Eurozone: Arbeitslosigkeit liegt mittlerweile bei 12,2 Prozent – 2

Und was nun Deutschland angeht, so sind die deutschen Wachstumszahlen mittlerweile herzlich mager. Im ersten Quartal dieses Jahres hatten wir in Deutschland ein Wachstum von + 0,1 %. In Frankreich waren es – 0,2%.

Seht hierzu unter anderem den Artikel vom 15.5.2013 mit dem Titel “France Slides Into Recession, Germany Disappoints” in der Website von “CNBC“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 15.5.2013 mit dem Titel “French economy returns to recession” in “BBC News“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “France has entered its second recession in four years after the economy shrank by 0.2% in the first quarter of the year, official figures show. Its economy shrank by the same amount in the last quarter of 2012.

President Francois Hollande has said he expects zero growth in 2013, lower than a 0.1% growth forecast by the French government.

Separate figures showed that the recession across the 17-nation eurozone has continued into a sixth quarter.

A recession is defined as two consecutive quarters of negative growth.

The economy of the 17-nation bloc shrank by 0.2% in the January to March period, according to the EU’s statistics office Eurostat, with nine of its members now in recession.

Germany’s economy, generally considered to be the eurozone’s strongest, grew by just 0.1% in the quarter“.

Die Deutsche Bundesbank (Jens Weidmann) hat angesichts des mageren ersten Quartals daher im Juni dieses Jahres die zu erwartenden Wachstumszahlen für Deutschland weiter abgesenkt.

Seht hierzu auch den Artikel vom 7.6.2013 mit dem Titel “German Central Bank Cuts Growth Prediction for 2013” in der “New York Times“.

Der “Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung” hatte schon im März die zu erwartenden Wachstumszahlen für Deutschland deutlich abgesenkt.

Seht hierzu auch den Artikel vom 28.3.2013 mit dem Titel “Sachverständigenrat senkt Konjunkturprognose – Mieses Wachstum, doch die Politik tönt: `Deutschland geht es gut´” von Wolfgang Lieb in den “Nachdenkseiten“.

Was nun die Rezession in der Eurozone insgesamt angeht, so seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 15.5.2013 mit dem Titel “Eurozone sets bleak record of longest term in recession” in der “Financial Times“.

Und seht hierzu auch den Artikel vom 18.5.2013 mit dem Titel “The euro-zone economy: Recession, cont’d” in “The Economist“.

Der einzige Lichtblick in diesem düsteren Szenario ist hier die vor einigen Tagen erfolgte Ankündigung Mario Draghis, dass er weiterhin langfristig an einer sehr lockeren Geldpolitik festhalten werde.

Mario Draghi versucht so immerhin in seiner Funktion als Chef der EZB mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Rezession etwas zu mildern.

Seht hierzu den Artikel vom 4.7.2013 mit dem Titel “Lockere Geldpolitik: EZB verspricht langfristig billiges Geld” in der “FAZ“.

Zurück zum Fall Spanien: Da Spanien traditionell kein “Exportweltmeister” ist, sondern wie alle anderen südeuropäischen Krisenstaaten auch in erster Linie vom inländischen Konsum lebt (die einzige Ausnahme dürfte hier wohl Norditalien sein), sind letztlich so gut wie alle arbeitenden oder arbeitsfähigen Menschen in Spanien von diesem Wahnsinn betroffen.

Und diejenigen Menschen in Spanien, die Vermögen haben, tun das, was wohl jeder vernünftige Mensch tun würde, wenn er ahnt, dass sein Land auf dem besten Wege in den Ruin ist: Sie heben ihr Geld von der Bank ab und bringen es ins Ausland. Das läuft übrigens schon mindestens seit Beginn des letzten Jahres so.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 20.3.2013 mit dem Titel “Kapitalflucht in Spanien schon sichtbar” in “Telepolis“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die spanische Regierung hat Hinweise darauf, dass die Sparer damit begonnen haben, ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Auf Nachfrage haben gegenüber Telepolis mehrere Banken bestätigt, dass verstärkt Geld abgehoben und ins Ausland überwiesen werde. Es wiederholt sich das, was Spanien schon im Frühjahr 2012 erlebte. Als sich die Bankenrettung und ein Rettungsantrag abzeichneten, kam es zu einer massiven Kapitalflucht.  Die Lage wurde so bedenklich, dass das Thema auch auf Regierungsgipfeln behandelt werden musste.

Die konservative Regierung in Madrid weiß, dass viele Spanier Konten im Ausland eröffnet haben.  Insgesamt sind 2012 schon 180 Milliarden Euro aus dem Land abgeflossen. Das war eine Steigerung um 144 Prozent gegenüber 2011. Auch einfache Sparer hatten sich vor allem nach Frankreich, Andorra und Gibraltar aufgemacht, um dort Konten zu eröffnen und Geld für Notfälle wie in Zypern zu bunkern. Hatte sich die Situation in den letzten Monaten 2012 wieder entspannt, habe die Zypern-Entscheidung zurückgewonnenes Vertrauen in den Boden gestampft, sind Experten überzeugt. (…).

