Zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA – 2

Unter anderem ist die französische Automobilindustrie durch die Eurokrise schwer angeschlagen worden, nicht zuletzt auch der PSA-Konzern.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 11.2.2013 mit dem Titel “PSA Peugeot Citroen in der Krise: Verlust der Unabhängigkeit droht – Angeschlagener Löwe” in der “Autozeitung“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Schlechte Verkaufszahlen, große Verluste und nun auch noch Gerüchte rund um eine staatliche Übernahme: Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën steckt weiter in der Krise und hat durch die Bekanntgabe von Milliarden-Abschreibungen neue Spekulationen über einen möglichen Verlust seiner Unabhängigkeit ausgelöst.

Frankreichs Budgetminister Jérôme Cahuzac bezeichnete einen möglichen Einstieg des Staates bei dem schwer angeschlagenen Unternehmen am Freitag als “möglich” und verwies auf den staatlichen Investitionsfonds FSI. Eine Kapitalbeteiligung stehe allerdings nicht auf der Tagesordnung, hieß es aus dem Wirtschafts- und Finanzministerium.

Der PSA-Konzern hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, in der Bilanz für das Jahr 2012 neue Abschreibungen in Höhe von rund 4,1 Milliarden Euro zu verbuchen. Allein die direkten Vermögenswerte der Autosparte sind demnach mit mehr als drei Milliarden Euro betroffen. Als Hintergrund der voll auf das Nettoergebnis anzurechnenden Wertberichtigungen nannte der PSA-Konzern die Absatzkrise auf dem europäischen Markt. Er betonte allerdings, dass die Belastungen keinerlei Einfluss auf die Stabilität und Zahlungsfähigkeit des Unternehmens hätten.

Das vollständige Jahresergebnis soll am kommenden Mittwoch vorgestellt werden. Analysten erwarten den höchsten Verlust der Unternehmensgeschichte. Die PSA-Aktien haben bereits in den vergangenen zwölf Monaten knapp 60 Prozent ihres Wertes verloren. Sie werden mittlerweile nicht einmal mehr im französischen Leitindex Cac40 geführt.

Um aus der Verlustzone zu kommen, will PSA nun mehr als 8000 Arbeitsplätze streichen und ein Werk bei Paris komplett schließen. Die Gewerkschaften laufen allerdings Sturm gegen die Sanierungspläne und haben sogar die Justiz eingeschaltet. Wegen eines Verfahrensfehlers von PSA liegt der Stellenabbau nun vorübergehend auf Eis”.

Warum der französische PSA-Konzern besonders von der Eurokrise erfasst wurde, ist schnell erklärt: Dieser französische Konzern ist auf den europäischen und vor allem auch südeuropäischen Automobilmarkt fokussiert und hat bisher nicht versucht, einen Markt für seine Fahrzeuge in den USA und Schwellenländern wie China aufzubauen.

Ob dies ein “Versäumnis” des PSA-Konzerns war, sei dahingestellt. Auf jeden Fall trifft dann natürlich die Eurokrise logischerweise den PSA-Konzern besonders hart.

Traurig sieht es übrigens zur Zeit auch beim zweiten bedeutenden französischen Automobilhersteller Renault aus.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 15.1.2013 mit dem Titel “Absatzkrise: Renault streicht Tausende Stellen in Frankreich” in “Spiegel-Online“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Bei Renault sollen in Frankreich Tausende Jobs wegfallen. Bis 2016 will das Unternehmen rund 7500 Stellen abbauen. Damit fallen rund 14 Prozent der Jobs im Heimatland weg. Dabei sollen 5700 frei werdende Stellen in den Jahren 2013 bis 2016 nicht wieder neu besetzt werden, teilte Renault mit. Zudem sollen 1800 Mitarbeiter das Unternehmen vorzeitig verlassen, etwa durch vorgezogenen Ruhestand. Dazu muss jedoch noch eine Vereinbarung mit den Gewerkschaften geschlossen werden. (…).

Im vergangen Jahr hatte bereits der angeschlagene französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën den Abbau Tausender Stellen in Frankreich angekündigt. Die Hersteller leiden unter einer Absatzkrise. Vor allem in den hoch verschuldeten Südländern sind die Verkäufe eingebrochen. Im vergangenen Jahr gingen die Neuzulassungen der Marken Renault und Dacia in Frankreich um 22,1 Prozent zurück. Renault bietet mit der Konzern-Tochter Dacia funktionale Autos zu niedrigen Preisen an”.

Tja, für die französischen Automobilhersteller PSA und Renault, die vor allem auch auf den europäischen und vor allem südeuropäischen Automobilmarkt mit ihren im Vergleich zu den deutschen Herstellern deutlich preisgünstigeren Fahrzeugen fokussiert waren, hat sich der Zusammenbruch des südeuropäischen Automarktes (Eurokrise) also fatal ausgewirkt.

Ich selbst weiss als Halb-Spanier, dass in Spanien gerade auch die französischen Automobile traditionell viel gekauft werden. Sie sind preisgünstiger als die deutschen Automobile und in südeuropäischen Ländern wie Spanien, in denen die Löhne deutlich niedriger sind als in Deutschland, spielt der Verkaufspreis eines Autos eine noch bedeutendere Rolle als in reichen mitteleuropäischen Ländern wie Deutschland.

