Zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA – 4

Seht hierzu zum Beispiel auch den Artikel vom 13.2.2013 mit dem Titel “Freihandelszone von Europa und den USA macht Autos günstiger” in der “Braunschweiger Zeitung“.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “Die deutsche Autoindustrie blickt „mit verhaltenem Optimismus“ in die Zukunft. Zwar sei im Zuge der Euro-Krise der Fahrzeug-Absatz in Südeuropa auch zu Jahresbeginn außerordentlich schwach, doch stimme das Wachstum in Übersee weiter zuversichtlich, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, gestern in Berlin. „Wir haben das Glück, dass die deutschen Autohersteller vom Weltmarkt leben und nicht nur auf Europa angewiesen sind.“

Einen neuen Schub für die EU wie für die deutsche Autoindustrie verspricht sich Wissmann von der geplanten Freihandelszone zwischen Europa und den USA. Geradezu euphorisch sagte der VDA-Präsident voraus, ein solches nun auch von US-Präsident Barack Obama angekündigtes Abkommen könne 1 bis 1,5 Prozent zusätzliches Wachstum im transatlantischen Raum schaffen. Wissmann sprach von einem „Befreiungsschlag“, die Freihandelszone würde 40 Prozent des gesamten Weltautomarkts umfassen. Derzeit müsse allein die deutsche Autoindustrie jährlich eine Milliarde Euro an Zöllen für Exporte in die USA und Importe aus den USA bezahlen.

Während die Amerikaner wohl vor allem auf eine Absenkung der Zölle zielten, müsse die EU auch auf eine Vereinheitlichung von Sicherheitsstandards drängen, fordert Wissmann. Die unter- schiedlichen Produktvorschriften seien eine große Hürde, es gebe viel zu viele bürokratische Regulierungen. So müsse ein hinterer Auto-Blinker in der EU gelb sein, in den USA könne er auch rot leuchten; ein Seitenspiegel müsse in der EU einklappbar sein, in den USA nicht”.

Darum geht es also unter anderem: Die Technik- und Sicherheitsstandards des europäischen und amerikanischen Automobilsektors sollen angeglichen werden. Dass die Deutschen deshalb deutlich mehr GM-Fahrzeuge (General Motors) kaufen werden, glaube ich kaum. Aber die deutschen Automobilhersteller werden es dann noch leichter haben, ihre Autos in den USA mit gutem Gewinn zu verkaufen.

Man muss sich klarmachen: Von allen deutschen Exportgütern sind die Kraftwagen und Kraftwagenteile der mit Abstand grösste Posten.

Seht hierzu den Eintrag mit dem Titel “Exporte aus Deutschland nach Güterabteilungen (Top 15) im Jahr 2012 (in Milliarden Euro)” in “Statista“.

Und in Europa sinken die Verkaufszahlen für Neuwagen mittlerweile deutlich, was auch auf die Exportzahlen der deutschen Automobilindustrie drückt.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 4.3.2013 mit dem Titel “Exporte der deutschen Hersteller sinken deutlich” in der “Automobilwoche“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Schwäche des europäischen Automarkts drückt bei deutschen Herstellern auf den Export. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag in Genf mitteilte, fielen die Pkw-Exporte im Februar um 10 Prozent auf 358.200 Fahrzeuge. Nach VDA-Angaben fuhren Unternehmen ihre Produktion entsprechend um 8 Prozent auf 466.100 Autos zurück. (…). Im Februar waren mit rund 200.700 fabrikneuen Autos knapp 11 Prozent weniger zugelassen worden als vor Jahresfrist”.

Wir alle wissen, dass die Europäer selten amerikanische Autos kaufen, weil sie meist auf den amerikanischen Geschmack zugeschnitten sind und oft einen höheren Benzinverbrauch als die europäischen Autos haben (in den USA ist das Benzin immer noch viel billiger als in Europa).

Insofern würde der Abbau der Zölle und vor allem auch die Angleichung der Sicherheits- und Technikstandards im europäischen und amerikanischen Automobilsektor wohl in erster Linie den europäischen und vor allem den deutschen Autoherstellern nutzen. Denn begehrt sind in den USA vor allem auch die deutschen Premium-Marken: Audi, BMW, Mercedes, Porsche etc.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 4.1.2013 mit dem Titel “Steigender Marktanteil: Deutsche Autobauer triumphieren in den USA” in “RP-Online“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Für die deutschen Autobauer liegt das Schlaraffenland auf der anderen Seite des Atlantiks. BMW, Daimler, Audi und Porsche wurden im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten so viele Autos los wie nie zuvor. VW schaffte das beste Ergebnis seit fast vier Jahrzehnten. Auf dem riesigen US-Markt ist von einer Kaufzurückhaltung wie in Europa nichts zu spüren.

