Eurozone: Arbeitslosigkeit liegt mittlerweile bei 12,2 Prozent – 4

Im Fall von Griechenland läuft diese Verschiebung von griechischen Vermögen ins Ausland schon seit dem Jahre 2010.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 24.2.2010 mit dem Titel “Kapitalflucht: Griechen bringen Milliarden in Sicherheit” im “Manager-Magazin“.

Im Juni 2011 gab es anscheinend schon kein bedeutendes Großvermögen reicher Griechen in griechischen Banken mehr. Damals waren es schon die Mitglieder der griechischen Mittelschicht, die massiv ihr Vermögen ins Ausland schafften.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 25.6.2011 mit dem Titel “Kapitalflucht: Griechen bringen Geld ins Ausland” in der “Wirtschaftswoche“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “In Griechenland gibt es so gut wie kein privates Millionen-Vermögen mehr, das nicht zumindest zum Großteil längst ins Ausland verbracht worden wäre. Was jetzt in Deutschland, Österreich, Australien und anderswo ankommt, ist das Geld der Mittelschicht“, sagte der renommierte Vermögensverwalter und Griechenland-Kenner Bert Flossbach der WirtschaftsWoche.

Weitere Recherchen des Magazins bestätigen den Trend. So besteht laut Peter Heinrich, Vorstandschef der  zum Volksbankenverbund zählenden Münchner Bank, „seit Ende Mai eine erhöhte Nachfrage unserer griechischstämmigen Kunden nach Geldanlagen in unserem Kreditinstitut“. Makler in London berichteten dem Magazin,  dass das Interesse  von reichen Griechen an Luxusimmobilien zugenommen habe.

“Während sich bisher rund 20 Käufer im Quartal bei uns meldeten, sind es jetzt 40“, sagte Liam Bailey von der Maklerfirma Knight Frank. Begehrt seien Häuser in den Edelvierteln Chelsea, Kensington und Knightsbridge zu drei Millionen Pfund und mehr. „Gezahlt wird meist in bar – die Griechen nehmen keine Hypothek in Anspruch“, so  Bailey”.

Im Fall von Portugal, Spanien und Italien dürfte diese Kapitalflucht auch schon länger andauern, sicherlich spätestens seit dem Jahre 2011.

Und ich nehme an, dass in Portugal, Spanien und Italien auch keine Großvermögen der reichen Einwohner dieser Länder in den heimischen Banken mehr liegen. Auch hier dürften es schon längst die Mitglieder der Mittelschicht sein, die versuchen, ihre Vermögen aus ihren jeweiligen Ländern wegzuschaffen.

Was den Fall Spanien angeht, so seht hierzu unter anderem den Artikel vom 28.3.2013 mit dem Titel “Kapitalflucht aus Italien und Spanien in vollem Gang” in den “Deutschen Wirtschaftsnachrichten“.

Unter anderem beflügelt die Krise in den südeuropäischen Ländern den deutschen Immobilienmarkt, gerade auch in der von ihrem Kulturangebot her attraktiven und kosmopolitischen deutschen Hauptstadt Berlin.

Viele reiche Südeuropäer kaufen sich offensichtlich eine Immobilie in Berlin. Sie eröffnen dann sicherlich dort auch ein Bankkonto, in das sie ihr Vermögen hineinschieben können. Hat man in einer Stadt einen Wohnsitz, kann man dort auch automatisch ein Bankkonto eröffnen. Und eine Immobilie in Berlin ist zugleich eine gute Wertanlage. Die reichen Südeuropäer verlieren hierdurch keinen müden Cent.

Das ist völlig legal und läuft im Prinzip schon mindestens seit Beginn des vergangenen Jahres 2012 so. 

Seht zum Thema der wohlhabenden Südeuropäer, die in Berlin schon seit einiger Zeit massiv Immobilien kaufen, zum Beispiel den Artikel vom 17.12.2012 mit dem Titel “Immobilienmarkt: Griechen, Spanier und Italiener kaufen Berlin” in der “Berliner Morgenpost“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 17.12.2012 mit dem Titel “Immobilienmarkt: Klamme Griechen kaufen Berlin” in der “Wirtschaftswoche“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 28.1.2013 mit dem Titel “Immobilien: Berliner Häusermarkt attraktiver als der in London” in “Die Welt“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 17.12.2012 mit dem Titel “Euro-Krise: Griechen und Spanier kaufen massenhaft deutsche Immobilien” in “Spiegel Online“.

Seht hierzu zum Beispiel auch den Artikel vom 18.12.2012 mit dem Titel “Griechen und Spanier kaufen sich in Berlin ein: Reiche Ausländer reagieren auf die Euro-Krise” im “Schwäbischen Tagblatt“.

Und auch in Zürich, London und anderen Großstädten in wirtschaftlich stabilen europäischen Ländern läuft es nicht anders. Auch dort sind die reichen Südeuropäer sicherlich gern gesehene Kunden bei den dortigen Immobilienmaklern und Bankern.

