Einige Thesen zur Eurokrise 1

Gründe, warum es für Deutschland besser ist, wenn der Euro und die Eurozone nicht zerbrechen

1.) Die deutschen Banken sind in den südeuropäischen PIIGS-Staaten massiv engagiert.

Bsp: Viele spanische Hypothekenkredite aus dem spanischem Bauboom (bis 2008) liegen bei den deutschen Banken. Natürlich auch bei französischen und anderen europäischen Banken. In den Portfolien der deutschen Banken liegen spanische Hypothekenkredite im Wert von ca. 200 Milliarden Euro.

2.) Target-2-Salden: Mögliche Verluste der Deutschen Bundesbank über das ESZB-System

Es bestehen ca. 700 Milliarden Euro an Forderungen der Deutschen Bundesbank vor allem gegenüber den nationalen Zentralbanken der PIIGS-Staaten. Die sind dann weg (Bundesbank haftet für mögliche Verluste der EZB mit 27%).

Zur Entwicklung der Target-2-Salden seit 1999 siehe unter anderem den Artikel in der Website “Querschüsse” mit dem Titel “Target2 Salden“.

Die Ursache für die massiv steigenden Target-2-Salden der PIIGS-Staaten ist nicht zuletzt die enorme Kapitalflucht in diesen Ländern.

3.) Deutschland ist bisher der Hauptgewinner in der Eurozone: Stichwort “Exportweltmeister” (China/Deutschland). Ein Großteil der deutschen Exporte geht in die Eurozone und in die EU (ca. 60% EU, 40% Eurozone).

Bei einem möglichen Zusammenbruch der Eurozone würde der deutsche Export beschädigt.

Die nach dem Zerbrechen des Euros wiedereinführten Währungen in der Eurozone wären für Deutschland schädlich: Die südeuropäischen Währungen würden gegenüber dem aktuellen Euro massiv runterknallen, die D-Mark würde gegenüber dem aktuellen Euro massiv hochschiessen.

Deutschland profitiert zur Zeit massiv vom schwachen Euro (deutsche Exporte legen weiter zu). Der Euro ist so schwach wegen der Eurokrise in den PIIGS-Staaten (vor allem Spanien und Italien: Jeweils viertgrösste und drittgrösste Volkswirtschaft in der Eurozone). Sind der Euro und die Eurozone zerbrochen, ist dieser aktuelle positive Effekt weg. Der deutsche Export würde erstmals einbrechen.

Und einige Eurozonen-Länder würden dann wohl zum Teil wieder die alten Handelsschranken einführen  (Importzölle etc.).

4.) Der Zusammenbruch systemisch wichtiger Großbanken vor allem in Italien und Spanien würde auch den deutschen Bankensektor massiv beschädigen (genauso wie den ganzen restlichen europäischen Bankensektor). In Spanien haben wir zum Beispiel Grossbanken wie der „Banco Santander“ und der „BBVA“. Es käme vielleicht zu einem europaweiten systemischen Bankencrash mit möglicherweise gravierenden Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

Das Bundesfinanzministerium (aktueller Leiter: Wolfgang Schäuble) hat die zu erwartenden Kosten für Deutschland aus einem eventuellen Zerbrechen des Euros und der Eurozone schon berechnet und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Euro-Rettung, auch wenn sie sich teurer gestalten sollte als bisher gedacht, auf jeden Fall billiger für Deutschland ist als das Zerbrechen des Euros und der Eurozone.

Der Spiegel” hat in seiner Heftnummer 26/2012 mit dem Titel “Wenn der Euro zerbricht” vom 24.6.2012 über diese Berechnungen des BMF berichtet und entsprechende Analysen eines möglichen Szenarios eines Zerbrechens des Euros und der Eurozone präsentiert. Die Ergebnisse dieser Analysen sind klar: Gerade auch für Deutschland wäre das Zerbrechen des Euros und der Eurozone finanziell und wirtschaftlich eine Katastrophe.

Die Austeritätspolitik: Der bisherige Grundfehler in der Bekämpfung der Eurokrise

Die Austeritätspolitik (Sparpolitik) von Deutschland, Olli Rehn (Brüssel) und der Troika (IWF, EU-Kommission, EZB) war vollkommen falsch.