“Das Autojahr 2012 ist für unsere Unternehmen das bislang erfolgreichste auf dem US-Markt”, sagte der oberste deutsche Autolobbyist Matthias Wissmann am Freitag. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) schob hinterher: “Das gibt Rückenwind für das Jahr 2013.”

Im Jahr 2005 hatte der Marktanteil aller deutschen Hersteller nach VDA-Angaben erst bei 5,1 Prozent gelegen. Mittlerweile kommen Volkswagen, BMW und Daimler mit all ihren Tochtermarken auf 8,8 Prozent. Den Oberklasse-Markt haben die Deutschen schon länger im Griff. Dank des neuen VW-Werks im Bundesstaat Tennessee und des dort gebauten US-Passat zum Kampfpreis sind die “Germans” nun auch eine ernstzunehmende Größe im Massenmarkt.

Volkswagen setzte im vergangenen Jahr fast 440.000 Wagen seiner Hauptmarke in den Vereinigten Staaten ab, ein Plus von gut 35 Prozent. Auch im Schlussmonat Dezember war die Nachfrage hoch. Damit hat VW seine Auslieferungen binnen drei Jahren mehr als verdoppelt. Auch bei Porsche und Audi lief es blendend mit Zuwächsen von jeweils etwa einem Fünftel auf 35 000 beziehungsweise 140 000 verkaufte Autos.

Marke Mini auf annähernd 348 000 verkaufte Neuwagen, ein Zuwachs von 14 Prozent war. Daimler wurde gut 305 000 Fahrzeuge los, was ein Plus von 15 Prozent bedeutete. Neben noblen Mercedes-Karossen waren Smart-Kleinstwagen und Sprinter-Transporter darunter. Damit verwiesen Bayern und Schwaben die Konkurrenz aus Japan (Lexus, Acura, Infiniti) sowie den USA (Cadillac, Lincoln) auf die Plätze. (…).

Den Autobauern kommt zugute, dass das wirtschaftliche Klima in den USA besser ist als in Europa und die Käufer entsprechend eher bereit sind, einen Neuwagen anzuschaffen. Zudem sind viele Fahrzeuge in den USA total veraltet und müssen schlicht ersetzt werden.

Insgesamt wurden in den USA im vergangenen Jahr nach Angaben des Marktbeobachters Autodata annähernd 14,5 Millionen Neuwagen verkauft, ein Zuwachs von 13 Prozent. Die deutschen Autobauer legten sogar um 21 Prozent zu auf knapp 1,3 Millionen Stück. “Unsere Hersteller haben damit im siebten Jahr in Folge ihren Marktanteil auf dem weltweit größten Automobilmarkt kontinuierlich erhöht”, sagte VDA-Präsident Wissmann.

Der US-Markt treibt derzeit neben China die weltweite Autokonjunktur. Dagegen sind die Aussichten in Europa trübe. Selbst in dem von der Schuldenkrise weitgehend verschont gebliebenen Deutschland waren die Neuzulassung 2012 leicht zurückgegangen auf 3,1 Millionen. Für das laufende Jahr rechnet der VDA mit einem weiteren Abschmelzen auf etwa 3 Millionen Neuzulassungen”.

Tja, so sieht´s aus. Der europäische Markt für Automobile knickt im Zuge der Eurokrise zunehmend deutlich ein, während es mit dem US-amerikanischen Markt für Automobile schon seit einiger Zeit deutlich bergauf geht.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein PDF der DB-Research (Deutsche Bank) vom Juni 2012 mit dem Titel  “Perspektiven deutscher Automobilhersteller in den Zukunftsmärkten“.

Hier geht es um China, die ASEAN-Staaten und auch um die USA als ausbaufähige und zukunftsfähige Exportmärkte für deutsche Automobile.

Wir erfahren in diesem PDF unter anderem: “Die USA sind einer der wichtigsten automobilen Zukunftsmärkte” (S.9). Und: “Deutsche Autobauer haben ihren Marktanteil in den USA zuletzt stetig ausgebaut; bis 2015 sind 10% Marktanteil möglich (2011: 8,2%)“. (S. 10). Weiterhin: Die USA sind weltweit der größte Einzelmarkt für Fahrzeuge der automobilen Oberklasse (S. 10).

