Angela Merkel: Die Biographie einer Opportunistin – 2

Also: Angela Merkel war eine Physikprofessorin an der führenden und wichtigsten Institution im Bereich  “Wissenschaft und Technik in der DDR: Der Akademie der Wissenschaften der DDR.

Und Angela Merkel konnte 1986 für mehrere Tage in die Bundesrepublik reisen.

Wir erfahren in dem Wikipedia-Artikel mit dem Titel “Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR“: “Die Freizügigkeit war für Bürger der DDR stark eingeschränkt. Eine pass- und visafreie Ausreise war seit 1971 nur in die Tschechoslowakei und zeitweilig (bis 1980) in die Volksrepublik Polen möglich, Privat- oder Urlaubsreisen mit Visum konnten normalerweise nur in wenige Staaten unternommen werden. (Nach der „Verordnung über Reisen von Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik nach dem Ausland“ vom 30. November 1988 waren das: Volksrepublik Bulgarien, Koreanische Demokratische Volksrepublik, Mongolische Volksrepublik, Volksrepublik Polen, Sozialistische Republik Rumänien, Tschechoslowakische Sozialistische Republik, Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und die Ungarische Volksrepublik.). Ausreisen ins nichtsozialistische Ausland unterlagen dagegen starken Restriktionen und waren für den Durchschnittsbürger nahezu unmöglich.”

Zur Erläuterung: Ausreisen in den Westen (auch in die Bundesrepublik Deutschland: BRD) durften in der DDR nur Menschen, bei denen absolut sicher war, dass sie linientreu und verlässlich waren und keine Gefahr einer von den SEDParteikadern und der “Stasi” (dem Ministeriums für Staatssicherheit) sogennanten “Republikflucht” bestand. Solche Leute nannte man in der DDR “Reisekader“.

Wir erfahren zu diesen “Reisekadern” im entsprechenden Wikipedia-Eintrag:Reisekader (DDR: Kader, der in den Westen reisen darf) bezeichnet eine Person aus dem Staats- oder Parteiapparat oder dem öffentlichen Leben (Sportler, Künstler, Wissenschaftler) sowie der Wirtschaft der DDR, bei der die vorherrschende Beschränkung der Reisefreiheit nicht galt. Die Überprüfung und Bestätigung der in Frage kommenden Personen erfolgte durch die Hauptabteilung XIX des Ministeriums für Staatssicherheit. Personen, die als Reisekader bestätigt wurden, erhielten einen DDR-Reisepass“. Da es sich hierbei um „zuverlässige“ Bürger der DDR handelte, waren viele gehalten, dem MfS Pflichtberichte abzuliefern”.

Im Klartext: Die Genehmigung für solch eine Reise musste die “Stasi” (Das Ministeriums für Staatssicherheit) erteilen.

Offensichtlich war Angela Merkel mit ihrem Leben in der DDR durchaus zufrieden und sie war mehr oder wenig konform mit den Verhältnissen in der DDR. In den Westen wollte sie wohl nicht. Ihr ging es wahrscheinlich gut in der DDR. Die SEDParteikader und die “Stasi” (Das Ministeriums für Staatssicherheit) vertrauten ihr anscheinend.

Und Angela Merkel behauptet, sie sei in ihrer FDJ-Gruppe als Kulturreferentin tätig gewesen, während Quellen, die der Merkel-Biograf Gerd Langguth befragt hat, davon sprechen, sie sei für „Agitation und Propaganda“ zuständig gewesen.

Im Artikel in “Focus” vom Oktober 2010 mit dem Titel “Angela Merkel: DDR-Vergangenheit einer Angepassten” heisst es hierzu: “Auf die Frage, warum sie FDJ-Mitglied geworden sei, sagte Merkel: `Hauptsächlich wegen der Freizeitveranstaltungen. Viele Gemeinschaftsaktivitäten wurden in der DDR ja nun mal über diese Organisation abgewickelt´. Die heutige CDU-Vorsitzende hat damals darüber nachgedacht, in den Westen zu gehen. `Für mich war immer sehr wichtig, zu wissen, dass ich in einer echten Notsituation auch die Kraft gehabt hätte, wegzugehen.´ Die Kanzlerin weiter: `Aber meine Familie und meine Freunde waren mir eben auch wichtig. Also hatte ich für mich beschlossen, solange ich nicht in eine solche elementare Notsituation geriete, in der DDR zu bleiben.´ Außerdem wollte Merkel aus Liebe zu ihrem heutigen Ehemann, Joachim Sauer, in der DDR bleiben. `Nur einer von uns beiden konnte reisen, und ich wollte natürlich zu ihm zurückkehren´, sagte die Bundeskanzlerin.