Was war das Ergebnis dieser Austeritätspolitik in den PIIGS-Staaten? Ein ökonomischer „Teufelskreis“ (Circulus Vitiosus): Der Binnenmarkt dieser Länder wird durch die Sparmaßnahmen beschädigt und geschwächt, die Einnahmenseite des jeweilige PIIGS-Staates bricht dann ebenfalls massiv ein.

Trotz (oder gerade wegen) der Sparmaßnahmen wird dann das Haushaltsloch im jeweiligen PIIGS-Staat immer größer und die Defizitziele werden massiv verfehlt.

Und zusätzlich kommt es natürlich auch noch zu einer schweren wirtschaftlichen Rezession im jeweiligen PIIGS-Staat.

Im übrigen steigt durch diese Austeritätspolitik massiv die Arbeitslosenquote (Rezession = Galoppierende Arbeitslosigkeit). Diese Arbeitslosen sind untätig und produzieren nur Sozialkosten (Krankenversicherung, Mindestsicherung, etc.).

Das heißt, die Kosten des Staates werden durch diese Austeritätspolitik ebenfalls massiv erhöht und das Haushaltsloch des jeweiligen PIIGS-Staates wird dadurch immer grösser.

Im Fall von Spanien (Immobilienblase und Bankenkrise!) erhöht sich durch diese Austeritätspolitik auch noch die Zahl der „faulen“ Immobilienkredite in den spanischen Banken.

Denn jeder Spanier, der einen Hypothekenkredit für den Kauf einer Immobilie aufgenommen hat und dann seinen Job verliert, kann in der Regel diesen Hypothekenkredit nicht mehr bedienen.

Die Folge: Der betreffenden spanische Immobilienkäufer muss einen Wohnung oder sein Haus an die finanzierende Bank zurückgeben. Die kann mit dieser Immobilie in der Regel nichts anfangen (der Immobilienmarkt in Spanien ist seit dem Platzen der Immobilienblase völlig zusammengebrochen) und die finanzierende Bank hat dann einen „faulen“ Immobilienkredit mehr in ihrem Portfolio.

Warum ist das alles ein gravierendes Problem? Weil sich ein Land, das sich in einer massiven Rezession befindet, auf keinen Fall wirtschaftlich erholen kann, ganz egal was man macht (Milliarden-Euro-Hilfspakete, Bankenrettung, etc.).

Man muss die Austeritätspolitik in den PIIGS-Staaten also beenden.

In Deutschland haben wir historische Erfahrungen mit der Austeritätspolitik gemacht: Heinrich Brüning hat Anfang der 1930er-Jahre in der Weimarer Republik eine sogenannte Deflationspolitik verfolgt, deren Kern eine radikale Austeritätspolitik war. Die Folge damals: Adolf Hitler kam an die Macht.

Keine Schuldenkrise, sondern in erster Linie das Problem eines „out of control financial and banking sector“

Griechenland hatte zum Beginn der “Griechischen Finanzkrise” (ab 2009), die zugleich den Beginn der Eurokrise markiert, relativ viele Schulden (2008: 110% des BIP).

Ursache: Massives Handelsbilanzdefizit (mangelnde Wettbewerbsfähigkeit). Seht hierzu in “Statista” den Eintrag “Griechenland: Handelsbilanzsaldo von 2001 bis 2011 (in Milliarden US-Dollar)“.

Portugal hatte auch relativ viel Schulden (2008: 71,58% des BIP):

Ursache: Handelsbilanzdefizit (mangelnde Wettbewerbsfähigkeit). Seht hierzu einen längeren Artikel vom 11. Juli 2012 mit Charts im Blog “Querschüsse” mit dem Titel “Portugal: Außenhandelsdaten Mai 2012.”

Italien hatte auch relativ viel Schulden (2008: 105, 81% des BIP). Auch hier lag ein Handelsbilanzdefizit vor. Norditalien ist wettbewerbsfähig, Mittelitalien und vor allem Süditalien nicht. Seht zu den Handelsbilanzen Italiens den Eintrag in “Statista” mit dem Titel “Italien: Handelsbilanzsaldo von 2001 bis 2011 (in Milliarden US-Dollar)“:

Spanien und Irland hatten ein ganz anderes Problem: Diese Länder hatten bis zum Jahre 2008 wesentlich weniger Staatsschulden als zum Beispiel Deutschland (Spanien 2007: 36,30%. Irland 2007: 24,83%).

