Julian Assanges Asylgesuch an Ecuador 1

In “Spiegel Online” ist heute, am 20.6., ein Artikel mit dem Titel “Botschaftsflüchtling Assange: Ausgerechnet Ecuador” erschienen.

Julian Assange will über die Ecuadorianische Botschaft in London nach Ecuador fliehen.

Seit dem August 2010 ist Julian Assange im Visier der schwedischen und der britischen Ermittlungsbehörden. Seht hierzu den Artikel aus “Spiegel-Online” vom 19.12.2010 mit dem Titel “Vorwürfe gegen WikiLeaks-Gründer: Zeitung veröffentlicht Details zu Sex-Vorwürfen gegen Assange“. Auf dieser Seite findet ihr auch eine Chronik zum Fall Assange.

In diesem Artikel mit dem Titel “Vorwürfe gegen WikiLeaks-Gründer: Zeitung veröffentlicht Details zu Sex-Vorwürfen gegen Assange” heisst es: “Angeblich soll er Sex mit einer Schlafenden gehabt haben, ein  Kondom absichtlich zum Platzen gebracht haben und das “eigene Körpergewicht als Druckmittel zur Durchsetzung sexueller Wünsche” benutzt haben: Das sind nach Medienangaben neben einer nicht näher beschriebenen “sexuellen Kränkung” die konkreten Vorwürfe von zwei Schwedinnen gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange.

 Der Londoner “Guardian” gab an diesem Wochenende detailliert wie kein anderes Medium zuvor den Inhalt der Stockholmer Anschuldigungen gegen den 39-jährigen Australier wieder. Das Blatt nahm auch Assanges Gegenvorwurf eines “abgekarteten Spiels” der Frauen mit angeblichen SMS-Beweisen unter die Lupe: Beide hätten ausschließlich freiwilligen Sex mit ihm gehabt und auf Geld von Medien spekuliert, ehe sie gemeinsam zur Polizei gegangen seien, ließ Assange aus seinem englischen Domizil Ellingham Hall verlauten.

Stimmt nicht, meint die Londoner Zeitung unter Berufung auf geheime Verhörprotokolle der Staatsanwaltschaft, zu denen sie “nicht autorisierten” Zugang bekommen habe. Diesmal aber nicht über das Enthüllungsportal WikiLeaks. Als dessen Sprecher war Assange Mitte August zu einem Seminar nach Stockholm gekommen. Dort bot ihm laut “Guardian” “Fräulein A”, die ein Seminar für den Australier mitorganisierte, ihre Wohnung als Bleibe an. Und dort soll Assange nach Aussage der Frau dann mit Hilfe seines Körpergewichts nicht erwünschten Sex durchgesetzt haben, was als sexuelle Nötigung gewertet wird. Zudem soll er mit dem von ihr verlangten Kondom “etwas gemacht” haben, so dass es geplatzt sei”.

Seht hierzu nochmals den Artikel aus “Spiegel-Online” vom 19.12.2010 mit dem Titel “Vorwürfe gegen WikiLeaks-Gründer: Zeitung veröffentlicht Details zu Sex-Vorwürfen gegen Assange” und lest ihn gründlich durch.

Nun, das Interessante an diesen “Sex-Vorwürfen” (?!) ist, dass man sie weder beweisen noch widerlegen kann.

Bei einer richtigen Vergewaltigung wird die Frau immer verletzt. Jeder Arzt kann in so einem Fall sofort feststellen oder beweisen, dass eine Vergewaltgung stattgefunden hat. Aber bei diesen obigen Vorwürfen ist kein Beweis möglich. Und eigentlich auch kein Gegenbeweis.

Die mächtigsten Feinde Assanges sitzen in den USA. Julian Assange hat nämlich seinerzeit in “Wikileaks” viele sensible und auch geheime US-Dokumente “online” gestellt. Die Dinge, die in diesen Dokumenten drin standen, waren für die USA teilweise sehr peinlich.

Wir erfahren in dem Wikipedia-Artikel zu “Wikileaks” zu dieser Geschichte: “Für internationales Aufsehen sorgte ab dem 28. November 2010 die Veröffentlichung von rund einer Viertelmillion diplomatischer US-Berichte über zahlreiche Regierungen und deren Mitglieder in aller Welt. Sie wurde als Cablegate bekannt. Bis zum 20. August 2011 waren in verschiedenen Tranchen 19.791 Dokumente veröffentlicht.In den folgenden Tagen wurde das Tempo der Freigabe massiv erhöht und zehntausende weitere Dokumente innerhalb kurzer Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am 27. August belief sich die Zahl der einsehbaren Depeschen auf 143.014.

