Eine entscheidende Ursache der aktuell steigenden Inflationsrate in der Eurozone: “Peak Oil” – 1

Ich bin in meinem bisher vorletzten Blogeintrag zum Thema “Eurokrise” mit dem Titel “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 125” auf das Thema der aktuell steigenden Inflation in der Eurozone eingegangen.

Ursache für die im August klar gestiegene Inflationsrate in der Eurozone war vor allem die rasante Preissteigerung bei Sprit und Heizöl und Mineralöl-Produkten allgemein.

Für die Entwicklung der monatlichen Inflationsraten von August 2011 bis August 2012 seht zum Beispiel die Graphik mit dem Titel “Inflationsrate in der Euro-Zone von August 2011 bis August 2012 (gegenüber dem Vorjahresmonat)” in “Statista“.

Wenn ihr die Entwicklung der jährlichen Inflationsraten in der Eurozone und in Europa kennenlernen wollt, dann schaut euch mal zum Beispiel die Graphik mit dem Titel “Inflationsrate in der Europäischen Union und der Euro-Zone von 2008 bis 2010 und Prognose bis 2013” in “Statista” an.

Zurück zum Thema der im August klar gestiegenen Inflationsrate in der Eurozone: Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 12.9. mit dem Titel “Hohe Energiepreise: Inflationsrate steigt im August auf 2,1 Prozent” in “Financial Times Deutschland“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem. “Der rasante Preisauftrieb bei Sprit und Heizöl hat die Inflation in Deutschland stärker in die Höhe getrieben als erwartet. Im August kletterte die Jahresteuerung in Deutschland von 1,7 Prozent im Vormonat auf 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. In einer ersten Schätzung Ende August waren die Statistiker von einem Anstieg der Inflationsrate um 2,0 Prozent ausgegangen. Binnen Monatsfrist legten die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent zu, ursprünglich hatten die Statistiker ein kleineres Plus von 0,3 Prozent errechnet.

Damit ist der Abwärtstrend bei der Inflation vorerst gestoppt. Zuletzt hatten die Statistiker im April 2012 eine Teuerungsrate oberhalb von 2 Prozent mit damals ebenfalls 2,1 Prozent ermittelt. Im Juli und Juni hatte die jährliche Teuerungsrate noch bei 1,7 Prozent gelegen, dem niedrigsten Wert seit Ende 2010″. (…).

Im August wurde der Preisauftrieb gegenüber dem Vorjahresmonat maßgeblich durch die erneute Verteuerung der Energie um insgesamt 7,6 Prozent bestimmt. Insbesondere die Preise für Mineralölprodukte zogen kräftig um 10,3 Prozent an: leichtes Heizöl kostete 13,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Kraftstoffe 9,4 Prozent. Im Monatsvergleich zogen die Preise für Kraftstoffe und leichtes Heizöl um je 4,3 Prozent an”.

Interessant ist auch ein Artikel vom 14.9. mit dem Titel “Teuerungsrate: Inflation in der Euro-Zone steigt” im “Handelsblatt“.

In diesem Artikel heisst es unter anderem: “Teures Öl hat die Inflation in der Euro-Zone im August angeheizt. Die Jahresteuerung lag nach endgültigen Daten der Statistikbehörde Eurostat vom Freitag bei 2,6 Prozent. Im Juli waren es noch 2,4 Prozent. Energie kostete 8,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Lebensmittel verteuerten sich um 2,6 Prozent. Auch Alkohol und Tabak (plus 4,5 Prozent) sowie Verkehrskosten (plus 4,8 Prozent) sorgten für Preisauftrieb. Die Teuerungsrate ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel lag bei lediglich 1,5 Prozent.

Das teure Öl trieb auch in Deutschland die Teuerung nach oben, wo die Preise im europäischen Vergleich (HVPI) um 2,2 Prozent stiegen. Die Inflationsrate in den 17 Staaten des Euroraums ist damit höher als der EZB lieb sein dürfte. Die Europäische Zentralbank sieht Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. EZB-Chef Mario Draghi erwartet jedoch, dass sich die Teuerungsrate in der wachstumsschwachen Eurozone im Laufe des nächsten Jahres wieder unter dieser Schwelle einpegeln wird.