Merkel berichtete auch über eine Reise in den Westen drei Jahre vor dem Mauerfall. 1986 durfte sie zur Hochzeit einer Cousine mehrere Tage in den Westen fahren. In Konstanz, wo sie einen aus der DDR geflüchteten Kollegen besucht habe, sei sie sich unsicher vorgekommen. Sie habe sich gefragt, wie sie allein in einem Hotel gefahrlos übernachten könnte. `Vielleicht hatte ich zu viele Tatort-Krimis im West-Fernsehen gesehen´, sagte Merkel. Aus heutiger Sicht finde sie dies kurios”.

Ja, ja, das klingt alles ganz logisch, ganz  vernünftig, ganz “pragmatisch” (?!). Angela Merkel liebte also die Freizeitverantstaltungen in der FDJ und ihre Familie, ihre Freunde und ihr heutiger Ehemann waren ihr wichtig. Deswegen verliess sie nicht die DDR. Nun, hätte sie mal Ärger mit der Stasi gehabt oder wäre sie mal in einem Gefängnis in der DDR gelandet, wäre ihr der Abschied von der DDR sicher leichter gefallen.

Im Artikel auf der Website des Journalisten Christoph Seils über Angela Merkels DDR-Vergangenheit mit dem Titel `Ich war gerne in der FDJ´ erfahren wir weiterhin:  “Kein Wissenschaftler kann sich Jahr für Jahr vor der Teilnahme an der Mai-Demonstration drücken oder jede der Gewerkschaftsversammlungen schwänzen. Kneifen geht manchmal, Weigern schafft Probleme, Protestieren gefährdet die Promotion. Als 1981 in Polen das Kriegsrecht verhängt wird, kritisiert ein Doktorand dieses im Marxismus- Leninismus-Unterricht so heftig, dass es ihn seine Karriere kostet. Angela Merkel weilt zu diesem Zeitpunkt zu einem Studienaufenthalt in Prag, aber so etwas spricht sich herum.

Der Besuch des akademieeigenen Instituts für Marxismus-Leninismus ist auch für Angela Merkel Pflichtprogramm. Ohne Grundkenntnisse und Abschlussarbeit gibt es keinen Doktortitel. „Jeder Wissenschaftler musste an der Akademie seine Kompromisse machen“, sagt ein ehemaliger Kollege, der sich rückblickend in der Rolle eines „Minimalopportunisten“ beschreibt. „Anpassung ist auch – selbstverständlich – Teil meines Lebens gewesen“, bekennt Angela Merkel im Oktober 1991 in einem Gespräch mit dem Journalisten Günter Gaus. Doch wo ist im autoritären Sozialismus die Grenze zwischen Anpassen und Anbiedern. Ein Kollege, der immer darauf geachtet hat, den Karrieristen und Ideologen möglichst aus dem Weg zu gehen, wundert sich schon, wie offen Angela Merkel „den Roten“ gegenüber ist, wen sie alles kennt, mit wem sie so plaudert. Doch er sagt auch, Angela Merkel habe sich nie kompromittiert. Nie habe sie versucht, sich mit ideologischen Zugeständnissen Vorteile zu verschaffen, zum Beispiel eine begehrte Forschungsreise in den Westen.

Vor allem wundern sich einige Kollegen, was die Pastorentochter Angela Merkel noch mit Mitte zwanzig bei der FDJ sucht. Für Schüler und Studenten in der DDR gehörte die FDJ zum Pflichtprogramm, aber für Wissenschaftler eben nicht mehr. Heute windet sich die CDU-Vorsitzende, wenn sie danach gefragt wird. Sie weiß, das ist schlecht fürs Image, vor allem im Westen. In einem Gespräch mit Hugo Müller-Vogg sagt Angela Merkel im Jahr 2003: „Vielleicht hätte ich die Kontakte über die FDJ überhaupt nicht gebraucht.“ Sie spricht von der Gefahr, „weiter hineingezogen zu werden“ und von einer „ungeheueren Gratwanderung“. 1991 klang das anders. Da sagt sie dem Journalisten Günter Gaus: „Ich war gerne in der FDJ.“ Sie spricht von der „Unterbetätigung“ am Institut, von den vielen Dingen, die die FDJ unternommen hat, sowie von „70 Prozent Opportunismus“.

