Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 97

Mittlerweile hat sich auch die OECD eingeschaltet und befürwortet jetzt den Plan der EZB Staatsanleihen der PIIGS-Staaten (vor allem Spanien und Italiens) aufzukaufen.

Seht hierzu einen Artikel in “Focus” vom 12.8. mit dem Titel “OECD für Staatsanleihenkäufe in der Eurokrise“.

In diesem Artikel erfahren wir:Im Kampf gegen die Eurokrise hat die OECD die Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) für den Kauf von unter Druck geratenen Staatspapieren verteidigt.

Er stimme überein mit dem von EZB-Präsident Mario Draghi angekündigten Kurs und rechne damit, dass so die Krise vorübergehend entschärft werden könne, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Die Spekulanten werden ihre Wette gegen den Euro verlieren, weil die EZB dann alle Register ziehen wird.“ Ein Inflationsrisiko sehe er dabei derzeit nicht.

Die Regierungen von Staaten, die Hilfe in Anspruch nehmen wollen, müssten im Gegenzug ihren Reformkurs weiterverfolgen. „Die EZB-Unterstützung gibt ihnen die dafür nötige Zeit“, meinte Gurria. Draghi hatte angedeutet, dass die EZB zusammen mit dem neuen Rettungsfonds ESM gegen Auflagen Staatsanleihen von Krisenstaaten erwerben will, um den Druck auf deren Renditen zu mildern. Derzeit machen hohe Refinanzierungskosten Spanien und Italien schwer zu schaffen”.

Auch Dieter Hundt (Unter anderem Präsident des BDA) hat jetzt sich über einen Artikel in “Welt-Online” in diese Sache eingeschaltet und die Pläne der EZB gutgeheissen. Seht hierzu den Artikel vom 12.8. in “Welt Online” mit dem Titel “Stabilitätsunion: Hundt sieht in EZB-Politik eine `Gefahrenabwehr´

Dieter Hundt lässt in diesem Artikel unter anderem verlautbaren: “Die anhaltende Schuldenkrise verdeutlicht, dass nicht nur die EU, sondern vor allem der europäische Arbeitsmarkt und die Währungsunion unvollendete Projekte sind.

Gerade in Zeiten der Krise ist gegenseitige Unterstützung unverzichtbar, unterlassene Hilfeleistung belastet jedes Nachbarschaftsverhältnis – im Kleinen wie im Großen. Ein Rückzug ins eigene Schneckenhaus bietet keine Perspektiven.

Jetzt müssen vielmehr der europäische Arbeitsmarkt weiter belebt und dem Euro die Institutionen und Regeln gegeben werden, welche die Währungsunion zu einer Stabilitätsunion weiterentwickeln”.

Ein recht guter Artikel mit dem Titel “Finnland sieht EZB-Anleihekäufe kritisch – OECD ist dafür” erscheint heute, am 12.8., auch in “NZZ Online“.

Wir bekommen in diesem Artikel einen recht guten Überblick über die aktuellen unterschiedlichen Positionen in Europa in der Frage der möglichen Staatsanleihen-Käufe der PIIGS-Staaten durch die EZB und auch zu dem Gedanken, möglicherweise auch den kommenden ESM mit einer Banklizenz auszustatten.

Lest euch diesen sachlichen Artikel in der “NZZ” mit dem Titel “Finnland sieht EZB-Anleihekäufe kritisch – OECD ist dafür” mal in Ruhe durch.

Einen guten Artikel mit dem Titel “Wo sind eigentlich die deutschen Gewerkschaften?” hat Albrecht Müller am 10.8. in den “Nachdenkseiten” veröffentlicht.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “Am 9. August berichtete die FAZ davon, die EZB fordere in ihrem neuen Monatsbericht die Krisenländer zu Lohnsenkungen auf. Von der Aufforderung an die Leistungsbilanzüberschussländer wie z.B. Deutschland, dafür zu sorgen, dass bei ihnen die Löhne steigen, ist nichts zu lesen. Die EZB befürwortet mal wieder die deflationäre und die Rezession verschärfende Anpassung zu Lasten der Arbeitnehmer in den Krisenländern. Es wäre die von der Sache wie von einem Hauch Solidarität bestimmte Pflicht der deutschen Gewerkschaften, gegen einen solchen Bericht und die dahinter steckende Strategie zu protestieren. Ich habe nach entsprechenden Meldungen gesucht. Ohne Ergebnis”.

Tja, so sehe ich das auch. Auf diesen Artikel in der “FAZ” vom 9.8. mit dem Titel “Schuldenkrise: EZB fordert Krisenländer zu Lohnsenkungen auf” bin ich übrigens auch schon eingegangen. Und ich habe damals auch schon bemerkt, dass nicht nur Lohnsenkungen seitens der südeuropäischen PIIGS-Staaten, sondern auch Lohnerhöhungen in Deutschland in der aktuellen Situation notwendig wären.

Und ich wundere mich, dass angesichts der aktuellen Situation von massiven deutschen Leistungs– und Handelsbilanzüberschüssen in der Eurozone nicht auch Lohnsteigerungen in Deutschland seitens der deutschen Gewerkschaften gefordert werden.

Sicher ist es sinnvoll, die Löhne in den PIIGS-Staaten in der aktuellen Krisensituation etwas abzusenken. Mindestens genauso wichtig wäre es aber, die Löhne in Deutschland zu erhöhen, um so wieder ein Gleichgewicht zwischen Deutschland und den südeuropäischen PIIGS-Staaten zu schaffen.

Und Albrecht Müller hat natürlich Recht, wenn er darauf hinweist, dass massive Lohnsenkungen in den südeuropäischen PIIGS-Staaten deren Binnenmarkt schwächen und damit die Rezession in diesen Ländern verschärfen würde. Massive und einseitige Lohnsenkungen in den südeuropäischen PIIGS-Staaten wären also letztendlich nicht sehr sinnvoll.

Lest euch diesen intelligenten Artikel von Albrecht Müller mit dem Titel “Wo sind eigentlich die deutschen Gewerkschaften?” mal in Ruhe durch.

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