Was London angeht, so seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 4.11.2011 mit dem Titel “London im Visier: Reiche Griechen kaufen Luxus-Immobilien” im “Handelsblatt“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 1.11.2011 mit dem Titel “Luxusimmobilien in London: Griechen im Kaufrausch” in der “Süddeutschen Zeitung“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 25.11.2011 mit dem Titel “Schuldenstaaten: Superreiche Griechen kaufen Immobilien in London” in “Focus“.

Kapitalverkehrskontrollen gibt es in der Eurozone grundsätzlich nicht außer in ganz bestimmten Ausnahmefällen, wo dies von der EU-Kommission so beschlossen wird. Seht hierzu auch den Artikel vom 26.6.2012 mit dem Titel “Kapitalverkehrskontrollen: Der Giftschrank der Euro-Retter” im “Manager-Magazin“.

Manche meiner Leser werden sich jetzt fragen: Wenn es in der Eurozone keine Kapitalverkehrskontrollen gibt und die reichen Südeuropäer ihr Geld aus den heimischen Banken in die Banken stabilerer Länder schaffen und in diesen Ländern auch Immobilien kaufen, woher nehmen dann die griechischen, portugiesischen, spanischen und italienischen Banken überhaupt noch ihr Geld her?

Nun, über dieses Thema habe ich schon öfters in meinen Blogeinträgen geredet. Seht hierzu unter anderem meinen Blogeintrag: “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 112“.

Die südeuropäischen Banken holen sich ihr Geld über das Target-2-System des(ESZB). Eigentlich handelt es sich hier um ein Echtzeit-Brutto-Clearingsystem (RTGS) des Eurosystems (ESZB).

Seit Beginn der Eurokrise muss nun dieses Target-2-System als ein Finanzierungssystem zwischen den europäischen Banken herhalten, da der europäische Interbankenmarkt seit Ausbruch der Eurokrise nicht mehr wirklich funktioniert und quasi “eingefroren” ist.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 4.6.2012 mit dem Titel “Interbankenmarkt: Stärkster Kredit-Rückgang seit Lehman” im “Manager-Magazin“.

Und diese Target-2-Salden sind seit Ausbruch der Krise auf teilweise aberwitzige Höhen angestiegen. Zum aktuellen Stand seht den Eintrag mit dem Titel “Target2-Salden der Länder des Eurosystems im Mai 2013 (in Millionen Euro)” in “Statista“.

Seht hierzu auch den Eintrag mit vielen sehr schön veranschaulichenden Charts mit dem Titel “Target2 Salden” im Blog “Querschüsse” von Steffen Bogs.

Wie zu erwarten, haben natürlich alle PIIGS-Staaten im Rahmen des Target-2-Systems sehr große Verbindlichkeiten aufgebaut, denen auf der anderen Seite ebenso große Forderungen der stabileren mittel- und nordeuropäischen Eurozonen-Länder gegenüberstehen.

Die Forderungen der Deutschlands (bzw. der Deutschen Bundesbank) belaufen sich zur Zeit auf ungefähr 589 Milliarden Euro. Unter den PIIGS-Staaten hat Spanien (bzw. die spanische Zentralbank) die größten Verbindlichkeiten aufgebaut. Sie belaufen sich auf 284 Milliarden Euro.

Im Klartext: Die reichen Spanier schaffen ihr Geld weg. Keine europäische Bank traut den spanischen Banken mehr wirklich, weshalb natürlich auch keine europäische Bank ihnen Geld leihen will. Also holen sich die spanischen Banken das Geld über das Target-2-System des ESZB. Und haften dafür muss vor allem die Deutsche Bundesbank und letztlich einfach die deutschen Steuerzahler.

Ähnlich ist wohl auch im Fall von Italien. Die italienische Zentralbank hat mittlerweile auch schon 228 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten aufgebaut.

Deutschland haftet mit 27% für die möglichen Verluste der EZB. Und sollte das ESZB im Zuge der Eurokrise wirklich mal auseinanderkrachen (was Gott und vor allem Mario Draghi verhüten möge), würde die Deutsche Bundesbank einfach auf ihren Forderungen sitzen bleiben.

Tja, so sieht´s aus.

Zum Abschluss nochmals mein Lieblingszitat von Gordon Gekko (dem Protagonisten des Filmes “Wall Street” von Oliver Stone aus dem Jahre 1987). Ich zitiere hier aus dem Eintrag “Quotes for Gordon Gekko (Character)” in der “IMDb“:

Gordon Gekko:”The richest one percent of this country owns half our country’s wealth, five trillion dollars. One third of that comes from hard work, two thirds comes from inheritance, interest on interest accumulating to widows and idiot sons and what I do, stock and real estate speculation. It’s bullshit. You got ninety percent of the American public out there with little or no net worth. I create nothing. I own. We make the rules, pal. The news, war, peace, famine, upheaval, the price per paper clip. We pick that rabbit out of the hat while everybody sits out there wondering how the hell we did it. Now you’re not naive enough to think we’re living in a democracy, are you buddy? It’s the free market. And you’re a part of it. You’ve got that killer instinct. Stick around pal, I’ve still got a lot to teach you”.

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