Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 182

Ein guter Artikel mit dem Titel “Euro-Krise: `Entmachtung der Parlamente´” ist am 7.12.2012 im “Tagesspiegel” erschienen.

Brüsseler Europaabgeordnete wie Jo Leinen (Progressive Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament) und Udo Bullmann (Sozialdemokratische Partei Europas) scheinen jetzt endlich mehr Macht und Einfluss für das Europäische Parlament zu fordern.

Ich kann diesen Europaabgeordneten in diesem Punkt nur Recht geben. Es ist ein Witz, dass alle wichtige Akteure in dieser Eurokrise gar nicht gemeinsam durch die Bewohner der verschiedenen Länder Europas gewählt wurden und damit auch nicht demokratisch legitimiert sind, um für ganz Europa zu sprechen.

Alle wichtigen Akteure in dieser Eurokrise sind im Prinzip nationale Akteure, die von den Bewohnern ihrer jeweiligen Länder gewählt werden und sie agieren in der Regel übrigens auch ausschliesslich für ihr eigenes Land.

Die “europäistischen” Verbalbekundungen, die manchmal auch aus dem Munde deutscher Politiker wie zum Beispiel Angela Merkel und Wolfgang Schäuble zu vernehmen sind, sind ohnehin allesamt lächerlich und unglaubwürdig und ein rein taktischer, verlogener Zinnober.

Wir erfahren nun in diesem Artikel mit dem Titel “Euro-Krise: `Entmachtung der Parlamente´” unter anderem: “Vor dem EU-Gipfel in der kommenden Woche fordern die SPD-Europaabgeordneten Jo Leinen und Udo Bullmann eine stärkere Beteiligung des EU-Parlaments bei der Bewältigung der Euro-Krise. Das Europaparlament müsse künftig beispielsweise eine Mitsprache haben, wenn kriselnden Euro-Ländern im Gegenzug für Hilfen aus dem Rettungsschirm ESM Sparauflagen gemacht würden, forderte Bullmann am Freitag in Berlin”

Zu dieser Machtlosigkeit des Europäischen Parlaments in dieser Eurokrise und dem massiven Demokratiedefizit in der Europäischen Union und den schweren strukturellen Mängeln in der Konstruktion der EU seht auch meinen Blogartikel mit dem Titel “Heiner Flassbecks Lösungsvorschlag: Trennt Euch!“.

Es ist übrigens nicht der einzige miese Witz in diesem jämmerlichen Eurokrisen-Schmierentheater, dass die einzigen Politiker, die tatsächlich von allen Bewohnern der europäischen Länder direkt gewählt werden, die Mitglieder des Europäischen Parlaments, in dieser Eurokrise mehr oder weniger machtlos sind.

Tatsächlich enthält diese Eurokrise auch in vielen anderen Aspekten alle klassischen Elemente einer halb belustigenden, halb traurig stimmenden “Tragikomödie“.

Vor allem erinnert mich Deutschlands Verhalten in dieser Eurokrise an das Verhalten des geizigen Harpagons gegenüber seinen Kindern in MolièresDer Geizige“.

In Molières “Der Geizige” wird in der Gestalt Harpagons der Typ des reich gewordenen, aber engstirnig und geizig gebliebenen Bürgers karikiert, der seine lebensfrohen und konsumfreudigen Kinder fast erstickt.

Tja, ich finde das passt perfekt auf unsere hartherzigen, engstirnigen und geizigen neoliberalen Austeritätsfanatiker von CDU und FDP, die wie Wolfgang Schäuble und Guido Westerwelle in der Regel nicht mal vernünftig Englisch sprechen und allesamt üble deutsche Spiessbürger sind.

Paradoxerweise wollen diese Provinzler dennoch europäische und internationale Politik betreiben. Und Angela Merkel ist ein Produkt der kommunistischen DDR und kennt Osteuropa und Russland wohl besser als Westeuropa und die USA. Das bringt in Sachen Europa auch nicht viel. Da hat man wirklich den Bock zum Gärtner gemacht.

