Zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA – 5

Seht zu den aktuellen Erfolgen der deutschen Automobilhersteller in den USA und zur “North American International Auto Show” in Detroit im vergangenen Januar auch den Artikel vom 14.1.2013 mit dem Titel “Detroit Autoshow: Deutsche Autobauer geben Gas” in der “Stuttgarter Zeitung“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die deutsche PS-Branche fährt mit großen Erwartungen zur Autoshow in Detroit, die in dieser Woche beginnt. „Wir setzen alles daran, um die Erfolgsgeschichte der deutschen Automobilindustrie in den Vereinigten Staaten auch in diesem Jahr fortzuschreiben“, verkündet Matthias Wissmann, der Präsident des Branchenverbands VDA. Die Zuversicht beruht darauf, dass die heimischen Fahrzeugbauer auf das bisher beste Jahr in Amerika zurückblicken und dort Marktanteile gewonnen haben. „Dies gibt Rückenwind für 2013“, meint Wissmann.

Die hiesigen Anbieter haben 2012 im siebten Jahr hintereinander ihre Position auf dem weltweit größten Automarkt verbessern können. Die deutschen Konzernmarken legten um mehr als 21 Prozent auf rund 1,27 Millionen Wagen zu, während der Gesamtmarkt um gut 13 Prozent auf mehr als 14,4 Millionen Fahrzeuge wuchs. Allerdings muss man relativierend hinzufügen, dass die deutschen Marken trotz dieses Erfolgs noch lange nicht zu den großen Spielern auf dem US-Markt zählen.

Der Marktführer General Motors hat im vergangenen Jahr auf seinem Heimatmarkt ebenso wie Ford Marktanteile abgeben müssen. Beide verkaufen dort aber noch etwa doppelt so viele Wagen wie alle deutschen Anbieter zusammen. Anders als GM und Ford hat Chrysler, der kleinste der „großen drei aus Detroit“ mit einem Absatzplus von rund 21 Prozent auf rund 1,6 Millionen Wagen Marktanteile hinzugewinnen können. Für US-Branchenbeobachter ist dieses Comeback des ehemaligen Daimler-Partners Chrysler, der jetzt zu Fiat gehört, die Überraschung des Jahres. Auch die japanischen Wettbewerber Toyota und Honda verkaufen in Amerika allein jeweils mehr Autos als alle deutschen Autobauer zusammen. Auch im laufenden Jahr rechnen Branchenbeobachter damit, dass der amerikanische Automarkt weiter zulegt. Allerdings wird sich das Wachstum voraussichtlich abschwächen. Das Marktforschungsinstitut Polk rechnet im laufenden Jahr mit einem Anstieg um 6,6 Prozent auf 15,3 Millionen Wagen. In zwei Jahren könnte nach Einschätzung der Experten von Polk wieder die Marke von 16 Millionen Autos geknackt werden, die zuletzt vor der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2007 erreicht wurde. (…).

Im laufenden Jahr können die deutschen Autobauer nach einer Prognose des Car-Instituts den Rückgang des westeuropäischen Marktes durch das Wachstum in Amerika ausgleichen. Auch in diesem Jahr sollen die USA laut dieser Untersuchung vor China weiter der größte Markt der Welt ­bleiben. Alle deutschen Marken zusammen könnten nach Einschätzung des Wissenschaftlers bis 2015 einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen und dann 1,6 Millionen Fahrzeuge in den USA ver­kaufen”.

Diese positive Entwicklung auf dem US-Automarkt hält übrigens bisher unvermindert an.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 2.4.2013 mit dem Titel “US-Verkäufe: Amerikaner machen Autobauer glücklich” im “Handelsblatt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Der wichtige US-Automarkt hat im März sein hohes Tempo gehalten. Für die amerikanischen „Big Three“ General Motors, Ford und Chrysler war es der beste Monat seit fünf oder sechs Jahren. GM-Verkaufschef Kurt McNeil führte den Verkaufszuwachs am Dienstag auf eine allgemein bessere Wirtschaftslage sowie neue Modelle zurück. (…).

Die allmähliche Erholung des US-Immobilienmarktes lässt viele Amerikaner zuversichtlicher in die Zukunft schauen. Anders als in Europa sind die Autobauer in den USA in Feierlaune. „Das wird bei weitem das beste Jahr, das wir nach der Rezession gesehen haben“, sagte Toyota-Manager Bob Carter der Nachrichtenagentur dpa auf der gerade laufenden Auto Show in New York. Die Kunden ließen sich nicht einmal von den Budget-Streitereien in Washington beirren. „Das Verbrauchervertrauen ist gestiegen.“

Als weiteren Grund für das gute Klima auf dem US-Automarkt nannte Carter den leichtere Zugang zu Krediten. „Die Banken haben Geld.“ Überdies seien viele Autos schlicht veraltet und müssten ersetzt werden. „Das Durchschnittsalter der Autos auf amerikanischen Straßen ist elf Jahre.“ Das habe es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben. Toyota selbst musste sich im März allerdings mit einem Verkaufsplus von 1 Prozent begnügen. (…).