Vor allem am Anfang fühlt sich Angela Merkel in Berlin nicht besonders wohl. Die junge Doktorandin leidet an der Großstadt, sie leidet an ihrer Ehe und sucht Kontakt zu Gleichaltrigen. Da kommt die FDJ-Gruppe gerade recht. Zudem bietet die FDJ für Mitglieder subventionierte Theaterkarten, günstige Urlaubsreisen und kostenlose Russisch-Sprachkurse in der Sowjetunion. Angela Merkel weiß das Angebot zu schätzen und zu nutzen. Irgendwann gehört sie dann auch der ehrenamtlichen FDJ-Leitung des Instituts an, für jemanden, der sich engagiert, ist dies ein kleiner Schritt. Ob sie in der FDJ-Leitung Sekretärin für Agitation und Propaganda war, wie sich Mitstreiter von einst erinnern, oder Kultursekretärin, wie Merkel beteuert, ist im Grunde zweitrangig. Denn die Leitung versteht sich gut, Angela Merkel fühlt sich aufgehoben. Sie stört sich auch nicht daran, dass die halbe FDJ-Leitung aus jungen SED-Mitgliedern besteht. Nur das Angebot, selber Genossin zu werden, lehnt sie ab”.

Und der Artikel von Christoph Seils mit dem Titel `Ich war gerne in der FDJ´endet sinnigerweise mit den Sätzen: “Aber Angela Merkel schwankt weiter zwischen Engagement, Resignation und Forschungseifer. Die friedliche Revolution in der DDR erlebt sie am Arbeitsplatz. Wenige Tage nach dem Fall der Mauer reist sie pflichtbewusst ins polnische Thorn, um an einer Konferenz teilzunehmen. Erst als sie zurückkommt, beginnt sie, sich im Demokratischen Aufbruch zu engagieren. Der Rest der Geschichte ist bekannt.”

Über die FDJ (Die sogenannte “Freie Deutschen Jugend“) erfahren wir in dem entsprechenden Wikipedia-Artikel: “Die Organisation hatte die Aufgabe, die Jugend in den Marxismus-Leninismus einzuführen und zu „klassenbewussten Sozialisten“ zu erziehen, welche die „entwickelte sozialistische Gesellschaft in der Deutschen Demokratischen Republik“ mitgestalten. Sie verstand sich offiziell als Kampfreserve der SED, da die Partei keine eigene Jugendorganisation hatte, und entfaltete demgemäß ihre Aktivitäten. Die „Vertiefung der Freundschaft“ zur den Kommunismus aufbauenden Sowjetunion und die Unterstützung „aller Völker der Welt“ im Kampf gegen das „imperialistische System“ hatte sich die FDJ als internationale Ziele gesetzt. So waren „FDJ-Brigaden“ am Bau der Erdgasleitung „Drushba“ (Drushba-Trasse) und der Eisenbahnstrecke Baikal-Amur-Magistrale (BAM) in der Sowjetunion beteiligt oder arbeiteten als Entwicklungshelfer z. B. im sandinistischen Nicaragua oder zeitweise in Mosambik und Angola. Eine zentrale Rolle kam der FDJ bei der Zurückdrängung kirchlicher Jugendorganisationen zu. So beklagten kirchliche Vertreter bereits 1946, dass `die Freie Deutsche Jugend in weiten Kreisen trotz aller betonten Freiwilligkeit […] eine Zwangsjugend beziehungsweise Staatsjugend in neuer Aufmachung’ sei. In den 1950er Jahren wurden FDJ-Mitglieder gezielt gegen die kirchliche Jugendarbeit mobilisiert”.

Übrigens: Zur sogenannten Republikflucht in DDR erfahren wir in dem entsprechenden Wikipedia-Artikel: “Die Regierung der DDR versuchte, die Zahl der „Republikflüchtlinge“ einerseits durch sozialpolitische Maßnahmen niedrig zu halten, andererseits aber auch durch massive Abriegelung der Grenzen mit Sperranlagen. Seit der Verordnung über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und den westlichen Besatzungszonen vom 26. Mai 1952 wurde die innerdeutsche Grenze massiv abgeriegelt, am 13. August 1961 wurde die Berliner Mauer errichtet.

