweifel gesünder und hat wesentlich weniger Gesundheitsrisiken.

Auf den Achtungserfolg mit Pumping Iron” (1977) folgten die großen Hollywood-Luxusproduktionen, die Schwarzenegger international zum Mega-Star machten.

1982 hatte Schwarzenegger die Hauptrolle in “Conan der Barbar“. 1984 kam dann die Fortsetzung “Conan der Zerstörer“.

1984 brachte der Science-Fiction-FilmTerminator” sowohl für Schwarzenegger als auch für den Regisseur James Cameron den endgültigen Durchbruch in Hollywood.

Schwarzenegger verkörperte hier zum ersten Mal den Bösewicht, wobei er im ganzen Film nur etwa 17 Sätze mit ca. 70 Wörtern zu sprechen hatte. Der berühmteste dieser 17 Sätze des “Terminators” (Arnold Schwarzenegger), der mittlerweile sprichwörtlich geworden ist, lautet: “I´ll be back“.

In den folgenden Jahren untermauerte Schwarzenegger mit weiteren Filmen (“Phantom-Kommando“, “Predator“) seinen Ruf als Ikone des Action- und Science-Fiction-Kinos.

Darüber hinaus zeigte er in humoristischen Produktionen wie “Twins – Zwillinge” (neben Danny DeVito) oder “Kindergarten Cop” auch seine komödiantische Seite.

Gegen Ende der 1980er Jahre gehörte Schwarzenegger schließlich zu den bestverdienenden Schauspielern in Hollywood. Sein früher oft belächelter österreichischer Akzent war mittlerweile zu seinem unverwechselbaren Markenzeichen geworden.

Die US-Bürgerschaft erhielt Schwarzenegger am 16. September 1983.

1986 heiratete der Republikaner Arnold Schwarzenegger die Nichte von John F. Kennedy, die demokratische Journalistin Maria Shriver, mit der schon längere Zeit Jahren liiert gewesen war.

Mit Maria Shriver hat Schwarzeneger vier Kinder: Katherine Eunice (* 1989), Christina Maria Aurelia (* 1991), Patrick Arnold (* 1993) und Christopher Sargent Shriver (* 1997).

Anfang Mai 2011 gab das Paar seine Trennung bekannt.  Wenige Tage später erklärte Schwarzenegger, dass er der Vater des Kindes einer jahrelangen Hausangestellten sei. Seine Hausangestellte war zur selben Zeit schwanger, als seine Ehefrau mit Sohn Christopher schwanger war.

Was diese Sache mit der Hausangestellten angeht, so gibt Schwarzenegger in seiner Biographie “Total Recall: Die wahre Geschichte meines Lebens” unumwunden zu, dass er hier einen Fehler gemacht hat. Und er gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass es vielleicht doch irgendwann einmal wieder zu einer Versöhnung mit seiner Ex-Frau kommen könnte, die er offensichtlich dennoch schätzt und liebt.

1990 spielte Schwarzenegger mit dem schon erwähnten 60-Millionen-Dollar-Projekt “Die totale Erinnerung – Total Recall” in einer der bis dato teuersten Produktionen der Filmgeschichte mit.

Ein Jahr später schlüpfte Schwarzenegger zum zweiten Mal in seine Parade-Rolle als Terminator. “Terminator 2 – Tag der Abrechnung” setzte sowohl in den Herstellungskosten als auch in der Tricktechnik neue Maßstäbe und war mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 500 Millionen Dollar der umsatzstärkste Film des Jahres 1991. Wie schon im ersten Teil führte auch hier James Cameron die Regie. Das Erfolgsduo Schwarzenegger – Cameron arbeitete danach noch zweimal zusammen (“True Lies – Wahre Lügen“, 1994 und “T2 3-D: Battle Across Time“, 1996).

Die Weiterentwicklung der digitalen Tricktechnik führte auch zu grundlegenden Änderungen in der Filmlandschaft. Das klassische Actionkino war immer weniger gefragt. So konnte auch Schwarzenegger mit Beginn des neuen Jahrtausends nicht mehr richtig an seine Erfolge der 1990er-Jahre anknüpfen.

Aber Schwarzenegger hatte deshalb noch keine Lust, nun in Rente zu gehen und sich zurückzulehnen. Das hätte auch schlecht zu einem extremen Willensmenschen und “Self-Made Man” wie Arnold Schwarzenegger gepasst.

Nun, nachdem er zu einem weltberühmten Schauspieler und zu einer lebenden Ikone des “American Dream” in ganz Kalifornien geworden war, entschied Schwarzenegger sich dafür, in die Politik zu gehen.