In der Wahrnehmung der deutschen Verbraucher ist die Inflation jedoch weit höher als die offizielle Teuerungsrate. Nach Berechnungen der Großbank UniCredit lag die gefühlte Inflation im August bei 3,6 Prozent. Im langjährigen Vergleich ist das ein hoher Wert: In den vergangenen 15 Jahren lag die gefühlte Inflation im Schnitt bei 2,3 Prozent. Im Juli waren es noch 2,8 Prozent.

Schuld daran ist der teure Sprit: “Besonders die hohen Kraftstoffpreise sorgen dafür, dass die Inflation in der Wahrnehmung der Verbraucher deutlich höher ist”, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Im Unterschied zum Statistikamt gewichten die UniCredit-Ökonomen die untersuchten Waren nach ihrer Kaufhäufigkeit. Da Benzin und Nahrungsmittel wie frisches Obst und Gemüse regelmäßig gekauft werden, fallen den Verbrauchern die Preiserhöhungen hier besonders stark auf. Preissenkungen bei langlebigen Gütern wie Computern werden dagegen weniger beachtet, da diese Waren nur selten gekauft werden.

Rees geht davon aus, dass die gefühlte Inflationsrate in den kommenden Monaten weiter steigen wird, weil viele Nahrungsmittel nach den Dürren in den USA und Indien teurer werden dürften. “Tendenziell wird es weiter nach oben gehen”, sagte Rees. “Aber ich glaube nicht, dass wir das im Herbst 2011 erreichte Hoch von 4,9 Prozent erreichen werden.”

Nach der offiziellen Statistik kosteten Kraftstoffe 9,4 Prozent mehr als im August 2011. Erheblich teurer waren auch Obst (+9,2 Prozent) sowie Fisch (+6,1), Gemüse (+ 4,8) und Fleischwaren (+4,6).”

Welcher der tiefere Grund für diesen in letzter Zeit zunehmend rasanten Anstieg der Preise für Mineralöl-Produkte ist, darüber habe ich schon in der Vergangenheit mehrere Blogeinträge verfasst: Es geht hier im Kern um das Problem des “Peak Oils” (auf Deutsch: “Globales Ölfördermaximum“). Bei konventionellem Erdöl haben wir “Peak Oil” wohl mittlerweile schon überschritten.

Seht zu diesem Thema zum Beispiel meinen Blogartikel mit dem Titel “`A Crude Awakening: The Oil Crash´ (2006) und `The End of Suburbia´ (2004)“.

Angehängt an diesen Blogartikel findet ihr zwei gute Vorträge von Christoph Senz und Norbert Rost (beide unter anderem Mitglieder des “Postfossil Instituts” in Hamburg) zum Thema “Peak Oil“.

Zum Thema “Peak Oil” habe ich folgenden weiteren Blogeintrag verfasst (auch hier im Zusammenhang mit einem Dokumentarfilm über dieses Thema): “Blind Spot” (2008).

Auf der Website “Peak-Oil.com” hat Norbert Rost (auch Büro für postfossile Regionalentwicklung Dresden) am 24.2.2012 einen längeren analytischen Artikel mit dem Titel “Steigende Benzinpreise – Ist Peak Oil die Ursache?” veröffentlicht, in dem die aktuell rasant ansteigenden Treibstoffpreise einer genaueren Untersuchung unterzogen werden.

Das Fazit dieses Artikels: “Der Großteil der aktuellen Preissteigerungen an den Tankstellen ist durchaus Peak Oil zuzuschreiben. Auch wenn wir den Peak selbst noch nicht erreicht haben, befinden wir uns zweifellos in der Plateau-Phase der Ölförderung, bei der die Fördermengen nur noch sehr langsam steigerbar sind, während die globale Ölnachfrage weiter anzieht. Dies verengt den Markt, der dadurch viel preissensibler auf Nachrichten, Verbrauchssteigerungen oder tatsächliche Liefereinschränkungen reagiert. Der Iran-Konflikt wird primär als Atom-Konflikt dargestellt, letztlich geht es jedoch auch um geopolitischen Einfluss in der Strategischen Ellipse, zu der Iran gehört. Und auch der sinkende Euro-Kurs ist in gewissen Maße mit Peak Oil verbunden: Das ölarme Europa, dessen große Fördergebiete in der Nordsee ihren Peak bereits überschritten haben, ist angesteckt von der Subprime-Krise in den USA, die ihrerseits von den 2007/2008 steigenden Ölpreisen verstärkt wurde. Die Phase, in der die aktuellen Benzinpreissteigerungen stattfinden, ist zweifellos stark vom globalen Ölfördermaximum beeinflusst”.