Zum Vergleich: Deutschland hatte im Jahre 2007 eine Staatsverschuldung von ca. 65% des BIP. Aktuell (2012) liegt die Staatsverschuldung Deutschlands bei ca. 80% des BIP.

Natürlich hatte auch Spanien ein Handelsbilanzdefizit. Das wurde aber gar nicht sichtbar. Denn solange der Baumboom lief, hatten Spanien große Steuereinnahmen musste kaum Staatsschulden machen. Zur spanischen Handelsbilanz siehe in “Statista” den Eintrag “Spanien: Handelsbilanzsaldo von 2001 bis 2011 (in Milliarden US-Dollar).”

Irland ist ein Sonderfall. Irland bietet seit Mitte der neunziger Jahre einen Unternehmenssteuersatz von 12,5% und 10% für Produktionsstätten an, der mittlerweile auf 12,5% vereinheitlicht wurde.

Daher ist der Zuzug von ausländischen Industrieunternehmen nach Irland seit Mitte der neunziger Jahre massiv und Irland hatte daher auch kein massives Handelsbilanzdefizit. Seht zur Entwicklung der Handelsbilanzen in Irland seit 1990 den Artikel vom 25.4 mit dem Titel ” Irland: Situation spitzt sich zu” im Blog “Querschüsse”.

Spanien und Irland leiden also unter den Folgen des jeweiligen massiven Immobilienbooms (oder der jeweiligen „Immobilienblase“).

In Spanien und Irland haben wir daher eine Privatverschuldungs- oder Bankenkrise.

Die privaten Haushalte sind in diesen Ländern massiv verschuldet wegen der Hypothekenkredite für die völlig überteuerten spanischen und irischen Immobilien auf dem Höhepunkt der jeweiligen Immobilienblase.

Und die spanischen Banken sind jetzt wegen der zunehmenden „faulen“ Hypothekenkredite in ihren Bilanzen schwer angeschlagen.

Auch die irischen Banken stehen angeschlagen und wacklig da.

Und die Wirtschaftskrise, befeuert durch die prozyklische und unsinnige  Austeritätspolitik, und im Fall einer Bankenrettung auch die Bankenkrise erhöhen daher seit dem Platzen der jeweiligen Immobilienblase in Spanien und Irland massiv die Staatsschulden dieser Länder.

Hinzu kommt, dass die einheimischen Banken der PIIGS-Staaten (zum Beispiel in Spanien) teilweise nicht mehr wirklich in der Lage sind, ihre eigenen Wirtschaftsunternehmen im Land vernünftig mit Krediten zu versorgen.

Das heißt, die aktuellen zunehmend hohen Staatsschulden von Spanien und Irland sind ein Produkt der Banken- und Wirtschaftskrise in diesen Ländern und nicht zuletzt der Brüsseler und deutschen Austeritätspolitik.

Übrigens haben alle europäischen Banken (auch die deutschen) bei dieser spanischen Immobilienblase kräftig „mitgezockt“. Daher sind die anderen europäischen Banken (auch die deutschen) durch die Krise in Spanien mitgefährdet und natürlich auch mitschuldig.

In Irland war das übrigens genau gleich. Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom Dezember 2010 in “Spiegel Online” mit dem Titel “113 Milliarden Euro: Deutsche Banken sind größte Irland-Kreditgeber“. Auch in Irland haben zum Beispiel die deutschen Banken kräftig “mitgezockt”.

Und es waren auch die Finanzmärkte und Banken, die Griechenland und Portugal bedenkenlos soviel Geld geliehen haben. Und auch Italien haben sie wohl zuviel Geld geliehen.

Jetzt misstrauen die Finanzmärkte und europäischen Banken massiv diesen PIIGS-Staaten und ihren Banken und daher bekommen die Banken der PIIGS-Staaten seit dem Herbst 2008 (Zusammenbruch der Lehman-Brothers-Bank. Höhepunkt Finanzkrise ab 2007) zunehmend kein Geld mehr über den Interbankenmarkt und die Risikoaufschläge für ihre Staatsanleihen sind zunehmend absurd hoch.

