Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 180

Das letzte Treffen der Euro-Gruppe verlief ja nicht zuletzt in Sachen europäische Bankenaufsicht wieder mal ergebnislos. Grund hierfür war wieder mal die Blockade durch Deutschland in dieser Sache.

Hinsichtlich des letzten, gerade eben beendeten Treffens der sogenannten Euro-Gruppe seht zum Beispiel den Artikel vom 4.12. mit dem Titel “Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel: Keine Einigung bei europäische Bankenaufsicht in Sicht” in “Focus“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 4.12.2012 mit dem Titel “EU-Finanzminister: Warten auf die Bankenunion” in der “Berliner Zeitung“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 4.12.2012 mit dem Titel “Euro-Bankenaufsicht stockt – Juncker-Nachfolge unklar” im “Hamburger Abendblatt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die EU hat bei ihrem Prestigeprojekt der europäischen Bankenaufsicht einen Rückschlag erlitten. Die Finanzminister der 27 EU-Staaten erzielten am Dienstag in Brüssel keinen Durchbruch bei den noch strittigen Fragen. Vor allem Deutschland verhinderte nach Angaben von EU-Diplomaten mit seinen Forderungen einen Kompromiss. Berlin traf bei zentralen Forderungen auf breiten Widerstand, auch beim Partner Frankreich. Bedenken meldeten auch Schweden und Großbritannien an”.

Der bisherige Euro-Gruppen-Vorsitzende Jean-Claude Juncker hat übrigens die Konsequenzen aus diesem Dauerdebakel in der Euro-Gruppe gezogen und schmeisst wohl nicht zuletzt deshalb diesen Job jetzt hin.

Seht hierzu nochmals meinen Blogeintrag “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 174” und nachfolgende.

Angela Merkel selbst hat schon seit langem den Spitznamen “madame non” in dieser Eurokrise.

Seht hierzu auch William Banzais beide brilliante Strecken mit Photomontagen zur Eurokrise in “Zero Hedge” hat mit dem Titel “LiViN’ IT UP AT THe HoTeL NeiN…” (18.6.2012) und “LiViN iT UP AT THe HoTeL NeiN (con’t)…” (9.10.2012).

Am 3.12.2012 hat Spanien nun offiziell in Brüssel eine erste Tranche von 40 Milliarden Euro des seinerzeit am 10.6.2012 gewährten 100 Milliarden-Euro-Kredits an Spanien beantragt.

Seht hierzu auch nochmals meinen Blogeintrag “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 177“.

Seht hierzu auch den Artikel vom 3.12.2012 mit dem Titel “Eurokrise: Spanien beantragt offiziell Bankenhilfe aus Brüssel” in der “FAZ

Seht hierzu auch den Artikel mit dem Titel “EU: Spanien legt in Brüssel Antrag auf Bankenhilfe vor” in “Focus“.

Seht zu diesem seinerzeit an Spanien gewährten 100-Milliarden-Euro-Kredit auch meinen Blogeintrag mit dem Titel “10.6.2012-11-6-2012: Entwicklung der weltweiten Börsen und des Euro-Kurses nach Vergabe des 100-Milliarden-Euro-Bankenrettungspakets an Spanien“.

Schon in diesem Artikel vom Juni 2012 habe ich diese Sache mit dem  Bankenrettungspaket für die spanischen Banken ziemlich genau analysiert und festgestellt, dass dieses 100-Milliarden-Euro-Paket für die spanischen Banken ebenso wertlos wie sinnlos ist. Die Investoren haben das übrigens anscheinend genauso gesehen. Die positiven Börseneffekte hielten damals ungefähr gerade mal einen Tag an.

Gut, diese 40 Milliarden Euro werden genauso wenig etwas bringen wie die weiteren 60 Milliarden, die noch zur Verfügung stehen und grundsätzlich von Spanien abgerufen werden könnten.