So sind es also vor allem auch die französischen Automobilhersteller, die durch das deutsche Austeritätsdiktat in Südeuropa (südeuropäische PIIGS-Staaten) getroffen wurden.

Ein ähnlicher Fall wie der PSA-Konzern ist im Prinzip übrigens auch der italienische FIAT-Konzern. Allerdings war der Konzernchef Sergio Marchionne schlau genug, vor vier Jahren beim amerikanischen Chrysler-Konzern einzusteigen, an dem der FIAT-Konzern mittlerweile eine Mehrheitsbeteiligung hält. Chrysler erwirtschaftet jetzt schon seit geraumer Zeit in den USA wieder satte Gewinne. Die guten Zahlen im Chrysler-Konzern retten aktuell den strauchelnden FIAT-Konzern mit seinen schlechten Zahlen.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 12.1.2013 mit dem Titel “Auto-Krise: Von Fiat dürften nur zwei Modelle übrig bleiben” in “Die Welt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Welt des Autoriesen ist zweigeteilt. Vier Jahre ist es her, dass Fiat-Chef Sergio Marchionne sein Husarenstück ankündigte, bei Chrysler einzusteigen. Die Italiener erhielten einen Anteil von 20 Prozent, der schrittweise erhöht wurde, nachdem sie Erfolge bei der Sanierung vorweisen konnten.

Viele zweifelten, dass Marchionne, der beide Unternehmen leitet, die Sanierung gelingen würde. Doch er strafte alle Kritiker Lügen. Chrysler ist nicht mehr auf Rettung angewiesen. Im Gegenteil: Chrysler ist zu Fiats Rettungsanker geworden.

Das wird sich auf der Automesse in Detroit, die am Montag startet, erneut zeigen. Die Autoindustrie in den USA präsentiert sich bärenstark. Der US-Markt, in den vergangenen Jahren noch das Sorgenkind der Branche, ist endlich wieder von existenzieller Bedeutung. So stiegen im vergangenen Jahr die Neuzulassungen von 12,8 auf 14,5 Millionen Fahrzeuge. Dieses Jahr könnte die 15-Millionen-Marke geknackt werden, erwarten Experten.

Wenn sich Marchionne im Privatjet zwischen Detroit und Turin bewegt, dann pendelt er auch wirtschaftlich zwischen zwei Welten. In den USA kann er stets mit Positivmeldungen überraschen und gilt als Star-Manager. Am Turiner Stammsitz muss er dagegen den Abstieg Fiats in die Bedeutungslosigkeit verhindern und ständig mit den Gewerkschaften streiten.

Die Kluft wird viermal im Jahr deutlich, wenn Marchionne die Geschäftsergebnisse präsentiert. Fiat mit Chrysler erwirtschaftete in den ersten neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres einen Gewinn von einer Milliarde Euro. Fiat ohne Chrysler machte hingegen 800 Millionen Euro Verlust.

Und während der Absatz der Fiat Group in Europa von Januar bis November um 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag, erlebte der einstige Pleitekandidat Chrysler mit Plus 21 Prozent das beste US-Absatzjahr seit 2007. “Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach”, heißt es bei Fiat lakonisch. “In Europa verlieren wir Geld, in Nord- und Südamerika verdienen wir Geld.”

Tja, so also aktuell die Situation beim italienischen FIAT-Konzern.

Jämmerlich sieht es übrigens auch beim deutschen Automobilhersteller Opel (eine GM-Tochter) aus. Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 13.1.2013 mit dem Titel “Autokrise: Opel-Aufsichtsrat fürchtet jahrelang Verluste” im “Handelsblatt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Der kriselnde Autobauer Opel steckt möglicherweise noch jahrelang in der Verlustzone fest. “Wir schreiben 2013 und 2014 rote Zahlen, 2014 hoffentlich weniger. Ein ausgeglichenes Ergebnis wird 2015 oder 2016 erreicht – je nach Marktlage”, sagte Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky dem Nachrichtenmagazin “Focus” und bestätigte damit frühere Aussagen des Mutterkonzerns General Motors. Die Amerikaner hatten Ende Oktober mitgeteilt, dass die Gewinnschwelle bei Opel erst für Mitte des Jahrzehnts angepeilt sei.

Opel leidet wie auch Peugeot, Renault oder Fiat darunter, dass sich günstige Kleinwagen – einst eine Stütze des Geschäfts – wegen der Schuldenkrise in Südeuropa nur noch schleppend verkaufen. Weil die Werke kaum ausgelastet sind, türmen sich die Verluste bei der GM-Tochter”.

Ähnlich wie bei Opel sieht es beim Europageschäft des amerikanischen Automobilherstellers Ford aus. Ford hat schon im Oktober 2012 ein europäisches Werk im belgischen Genk geschlossen.

