Zum Tode Margaret Thatchers – 2

George W. Bush gehörte auch dieser Sorte von konservativen Politikern und hat ebenfalls unnötige und kostspielige Kriege geführt. Dies betrifff vor allem den Irakkrieg. Der Krieg in Afghanistan war vielleicht noch zu rechtfertigen. Der Angriff auf den Irak war allein durch absurde geostrategische Erwägungen und die riesigen Ölreserven dieses Landes motiviert. Irgendwelche “Massenvernichtungswaffen” gab es im Irak nie. Wirklich gelohnt haben sich übrigens beide Kriege nicht, wie wir mittlerweile wissen.

Über den Irakkrieg habe ich übrigens schon vor längerer Zeit einige Blogartikel verfasst, im Zusammenhang mit einigen sehr guten Dokumentarfilmen zu diesem Krieg und der anschliessenden, desaströs verlaufenen amerikanischen Besetzung des Irak. Seht hierzu unter anderem meinen Blogartikel “Michael T. Klares `Blood and Oil´ (2008) und die Vereinigten Staaten heute“, weiterhin meinen Blogartikel “No End in Sight (2007)“, ebenfalls meinen Blogartikel “Why We Fight (2005)” und zuletzt noch meinen Blogartikel “Iraq for Sale: The War Profiteers (2006)“.

Auch der Falkland-Krieg dürfte übrigens sich kaum gelohnt haben. Bei dieser Sache ging es nur um das Prestige der damals in Argentinien regierenden verbrecherischen Militärjunta (1976-1983) und natürlich um das Prestige der damaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Am Sieg der Engländer bestand kein Zweifel. Sie waren den Argentiniern genauso überlegen wie die Amerikaner unter George W. Bush den Irakern unter ihrem mittlerweile hingerichteten Diktator Saddam Hussein.

Über diese Sorte von Politikern, die mit nationalen Kriegserfolgen bei ihrem konservativen Wahlvolk punkten wollen, hat die englische Heavy-Metal-Band Black Sabbath nicht zuletzt gerade auch anlässlich des damaligen Vietnam-Krieges auf ihrem wohl berühmtesten Album “Paranoid” (1970) einen genialen Song mit dem Titel “War Pigs” veröffentlicht.

Black Sabbath: War Pigs (hier in einer Video-Version mit Bildern aus dem Irakkrieg).

Lyrics War Pigs

Wikipedia: War Pigs

Ich kann an der jetzt verstorbenen Margaret Thatcher nachträglich wenig Gutes erkennen, genauso wenig wie an George W. Bush. Ich könnte auch nicht sagen, was an ihr “eisern” war. Sie selbst hat nie eine Uniform getragen und einem bewaffneten Feind ins Auge geschaut.

Unter einem “eisernen” Menschen verstehe ich jemanden, der vor allem gegenüber sich selbst hart und fordernd ist. Es gibt zum Beispiel den berühmten “Ironman World Championship“. Wenn ihr wissen wollt, was das ist, dann lest den Wikipedia-Artikel hierzu durch. Es handelt sich hier um einen extrem harten Triathlon-Wettbewerb. Diese Extremsportler sind sich selbst gegenüber gnadenlos und verlangen sich selbst das Äusserste ab. Die Teilnehmer und vor allem die Sieger in diesen Wettbewerben sind tatsächlich “eiserne” Menschen, die Respekt verdienen.

Ein eiserner Mensch war zum Beispiel der junge Reinhold Messner, der erfolgreichste Extrem-Bergsteiger seiner Generation. Reinhold Messner hat gemeinsam mit Peter Habeler 1978 als Erster den Gipfel des Mount Everest ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff erreicht und stand als erster Mensch auf den Gipfeln aller vierzehn Achttausender (1970–1986, jeweils ohne Flaschensauerstoff). Ebenfalls als Erster hat er einen Achttausender im Alleingang (Nanga Parbat 1978) bestiegen. Zudem war er der Zweite, der 1986 die Seven Summits erreichte.

