Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 183

Schon im Mai 2012 hatte die ILO eindringlich davor gewarnt, dass eine “verlorene Generation” von jungen Menschen in Europa drohe.

Seht hierzu den Artikel vom 20.5.2012 mit dem Titel “Studie zur Jugendarbeitslosigkeit: Europa droht eine „verlorene Generation“” im “Handelsblatt“.

Man darf nicht vergessen: In Südeuropa haben wir kein Sozialsystem, das unserem Hartz IV vergleichbar wäre.

Die Kosten für diese arbeitslosen Jugendlichen müssen in Südeuropa praktisch ausschliesslich von den Familien dieser Kinder bestritten werden. Und viel spanische Familien sind nicht besonders wohlhabend. Ich bin nicht sicher, ob diese miesen deutschen Provinzler von CDU und FDP das überhaupt wissen.

Wenn ihr wissen wollt, warum der aktuellen deutschen schwarz-gelben Regierungskoalition (Kabinett Merkel II) das alles scheissegal ist und Angela Merkel nicht im Traum dran denkt, die schwachsinnige Austeritätspolitik in den südeuropäischen PIIGS-Staaten endlich zu beenden oder diesen Ländern ernsthaft zu helfen (Stichwort: Reformdruck aufrecht erhalten) findet ihr die Antwort darauf ebenfalls in dieser Graphik mit dem Titel “Jugendarbeitslosenquote in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union im Oktober 2012 (saisonbereinigt)” in “Statista“.

Die niedrigste Jugendarbeitslosigkeitsquote in der Europäischen Union haben wir in Deutschland und Österreich. Österreich hat eine Quote von 8,5%. Und Deutschland eine Quote von 8.1%.

Und diejenigen Jugendlichen in Deutschland, die keine vernünftige Arbeit finden, können Hartz IV beantragen und damit unter anderem halbwegs eigenständig in einer eigenen Wohnung leben.

In Südeuropa müssen diese Jugendlichen oft zuhause bleiben und bekommen von ihren Eltern dann ein Taschengeld (vorausgesetzt, ihre Familien haben etwas Geld).

Warum ist Angela Merkel das alles scheissegal? Von wem wird Angela Merkel gewählt? Von den Europäern? Vielleicht von den Südeuropäern, von den Griechen, Spaniern, Portugiesen und Italienern?

Nein. Sie wird von den Deutschen gewählt und ist die deutsche Bundeskanzlerin Und der deutschen Jugend geht es zumindest jetzt noch gut.

Um auf MolièresDer Geizige” zurückzukommen: Im Moment würde ich die Eurokrise noch unter den “Tragikomödien” einordnen. Über die definitive Einordnung wird die Zukunft entscheiden.

Ich war allerdings nie ein besonders euphorischer oder optimistischer Mensch. Das Leben hat mich zum Skeptiker gemacht. Zu meiner Skepsis seht auch meinen Blogartikel “Hoffnung auf einen Wandel?“.

Objektiv glaube ich, dass die Chancen zur Zeit wesentlich grösser sind, dass diese Eurokrise als Tragödie denn als Komödie endet.

Den Sonntagsreden der europäischen Politiker in dieser Eurokrise habe ich nie getraut. Und bisher hat sich meine Skepsis in dieser Eurokrise noch immer als zutreffend erwiesen.

Zum Beispiel behauptet jetzt dieser finnische Scharlatan Olli Rehn ernsthaft, der Höhepunkt der Eurokrise sei überschritten.

Seht hierzu unter anderem den Artikel vom 6.12. mit dem Titel “Griechenland, Spanien, Portugal EU sieht Höhepunkt der Euro-Krise überschritten” in “‘Spiegel Online”.

Ich glaube diesem neoliberalen Schwachkopf Olli Rehn kein Wort. Er hat bisher in dieser Eurokrise immer nur Mist dahergeredet.

