Arnold Schwarzenegger: Total Recall (Autobiographie) – 1

Ich habe in einigen meiner Blogartikel schon öfters den aus Österreich stammenden BodybuilderSchauspieler sowie US-amerikanischen Politiker Arnold Schwarzenegger erwähnt.

Arnold Schwarzenegger war von November 2003 bis Januar 2011 der 38. Gouverneur Kaliforniens. Vor seiner politischen Laufbahn ist Schwarzenegger international bekannt geworden als der seinerzeit weltweit erfolgreichste Bodybuilder der anschließend ein erfolgreiche Karriere als Filmschauspieler durchlief.

Nun, Arnold Schwarzenegger war eines der Idole meiner Jugend und ich selbst war zwischen 1989 und 1994 unter anderem ein Kraftsportler. In Freiburg trainierte ich damals im hiesigen Fitness-Studio “California” (ein preisgünstiges Studio mit allen notwendigen Geräten und ohne überflüssigen Schnickschnack. Es ist bis heute ein beliebtes Fitness-Studio in Freiburg).

In Madrid trainierte ich in einem der Fitness-Studios dieser südeuropäischen Hauptstadt. Und als ich an der Uni Amherst (UMass) studierte, konnte ich in den vorhandenen Einrichtungen für Bodybuilder und Kraftsportler dieser staatlichen amerikanischen Ostküsten-Universität trainieren. In den USA was das Bodybuilding und der Kraftsport damals schon recht populär und solche Trainingseinrichtungen waren schon damals Bestandteil des Angebotes der Uni Amherst.

Arnold Schwarzenegger: hat Ende September 2012 eine Autobiographie veröffentlicht mit dem Titel “Total Recall: Die wahre Geschichte meines Lebens” (englischer Originaltitel: “Total Recall: My Unbelievably True Life Story”). In der deutschen gebunden Ausgabe hat dieses Buch 672 Seiten. In der englischen gebundenen Ausgabe hat dieses Werk 656 Seiten.

Den Titel für seine Autobiographie hat Arnold Schwarzenegger einem seiner erfolgreichsten und populärsten Filme entnommen: Dem Science-Fiction-Film Die totale Erinnerung – Total Recall” des Regisseurs Paul Verhoeven aus dem Jahre 1990 mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle.

Nun, es handelt sich hier also ein recht umfangreiches Buch. Und ich habe es vor einiger Zeit komplett durchgelesen.

Die gute Nachricht gleich zu Anfang: Die Lektüre dieser Autobiographie von Arnold Schwarzenegger war zumindest für mich keineswegs langweilig.

Zum einen hatte “Arnie” wohl die Unterstützung eines fähigen “Ghostwriters” (was übrigens normal ist: Jemand wie Arnold Schwarzenegger ist einfach viel zu beschäftigt, um solch ein umfangreiches Buch ganz alleine zu schreiben und zu redigieren).

Zum einen ist Arnold Schwarzeneggers Lebensgeschichte ebenso spannend wie manchmal fast schon fast unglaublich.

Man muss sich folgendes klar machen: Arnold Schwarzenegger wurde als zweiter Sohn der Hausfrau Aurelia Schwarzenegger, geborene Jadrny, (1922–1998) und des Gendarmen Gustav Schwarzenegger (1907–1972) in der österreichischen Steiermark in der kleinen Ortschaft Thal in der Umgebung von Graz geboren.

Schwarzeneggers Eltern hatten 1945 geheiratet. Arnold und sein Bruder Meinhard wuchsen in einem für diese Zeit typisch strengen Elternhaus auf. Ab 1953 besuchte Schwarzenegger die Volksschule in Thal, bevor er 1957 an die Hauptschule Friedrich Fröbel in Graz wechselte.

Im Klartext: Arnold Schwarzenegger wurde in der von Armut geprägten österreichischen Nachkriegszeit geboren und war der Sohn eines Gendarmen. Er kam also aus durchschnittlichem Elternhaus.

Aber Arnold Schwarzenegger war ein geborenes Sporttalent. Und schon sein Vater war ein begeisterter Sportler. Mit 14 Jahren entschied er sich der junge Arnold Schwarzenegger für das Bodybuilding, eine damals in Europa noch wenig bekannte und geförderte Sportart.

In den USA sah es da schon deutlich besser aus, auch wenn das Bodybuilding auch in den USA in den 50er- und 60er-Jahren immer noch keine wirklich bedeutende Mainstream-Sportart war, sondern immer noch eine Sport-Subkultur.

Dass das Bodybuilding und das Krafttraining allgemein ab Ende der siebziger zunehmend zu einem Massensport wurde, ist unter anderem vor allem auch Arnold Schwarzenegger zu verdanken, der mit seinen Hauptrollen in zahlreichen erfolgreichen Hollywood-Filmen die Ästhetik des muskelbepackten Athleten im Bewusstsein der Zuschauer fest verankerte.

