Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 191

Ich habe ja schon öfters darüber berichtet, dass die reichen Südeuropäer ihr Geld entweder massenhaft in die Schweizer Banken bringen oder in Immobilien nicht zuletzt gerade auch in Deutschland investieren. Vor allem die Immobilien in der kosmopolitischen deutschen Hauptstadt Berlin sind bei den Südeuropäern beliebt. Berlin hat vergleichsweise immer noch recht günstige Preise im Verhältnis zu anderen europäischen Hauptstädten.

Am 17.12.2012 erschien hierzu ein Artikel mit dem Titel “Euro-Krise: Griechen und Spanier kaufen massenhaft deutsche Immobilien” in “Spiegel-Online“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Deutsche Makler machen derzeit glänzende Geschäfte. Aus Sorge, in der Euro-Krise ihr Vermögen zu verlieren, investieren nicht nur Deutsche verstärkt in Immobilien. Auch Südeuropäer kaufen in großem Stil das vermeintlich sichere Betongold.

Besonders deutlich zeigt sich das in Berlin. Immobilien in der Hauptstadt sind schon länger gefragt. Doch seit Beginn der Krise drängen noch mehr ausländische Investoren auf den Markt, viele aus dem angeschlagenen Spanien und dem kriselnden Italien.

Gut ein Drittel der Käufer komme aus dem Ausland, berichtet der Geschäftsführer des Immobiliendienstleisters Accentro, Jacopo Mingazzini. Fast alle zahlten – anders als deutsche Interessenten – in bar. Das Unternehmen Tetzlaff-Immobilien hat ebenfalls viele Kunden aus Spanien, zu Engel & Völkers kommen Griechen und Italiener. Auch das Internetportal Immobilienscout24 zählte einen deutlichen Anstieg von Kaufgesuchen aus Griechenland.

Die wachsende Nachfrage macht sich bemerkbar. “Da kommen Käufer aus Polen und legen die Kaufsumme einfach bar auf den Tisch”, berichtet ein genervter Interessent. Die Konkurrenz aus dem Ausland sei gerade in den Szenevierteln Kreuzberg, Mitte oder Prenzlauer Berg stark. “Und Makler konfrontieren einen nicht selten mit Sprüchen wie ‘Stellen Sie sich nicht so an, andere fragen auch nicht so viel nach’.” Manche nähmen die Objekte sogar ungesehen.

“Wir sind international neben der Schweiz oft der letzte Rettungsanker”, begründet der Analyst Thomas Beyerle vom Immobilienverband IVG das Interesse für Deutschland. Griechen und Spanier wollten ihr Geld in Sicherheit bringen. “Sie kaufen sich das Versprechen von Stabilität und sind dafür oft bereit, höhere Preise zu akzeptieren.”

Das treibt nicht nur für deutsche Immobilienkäufer den Preis kräftig in die Höhe. “Mittelfristig wird es auch den Mieten nicht guttun”, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund voraus. Vor allem in Berlin ziehen diese bereits kräftig an – für neue Verträge in den vergangenen fünf Jahren um fast ein Fünftel”.

Zum Geld, das wohlhabende Südeuropäer schon seit geraumer Zeit in Schweizer Banken bunkern, seht zum Beispiel den Artikel vom 30.10.2012 mit dem Titel “Weißgeld statt Schwarzgeld: Die Alpen-Steueroasen trocknen aus” in “boerse.ARD.de“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Viele deutsche Kunden haben in der jüngsten Vergangenheit ihre Gelder von Schweizer Banken abgezogen. Der Exodus dürfte weitergehen. Jürg Zeltner, Leiter der Vermögensverwaltung der UBS, rechnet mit hunderten Milliarden Franken, die den eidgenössischen Finanzinstituten verloren gehen dürften. Boston Consulting prophezeit einen Abfluss von 250 Milliarden Franken an Vermögen aus Westeuropa bis 2014.

Mit rund 2,7 Billionen Euro ist die Schweiz der größte Sammelplatz für ausländische Vermögen. Die Hälfte davon stammt laut Schätzungen des Finanzdienstleisters Helvea aus EU-Ländern, 80 Prozent der Gelder seien angeblich nicht versteuert. Das entspräche rund einer Billion Euro Schwarzgeld, die noch auf Schweizer Bankkonten schlummern. Andere Schätzungen sind bescheidener. Laut dem “Spiegel” lagern bis zu 80 Milliarden Euro Schwarzgeld aus Deutschland in der Schweiz. Freiberufler und mittelständische Unternehmer hatten ihr (mitunter versteuertes) Vermögen in die Schweiz gebracht und es dort in Fonds oder Aktien angelegt. Die Erträge wurden dem deutschen Fiskus nicht mitgeteilt. Oft handelte es sich laut Insidern aber um keine millionenschweren Summen.

Noch leiden die Schweizer Banken und Vermögensverwalter nicht all zu sehr von der Abwanderung der deutschen Kunden. Momentan nämlich profitieren sie von einer neuen Welle an Geldzuflüssen, die diesmal nicht aus Deutschland, sondern aus den südeuropäischen Krisenländern kommt. Die reichen Griechen, Italiener und Spanier halten ihr Geld in der Schweiz für sicherer als im Heimatland“.