Alle Daten und Fakten – nicht nur diejenigen hinsichtlich der andauernd weiter anwachsenden Arbeitslosenquoten in der PIIGS-Staaten und mittlerweile auch in europäischen Kernländern wie Frankreich – weisen darauf hin, dass die Eurokrise sich Monat für Monat weiter verschärft und die Schäden (das betrifft nicht nur die südeuropäischen Jugendlichen, die in dieser Situation wohl oft definitiv die Hoffnung verlieren werden) als auch die Risiken und potentiellen Kosten in dieser Eurokrise immer weiter anwachsen.

Die ILO schlägt übrigens angesichts dieser dramatischen Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union und insbesondere in den südeuropäischen PIIGS-Staaten einen Pakt für Europas arbeitslose Jugendliche vor. Gedacht wird hier an eine Art EU-Jobgarantie für alle jungen Europäer unter 25 Jahren.

Seht hierzu den Artikel vom 5.12.2012 mit dem Titel “Arbeitslosigkeit: Ein Pakt für Europas arbeitslose Jugend” in “Financial Times Deutschland“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Auf den ersten Blick wirkt der Vorstoß geradezu illusorisch: Angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit von mehr als 50 Prozent in manchen Teilen des Kontinents will die Europäische Kommission EU-Mitglieder künftig dazu bringen, allen Menschen unter 25 Jahren eine Form von Beschäftigung zu garantieren.

Und das in einer Zeit, in der die größten Problemländer überall kürzen müssen, um ihre Haushalte in den Griff zu bekommen. Kein Wunder, dass so mancher Experte zunächst skeptisch reagiert: “Die Idee klingt in der Theorie gut – aber die Frage bleibt offen, wer diese Maßnahmen finanzieren und wie sie in der Praxis umgesetzt werden sollen”, sagt Mark Keese, Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik bei der Pariser Industrieländerorganisation OECD.

Gleichzeitig sind sich Fachleute jedoch einig, dass die Rekordarbeitslosigkeit langfristig extrem gefährlich für das Wirtschaftswachstum in Europa ist – und sozialen Sprengstoff birgt. Im November stieg die Joblosenquote im Währungsraum auf ein neues Allzeithoch von 11,7 Prozent. Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren ist fast jeder Vierte ohne Beschäftigung, die Erwerbslosenrate notiert inzwischen bei 23,9 Prozent. “Arbeitslosigkeit ist das Problem Nummer eins in Europa”, sagt OECD-Experte Keese. “Vor allem die hohe Joblosenquote unter den jungen Menschen ist eine große Hypothek für die Zukunft”, sagt Clemens Fuest, designierter Chef des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW und Ökonom an der Uni Oxford.

Am Mittwoch will Sozialkommissar László Andor seinen Entwurf in Brüssel präsentieren, nach dem EU-Staaten ihren jugendlichen Arbeitslosen künftig binnen vier Monaten irgendeine Form von Beschäftigung garantieren sollen – sei es ein neuer Job, eine Ausbildung oder eine Fortbildung. (…).

Dabei, so glaubt ILO-Experte Ernst, braucht der EU-Vorstoß keineswegs so teuer zu sein, wie von manchen Skeptikern befürchtet: “Das Gute ist, dass diese Jobgarantien kostengünstig bereitgestellt werden können.” Ein Grund: Junge Jobsuchende schaffen die Rückkehr in Lohn und Brot oft schneller als ältere Erwerbspersonen.

Für Spanien beziffert ILO die Kosten der Maßnahme auf jährlich etwa ein halbes Prozent der Wirtschaftsleistung – also etwa 5 Mrd. Euro. Das stellt die betroffenen Länder angesichts der staatlichen Einschnitte zwar vor Herausforderungen – auf europäischer Ebene, gespeist etwa aus EU-Töpfen, sind die Maßnahmen jedoch finanziell umsetzbar. “Damit dieser Vorstoß umgesetzt wird, muss in Deutschland aber erstmal ein Umdenken stattfinden. Hierzulande ist die Ansicht ja noch, dass jeder in Europa für sich selbst verantwortlich ist”, sagt der Sachverständige Peter Bofinger. Klar ist jedoch auch: Erst wenn die Euro-Wirtschaft wieder wächst, werden nachhaltig Jobs geschaffen. Arbeitsprogramme haben da nur begrenzte Effekte”.

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