Zum Hintergrund Angela Merkels und Wolfgang Schäubles und der restlichen armseligen Gestalten in der aktuellen deutschen schwarz-gelben Regierungskoalition seht auch meinen Blogeintrag mit dem Titel “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 178“.

Um auf MolièresDer Geizige” zurückzukommen: Ich bin in diesem Zusammenhang übrigens nicht sicher, ob die Jugend (=Kinder) Europas Deutschlands (=Harpagons) Geiz überstehen wird.

MolièresDer Geizige” wird als Komödie bewertet, weil die Sache am Ende für die Kinder des Geizhalses Harpagon gut ausgeht. Im Fall der Eurokrise könnte die Sache eher in einer Trägödie für die Jugend Europas enden.

Wenn ihr wissen wollt, wie aktuell die Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union aussehen, dann seht hierzu die Graphik mit dem Titel “Jugendarbeitslosenquote in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union im Oktober 2012 (saisonbereinigt)” in “Statista“.

Die Zahlen für die südeuropäischen PIIGS-Staaten sind mittlerweile aberwitzig. Für den Oktober 2012 haben wir folgende Zahlen: In Griechenland haben wir 57% arbeitslose Jugendliche. In Spanien 55.9%. In Portugal 39,1%. In Italien 36,50%.

Das ist schlicht ein Wahnwitz. Seht zu diesem Thema zum Beispiel auch den Artikel vom 10.9.2012 mit dem Titel “Dramatische Zahlen bei Krisenländern: Südeuropa hat höchste Arbeitslosigkeit der Welt” in “Focus“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Südeuropa leidet unter der weltweit höchsten Arbeitslosenrate. Die Erwerbslosenquote in Spanien und Griechenland sei mit 24,5 beziehungsweise 22,3 Prozent höher als in allen anderen Ländern, für die international vergleichbare Daten vorlägen, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Montag unter Berufung auf eine Länderanalyse der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Auch bei der Jugendarbeitslosigkeit zählen die Südeuropäer zu den Schlusslichtern. 55 Prozent der unter 24-jährigen Griechen seien derzeit ohne
Job, bei den Spaniern sind es rund 53 Prozent. (…). Unter den afrikanischen,
karibischen und lateinamerikanischen Staaten, für die es nur Schätzungen gebe,
seien nur wenige Länder, in denen prozentual mehr Menschen ohne Job seien als in
Griechenland oder Spanien, hieß es in dem Bericht weiter. Dies sei
beispielsweise in Namibia der Fall.

Auch für die Zukunft rechnet die ILO mit weiterhin hohen Arbeitslosenzahlen in Südeuropa. „Selbst wenn die Euro-Krise in den kommenden Monaten nicht eskaliert, wird die Arbeitslosigkeit in den Euro-Südländern in den nächsten Jahren nur sehr langsam sinken“, sagte Ekkehart Ernst, Chef der ILO-Prognosabteilung, der „FTD“.

Im Klartext: Länder wie Spanien und Griechenland sind mittlerweile vom Aspekt der Jugendarbeitslosigkeit her gesehen gerade mal über dem Niveau von Namibia.

Seht hierzu auch den Artikel vom 10.9. mit dem Titel “Arbeitslosigkeit in Spanien sprengt alle Dimensionen” in der “Süddeutschen Zeitung“.

Seht hierzu auch meinen Blogartikel mit dem Titel “Eurozone: Arbeitslosenquote erreicht Ende November 2012 Rekordwert von 11,7 Prozent – nochmals der Lösungsvorschlag der `Dead Kennedys´“.

Wie ist möglich, dass die europäischen Politiker ernsthaft bereit sind, so etwas zu akzeptieren? Und wie sollen sich diese Länder wirtschaftlich erholen, wenn ein Großteil ihrer Jugend nicht arbeitet und damit nur Kosten produziert anstatt für ihr Land Gewinne zu erwirtschaften, Geld zu verdienen, Geld auszugeben und nicht zuletzt Steuern zu bezahlen?

Creative Commons Lizenzvertrag Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 182 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s