Daher waren Griechenland, Portugal und Irland gezwungen, unter den Euro-Rettungsschirm zu gehen, als die Risikoaufschläge für ihre Staatsanleihen die kritische Marke von 7% erreicht hatten.

Das Ganze ist irrational und kopflos.

Schuld an dieser spanischen Immobilienblase sind also nicht zuletzt die seit der neoliberalen Revolution ab den 80er-Jahren (Ronald Reagan/Margaret Thatcher) deregulierten Finanzmärkte, Banken und Börsen.

Das Problem mit den Handelsbilanzen der Eurozonen-Länder

Seit der Einführung des Euro im Jahre 1999 haben sich massive Handelsungleichgewichte in der Eurozone aufgebaut.

Deutschland hat einen knallharten und erfolgreichen Wettbewerb mit den anderen Eurozonen-Ländern geliefert und die Handelsbilanzüberschüsse Deutschlands sind immer weiter gewachsen.

Deutschland hat sich insbesondere dadurch wettbewerbsfähiger gemacht, indem seit den neunziger Jahren eine Politik der radikalen Lohnzurückhaltung betrieben wurde. Die deutschen Löhne und vor allem die deutschen Lohnstückkosten sind in den letzten zwanzig Jahren praktisch nicht gestiegen. Dadurch wurden die deutschen Waren immer billiger und konkurrenzfähiger.

Die südeuropäischen PIIGS-Staaten waren nicht effizient und wettbewerbsfähig genug und haben daher zunehmend immer höhere Handelsbilanzdefizite hingelegt. Sie haben gegenüber Ländern wie Deutschland immer mehr massiv an Terrain verloren.

Diese südeuropäischen PIIGS-Staaten haben übrigens auch nicht die technologische und wirtschaftliche Tradition der mittel- und nordeuropäischen Länder (von Norditalien einmal abgesehen). Sie waren also von Anfang nicht wirklich konkurrenzfähig gegenüber den mittel- und nordeuropäischen Ländern (vor allem gegenüber dem „Exportweltmeister“ Deutschland).

Diese Handelsbilanzdefizite haben die südeuropäischen PIIGS-Staaten mit Schulden bezahlt. Das heißt, durch die Jahr um Jahr immer weiter steigenden massiven Handelsbilanzdefizite ihrer Länder sind die Staatsschulden dieser südeuropäischen PIIGS-Staaten immer größer geworden.

Als dann im Herbst 2008 die Lehman-Brothers-Bank zusammengebrochen ist (Höhepunkt Finanzkrise ab 2007), haben die Finanzmärkte und ausländischen Banken angefangen den südeuropäischen PIIGS-Staaten und ihren Banken massiv zu misstrauen.

Seitdem sind diese südeuropäischen PIIGS-Staaten und auch ihre Banken massiv in der Krise.

Die PIIGS-Staaten müssen seit dem Herbst 2008 (Zusammenbruch Lehman-Brothers-Bank) immer höhere Risikoaufschläge bezahlen. Und die Banken der PIIGS-Staaten bekommen kein Geld mehr über den Interbankenmarkt (der seit dem Zusammenbruch der Lehman-Brothers-Bank „eingefroren“ ist).

Das heisst, die aggressive Exportpolitik Deutschlands hat der Eurozone insofern geschadet, als die wettbewerbsschwachen südeuropäischen PIIGS-Staaten durch diese Politik beschädigt wurden.

Deutschland hat seit 1999 gut verdient und immer größere Handelsbilanzüberschüsse produziert.

Die südeuropäischen PIIGS-Staaten haben seit 1999 immer größere Handelsbilanzdefizite hingelegt und die deutschen Waren bezahlt, indem sie Schulden gemacht haben.

Das kann so auf Dauer nicht gut gehen und ist auf Dauer auch nicht gut gegangen.

Die Ergebnisse dieser aggressiven und rein wettbewerbsorientierten deutschen Wirtschafts- und Exportpolitik sehen wir jetzt.