Etwa zeitgleich wurde durch einen Pressebericht bekannt, dass eine als cables.csv bezeichnete verschlüsselte Datei von 1,73 Gigabyte Umfang ebenso wie der dazugehörige Schlüssel im Internet verfügbar sei. Sie enthielt die vollständige, unredigierte Sammlung der Botschaftsdepeschen.Nach der Datenpanne gab WikiLeaks selbst die komplette Sammlung der Depeschen frei.

Ab Ostern 2011 veröffentlichte WikiLeaks innerhalb von vier Wochen unter dem Titel Gitmo files 765 Dateien zu dem umstrittenen Gefangenenlager auf der Guantanamo Bay Naval Base, in dem zu diesem Zeitpunkt noch 172 Gefangene einsaßen. Die als „geheim“ eingestuften Militärdokumente stammen aus der Zeit von 2002 bis 2007 und beziehen sich auf jeweils einen Gefangenen. Die US-amerikanische Regierung bestätigte die Echtheit der Dokumente und bedauerte deren Offenlegung”.

Schaut euch auch den englischsprachigen Wikipedia-Artikel zu Wikileaks an. In diesem englischsprachigen Wikipedia-Artikel steht noch viel genauer drin, welche Enthüllungsaktionen Wikileaks gestartet hat, die für die USA teilweise sehr peinlich waren.

Und es gibt konservative Kreise in den USA, die schon länger die Ermordung (!) von Julian Assange fordern.

Wir erfahren in dem Wikipedia-Artikel zu Julian Assange: “Julian Assange sah sich scharfen Angriffen überwiegend konservativer Kreise in den USA ausgesetzt, die darin gipfelten, dass Vizepräsident Joe Biden ihn als Terroristen bezeichnete und Offiziere der US-Armee, Journalisten und Politiker wie z. B. Sarah Palin öffentlich forderten, ihn als solchen zu verfolgen, und dabei auch seine Tötung in Kauf zu nehmen. Andere forderten explizit seine Hinrichtung ein,wie der Radiomoderator Rush Limbaugh oder Tom Flanagan, ein Berater des kanadischen Premierministers, der forderte, Assange mittels einer Drohne zu ermorden, dies kurz darauf jedoch als „unbedacht“ bezeichnete”.

Warum Julian Assange nach Ecuador will, ist völlig klar. Es wird in dem “Spiegel-Online“-Artikel mit dem Titel “Botschaftsflüchtling Assange: Ausgerechnet Ecuador” auch klar gesagt. “Das Verhältnis Ecuadors zu den USA ist angespannt“. Der aktuelle Präsident Ecuadors Rafael Correa ist ein linksgerichteter Politiker und Gegner der USA.

Warum sind übrigens so viele lateinamerikanische Politiker oft linksgerichtet und Gegner der USA? Nun, der mexikanischen Diktator Porfirio Díaz soll mal ganz treffend gesagt haben:  “Armes Mexiko, so weit von Gott und so nah bei den USA!

Das gilt im Prinzip für ganz Lateinamerika. Die Amerikaner betrachten seit jeher Lateinamerika mehr oder weniger als ihren “Hinterhof” (amerikanisch: “backyard“), in dem sie machen können, was sie wollen.

Seht hierzu unter anderem meinen Blogeintrag “The War on Democracy (2007)” über den gleichnamigen Film von John Pilger. Und schaut euch auch mal meinen Blogeintrag “Mexiko: Ein Land versinkt im Drogenkrieg” an. Auch die Zustände in Mexiko haben etwas mit den USA zu tun.

Hier habt ihr einen Artikel von heute, den 20.6. in der “Voz de América” mit dem Titel “Assange y Ecuador tienen una estrecha relación“.

In diesem Artikel in der “Voz de América” mit dem Titel “Assange y Ecuador tienen una estrecha relación” erfahren wir: “La relación entre Ecuador y Assange se abrió en noviembre de 2010, cuando la situación del australiano se complicaba en Inglaterra y el actual vicecanciller Kintto Lucas le ofreció ir a residir a Ecuador. En ese momento el gobierno dijo que las declaraciones de Lucas habían sido “espontáneas”, pero que no había tal ofrecimiento.

No obstante, meses después, el presidente ecuatoriano Correa elogió el trabajo de Wikileaks, cuando dijo en la cadena NTN 24 de Colombia que Assange “cometió una ilegalidad, pero a la final nos brindó un bien mayor: revelarnos la política imperial de los Estados Unidos”.

Julian Assange will verhindern, dass er in die USA ausgeliefert wird. Anscheinend planen seine Feinde in den USA so einen Schachzug.

In dem “Spiegel-Online“-Artikel mit dem Titel “Botschaftsflüchtling Assange: Ausgerechnet Ecuador” heisst es: “Die Flucht auf exterritoriales Gelände ist ein Versuch Assanges, sich einer Auslieferung nach Schweden zu entziehen. Dort soll der 40-Jährige zu Vergewaltigungsvorwürfen Stellung nehmen. Zwei Schwedinnen werfen ihm sexuelle Nötigung vor, die Staatsanwaltschaft Göteborg ermittelt.

