Die bisherige Eurokrisen-Politik der deutschen Neoliberalen: Ein Desaster 2

Ich habe das Thema im Internet recherchiert und in meinen Blogeinträgen hierzu auch schon darüber berichtet.

Seht hierzu nochmals meine Blogartikel: “Angela Merkels Irrglaube an die Wirksamkeit ihrer kruden Sparrezepte in Südeuropa“, “Der deutsche `Sparwahn´: Dumm und verlogen“, “Trotz des eitlen Selbstlobs von  Wolfgang Schäuble: Die Euro-Krise ist massiv zurückgekehrt“.

Es gibt zur Zeit keinen einzigen griechischen Millionär mehr, der noch sein Geld in Griechenland hat. Und in den anderen südeuropäischen PIIGS-Staaten passiert schon seit Monaten genau das Gleiche: Wir haben in allen diesen Ländern eine massive Kapitalflucht. Die reichen Oberschichten im entsprechenden südeuropäischen PIIGS-Staat verschieben ihr Geld aus ihren Konten in den spanischen Banken in ihre Konten der Banken im sicheren Ausland.

Den Banken in diesen südeuropäischen PIIGS-Staaten, auch den spanischen Banken, schadet diese Sache übrigens enorm. Letztendlich blutet der entsprechende südeuropäische PIIGS-Staat über diese massive Kapitalflucht einfach finanziell aus.

Im Klartext: Kein einziger reicher Südeuropäer in diesen südeuropäischen PIIGS-Staaten wird durch diese Austeritätspolitik bestraft.

Und das, obwohl eigentlich genau diese reichen Eliten in den betreffenden südeuropäischen Ländern in der Regel diejenigen sind, die für den derzeitigen aberwitzigen Schlamassel in den südeuropäischen PIIGS-Staaten hauptverantwortlich sind.

Die reichen Oberschichten in den südeuropäischen PIIGS-Staaten haben zum grössten Teil ihr Geld schon längst in besser funktionierende Länder innerhalb und ausserhalb der Eurozone gebracht (zum grossen Teil auch nach Deutschland, aber natürlich auch England und die Schweiz. England hat den britischen Pfund und die Schweiz den Schweizer Franken).

Die reiche Madrider Oberschicht zum Beispiel ist jetzt immer noch genau so reich wie vor Beginn der Euro-Krise. Ich sehe in Madrid sehr viele sehr gut angezogene Leute, die in teueren deutschen Luxuskarossen durch die Stadt fahren (Mercedes-Benz, BMW, etc.).

Die Armut in Madrid sieht man, wenn man zum Beispiel mit der U-Bahn fährt oder mit dem Bus (so bewegen sich einfachen Madrider durch die Stadt) oder wenn man durch eine der vielen Innenstadtgassen läuft.

Das ist die Realität.

Und deswegen habe ich die deutschen Neoliberalen und insbesondere Angela Merkel und Wolfgang Schäuble so hart angegriffen.

Mit einer Austeritätspolitik in den betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staaten zieht man diese Länder insgesamt nur wirtschaftlich runter und treibt sie immer tiefer in die Rezession. Und man bestraft damit einzig die einfachen Leute des betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staates.

Den reichen Oberschichten des betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staates ist das alles völlig egal. Ihre meist fähigen Finanzberater bringen schon seit langem das Geld dieser reichen Leute ins sichere Ausland.

Und diese reichen Oberschichten des betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staates kaufen dann in der Regel noch eine oder mehrere Luxuswohnungen im sicheren Ausland (zum Beispiel in Zürich, London, Berlin, etc.).

Und wenn die Sache dann im betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staat wirklich schlecht läuft, ziehen diese reichen Leute des betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staates einfach in diese Luxuswohnungen im sicheren Ausland um (zum Beispiel nach Zürich, London, Berlin, etc.).

Denn wenn man in irgendeiner europäischen Stadt eine Wohnung kauft und somit in dieser Stadt einen offiziellen Wohnsitz hat und somit Bürger dieser Stadt ist, hat man unter anderem auch das Recht, in den Banken dieser Stadt sein Kapital zu platzieren.

Deshalb kaufen schon seit vielen Monaten, im Fall von Griechenland schon seit zwei Jahren, reiche Griechen. Portugiesen, Spanier und Italiener (südeuropäische PIIGS-Staaten) Wohungen in den europäischen Grossstädten, wo ihr Kapital sicher ist (London, Zürich, Berlin, etc.).