Seht zur Flucht des Kapitals aus der Eurozone (vor allem natürlich aus den südeuropäischen PIIGS-Staaten) in die Schweiz auch den Artikel vom 13.12.2012 mit dem Titel “SNB behält Mindestkurs des Franken bei, lässt Zinsen unverändert” in “Die Welt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrem seit 15 Monaten bestehenden Mindestkurs für den Franken gegenüber dem Euro fest und will ihn weiterhin durch den unbegrenzten Ankauf ausländischer Devisen verteidigen.

Die unter der Leitung von Präsident Thomas Jordan stehende SNB bekräftigte am Donnerstag ihre Entschlossenheit, den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro mit aller Konsequenz beizubehalten. (…).

Die Devisenreserven der SNB haben in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 70 Prozent zugenommen. Die Züricher Währungshüter kauften verstärkt Euro auf, um den Zufluss von Geldern zu begrenzen, die vor der Schuldenkrise im Euroraum flüchteten. Seit die Europäische Zentralbank im August ihre Bereitschaft bekanntgab, unter bestimmten Umständen unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, hat der Franken gegenüber dem Euro allerdings 0,8 Prozent an Wert verloren. Von 42 Volkswirten, die Bloomberg befragt hat, erwartet lediglich einer, dass der Franken in der ersten Hälfte des Jahres 2013 die Deckelung zum Euro durchbricht.

“Der Hauptgrund für die Frankenstärke waren Zuflüsse aus dem Euroraum auf der Suche nach einem sicheren Hafen”, sagte Raghav Subbarao, Devisenstratege bei Barclays Plc in London. “Dieses Risiko hat sich vermindert, aber verschwunden ist es noch nicht.”

Wenn ihr wissen wollt, wie genau die SNB den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro durchsetzt, seht auch den Artikel vom 15.10. mit dem Titel “SNB und QE” in ACEMAXX-Analytics an.

Am 18.12.2012 erschien ein Artikel mit dem Titel “Jahresrückblick 2012: Die Eurokrise wird zu früh vergessen” in der “FAZ“.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “Ein Schuldenschnitt, zwei Anleihenkäufe, ungezählte Krisengipfel – Rettungsversuche gab es für die Eurozone im vergangenen Jahr genügend. Doch während die Krise langsam in Vergessenheit gerät, sind die grundlegenden Probleme Europas noch nicht gelöst”.

Tja, so ist es. Daran gibt es keinen Zweifel.

Was nun den Fall des PIIGS-Staates Spanien angeht, so erschien hierzu am 14.12.2012 ein Artikel mit dem Titel “Preisrutsch: Spaniens Immobilienkrise verschärft sich” in  “Spiegel-Online“.

Lest euch diesen Artikel in Ruhe durch. Dass Mariano Rajoy weiterhin darauf beharrt, Spanien brauche keine Hilfe von der EU, ist ein glatter Witz.

Über Mariano Rajoy muss man wissen, dass er ein wirklich erbärmlicher Schwachkopf ist und sein “Partido Popular” ein Haufen von klerikal-konservativen, korrupten Vollidioten. Die Strategie dieser Holzköpfe in dieser Eurokrise ist ein Kurs des “nationalen Stolzes“. Ich verzichte auf einen Kommentar hierzu.

Spanien ist schon seit längerer Zeit auf dem direkten Weg in den Ruin und wohl aktuell die grösste Gefahr für die Stabilität in der Eurozone, auf Dauer wohl noch wesentlich mehr als Griechenland.

Seht hierzu auch den Artikel vom 10.10.2012 mit dem Titel “Die spanische Bombe” in Wolfgang Münchaus Kolumne “Die Spur des Geldes” in “Spiegel-Online“.

Zur Situation in Spanien lest auch den Artikel vom 18.12.2012 mit dem Titel “Spanien: Deutsche Bank beteiligt sich an Bad Bank” in “Spiegel-Online” durch.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Deutsche Bank beteiligt sich an der neu gegründeten sogenannten Bad Bank in Spanien. Auch die britische Großbank Barclays und der französische Versicherer Axa seien als ausländische Investoren eingestiegen, teilte die Bad Bank Sareb mit. Diese will bis Ende Dezember über die notwendigen Mittel verfügen, um die risikobehafteten Immobilienkredite der vier verstaatlichten spanischen Banken zu übernehmen. (…).

Die Bad Bank soll einen zentralen Beitrag zur Gesundung des angeschlagenen Bankensektors in Spanien leisten. Zahlreiche Kreditinstitute waren nach dem Platzen einer Immobilienblase 2008 in Bedrängnis geraten.

Wie die spanische Notenbank mitteilte, haben die Geldhäuser des Landes so viele faule Kredite in ihren Büchern wie noch nie. Der Anteil der sogenannten notleidenden Darlehen am ausstehenden Gesamtportfolio stieg im Oktober auf 11,2 Prozent. Im September hatte die Rate noch bei 10,7 Prozent gelegen.

Das Volumen der Kredite, deren Rückzahlung in Verzug ist, stieg um 7,4 Milliarden Euro auf 189,6 Milliarden. Der Berg an faulen Krediten wird stetig größer, seitdem der Immobilienboom vor etwa vier Jahren endete. Das Land steckt derzeit in der zweiten Rezession seit 2009. Etwa jeder vierte Spanier ist arbeitslos”.

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