Die bisherige Eurokrisen-Politik der deutschen Neoliberalen: Ein Desaster 1

Manche Leser meines Blogs werden sich in den letzten Monaten gefragt haben, warum ich die deutschen Neoliberalen in meinem Blog so hart abstrafe.

Seht hierzu nochmals meine Blogartikel: “Angela Merkels Irrglaube an die Wirksamkeit ihrer kruden Sparrezepte in Südeuropa“, “Der deutsche `Sparwahn´: Dumm und verlogen“, “Trotz des eitlen Selbstlobs von  Wolfgang Schäuble: Die Euro-Krise ist massiv zurückgekehrt“.

Ich will jetzt meinen Lesern erklären, warum ich so hart zu Angela Merkel und Wolfgang Schäuble bin.

Die Politik, die man in den südeuropäischen PIIGS-Staaten (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien) in der Eurozone als Antwort auf die zu hohe Staats– (Griechenland, Portugal, Italien) oder Privatverschuldung (Spanien) dieser Länder durchgeführt hat, war eine von den Brüssel (Olli Rehn), der Troika (EZB, EU-Kommission und IWF) und den deutschen Neoliberalen angeordnete Austeritätspolitik.

Wen bestraft man eigentlich, wenn man eine Austeritätspolitik in den südeuropäischen PIIGS-Staaten durchführt?

Nun, man bestraft mit einer Austeritätspolitik in erster Linie die einfachen Leute in den betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staaten. Mit einer Austeritätspolitik zieht man diese Länder insgesamt nur wirtschaftlich runter und treibt sie immer tiefer in die Rezession. Die einfachen Leute in den betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staaten verlieren dann ihre Jobs.

In Spanien haben diese einfachen Leute oft auch noch ihre angezahlten Wohnungen und Häuser verloren.

Denn viele dieser einfachen Leute hier in Spanien hatten mit Hilfe eines Bankkredits während des spanischen Immobilienbooms eine Wohnung oder ein Haus gekauft.

Haben sie dann aufgrund der immer tieferen Rezession in Spanien ihren Job verloren, konnten sie in der Regel auch die Raten für diese Bankkredite nicht mehr bezahlen und die entsprechenden Wohnungen und Häuser gingen zurück an die finanzierende Bank. Die finanzierende Bank hat man in Spanien in so einem Fall übrigens auch beschädigt, denn im Moment will niemand diese Wohnungen und Häuser kaufen. Die spanische finanzierende Bank bleibt also aktuell auf diesen Wohnungen und Häuser sitzen und der entsprechende Kredit der finanzierenden Bank wird so zu einem “faulen” Kredit.

Man hat also mit dieser Austeritätspolitik in der Regel sowohl den spanischen Binnen- und somit auch Arbeitsmarkt als auch die spanischen Banken beschädigt.

Über die Ursachen und Folgen dieser spanischen Privatverschuldungs- oder Bankenkrise habe ich schon vor einigen Monaten einen Artikel mit dem Titel “Madrid heute – Abschied von meiner Madrider Vergangenheit” geschrieben.

Und noch etwas: Diese ganzen Arbeitslosen in Spanien sind jetzt unproduktiv und “produzieren” (?!) nur hohe Sozialkosten für den spanischen Staat. Den spanischen Staat hat man mit dieser Austeritätspolitik also auch beschädigt.

Die aktuelle Arbeitslosenquote in Spanien liegt bei über 24%. Das ist ziemlich aberwitzig. Diese spanischen Arbeitlosen interessieren sich übrigens auch nicht besonders für die in den letzten Wochen angelaufene spanische Bankenrettung.

Hier habt ihr einen Artikel aus “euronews” vom 11.6. mit dem Titel “Spaniens Arbeitslose kümmert Bankenrettung wenig”.

In diesem Artikel heisst es: “Mit Skepsis haben in Madrid Arbeitslose die Pläne zur Rettung des spanischen Bankensektors aufgenommen. Dabei herrschte die Meinung vor, die Regierung solle sich lieber verstärkt um die Bürger kümmern als um die Banken. In Spanien ist die Erwerbslosenquote mit 24 Prozent die höchste in der EU.

“Ich bin nicht optimistisch”, sagt ein Stellungsloser. “Jeden Tag wird es schlimmer.” Er sei arbeitslos, geschieden mit zwei Kindern, denen er keine Unterstützung zahlen könne. Zudem sei er zu einem Drittel behindert, die Unternehmen nutzten Menschen wie ihn aus.

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone leidet unter einer immer schlimmer werdenden Rezession und Massenarbeitslosigkeit.

Die seit sechs Monaten amtierende konservative Regierung verschrieb Spanien eine Roßkur, die zwar eine finanzielle Rettungsaktion des Landes unnötig machte, die aber auch das Wachstum schmälerte”.

Die letzten Zeilen dieses Artikels sind übrigens mehr als euphemistisch. Die Austeritäts-Rosskur von Mariano Rajoy hat Spanien in eine tiefe Rezession hineinbefördert. Und eine finanzielle Rettungsaktion für Spanien wird wohl trotzdem nötig sein.

Tja, so sieht’s aus. Das sind unter anderem die konkreten Ergebnisse der von den Brüssel (Olli Rehn), der “Troika” (EZB, EU-Kommission und IWF) und von Angela Merkel und Wolfgang Schäuble angeordneten Austeritätspolitik.

Die einfachen Leute gehen bei einer solchen Austeritätspolitik im betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staat völlig den Bach runter und sind dann am Ende Pleite.

Und was passiert mit den reichen Oberschichten im betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staat, wenn man dort eine Austeritätspolitik durchknüppelt? Ganz einfach, denen passiert absolut nichts.

Diese reichen Leute im betreffenden südeuropäischen PIIGS-Staat bringen ihr Geld einfach in die Länder der Eurozone, die besser funktionieren (oft natürlich auch Deutschland), oder in Länder, die ausserhalb der Eurozone liegen (Schweiz, England, USA, etc).

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