Die Grenztruppen der DDR sollten diese – „Republikflucht“ genannten – Fluchtversuche auf jeden Fall verhindern. An der gesamten innerdeutschen Grenze standen Posten der Grenztruppen, die zur Verhinderung von Grenzdurchbrüchen auch Gebrauch von der Schusswaffe machten (Schießbefehl); dort waren auch Minen und Selbstschussanlagen installiert. Das hatte zur Folge, dass viele Menschen beim Versuch, die DDR zu verlassen, getötet wurden. Nach Angaben der Berliner „Arbeitsgemeinschaft 13. August“ starben zwischen 1949 und 1989 insgesamt 1135 Menschen bei Grenzzwischenfällen an der innerdeutschen Grenze (Fettdruck von mir!). Darunter befinden sich 200 DDR-Grenzer, die durch Suizid oder Unfälle mit Schusswaffen ums Leben kamen.Mindestens 25 Grenzsoldaten wurden bei Grenzdurchbrüchen an der innerdeutschen Grenze erschossen (siehe Todesfälle unter DDR-Grenzern).

Ehemalige bulgarische Grenzoffiziere gaben in der bulgarischen Zeitschrift „Anti“ Anfang 1993 an, dass die DDR-Botschaft in Sofia bulgarischen Grenzern für jeden getöteten DDR-Flüchtling eine Prämie in Höhe von 2000 Lewa (damals umgerechnet etwa 1000 D-Mark) gezahlt hätte, zudem seien mehrere Tage Sonderurlaub gewährt worden.

Das letzte Todesopfer, das erschossen wurde, war Chris Gueffroy, der 1989 an der Berliner Mauer starb. Danach kam Winfried Freudenberg bei einem missglückten Fluchtversuch mit einem Leuchtgasballon ums Leben.

Der Versuch der „Republikflucht“ wurde bestraft. Nach einigen Schätzungen wurden rund 75.000 Menschen wegen Fluchtversuchen verurteilt, in der Regel mit Gefängnisstrafen zwischen einem und drei Jahren und anschließender besonderer Überwachung durch das MfS. Wer bewaffnet war, Grenzanlagen beschädigte, als Armeeangehöriger oder als Geheimnisträger bei einem Fluchtversuch gefasst wurde, dem drohten bis zu acht Jahre Gefängnis. Der Vollzug von Untersuchungs- und Strafhaft in der DDR war härter als in der Bundesrepublik Deutschland – zumal bei „politischen“ Delikten wie der „versuchten Republikflucht“. In den 1980er Jahren wurden jährlich 1500 bis 2000 Menschen wegen versuchter Republikflucht inhaftiert”.

Wenn ihr wissen wollte, was es bedeutete, in der “DDR” inhaftiert zu sein, dann schaut euch mal den Wikipedia-Artikel zur “Justizvollzugsanstalt Bautzen” an. Und das war lange nicht der einzige üble Knast in der DDR. Diese brutalen, KZ-artigen Knäste gab es in vielen Orten in der DDR.

Hier habt ihr eine Wikipedia-Liste mit Gefängnissen in der “DDR” (“Kategorie: Gefängnis DDR“).

Und was die “Stasi” (=Das “Ministerium für Staatssicherheit” in der “DDR“) angeht, so lest euch mal den Wikipedia-Artikel zu diesem bösartigen DDR-Geheimdienst durch. Und wenn ihr mehr darüber wissen wollt, dann fragt einfach Joachim Gauck, was das für ein terroristischer und niederträchtiger Dreck war.

In diesem Wikipedia-Artikel zur “Stasi” erfahren wir: “Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR (kurz MfS oder Stasi, im westdeutschen Sprachgebrauch anfangs meist SSD bzw. Staatssicherheitsdienst) war der Inlands- und Auslandsgeheimdienst der DDR und zugleich Ermittlungsbehörde (Untersuchungsorgan) für „politische Straftaten“. Das MfS war innenpolitisch vor allem ein Unterdrückungs– und Überwachungsinstrument der SED („Schild und Schwert der Partei“) gegenüber der DDR-Bevölkerung, das dem Machterhalt diente. Dabei setzte es als Mittel Überwachung, Einschüchterung, Terror und die so genannte Zersetzung gegen Oppositionelle und Regimekritiker („feindlich-negative Personen“) ein.

Und Angela Merkel hatte mit alle dem “gar kein Problem“? Sie hat das alles einfach “pragmatisch” akzeptiert und in so einem System Karriere gemacht?

Ich weiss nicht, wie es meinen Bloglesern dabei geht, aber ich erwarte von einem Menschen mit solch einer Haltung und solch einer Biographie zumindest auf moralischer Ebene absolut nichts.

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