Seht hierzu den Artikel vom 25.10.2012 mit dem Titel “Autokrise: Ford schließt Werk in Genk mit 4500 Jobs” im “Hamburger Abendblatt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “50 Jahre nach der feierlichen Öffnung des Ford-Werks in Genk hat die Beschäftigten gestern eine Hiobsbotschaft ereilt: Ihre Fabrik wird Ende 2014 wegen mangelnder Auslastung geschlossen. Betroffen sind Gewerkschaftern zufolge 4500 Mitarbeiter des ostbelgischen Werks sowie weitere 5000 Stellen bei Zulieferern. “Das trifft uns überraschend und ist eine extrem bittere Pille”, sagte der Arbeitnehmervertreter Johan Lamers nach einem Krisentreffen mit der Firmenleitung des US-Automobilherstellers. (…). Tatsächlich leidet Ford seit geraumer Zeit unter Absatzeinbrüchen. Im Europageschäft, das ein Viertel des Umsatzes ausmacht, rechnet der Konzern für das laufende Jahr mit einem Verlust von mehr als einer Milliarde Dollar. Analysten hatten bereits erwartet, dass das Unternehmen wegen überschüssiger Produktionskapazitäten Beschäftigte entlassen oder einzelne Fabriken schließen würde”.

Insgesamt ist der europäische Automarkt offensichtlich schon seit mindestens einem ganzen Jahr in einer schweren Krise.

Am 15.3.2012 erschien ein Artikel mit dem Titel “Absatzzahlen: Europäischer Automarkt auf dem Standstreifen” in der “Wirtschaftswoche“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “In der Europäischen Union sind im Februar deutlich weniger Autos verkauft worden als noch ein Jahr zuvor. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen sei im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,7 Prozent auf 888.878 Fahrzeuge gesunken, teilte der europäische Branchenverband ACEA am Donnerstag in Brüssel mit. Abgesehen von Deutschland, wo die Neuzulassungen unverändert blieben, verzeichneten alle großen Absatzmärkte Rückgänge. Besonders deutlich fiel das Minus in Frankreich (-20,2%) und Italien (-18,9%) aus. In Großbritannien sanken die Neuzulassungen um 2,5 Prozent und in Spanien um 2,1 Prozent. Unter den deutschen Herstellern konnte lediglich Daimler einen Zuwachs (plus 4,3 Prozent) vermelden. Bei Volkswagen schrumpfte die Zahl der neu zugelassenen Autos hingegen um 2,6 Prozent, bei BMW um 1,4 Prozent. Die meisten anderen europäischen Hersteller traf es aber deutlich härter. Vor allem  betroffen sind Hersteller von Autos für den Massengeschmack. Auch bei Renault und Fiat schlug die Kaufzurückhaltung der Verbraucher in Südeuropa im Februar mit zweistelligen Verkaufsrückgängen massiv zu Buche. Im Vergleich zum Vorjahresmonat schrumpften die Neuzulassungen in den 27 EU-Staaten und den drei EFTA-Staaten Island, Norwegen und der Schweiz insgesamt um neun Prozent auf gut 920.000 Einheiten, wie der europäische Herstellerverband ACEA am Donnerstag in Brüssel bekanntgab.

Zu Jahresbeginn waren die Neuregistrierungen um sieben Prozent gesunken. Den stärksten Verkaufsrückgang unter den großen Autobauern registrierte im Februar Renault: Der französische Autobauer verkaufte fast ein Viertel weniger als vor Jahresfrist. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall schlugen 19 Prozent weniger los als vor einem Jahr. Die ebenfalls zum US-Autoriesen General Motors gehörende Marke Chevrolet legte dagegen um 17 Prozent zu. Beim GM-Partner PSA Peugeot Citroen belief sich der Rückgang auf 16,5 Prozent”.

Am 23.3.2012 erschien ein Artikel mit dem Titel “Europäischer Automarkt : Größte Krise seit 18 Jahren” in “auto, motor und sport“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Trotz der schleppenden Verkäufe scheinen die Autobauer Probleme zu haben, mit ihren Produktionssystemen flexibel genug auf den Marktbedarf zu reagieren. Das ist das Ergebnis einer am Freitag (23.3.) vorgelegten Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) an der Uni Duisburg-Essen.

Demnach steuert der europäische Automarkt in die größte Krise seit Mitte der 90er Jahre. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres seien 164.000 Fahrzeuge weniger verkauft worden als im Vorjahr. Das Minus habe im Februar bei neun Prozent gelegen. “In den nächsten Monaten muss mit weiter sinkenden Verkäufen in Europa gerechnet werden. 2012 wird das schlechteste Jahr in Europa seit 18 Jahren”, schreibt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. Viele Autobauer lebten bei ihren Aufträgen derzeit “von der Hand in den Mund”.

Mit Ausnahme von Hyundai, Mercedes, Mini, Jaguar-Landrover und Skoda seien alle Hersteller vom Marktrückgang in Europa betroffen. Die deswegen anhaltende Rabattschlacht zeige sich in Deutschland etwa an den vielen taktischen Tages- oder Kurzzulassungen der Autobauer. Mit diesen Fast-Neuwagen seien locker Nachlässe von 20 Prozent drin”.

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