Im Klartext: Speziell für die deutschen Premium-Marken (Audi, Mercedes, BMW, Porsche, etc.) ist der US-Automobilmarkt auch in Zukunft extrem bedeutsam.

Schon am 3.1.2013 erschien ein Artikel mit dem Titel “Absatzzahlen: Volkswagen holt in den USA auf” im “Handelsblatt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die USA sind das Paradies für deutsche Autobauer. Auf dem riesigen Automarkt ist von einer Kaufzurückhaltung wie in Europa nichts zu spüren. Im Gegenteil: BMW, Daimler, Audi und Porsche wurden im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten so viele Autos los wie noch nie; die Marke VW schaffte das beste Ergebnis seit fast vier Jahrzehnten. Und die Hersteller bleiben optimistisch.

Volkswagen wächst dabei deutlich stärker als die US-Konkurrenz, wie die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zeigen. Europas größter Autobauer wurde mit seiner Kernmarke im vergangenen Jahr fast 440.000 Autos in den Vereinigten Staaten los, ein Zuwachs von gut 35 Prozent. (…).

VW ist die einzige deutsche Massenmarke, die auf dem US-Markt vertreten ist, die anderen Autobauer tummeln sich im Premium-Segment – so wie die Schwestermarken Audi und Porsche. Der Sportwagenhersteller konnte seinen Absatz im vergangenen Jahr um ein Fünftel steigern und brachte mehr als 35.000 Neuwagen auf die Straße. Audi wurde knapp 140.000 Autos los und legte damit ähnlich stark zu.

Im Vergleich zu den direkten Rivalen BMW und Daimler fährt Audi in den USA aber hinterher. Die Münchener verkauften knapp 347.600 Autos der Marken BMW und Mini, was ein Zuwachs von 14 Prozent war. Daimler wurde gut 305.000 Fahrzeuge los, was ein Plus von 15 Prozent bedeutete. Neben noblen Mercedes-Karossen waren Smart-Kleinstwagen und Sprinter-Transporter darunter.

Man wolle auch 2013 weiter auf der Erfolgswelle reiten, sagte Daimlers US-Chef Steve Cannon. Auch BMWs Landeschef Ludwig Willisch schätzt die Aussichten für 2013 positiv ein, ebenso wie Porsches Nordamerika-Chef Detlev von Platen.

Den Autobauern kommt zugute, dass das wirtschaftliche Klima in den USA besser ist als in Europa und die Käufer entsprechend eher bereit sind, einen Neuwagen anzuschaffen. Zudem sind viele Fahrzeuge in den USA total veraltet und müssen schlicht ersetzt werden. Dagegen sind die Aussichten selbst in dem von der Schuldenkrise weitgehend verschont gebliebenen Deutschland trübe. Hier waren im vergangenen Jahr die Zulassungen leicht rückläufig.

In den USA wie in China gleichen die Konzerne Rückgänge in Europa aus. In vielen europäischen Ländern, vor allem im schuldenbeladenen Süden, wurden 2012 so wenige Neuwagen verkauft wie seit Jahren, teils Jahrzehnten, nicht mehr. Auch der lange krisenresistente Pkw-Markt in Deutschland geriet in den Strudel der Absatzkrise. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Zahl der Neuzulassungen hier um drei Prozent auf 3,08 Millionen.

Für die USA gehen Experten davon aus, dass die Autoverkäufe im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf rund 14,5 Millionen Fahrzeuge angezogen haben. Dies wäre der beste Wert seit 2007. Die allmähliche Erholung der amerikanischen Wirtschaft, die leichtere Verfügbarkeit von Krediten und die Notwendigkeit, alte Fahrzeuge zu ersetzen, sorgten demnach für Schwung am lange lahmenden Automarkt. Für 2013 erwartet das Marktforschungsunternehmen Polk einen Anstieg der Verkaufszahlen in den USA auf 15,3 Millionen – ein Plus von knapp sieben Prozent”.

Interessant ist auch ein Artikel vom 8.1.2013 mit dem Titel “Deutsche Autobauer fahren in den USA auf der Überholspur” im Branchen-Wirtschaftsmagazin “Automobilproduktion“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Während im Jahre 2012 die europäischen Automärkte tief in die Krise gefahren sind und im Jahre 2013 in Europa nochmals mit Rückgang gerechnet muss, sind die USA zum Hoffnungs‐ und Ausgleichsmarkt geworden.