Ein eiserner Mensch war auch der junge Arnold Schwarzenegger, der mit Abstand erfolgreichste Bodybuilder seiner Generation (sieben Mr. Olympia-Titel und fünf Mr. Universum-Titel).

Arnold Schwarzenegger war mit hauptverantwortlich dafür, dass der Kraftsport in den 1970er- und 1980er-Jahren zu einer Mainstream-Sportart wurde. Mittlerweile ist Kraftsport eine weitverbreitete und oft auch von Medizinern empfohlene Sportart.

Wer wissen will, wie der junge Arnold Schwarzenegger drauf war und wie hart er in Wettkampfsvorbereitungsphasen trainiert hat, dem empfehle ich, mal den Bodybuilder-Kultfilm “Pumping Iron” von 1977 anzuschauen.

Arnold Schwarzenegger trainierte damals nach dem Motto “No pain, no gain” (“Kein Schmerz = kein Gewinn, bzw. im Falle des Bodybuildings: Kein Schmerz = kein Muskelwachstum“). In diesem Film könnt ihr auch einige andere legendäre Bodybuilder aus Schwarzeneggers Generation sehen, wie der etwas jüngere Lou Ferrigno (“The Incredible Hulk“), der enge Freund Arnold Schwarzeneggers und damals erfolgreichste Leichtgewicht-Bodybuilder Franco Columbu, etc.

Den Bodybuilder-Kultfilm “Pumping Iron” von 1977 gibt es teilweise auch in hochgeladenen Online-Versionen (zum Beispiel in Video-Portalen wie YouTube) und man kann ihn natürlich auch als DVD kaufen, zum Beispiel bei amazon.de. Seit dem Jahre 2003  gibt es ausserdem eine “25th Anniversary Special Edition” dieses Films mit dem “Making of“-Film “Raw Iron” als Bonusmaterial. Dieses mittlerweile legendäre Bodybuilder-Dokudrama brachte im Jahre 1977 die Kraftsport-Welle weltweit ins Rollen.

Arnold Schwarzenegger ist übrigens ein überzeugter Ökologe und war damals als kalifornischer Gouverneur mit hauptverantwortlich dafür, dass die umweltfeindliche “California Proposition 23” (von den Gegnern “Dirty Energy Prop” genannt) im Jahre 2010 erfolgreich niedergeschlagen wurde.

Schwarzenegger ist auch ein durchaus talentierter, und bei Bedarf auch bissiger und sarkastischer Redner. Seht hierzu ein Video in Youtube mit dem Titel “Arnold Schwarzenegger slams Proposition 23 in Santa Clara“, in dem Schwarzenegger im September des Jahres 2010 im Commonwealth Club of California in Santa Clara diejenigen Ölfirmen hart angreift, die hinter der “California Proposition 23” standen und unter anderem die Ergebnisse seiner ökologisch orientierten Politik unterminieren wollten.

Es handelte sich dabei um die Ölfirmen Tesoro und Valero und auch um Koch Industries, die Riesenfirma der sogenannten “Koch-BrothersDavid H. Koch und Charles G. Koch.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 4.9.2010 mit dem Titel “The dirty oil coalition behind the Proposition 23 effort to stop clean energy just got a lot dirtier” in “thinkprogress.org“.  Seht hierzu auch den Artikel vom 18.10.2010 mit dem Titel “Yes-on-Prop-23 campaigners “very thankful” for out-of-state oil companies’ funding“, ebenfalls in “thinkprogress.org“.

Zu den Koch-Brothers als Mitfinanzierer und Mitunterstützer der glücklicherweise damals niedergeschlagenen “California Proposition 23” seht den Artikel vom 2.9.2010 mit dem Titel “Billionaire Koch brothers back suspension of California climate law” in der “Los Angeles Times“. Seht hierzu auch in der Website von “Greenpeace USA” den Artikel mit dem Titel “CASE STUDY: Koch Industries Backs California Proposition 23“. Seht hierzu ebenfalls den Artikel vom 3.9.2010 mit dem Titel “Koch Industries Donates $1 Million to Prop 23 Effort To Kill California Climate Law” in der “Huffington Post“.

