Online-Petition gegen das geplante “Leistungsschutzrecht” – 3

Deshalb bricht also allen diesen Qualitäts-Tageszeitungen und –Wochenzeitungen vor allem im Bereich der jungen Generationen massiv die Leserschaft weg. Die Konkurrenz aus dem Internet kommt natürlich seit mindestens zehn Jahren zunehmend auch noch dazu. Dem Internet kann sich nunmal kein Anbieter medialer Inhalte mehr entziehen. Heutzutage muss man im WWW in irgendeiner Form präsent sein. Um es mal salopp zu sagen: “To WWW, ot not to WWW“.

Allerdings: Google ist für diese Konkurrenz aus dem Internet nicht verantwortlich. Google ist einfach nur eine Internet-Suchmaschine, die alles listet, was es im Netz gibt, von der Hardcore-Porno-Website bis zur aufwendig gemachten Philosophie-Website. Das ist alles.

Den Journalisten, die für die Redaktionen der Presseerzeugnisse dieser Zeitungs- und Zeitschriftenverleger arbeiten, bringt dieses geplante Leistungsschutzrecht für Presseverleger sowieso nichts. Ihre Rechte werden durch dieses geplante Leistungsschutzrecht für Presseverleger weder gestärkt noch ihre Verdienstmöglichkeiten dadurch verbessert.

Und für uns Internetnutzer würde so ein Gesetz letztlich wieder nur ein Angriff mehr auf die Freiheit des Internets repräsentieren, von denen es in der Vergangenheit schon unzählige gab, aus allen möglichen Richtungen und Ecken.

Man sollte nicht vergessen, dass Google eine extrem leistungsfähige Suchmaschine für alle möglichen Zwecke ist. Auch für Blogger wie mich ist Google ein unverzichtbares Instrument.

Google hat am 27.11. eine Kampagne gegen das geplante Leistungsschutzrecht gestartet unter dem Titel “Verteidige Dein Netz“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 28.11. mit dem Titel “Kritik am geplanten Leistungsschutzrecht reißt nicht ab” in “heise online“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Nach der von Google gestarteten Kampagne gegen den Gesetzesentwurf für ein neues Leistungsschutzrecht im Internet haben sich führende Urheberrechtsforscher gegen das Vorhaben ausgesprochen. “Der Bedarf für ein solches Schutzrecht wurde bislang in keiner Weise nachgewiesen”, heißt es in einer Stellungnahme (PDF-Datei), die das Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, der Fachausschuss Urheber- und Medienrecht der Deutschen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht (GRUR) sowie zahlreiche weitere einzelne Wissenschaftler gemeinsam verfasst haben. Sie warnen vor der “Gefahr unabsehbarer negativer Folgen” für die Volkswirtschaft und die Informationsfreiheit in Deutschland”.

Es versteht sich natürlich von selbst, dass unter anderem die Online-Ausgaben der meisten deutschen Zeitungen und Zeitschriften jetzt gnadenlos gegen Google hetzen. Dadurch sollte man sich aber nicht verunsichern lassen. Im Prinzip handelt zumindest in diesem Fall Google im Interesse der Netzaktivisten.

Seht dazu den intelligenten und kritischen Artikel von John F. Nebel mit dem Titel “Google-Kampagne: Der Feind meines Feindes ist mein Freund” in “netzpolitik.org“.

John F. Nebel stellt in diesem Artikel ebenso kritisch wie taktisch intelligent fest: “Dass Google eine hässliche Datenkrake ist, die mit der Auswertung des Privaten, der Erstellung von Profilen und der Vermarktung von personalisierter Werbung Geld verdient, steht auf einem anderen Blatt. Dass Google mit Lobbyisten weltweit seine Interessen vertritt, ist klar. Dass Google intransparent Suchergebnisse anpasst, ist klar. Dass Google nicht über den Weg zu trauen ist, ist klar.

Natürlich muss man Google angehen und auch gesetzlich Grenzen setzen. Aber das sind zwei grundverschiedene Dinge. Ich kann Google aus Datenschutzsicht scheisse finden – und gleichzeitig in anderen politischen Fragen zusammenarbeiten. So ist eben politische Bündnisarbeit. So war sie immer. Man musste immer auch mal in den sauren Apfel beißen.

Viele Netzaktivisten haben Angst mit Google in einen Topf geworfen zu werden. Eine Finanzierung von NGOs durch Google ist ein heikles Thema, da es die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Finanzierten unterminiert. Hinzu kommt, dass etliche Journalisten momentan mögliche Verbindungen des Konzerns mit der Zivilgesellschaft recherchieren. Auch das erklärt die Abwehrreflexe vieler gegenüber der Google-Kampagne.

Doch wer keine wirtschaftlichen Verbindungen zu Google hat, kann diese Kampagne getrost unterstützen. Sie ist gut aufgesetzt, sie ist emotional und trifft die richtigen Aussagen. Sie kämpft mit offenem Visier und verschleiert nicht den Absender. Solange Google bei Kampagnen nicht die Führung übernimmt oder Astroturfing versucht, ist eine Zusammenarbeit durchaus sinnvoll, wenn die Zielrichtung stimmt”.

John F. Nebel ist das Pseudonym eines schon in der Vergangenheit erfolgreichen Netzaktivisten, zum Beispiel im Fall des Kampfes gegen das vom Europäischen Parlament im Juli 2012 abgelehnte ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement).

Seht hierzu den Artikel vom 26.2.2012 mit dem Titel mit dem Titel “Netz contra Politik” in “Deutschlandradio“.

Hier habt ihr eine Liste von Artikeln, die John F. Nebel in “Metronaut.de” veröffentlicht hat. Ihr findet hier auch nochmals den Artikel mit dem Titel “Google-Kampagne: Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Und ihr findet in dieser Liste auch einen recht nützlichen und didaktischen Artikel vom 4.10.2012 mit dem Titel “Leistungsschutzrecht – einfach erklärt“.

Ihr solltet also Googles Kampagne gegen das geplante Leistungsschutzrecht unter dem Titel “Verteidige Dein Netz” unterstützen, auch wenn Google manchmal auch Dinge tut, die den Freunden eines freien WWW nicht immer gefallen können.

Wenn euch das Thema des geplanten Leistungsschutzrechtes im Detail interessiert, solltet ihr immer wieder auch einen Blick auf die Website von IGEL (Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht) werfen.

In Fragen Netzpolitik allgemein (und da gehört das Thema des Leistungsschutzrechtes dazu) gehört Markus Beckedahls Blog “netzpolitik.org” zum besten, was es in Deutschland gibt.

Und seht zur Einführung in das Thema auch den Wikipedia-Artikel “Leistungsschutzrecht für Presseverleger“.

Creative Commons Lizenzvertrag Online-Petition der “Piratenpartei” gegen das geplante “Leistungsschutzrecht” – 3 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

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