Arnold Schwarzenegger gehört, seitdem er in den USA lebt, der Republikanischen Partei an. Aber bis zu seiner Kandidatur als Gouverneur von Kalifornien trat er politisch nur gelegentlich in Erscheinung. 1990 wurde er vom damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush zum Vorsitzenden des nationalen Rates für Fitness und Sport ernannt.

Am 7. August 2003 gab Arnold Schwarzenegger öffentlich seine Kandidatur für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien bekannt.

Während seines Wahlkampfes wurde Schwarzenegger von einigen seiner republikanischen Parteifreunde als vermeintlicher „Mogelkandidat“ angegriffen, da er ihrer Meinung nach kein allzu scharfes Profil als Republikaner zeigte.

Gerade aber dieses Profil als Vertreter des “linken Flügels” der Republikaner hat Schwarzenegger im eigentlich eher demokratischen (links-liberal geprägten) Kalifornien jedoch unter anderem wohl zur Stimmenmehrheit verholfen.

Am 7. Oktober 2003 gewann Schwarzenegger die Gouverneurswahl mit über 48 % der abgegebenen Stimmen und wurde am 17. November 2003 als 38. Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien vereidigt.

Schwarzenegger verstand sich darauf, auch politische Gegner zur Unterstützung zu gewinnen, was angesichts der demokratischen Mehrheit im kalifornischen Parlament auch von vornherein erforderlich war. So ernannte er beispielsweise die Demokratin Susan Kennedy 2005 als seine neue Stabschefin.

Als ehemaliger Schauspieler wusste er sich geschickt in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Humor und Familiensinn zeichneten von ihm in den Medien ein volksnahes, sympathisches Bild. Dazu trug auch seine Ankündigung bei, auf sein Gehalt als Gouverneur verzichten zu wollen.

Arnold Schwarzenegger ist ein überzeugter Ökologe und war damals als kalifornischer Gouverneur unter anderem mit hauptverantwortlich dafür, dass die umweltfeindliche “California Proposition 23” (von den Gegnern “Dirty Energy Prop” genannt) im Jahre 2010 erfolgreich niedergeschlagen wurde.

Schwarzenegger ist auch ein durchaus talentierter, und bei Bedarf auch bissiger und sarkastischer Redner.

Seht hierzu ein Video in Youtube mit dem Titel “Arnold Schwarzenegger slams Proposition 23 in Santa Clara“, in dem Schwarzenegger im September des Jahres 2010 im Commonwealth Club of California in Santa Clara diejenigen Ölfirmen hart angreift, die hinter der “California Proposition 23” standen und unter anderem die Ergebnisse seiner ökologisch orientierten Politik in Kalifornien unterminieren wollten.

Es handelte sich dabei um die Ölfirmen Tesoro und Valero und auch um Koch Industries, die Riesenfirma der sogenannten “Koch-BrothersDavid H. Koch und Charles G. Koch.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 4.9.2010 mit dem Titel “The dirty oil coalition behind the Proposition 23 effort to stop clean energy just got a lot dirtier” in “thinkprogress.org“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 18.10.2010 mit dem Titel “Yes-on-Prop-23 campaigners “very thankful” for out-of-state oil companies’ funding“, ebenfalls in “thinkprogress.org“.

Zu den Koch-Brothers als Mitfinanzierer und Mitunterstützer der glücklicherweise damals niedergeschlagenen “California Proposition 23” seht den Artikel vom 2.9.2010 mit dem Titel “Billionaire Koch brothers back suspension of California climate law” in der “Los Angeles Times“.

Seht hierzu auch in der Website von “Greenpeace USA” den Artikel mit dem Titel “CASE STUDY: Koch Industries Backs California Proposition 23“.

Seht hierzu ebenfalls den Artikel vom 3.9.2010 mit dem Titel “Koch Industries Donates $1 Million to Prop 23 Effort To Kill California Climate Law” in der “Huffington Post“.

Diese beiden rechtslibertären Brüder (die “Koch-Brothers“) sind zugleich auch die Hauptfinanzierer und Hauptstrippenzieher hinter der sogenannten “Tea-Party-Bewegung” (siehe hierzu die Wikipedia-Liste mit dem Titel “Tea Party Politicians” und den Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Tea Party Caucus“).

Genau diese Tea-Party-Politiker waren in erster Linie auch die erbitterten Gegner Barack Obamas, auch im amerikanischen Finanzdrama Ende des letzten Jahres um die sogenannte “United States fiscal cliff“.

Seht hierzu auch meinen Blogartikel “Die USA und der drohende Sturz von der sogenannten `Fiskalklippe´“.

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