Diese beiden rechtslibertären Brüder (die “Koch-Brothers“) sind zugleich auch die Hauptfinanzierer und Hauptstrippenzieher hinter der sogenannten “Tea-Party-Bewegung” (siehe hierzu die Wikipedia-Liste mit dem Titel “Tea Party Politicians” und den Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Tea Party Caucus“). Genau diese Tea-Party-Politiker sind in erster Linie die erbitterten Gegner Barack Obamas, gerade auch im amerikanischen Finanzdrama um die sogenannte “United States fiscal cliff“. Seht hierzu auch meinen Blogartikel “Die USA und der drohende Sturz von der sogenannten `Fiskalklippe´“.

Entgegen der Meinung vieler unzureichend informierter Beobachter war Arnold Schwarzenegger übrigens nicht der Hauptschuldige an den finanziellen Schwierigkeiten, in denen sich der amerikanische Bundesstaat Kalifornien seit der Finanzkrise ab 2007 befindet. In Kalifornien waren die Folgen der Finanzkrise ab 2007 besonders dramatisch, weil dort eine ganz besonders massive Immobilienblase vorlag. Seht hierzu auch den Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Real estate bubble” und auch den guten Hintergrundartikel vom 4.10.2009 mit dem Titel “Will California become America’s first failed state?” in der linksliberalen Londoner Tageszeitung “The Guardian“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “California has a special place in the American psyche. It is the Golden State: a playground of the rich and famous with perfect weather. It symbolises a lifestyle of sunshine, swimming pools and the Hollywood dream factory.

But the state that was once held up as the epitome of the boundless opportunities of America has collapsed. From its politics to its economy to its environment and way of life, California is like a patient on life support. At the start of summer the state government was so deeply in debt that it began to issue IOUs instead of wages. Its unemployment rate has soared to more than 12%, the highest figure in 70 years. Desperate to pay off a crippling budget deficit, California is slashing spending in education and healthcare, laying off vast numbers of workers and forcing others to take unpaid leave. In a state made up of sprawling suburbs the collapse of the housing bubble has impoverished millions and kicked tens of thousands of families out of their homes. Its political system is locked in paralysis and the two-term rule of former movie star Arnold Schwarzenegger is seen as a disaster – his approval ratings having sunk to levels that would make George W. Bush blush. The crisis is so deep that Professor Kevin Starr, who has written an acclaimed history of the state, recently declared: “California is on the verge of becoming the first failed state in America.” (…).

One in four American mortgages that are “under water”, meaning they are worth more than the home itself, are in California. In the Central Valley town of Merced, house prices have crashed by 70%. Two Democrat politicians have asked for their districts to be declared disaster zones, because of the poor economic conditions caused by foreclosures. In one city near Riverside, a squatter’s camp of newly homeless labourers sleeping in their vehicles has grown up in a supermarket car park – the local government has provided toilets and a mobile shower. In the Los Angeles suburb of Pacoima, one in nine homeowners are now in default on their mortgage, and the local priest, the Rev John Lasseigne, has garnered national headlines – swapping saving souls to saving houses, by negotiating directly with banks on behalf of his parishioners” (Fettdruck von mir!).

Lest euch diesen guten Hintergrundartikel vom 4.10.2009 mit dem Titel “Will California become America’s first failed state?” mal in Ruhe durch. Arnold Schwarzenegger hatte als kalifornischer Gouverneur (2003-2011) das grosse Pech, von den Folgen der geplatzten massiven Immobilienblase in Kalifornien voll erwischt zu werden. (Seht hierzu auch die Wikipedia-Liste der Gouverneure von Kalifornien). Arnold Schwarzenegger wurde dann auf politischer Ebene für dieses Desaster verantwortlich gemacht.

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