Sehr begehrt ist zum Beispiel London (dort sind diese reichen Leute aus den südeuropäischen PIIGS-Staaten ausserhalb der Eurozone, im Bereich des Britischen Pfunds). Hier habt ihr einen Artikel aus der FAZ vom Dezember 2011 mit dem Titel “Kapitalflucht: Euro-Krise treibt Londoner Immobilienpreise“.

In diesem Artikel heisst es: “Die Londoner Immobilienmakler verstehen mehr von Finanzkrisen als mancher Banker. Kaum geraten die Reichen der Welt in Panik, klingeln bei den Maklern in London die Telefone, und es sind mal wieder Luxusimmobilien in bester Lage gefragt. Als im Juli die Risikoprämien am italienischen Anleihemarkt zu steigen begannen, ließen sich reiche Italiener in Chelsea und Kensington sofort die Millionenvillen zeigen. „Seit Juli sind fast ein Drittel unserer europäischen Investoren Italiener“, sagt Tracey Hayward von der Immobilienagentur Savills.

Die Griechen kaufen schon länger ein: „Seit einem Jahr melden sich bei uns etwa 30 Prozent mehr Griechen und Italiener, um im London Immobilien für 1 bis 4 Millionen Pfund zu kaufen“, berichtet Noël de Keyzer aus dem Büro für Luxusimmobilien von Savills an der Sloane Street. Luxusappartements und Häuser kosten in dieser Gegend in Knightsbridge mehr als 2000 Pfund je Quadratfuß. Nach einer Aufstellung des Immobilienmaklers Knight Frank entspricht dies Preisen von 56300 Dollar je Quadratmeter. Damit ist London neben Monaco der teuerste Immobilienmarkt der Welt.

Die Makler von Knight Frank berichten, dass die Hälfte aller Wohnungen und Häuser von mehr als einer Million Pfund an ausländische Käufer gingen. Die Stadt profitiert nicht nur von der Kapitalflucht aus den Euro-Krisenländern, sondern auch von reichen Arabern, denen die Lage in ihren Umsturzländern zu heiß wird. Im kommenden Jahr werden es zudem wieder die Russen sein, die an den Markt kommen, denn in Russland wird gewählt und auch dies bedeutet offenbar Kapitalflucht. Knight Frank spürt jetzt schon die höhere Nachfrage aus Moskau. Die zentralen Lagen in London haben den Preiseinbruch lange wettgemacht, den ihnen die Finanz- und Bankenkrise beschert hatte”.

In Griechenland ist das alles schon vor längerer Zeit passiert. Ich vermute, sehr viele reiche Griechen wohnen mittlerweile in ihren Luxuswohnungen im sicheren Ausland (zum Beispiel in Zürich, London, Berlin, etc.).

Es ist richtig, dass vor allem die “Pseudoeliten dieser südeuropäischen PIIGS-Staaten, an der Situation ihrer Länder massiv mitschuldig sind.

In Spanien zum Beispiel liegt schon seit den neunziger Jahren, spätestens seit der Zeit von José María Aznar (1996-2004), folgendes vor:

1.) Die spanische politische Klasse ist korrumpiert und inkompetent. Unter anderem haben sich sehr viele spanische Politiker sowohl vom PP als auch vom PSOE aktiv an diesem spätestens seit den neunziger Jahren offensichtlich miesen und korrupten Bauspekulationsgeschäft in Spanien beteiligt und bereichert, bis die spanische Immobilienblase Anfang 2008 geplatzt ist.

Auch die entsprechenden Beamten in den städtischen Bauämtern, auch in Madrid, waren alle korrumpiert und wurden von den örtlichen “Baulöwen” “geschmiert”. Das ganze Baugeschäft war hochgradig mafiös, es waren auch massiv Schwarzgelder bei dieser Sache im Spiel.

Seht hierzu auch nochmals meinen Blogartikel “Madrid heute – Abschied von meiner Madrider Vergangenheit“.

2.) Natürlich sind auch die spanischen Banker korrumpiert und inkompetent. Die spanischen Banker haben aus Geldgier leichtsinnigerweise diese spanische Immobilienblase finanziert. In den USA war das übrigens genauso. Auch hier haben die amerikanischen Banken die amerikanische Immobilienblase finanziert.

Mitbeteiligt waren an dieser Sache übrigens immer auch massiv ausländische Banken. Auch deutsche und zum Beispiel französische Banken haben beim spanischen und amerikanischen Immobilienboom mitspekuliert. Und auch beim irischen Immobilienboom war es nicht anders.

Auch hier haben zum Beispiel deutsche Banken kräftig “mitgezockt”. Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom Dezember 2010 in “Spiegel Online” mit dem Titel “113 Milliarden Euro: Deutsche Banken sind größte Irland-Kreditgeber“.