Damit erwies sich der US-Markt einmal mehr als Stütze für die Autobauer. In Europa setzte sich die Talfahrt fort: In Frankreich fielen die Neuzulassungen im März um 16,4 Prozent, in Spanien wurden 13,9 Prozent weniger Autos verkauft. Im Vergleich dazu fiel das Minus in Italien, dem viertgrößten Automarkt in Europa, mit 4,9 Prozent fast moderat aus.

Auch Deutschland dürfte sich dem Absatztrend nicht entziehen können. “Die Neuzulassungen werden mindestens zweistellig fallen, vielleicht sind es im März 15 bis 16 Prozent weniger”, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die deutschen Absatzzahlen werden am Mittwoch veröffentlicht”.

Seht hierzu auch eine ähnlichlautende Meldung vom 3.4.2013 mit dem Titel “US-Automarkt wächst weiter – Lage in Europa bleibt düster” in “Reuters“.

Was nun die “Big Three” (GM, Ford und Chrysler) und ihre aktuellen Verkaufserfolge angeht, so seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 3.4.2013 mit dem Titel “GM, Ford and Chrysler post best U.S. sales since 2007” in “The Raw Story“.

Insofern muss ich auch dem schon von mir zitierten Artikel vom 14.1.2013 mit dem Titel “Deutsche Autohersteller in Detroit: Flucht aus der Krise” in “Süddeutsche.de” widersprechen.

Ich zitiere hier nochmals aus diesem Artikel: “Es ist eine Wende, wie sie selbst die kühnsten Träumer nicht für möglich gehalten hätten. Die Todgeweihten haben zu alter Kraft zurückgefunden. GM, Chrysler und Ford schreiben hohe Gewinne – und an den Börsen steigen die Kurse. Vor allem für GM ging es zuletzt steil nach oben. Nachdem die Aktie im Sommer auf 18 Dollar gefallen war, notiert sie inzwischen bei mehr als 30 Dollar.

Auch wenn die US-Regierung am Ende einen Verlust verbuchen wird: Die Staatshilfen haben sich ausgezahlt. Mehr als 85 Milliarden Dollar investierte die US-Regierung im Sommer 2009 in GM, Chrysler und etliche Zulieferer. Seither hat die Autoindustrie mehr als eine Viertelmillion Jobs geschaffen. Niemand zweifelt mehr an der Zukunftsfähigkeit der “Big Three”.

Nur eines will den US-Konzernen nicht gelingen: die Rückeroberung verlorener Marktanteile. Sie wachsen zwar, aber sie wachsen nicht schnell genug. Gerade die Deutschen, die bisher nur Nischenanbieter auf dem amerikanischen Markt waren, machen Druck. 2012 haben die Amerikaner 14,5 Millionen Neuwagen gekauft, es war das beste Jahr seit 2007 und ein Zuwachs von mehr als 13 Prozent gegenüber 2011. Die deutschen Hersteller steigerten ihren Absatz sogar um 21 Prozent und haben sich inzwischen einen Marktanteil von fast neun Prozent gesichert. (…).

Doch noch stärker als die Deutschen präsentieren sich die Japaner. Allen voran: Toyota. Der Konzern, der einst GM von der Weltspitze verdrängt hat, konnte sich vom Katastrophenjahr 2011 erholen, als seine Produktionsstätten von Erdbeben und Flutwellen verwüstet wurden. Auch Nissan und Honda verzeichnen starke Zuwächse, genau wie die Koreaner mit Kia und Hyundai. Die Asiaten teilen inzwischen 45,6 Prozent des amerikanischen Marktes unter sich auf. Damit haben sie die US-Konzerne überholt. Zusammen kommen General Motors, Chrysler und Ford nur noch auf 44,5 Prozent”.

Für die Amerikaner ist die Dominanz der 80er und 90er Jahre Geschichte. Vor allem die Marktmacht von GM bröckelt. Zwar stiegen die Verkäufe von Chevys, Buicks, GMCs und Cadillacs um 3,7 Prozent. Doch ihr Marktanteil sank von 19,6 auf 17,9 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit den 20er Jahren. An dieser Stelle endet die Geschichte des märchenhaften Comebacks“.

Soweit also die Unkenrufe in “Süddeutsche.de” im Januar dieses Jahres.

Tatsächlich aber sieht es mittlerweile so aus, als wenn das Comeback der “Big Three” (GM, Ford und Chrysler) langsam aber sicher anzurollen scheint.

Die derzeitige amerikanische Regierung unter Barack Obama hat also wohl mit dauerhaftem Erfolg Geld in die Rettung von GM investiert. Seht zu dieser Sache auch den Wikipedia-Artikel mit dem Titel “General Motors Chapter 11 reorganization“.

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