Ohnehin haben viele Spanier das Vertrauen in ihre Regierung längst verloren. Gegen alle Wahlversprechen haben die Konservativen Steuern erhöht, Banken gerettet, Löhne gesenkt und massive Einschnitte im Bildungs- und Gesundheitssystem vorgenommen. Statt einem Ende der Krise näher zu kommen, rutscht das Land immer tiefer in die Rezession. Die Arbeitslosigkeit steigt und steigt und mit ihr die Kreditausfälle. Die Ausfallquote, so hat die spanische Zentralbank am Dienstag mitgeteilt, ist auf fast elf Prozent angeschwollen.  Dabei haben Banken toxische Werte in einem Umfang von 50 Milliarden Euro schon in eine staatliche Bad Bank ausgelagert. Ministerpräsident Mariano Rajoy musste am Mittwoch auch einräumen, dass seine absurd optimistischen Wirtschaftsprognosen nicht haltbar sind. Das schafft nicht gerade Vertrauen. Und dass seine gesamte Regierung von einem Korruptionsskandal erschüttert wird, den nicht einmal Rajoy auszuräumen vermag, ebenfalls nicht”.

Das Debakel um die Zypern-Rettung hat natürlich die Furcht der Sparer in den südeuropäischen Ländern vor einer Enteignung im Falle einer möglicherweise kommenden umfassenden Bankenrettungsaktion noch deutlich verstärkt.

Zur Enteignung der Privatkunden in Zypern seht zum Beispiel den Artikel vom 16.3.2013 mit dem Titel “Euro-Länder enteignen Privatkunden: Zyperns Sparer versuchen ihr Geld von der Bank zu retten” in “Focus“.

Auch griechische Sparer wurden von dieser Enteignung teilweise hart getroffen. Seht hierzu den Artikel vom 16.3.2013 mit dem Titel “Teilenteignung der Bankkunden: Zypern-Deal entsetzt griechische Sparer” in “Spiegel Online“.

Zum aktuellen Stand des Zypern-Debakels seht zum Beispiel den Artikel vom 19.6.2013 mit dem Titel “Krisenstaat: Zypern fleht erneut um Hilfe für die Banken” in “Die Welt“.

In Spanien sind die Banken seit dem Platzen der Immobilienblase im Jahre 2008 zunehmend immer heftiger ins Wackeln geraten.

Entsprechend misstrauisch sind nicht zuletzt die spanischen Sparer natürlich, zumindest diejenigen, die halbwegs intelligent sind und auf die ebenso durchsichtigen wie taktisch motivierten Beschwichtigungsformeln des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy und des Wirtschaftsministers Luis de Guindos und Finanzministers Cristóbal Montoro nicht hereinfallen. Und das dürften die allermeisten spanischen Sparer sein. So dumm sind die Spanier nicht.

Zur Bankenkrise in Spanien seht zum Beispiel den Artikel vom 4.7.2013 mit dem Titel “Banken-Krise: Spanien: Faule Kredite ziehen Banken in den Abgrund” in den “Deutschen Wirtschaftsnachrichten“.

Zum Thema “faule Kredite in spanischen Banken” seht auch den Artikel vom 18.1.2013 mit dem Titel “Faule Kredite: Spanische Banken könnten 190 Milliarden Euro verlieren” in “Spiegel Online“.

Seht hierzu zum Beispiel auch den Artikel vom 18.12.2013 mit dem Titel “Spanische Banken: Faule Kredite erreichen neuen Höchststand” in der “FAZ“.

Im übrigen betrifft dieses Problem gar nicht nur die spanischen Banken. Es betrifft die Mehrzahl der europäischen Banken.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 12.2.2013 mit dem Titel “Finanzkrise: Faule Kredite belasten die Banken” im “Tagesspiegel“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Banken der Euro-Zone sitzen auf so vielen faulen Krediten wie noch nie. Einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge könnten in diesem Jahr Kredite in einem Umfang von 918 Milliarden Euro platzen. Das wären 80 Milliarden Euro mehr als noch 2012. „Schuld daran sind die Krisen der vergangenen Jahre“, sagt Claus-Peter Wagner von Ernst & Young.

Besonders betroffen sind die spanischen Banken: 15,5 Prozent ihrer Kredite gelten derzeit als ausfallgefährdet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Summe der faulen Kredite damit von 191 auf 247 Milliarden Euro gestiegen. „Spaniens Banken sind, vor allem durch die dortige Immobilienblase, beinahe flächendeckend in die Bredouille geraten“, sagt Wagner.

Um die Banken zu retten, hat Spanien eine „Bad Bank“ gegründet: Sie übernimmt die faulen Immobilienkredite von den Banken und wickelt sie ab. Dank der Bad Bank sollen die Institute es schaffen, die Summe der ausfallgefährdeten Kredite bis 2016 auf 98 Milliarden Euro zu drücken. „Das Problem besteht aber natürlich weiter“, sagt Dirk Müller-Tronnier von Ernst & Young. Für die Gesamtwirtschaft sei durch die Auslagerung nicht viel gewonnen. „Denn die Bad Bank wird zum Teil durch Steuergelder finanziert.“

In Deutschland liegt der Anteil der faulen Kredite dagegen mit 2,7 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der EuroZone von 7,6 Prozent. In diesem Jahr sollen die deutschen Institute die Summe ihrer ausfallgefährdeten Kredite weiter zurückführen können von 200 auf 183 Milliarden Euro. Ein Risiko liege in Deutschland allerdings in der Schiffsfinanzierung, sagt Müller-Tronnier. Die deutschen Großbanken haben Redereien und Werften Kredite von gut 100 Milliarden Euro gewährt – noch ist unklar, wie viele davon ausfallen werden”.

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