Die EU-Kommission (auch Olli Rehn) hat übrigens in all diesen Jahren in dieser Sache nie eingegriffen, nicht zuletzt auf massiven deutschen Druck hin.

Ein großes Dilemma der PIIGS-Staaten: Sie können nicht abwerten

Ein weiteres Dilemma der PIIGS-Staaten ist, dass sie ihre Währung nicht abwerten können. In einer Situation, in der man nicht mehr richtig konkurrenzfähig gegenüber seinen ausländischen Handelspartnern ist, wertet ein Staat in der Regel seine Währung ab, um wieder konkurrenzfähiger zu werden.

Das erwünschte und erzielte Ergebnis einer solchen Währungsabwertung: Die eigenen exportierten Waren werden in den ausländischen Konkurrenzländern billiger, die Waren der ausländischen Konkurrenzländer werden im eigenen Land teurer.

Und so gleicht man diese Wettbewerbsschwäche währungstechnisch wieder aus. Spanien zum Beispiel hat in den achtziger und neunziger Jahren zigmal abgewertet, um so wieder konkurrenzfähiger zu werden.

Man kann aber in einem gemeinsamen Währungsraum (Eurozone) mit einer gemeinsamen Währung (Euro) nicht abwerten, das geht nicht.

Wie kann dann ein Land in einem gemeinsamen Währungsraum wie der Eurozone  überhaupt wieder konkurrenzfähiger werden?  Tja, eigentlich nur, in dem man die Arbeitskosten im eigenen Land senkt. Man muss also die eigene Arbeit abwerten.

Im Klartext: In allen diesen PIIGS-Staaten müssen die Löhne und Gehälter massiv gesenkt werden, in der Hoffnung, dass so die Arbeitskosten und Lohnstückkosten sinken und diese Länder wieder konkurrenzfähiger werden.

Das Problem dabei: Senkt man in dem betreffenden PIIGS-Staat massiv die Löhne und Gehälter, schwächt man auch die Kaufkraft der Arbeitnehmer des Landes und man schwächt damit letztlich den eigenen Binnenmarkt.

Das funktioniert also so nicht ohne weiteres und schafft außerdem enorme soziale Härten. Denn von diesen Niedrig– und Dumpinglöhnen kann kaum ein Mensch in diesen PIIGS-Staaten vernünftig leben.

Und mit Hartz IV aufstocken, das geht in diesen Ländern nicht. In den südeuropäischen PIIGS-Staaten haben wir nur ein relativ schwaches Sozialsystem. Hartz IV gibt es nicht.

Das übliche Sozialsystem in diesen Ländern ist die Familie. Die Familien müssen also die ganzen arbeitslosen und schlecht verdienenden Verwandten in den südeuropäischen PIIGS-Staaten auffangen (wenn sie es können. Manche Menschen in diesen PIIGS-Staaten haben auch arme Familien oder gar keine Familien. Diese Menschen leben dann auf der Strasse).

Ein weiteres Dilemma der PIIGS-Staaten: Der “Braindrain”

Ein weiteres Problem der PIIGS-Staaten ist der “Braindrain“, der schon länger in diesen Ländern stattfindet. Das heisst, die leistungsfähigen jungen Menschen in diesen Ländern (Techniker, Wissenschaftler, Intellektuelle) verlassen aufgrund der deprimierenden und aussichtslosen wirtschaftlichen Situation das Land in Richtung besser funktionierende Länder (Zum Beispiel Richtung Deutschland).

Zurück in diesen Ländern bleiben also vor allem diejenigen, die nicht begabt und gut ausgebildet genug sind, um im Ausland erfolgreich bestehen zu können. Für die PIIGS-Staaten ist das ausgesprochen negativ, ihre begabtesten und am besten ausgebildeten jungen Menschen verlassen scharenweise das Land. Dieses Phänomen betrifft übrigens auch Irland. Siehe hierzu den Artikel in “Irish Central” vom Jahre 2010 mit dem Titel “Ireland’s ‘Brain Drain’ worse than 1989 as unemployment continues to rise“.

Creative Commons Lizenzvertrag Einige Thesen zur Eurokrise 1 Klaus Gauger steht unter einer Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported License

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