Assange fürchtet aber, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden – wobei die Auslieferung dort komplizierter sein dürfte als in Großbritannien. Es gibt Hinweise, dass US-Behörden an einer Anklage gegen den WikiLeaks-Gründer arbeiten, womöglich liegt auch bereits eine geheime, “versiegelte” Anklage vor. Der mutmaßliche Whistleblower Bradley Manning, der einen Großteil der geheimen Dokumente von Militärrechnern kopiert haben soll, sitzt bereits im Gefängnis. Assange könnte nach US-Recht wegen Beteiligung an einer Verschwörung zum Geheimnisverrat angeklagt werden – wenn ihm nachgewiesen wird, dass er Manning angestiftet hat”.

Die Haftbedigungen von Bradley Manning sind übrigens auch sehr hart. Lest dazu den Wikipedia-Artikel über Bradley Manning.

Das heisst, Assange will sich nicht einem rechtmässigen Verfahren entziehen. Mit einem Verfahren wegen irgendwelcher “Sex-Vorwürfe” hätte er wohl kein grosses Problem.

Julian Assange hat Angst vor den USA. Und zwar zurecht. Die amerikanischen Gefängnisse können sehr brutal und hart sein. Hier habt ihr einen Wikipedia-Eintrag zum “Gefängnissystem der Vereinigten Staaten“.

Wir erfahren in diesem Wikipedia-Artikel zum “Gefängnissystem der Vereinigten Staaten“: “Etwa zwei Drittel (1.518.559 Personen) der 2.424.279 in den USA Inhaftierten (Stand 31. Dezember 2008) unterliegen bundes- oder einzelstaatlicher Kontrolle (Prisons). Etwa ein Drittel (785.556) ist in lokalen Gefängnissen inhaftiert (Jails) davon 15 % in von privaten Sicherheitsfirmen betriebenen Haftanstalten. 92.845 Gefangene waren in Jugendhaftanstalten untergebracht, 2.135 in Gefängnissen in den Indianerreservaten, 1.651 in Militärgefängnissen, 9.957 in Gefängnissen der Zoll- und Einwanderungsbehörden und 13.576 in sogenannten Gebietsgefängnissen (U.S. territories facilities).

Die USA haben mit 751 pro 100.000 Einwohnern (2006) – abgesehen von China, dessen Zahlen nicht eindeutig sind – die höchste Inhaftierungsrate der Welt. Der größte Teil der ausgesprochenen Strafen ahndet Gewaltverbrechen (624.900), Eigentums– (253.000) – und Drogenkriminalität (265.000) (Statistik 2002).

Unterscheidet man bei den Inhaftierten nach „Rassen“, wie es in den USA üblich ist, befinden sich 3.161 von 100.000 schwarzen Männern und 149 von 100.000 schwarzen Frauen, 1.200 von 100.000 der männlichen und 75 von 100.000 der weiblichen Latinos und 487 von 100.000 der weißen männlichen und 50 von 100.000 der weißen weiblichen US-Bevölkerung in Staats- und Bundesgefängnissen in Haft (Stand 31. Dezember 2008). Insgesamt sind 1,65 % der schwarzen gegenüber 0,27 % der weißen US-Bevölkerung (U.S. residents) in Staats- und Bundesgefängnissen inhaftiert (Fettdruck von mir!).

Wegen Kapitalverbrechen befinden sich 3.314 zur Todesstrafe verurteilte Personen in US-Gefängnissen, 60 Verurteilte wurden 2005 hingerichtet, die meisten davon in Texas. Seit 1930 wurden in den USA 4.863 Personen hingerichtet.

Ende 2008 befand sich jeder 40. US-Amerikaner (2,4 % der Bevölkerung) entweder im Gefängnis (2,3 Millionen), oder sie waren zur Bewährung (4,3) oder zur Haftaussetzung (0,828) auf freiem Fuß. Zu Beginn des Jahres 2009 stieg die Zahl der Gefangenen weiter auf 2,32 Millionen. Damit stehen die Vereinigten Staaten im Verhältnis von Gefängnisinsassen zur Einwohnerzahl mit Abstand weltweit an der Spitze. Die Zahl weiblicher Insassen stieg auf 7 %. Zwischen 1995 und 2003 nahm die Anzahl der wegen Drogendelikten Inhaftierten um 49 % zu”.

Tja, eine Weise, wie die USA ihre “sozialen Probleme(?!) nicht zuletzt mit der schwarzen (African Americans) und lateinamerikanischen Minderheit (Hispanics) lösen, ist das “Gefängnissystem der Vereinigten Staaten“.

Und Julian Assange würde man sicher zur Abschreckung in einen richtig harten amerikanischen Knast stecken. Es gibt viele davon. Und davor hat Julian Assange zurecht Angst.

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