Mit 14,5 Millionen Fahrzeug‐Verkäufen war die USA im Jahr 2012 der weltweit größte Pkw‐Markt und die Pkw‐Verkäufe lagen weiter vor China Gegenüber dem Jahr 2011 wurden in USA knapp 14 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft.

Damit hat USA den deutschen Autobauern im Jahr 2012 viel Freude bereitet. Audi, BMW, Mercedes und Porsche setzten noch nie so viele Fahrzeuge wie 2012 ab und lagen mit ihren zweistelligen Steigerungsraten allesamt über dem Gesamtzuwachs von 13,4 Prozent. Am erfolgreichsten war aber VW mit einem Plus von über 35 Prozent auf knapp 400.000 Einheiten – das höchste Verkaufsvolumen seit 1973.

Insgesamt wurden 14,492 Millionen Pkws und Light Trucks abgesetzt und damit das beste Ergebnis seit 2007 erreicht. Für 2013 erwarten die meisten Analysten einen weiteren, etwas gemäßigteren Anstieg von rund sieben Prozent auf rund 15,3 Millionen Fahrzeuge. Das ist noch weit entfernt von den 17 Millionen abgesetzten Einheiten im Rekordjahr 2005, doch hat sich die Autoindustrie nach dem Absturz auf 10,4 Millionen Autos in 2009 schneller erholt als befürchtet.

Verlierer in den USA sind die US‐Amerikaner. So haben GM und Ford im Jahr 2012 in USA zusammen drei Prozent Marktanteil verloren. GM hat im Jahr 2012 den schlechtesten US‐Marktanteil in den letzten 50 Jahren erreicht. (…).  Weltweit fängt USA den weiteren Rückgang in Europa auf. Das ist die positive Nachricht, aber eben nicht für alle”.

So ist Peugeot‐Citroen nicht in USA, Mitsubishi und Suzuki nach den großen Marktanteilsverlusten der vergangenen Jahre kaum mehr präsent. Den wenig in USA vertretenen Autobauern bringt der US‐Automarkt im Jahre 2013 wenig Trost. Und so werden auch die Zulieferer mit ihren Produktionsstätten in Europa im Jahr 2013 mit Kurzarbeit kämpfen müssen. Ähnlich wie Opel und Ford, deren Mütter zwar in Detroit sitzen, aber für die der Automarkt USA faktisch nicht existiert.

Fiat hat es mit seiner Chrysler‐Kooperation geschafft, zumindest knapp 44.000 Fahrzeuge im Jahr 2012 in USA zu verkaufen. Mit Alfa Romeo in USA in absehbarer Zeit verfolgt Fiat‐Chef Marchionne die richtige Strategie, um den schwachen Europaverkäufen zumindest ein kleines Gegengewicht entgegen zustellen. Auch in dieser Hinsicht hat GM wenig Strategisches zu bieten und lässt Opel dem rezessiven europäischen Markt nahezu vollständig ausgesetzt.

Für VW kann USA den in Deutschland zu erwartenden Marktrückgang ausgleichen. Für Toyota bringt Detroit im Jahre 2013 die Botschaft, daß es mit den erwarteten Zugewinnen in USA von 100.000 Verkäufen die Abschwächung des japanischen Marktes ausgleicht und seine Position als weltgrößter Autobauer im Jahr 2013 behalten könnte”.

Im Klartext: Die deutschen (Volkswagen, Audi, BMW, Mercedes und Porsche) und teilweise auch japanischen Autohersteller (Toyota) vergrössern zur Zeit ihre Marktanteile in den USA und gleichen so die Schwäche auf ihren heimischen Märkten (Europa und Japan) mit ihren steigenden Verkaufszahlen in den USA aus.

Verlierer ist dabei anscheinend bisher der amerikanische Hersteller GM (General Motors), dessen Marktanteil in den USA zugleich am Schrumpfen ist.

Seht zu den aktuellen Perspektiven der deutschen Automobilhersteller in den USA auch den Artikel vom 15.1.2013 mit dem Titel “Automobilbranche: Deutsche Autobauer setzen auf US-Markt” in der Website der “Deutschen Welle” (DW).