Angehängt an diesen Artikel mit dem Titel “Steigende Benzinpreise – Ist Peak Oil die Ursache?” findet ihr nochmals die beiden Vorträge, die von Christoph Senz und Norbert Rost seinerzeit im Stadtteilhaus Dresden-Neustadt zum Thema “Peak Oil” gehalten und die seinerzeit auch freundlicherweise von diesen beiden Spezialisten für die weltweite Ölproblematik an meinen Blogartikel mit dem Titel  “`A Crude Awakening: The Oil Crash´ (2006) und `The End of Suburbia´ (2004)” angehängt wurden.

Auf dieser sehr kompletten Website “Peak-Oil.com” findet ihr unter anderem auch einen Eintrag mit dem Titel “Peak-Oil-Filme” mit zahlreichen interessanten Videoclips zum Peak-Oil-Thema.

Nun, ich möchte auf dieses Thema “Peak Oil” in diesem Blogartikel noch etwas tiefer eingehen. Einen guten Überblick über entscheidende Grundfakten zum Thema “Peak Oil” bietet unter anderem die schon vor mir erwähnte Website “Peak-Oil.com“.

Langfristig gesehen ist das zunehmend immer näher rückendere Problem “Peak Oil” wohl gravierender und für die gesamte Weltwirtschaft wohl auch fundamentaler als die aktuelle Eurokrise.

Es gibt im Netz zu diesem Thema einige interessante Artikel. Einer von ihnen wurde am 9.3.2012 von Martin Randelhoff verfasst und hat den Titel “Ein paar Gedanken zu den derzeitigen Kraftstoffpreisen“. Er ist auf dem im Jahre 2012 mit dem “Grimme Online Award” ausgezeichneten Blog “Zukunft Mobilität” von Martin Randelhoff zu finden.

In diesem Artikel mit dem Titel  “Ein paar Gedanken zu den derzeitigen Kraftstoffpreisen” erfahren wir unter anderem folgendes (Dieser Artikel enthält zahlreiche aufschlussreiche Charts): “Ich glaube, es gibt derzeit viele Orte, an denen wir lieber wären als an Tankstellen. Wieder einmal lauern Journalisten Autofahrern auf, um ihre empörten Statements über die unverschämten Kraftstoffpreise aufzunehmen. Schuld an der Misere sind der Staat mit seinen übertriebenen Steuern auf Kraftstoffe (Ökosteuer!), Spekulanten und die Ölmultis, die sich ihren Gewinn in die Tasche stecken und den Autofahrer an der Tankstelle immer weiter schröpfen. Reflexartig fordern der ADAC, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und die FDP die Erhöhung der Pendlerpauschale. Spätestens Ostern dürfte die Empörungswelle ihren Höhepunkt erreicht haben.

Keine Frage: Ich verstehe den Ärger derjenigen, die auf das Auto angewiesen sind. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob wir das Zeitalter des billigen Öls nicht schon längst verlassen haben. Wir haben es nur nicht gemerkt. Erdöl ist ein endlicher Rohstoff, von dessen Existenz wir unseren Wohlstand sehr stark, wenn nicht sogar zu stark, abhängig gemacht haben.

Anstatt weiter über den Status quo zu klagen, sollten wir lieber diese Energie in die Entwicklung neuer Lösungsansätze investieren. Dazu muss man allerdings das Grundproblem – das Ende des billigen Öls – akzeptieren und verstehen. 

Ich möchte nun kurz darlegen, wieso Erdöl und damit auch Benzin und Diesel zurzeit so viel kosten. (…).

Creative Commons Lizenzvertrag Die Ursache der aktuell steigenden Inflation in der Eurozone: “Peak Oil” – 1 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s