Insofern hat Arnold Schwarzenegger gerade über seine Filmkarriere (seine erste Rolle hatte er 1970  im Film “Hercules in New York) das Bodybuilding und das Krafttraining weltweit enorm popularisiert.

1966 nahm Schwarzenegger mit 19 Jahren zum ersten Mal an der Weltmeisterschaft zum “Mr. Universum” des Verbandes NABBA in London teil und belegte in der Kategorie der Amateure auf Anhieb den zweiten Platz.

Ein Jahr später gewann Schwarzenegger die Amateurweltmeisterschaft und wurde mit zwanzig Jahren zum bis heute jüngsten “Mister Universum“. Nach den Regeln des ausrichtenden Verbandes durfte Schwarzenegger als Amateurweltmeister seinen Titel nicht verteidigen, worauf er 1968 bei den Profis antrat und dort seinen zweiten “Mr. Universum“-Titel gewann.

Und dieser Sieg war zugleich seine Chance in die USA zu gehen, dem Land, in dem Schwarzenegger reich und berühmt werden sollte.

Denn Joe Weider (1919-2013), der aus Kanada stammende “Bodybuilding-Papst” war auf das enorme Talent des jungen Arnold Schwarzenegger aufmerksam geworden. Weider lud Schwarzenegger im Jahre 1968 nach Kalifornien ein und wurde dann zum Mentor und Promoter des jungen Österreichers.

In Kalifornien trainierte Arnold Schwarzenegger im legendären Gold’s Gym in Venice, Los Angeles.

Joe Gold (1922 – 2004) war ein Bodybuilder und Pionier im Bereich moderner und effektiver Trainingsstudios mitsamt den entsprechenden Trainingsmaschinen für Bodybuilder. Das erste Fitness-Studio seiner “Gold´s Gym“-Kette, das Joe Gold im Jahre 1965 eröffnete und betrieb, war das schon erwähnte Gold’s Gym in Venice, Los Angeles.

Joe Gold persönlich entwickelte und verbesserte die Trainingsmaschinen in seinen Studios und das Gold’s Gym in Venice war damals das weltweit gerätetechnisch am besten ausgestattete Trainingsstudio. Bis zu seinem Tod war Joe Gold (1922 – 2004) einer der lebenden Legenden in der Bodybuilding-Szene.

Genauso verhielt es sich auch mit Joe Weider. Auch er war bis zu seinem Tod im März 2013 eine lebende Legende in der Welt des Bodybuilding.

Joe Weider wuchs im kanadischen Québec auf und interessierte sich bereits sehr früh für Kraftsport, den er zu Anfang mit Hilfe von selbstgebauten Hanteln aus Autoreifen betrieb. Mit 16 Jahren veröffentlichte er schließlich die erste Ausgabe der heute international bekannten Fachzeitschrift Muscle & Fitness.

1946 gründete Weider mit seinem Bruder Ben Weider die heutige International Federation of Bodybuilding & Fitness (IFBB) und rief den renommierten Wettbewerb “Mr. Olympia” ins Leben.

Seinen finanziellen Durchbruch hatte Weider als Wegbereiter des professionellen Bodybuilding mit der Veranstaltung internationaler Wettbewerbe und der Veröffentlichung zahlreicher Fachzeitschriften sowie Trainingsprogramme.

Zudem etablierte er als erster Unternehmer den Versandhandel von Nahrungsergänzungsmitteln für Bodybuilder. Im März 2013 starb Weider im kalifornischen Los Angeles an Herzinsuffizienz.

Joe Weider verstand es, Arnold Schwarzeneggers Charisma für das Interesse am Kraftsport und Bodybuilding allgemein zu nutzen.

Arnold Schwarzeneggers Name wurde bereits in den 1970er Jahren zum Synonym für den Kraftsport und das Bodybuilding schlechthin.

Im Zeitraum von 1967 bis 1975 posierte Schwarzenegger in 50 Wettbewerben, kam 47-mal auf das Siegerpodest und wurde fünfmal zum “Mr. Universum” und siebenmal zum “Mr. Olympia” gekürt.

In der 1977 erschienenen Dokumentation “Pumping Iron” sprach Schwarzenegger über sein Verständnis von Bodybuilding: Er wolle seinen Körper modellieren ähnlich wie ein Bildhauer eine Skulptur meißelt, nur dass ein Bildhauer einfach etwas Ton ansetzen kann, wenn ein Torso kräftige Muskeln haben soll. Bei einem realen Körper sei dies eben anstrengender und schmerzhafter.

Auf die Frage, ob es nicht ziemlich verrückt sei, was er mache (Bodybuilding), antwortete Schwarzenegger in “Pumping Iron” (1977), dass aus seiner Sicht das, was er mache, weniger verrückt sei als das, was ein professioneller Rennfahrer mache.

Wörtlich sagt Arnold Schwarzenegger hier: “Obviously a lot of people look at you and they think it´s kind of strange what you are doing. But those are the people who don´t know much about it. As soon as you find out about it, what the whole thing is about, it´s not any stranger as going into a car and trying to go a quarter of mile five seconds. I mean, that’s, for me, strange”.