Und das Platzen der amerikanischen Immobilienblase ab Frühjahr 2007 war die Ursache für die weltweite Finanzkrise ab 2007.

Und das Platzen der amerikanischen Immobilienblase ab Frühjahr 2007 und die weltweite Finanzkrise ab 2007 haben dann übrigens auch dafür gesorgt, dass zum Beispiel kurz darauf auch die spanische Immobilienblase und natürlich auch die irische Immobilienblase geplatzt ist.

Zur irischen Immobilienblase seht zum Beispiel den Artikel vom Februar 2009 in “Welt Online” mit dem Titel “Immobilienland ist abgebrannt“.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “Im vergangenen Herbst schlitterte Irland nach 25 Jahren stetigen Wachstums als erster der EU-Staaten in eine Rezession. Der diesjährige Einbruch der Wirtschaftsleistung ist mit fünf bis sechs Prozent doppelt so hoch wie in den meisten anderen westlichen Nationen. Bis Ende 2009 soll die Arbeitslosenquote auf elf Prozent steigen, Häuserpreise dagegen um 80 Prozent sinken. Der Staat gerät ins Wanken.

Um 19 Prozent sind die Steuereinnahmen im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Haushaltslage ist so bedrohlich, dass sich Irland noch nicht einmal ein Konjunkturprogramm leisten kann. Statt wie andere Länder in schlechten Zeiten mit antizyklischer Fiskalpolitik Konsum und Investitionen anzuheizen, muss Irland sein Defizit eindämmen. Zähneknirschend erhöhte Premier Brian Cowen die Mehrwertsteuer und, erstmals seit 25 Jahren, die Einkommensteuer. Trotzdem wird das Haushaltsdefizit im laufenden Jahr rund zehn Prozent erreichen.

Es sind vor allem zwei Dinge, die die Erfolgsgeschichte Irlands so abrupt beendet haben. Zum einen lebte das Land mit seinem kleinen Binnenmarkt von der Exportwirtschaft. Durch die Finanzkrise verging Menschen überall auf der Welt die Lust am Einkaufen, der Export brach 2008 ein. Zum anderen hatte sich in Irland eine Immobilienblase gebildet, die 2008 platzte. Tausende Iren sitzen in Häusern, die weniger wert sind als die Hypothek, die darauf lastet. Knapp 100 000 Häuser stehen leer. Die Bauindustrie ist fast zum Erliegen gekommen”.

Zur Genese und zu den Folgen der irischen Immobilienblase und Bankenkrise seht zum Beispiel den Artikel vom November 2011 mit dem Titel “Genese der Irland-Krise: Endspiel in Europas Casino” in “Spiegel-Online“.

Sowohl in den USA als auch in Spanien und wohl auch in Irland haben die Banken massiv sogenannte “Subprime-Kredite” vergeben. Das waren Kredite an Menschen ohne ausreichende Bonität mit teilweise absurden Konditionen.

In Spanien wurden zum Teil Kredite an irgendwelche schlecht verdienenden Menschen mit unsicheren Jobs vergeben. Und die Banken verlangten für diese Kredite oft nicht einmal einen Eigenkapitalanteil. Und diese Kredite hatten Laufzeiten von bis zu 50 Jahren mit variablem Zins. Solche Kredite sind hochriskant sowohl für den Kreditnehmer als auch für die finanzierende Bank. Diese Art von Kredite nennen die Amerikaner “Subprime-Kredite“. In Spanien und Irland haben die Banken bei dieser Kreditvergabe oft noch bewusst manipuliert und getrickst.

3.) Die meisten spanischen Wirtschaftswissenschaftler und Journalisten sind unfähig. Sie haben vor dem Platzen der spanischen Immobilienblase Anfang 2008 in der Regel nicht erkannt, was in Spanien läuft und wie gefährlich dieses miese und korrupte Bauspekulationsgeschäft für die spanische Wirtschaft und Spanien insgesamt war.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Es gab ein paar gute spanische Wirtschaftswissenschaftler und Journalisten, die durchgeblickt haben und vor dem Platzen der spanischen Immobilienblase gewarnt haben.

Aber es waren zu wenige. Die meisten Spanier waren vor dem Platzen der spanischen Immobilienblase Anfang 2008 völlig ahnungslos und dachten, die Wirtschaft ihres Landes und ihr Land allgemein sei in bester Verfassung. Und viele Spanier haben vor dem Platzen der spanischen Immobilienblase Anfang 2008 oft auf Pump völlig überteuerte (!) Immobilien (Wohnungen und Häuser) gekauft.

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