Seht hierzu auch den Artikel vom 14.1.2013 mit dem Titel “Deutsche Autohersteller in Detroit: Flucht aus der Krise” in “Süddeutsche.de“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Wenn die größte und wichtigste Automesse Nordamerikas an diesem Montag in Detroit ihre Tore öffnet, demonstrieren die funkelnden Karossen von GM, Chrysler und Ford weniger das Geschick von Ingenieuren oder die Geschmackssicherheit von Designern. Sie dokumentieren zu allererst den größten industriepolitischen Erfolg der vergangenen Jahrzehnte: die Rettung der amerikanischen Autoindustrie durch Präsident Barack Obama.

Es ist eine Wende, wie sie selbst die kühnsten Träumer nicht für möglich gehalten hätten. Die Todgeweihten haben zu alter Kraft zurückgefunden. GM, Chrysler und Ford schreiben hohe Gewinne – und an den Börsen steigen die Kurse. Vor allem für GM ging es zuletzt steil nach oben. Nachdem die Aktie im Sommer auf 18 Dollar gefallen war, notiert sie inzwischen bei mehr als 30 Dollar.

Auch wenn die US-Regierung am Ende einen Verlust verbuchen wird: Die Staatshilfen haben sich ausgezahlt. Mehr als 85 Milliarden Dollar investierte die US-Regierung im Sommer 2009 in GM, Chrysler und etliche Zulieferer. Seither hat die Autoindustrie mehr als eine Viertelmillion Jobs geschaffen. Niemand zweifelt mehr an der Zukunftsfähigkeit der “Big Three”.

Nur eines will den US-Konzernen nicht gelingen: die Rückeroberung verlorener Marktanteile. Sie wachsen zwar, aber sie wachsen nicht schnell genug. Gerade die Deutschen, die bisher nur Nischenanbieter auf dem amerikanischen Markt waren, machen Druck. 2012 haben die Amerikaner 14,5 Millionen Neuwagen gekauft, es war das beste Jahr seit 2007 und ein Zuwachs von mehr als 13 Prozent gegenüber 2011. Die deutschen Hersteller steigerten ihren Absatz sogar um 21 Prozent und haben sich inzwischen einen Marktanteil von fast neun Prozent gesichert.

Für BMW, Daimler und VW sind die USA zum Wachstumsrefugium geworden. Hier finden sie Zuflucht vor der Euro-Krise und der Konjunkturschwäche in China. Und so wird die Messe in Detroit auch für die deutschen Hersteller zu einer wichtigen Werbeplattform: Mercedes-Benz wird seine überarbeitete E-Klasse vorstellen, BMW einen Ausblick auf ein 4er Coupé gewähren und VW Rekorde vermelden. Mehr als neun Millionen Fahrzeuge haben die Wolfsburger im vergangenen Jahr global verkauft, in den USA stehen sie so gut da wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ein neuer, speziell für den amerikanischen Markt entwickelter Geländewagen soll das Wachstum auch für die nächsten Jahre sichern.

Doch noch stärker als die Deutschen präsentieren sich die Japaner. Allen voran: Toyota. Der Konzern, der einst GM von der Weltspitze verdrängt hat, konnte sich vom Katastrophenjahr 2011 erholen, als seine Produktionsstätten von Erdbeben und Flutwellen verwüstet wurden. Auch Nissan und Honda verzeichnen starke Zuwächse, genau wie die Koreaner mit Kia und Hyundai. Die Asiaten teilen inzwischen 45,6 Prozent des amerikanischen Marktes unter sich auf. Damit haben sie die US-Konzerne überholt. Zusammen kommen General Motors, Chrysler und Ford nur noch auf 44,5 Prozent.

Für die Amerikaner ist die Dominanz der 80er und 90er Jahre Geschichte. Vor allem die Marktmacht von GM bröckelt. Zwar stiegen die Verkäufe von Chevys, Buicks, GMCs und Cadillacs um 3,7 Prozent. Doch ihr Marktanteil sank von 19,6 auf 17,9 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit den 20er Jahren. An dieser Stelle endet die Geschichte des märchenhaften Comebacks“.

Ob unter diesen aktuellen Vorzeichen (schrumpfender Marktanteil von General Motors) auf dem US-Automobilmarkt ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, in dem es unter anderem um die Angleichung der Technik- und Sicherheitsstandards im Automobilsektor geht, für die USA und auch für Barack Obama, der sich unter anderem um die Rettung von “General Motors” bemüht hat, wirklich ein gutes Geschäft wäre, wage ich zu bezweifeln.

Creative Commons Lizenzvertrag Zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA – 4 steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

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