Das war eine der für “Arnie” typischen schlagfertigen und ein Stück weit auch ironischen Antworten. Was vermeintlich verrückt oder normal ist, ist schließlich auch nur eine Frage der jeweiligen persönlichen Perspektive und der persönlichen Vorlieben oder eben Abneigungen.

Schwarzenegger war nicht nur in Weiders Zeitschrift “Muscle & Fitness” der am meisten fotografierte Bodybuilder und war damals am häufigsten auf den Titelseiten solcher Magazine zu sehen, sondern er wurde zunehmend auch in Gesellschaftszeitschriften und sogar Politik- Nachrichtenmagazinen wie dem “Spiegel” oder dem “Time Magazine” dargestellt.

Schwarzenegger wurde immer häufiger im Nadelstreifenanzug gezeigt und trug zur Kultivierung des Selbstverständnisses bei, dass körperliche Ertüchtigung ein Teil des Lebens sein solle. Und Schwarzeneggers Popularität trug einen wichtigen Teil dazu bei, dass Fitnessstudios ihr bis in die 1960er Jahre teilweise recht zwielichtiges Image ablegen konnten.

Unmittelbar nach den NABBA-Weltmeisterschaften wurde Arnold Schwarzenegger von Joe Weider zur Weltmeisterschaft des Konkurrenzverbandes IFBB eingeladen, welcher in den Folgejahren die NABBA als bedeutendste Bodybuilding-Organisation ablösen sollte.

Zu diesem Zeitpunkt war die Etablierung des Bodybuildings als Leistungssport in den USA, und dort vor allem in Kalifornien, deutlich weiter vorangeschritten als in Europa – dies zeigte sich auch in dem höheren Leistungsniveau der Athleten.

Daher wurde Schwarzenegger bei seiner ersten Teilnahme am IFBB “Mr. Universum“-Wettbewerb im Jahre 1968 vom über 15 kg leichteren US-Amerikaner Frank Zane geschlagen und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.

Nach diesem Wettkampf blieb Schwarzenegger in den USA, wo er weitaus professioneller trainieren konnte als in Österreich und Deutschland. Die besseren Trainingsmöglichkeiten führten bei Schwarzenegger zu einer weiteren Formsteigerung und so konnte er 1969 auch die IFBB-Weltmeisterschaft gewinnen.

Zu diesem Zeitpunkt fehlte Schwarzenegger nur noch der Titel des “Mr. Olympia“.

Der Kampf wurde ebenfalls von der IFBB ausgetragen. Im Gegensatz zur verbandseigenen Weltmeisterschaft besaß der “Mr. Olympia” weltweit von allen Wettbewerben die höchste sportliche Wertigkeit, da hier die Weltmeister aller Verbände die Möglichkeit hatten, sich untereinander zu vergleichen. In den Jahren 1967 und 1968 konnte jeweils Sergio Oliva die „Meisterschaft der Meisterschaften“ für sich entscheiden.

Der Exilkubaner Sergio Oliva war gleichzeitig auch der letzte verbliebene Weltklasse-Bodybuilder, den Schwarzenegger bis dato noch nicht im Wettkampf bezwungen hatte. Daran änderte sich auch nichts nach ihrem ersten Aufeinandertreffen beim “Mr. Olympia” im Jahre 1969, da Oliva im Duell knapp mit 4:3 Kampfrichterstimmen die Oberhand behielt und somit seinen Titel wiederum verteidigte.

Durch den erneuten Gewinn der NABBA-Weltmeisterschaft der Profis konnte sich Schwarzenegger eine Woche später in London zumindest mit seinem vierten “Mr. Universum”-Titel trösten.

1970 fanden die NABBA-Weltmeisterschaften in London vor dem “Mr. Olympia“-Wettbewerb statt. In diesem Wettkampf, den Schwarzenegger wiederum gewann, war unter den Geschlagenen auch Schwarzeneggers Idol Reg Park.

Zwei Wochen später konnte sich Schwarzenegger auch beim “Mr. Olympia” die Krone aufsetzen, als er Sergio Oliva nun in diesem Wettkampf bezwingen konnte.

Ab diesem Zeitpunkt dominierte Schwarzenegger die Bodybuilding-Szene und gewann sämtliche Wettkämpfe, an denen er teilnahm. 1975 gab Schwarzenegger seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt und widmete sich fortan vermehrt dem Filmgeschäft.

1980 kehrte Schwarzenegger nach fünf Jahren Pause ins Wettkampfgeschehen zurück und schlug beim “Mr. Olympia“-Wettbewerb in Sydney zum letzten Mal die versammelte Weltelite.

Nach diesem Sieg beendete Schwarzenegger seine Karriere als Bodybuilder. Er interessiert und engagiert sich allerdings weiterhin für das Bodybuilding und er initiierte den 1989 erstmalig ausgetragenen und nach ihm benannten Wettbewerb “Arnold Classic“.

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