Wer das übrigens schon am 12.6.2012 ganz klar wusste, dass die Banken der südeuropäischen PIIGS-Staaten mit ihren jeweiligen eigenen Ländern einen gefährlichen und letztlich absurden “Teufelspakt” schliessen würden, war Joseph Stiglitz. Er erkannte dies auch für den Fall der spanischen Banken und des spanischen Staates schon damals ganz klar.

Joseph Stiglitz hat sich schon damals spöttisch und sarkastisch über dieses Pseudo-Hilfspaket für die spanischen Banken geäußert.

Das Debakel an der Börse und beim Euro-Kurs war am 12.6.2012 schon gelaufen, ein peinliches Spektakel, das ich seinerzeit selbst an den Internet-Börsenportalen mitverfolgt habe.

Die weltweiten Investoren haben über diesen ganzen faulen Bankenrettungszauber damals wohl nur gelacht und in keinster Weise angebissen, mit Recht übrigens. Der Sache war vom ersten Moment an nicht zu trauen und sie war auch nicht ernst zu nehmen.

Seht hierzu nochmals meinen Blogeintrag mit dem Titel “10.6.2012-11-6-2012: Entwicklung der weltweiten Börsen und des Euro-Kurses nach Vergabe des 100-Milliarden-Euro-Bankenrettungspakets an Spanien“.

So, und nun zu der ebenso knappen wie hellsichtigen Bewertung dieses 100-Milliarden-Euro-Rettungspakets für die spanischen Banken durch Joseph Stiglitz am 12.6.2012.

Seht hierzu den Artikel mit dem Titel “Joseph Stiglitz: Spain Bank Bailout ‘voodoo economics’” in “Catholic Online“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “The system … is the Spanish government bails out Spanish banks, and Spanish banks bail out the Spanish government,” Stiglitz said.

The current plan is to lend Spain up to 100 billion euros, the equivalent of $125 billion U.S. dollars, agreed on over the weekend by euro zone finance ministers. The amount was far higher than most estimates of the needs of Spanish banks. The nation has seen the bursting of the real estate bubble, recession and mass unemployment.

The bailout would also add another 10 percent to Spain’s debt-to-gross domestic product ratio, which was already expected to hit nearly 80 percent at the end of 2012. This could make it more difficult and expensive for the government to sell bonds to international investors.

In Spain, the real risk is that the government may have to ask for help from the same institutions that it is now planning to help.

“Its voodoo economics,” Stiglitz said prior to the announcement of the bailout over the weekend. “It is not going to work and it’s not working.”

Und genau so ist es auch gekommen. Die spanischen Banken finanzieren schon seit geraumer Zeit den wirtschaftlich angeschlagenen spanischen Staat, und der spanische Staat rettet im Gegenzug die wirtschaftlich angeschlagenen spanischen Banken. Das ist tatsächlich ein absurder “Teufelspakt“, wo zwei Ertrinkende versuchen, sich gegenseitig an den Haaren aus dem Wasser ziehen. Das kann so niemals klappen.

Hnzu kommt, dass dieses 100-Milliarden-Euro-Hilfspaket im Prinzip auch noch auf die spanischen Staatsschulden draufgerechnet werden soll. Damit erhöht sich aber auch der Schuldenstand des spanischen Staates und somit verliert das Land dadurch im Prinzip noch mehr an Kreditwürdigkeit und muss deswegen wahrscheinlich dann noch höhere Risikoaufschläge als bisher für seine Staatsanleihen zahlen.

Joseph Stiglitz sagt hierzu in diesem Artikel mit dem Titel “Joseph Stiglitz: Spain Bank Bailout ‘voodoo economics” ganz klar: “The bailout would also add another 10 percent to Spain’s debt-to-gross domestic product ratio, which was already expected to hit nearly 80 percent at the end of 2012″.

Joseph Stiglitz nennt diese ganze Sache einfach “voodoo-economics“. Das ist ein Begriff, der  für die damalige aberwitzige ökonomische Politik des ersten amerikanischen neoliberalen Präsidenten Ronald Reagan verwendet wurde.

Voodoo” ist übrigens eine überwiegend kreolische Religion aus Haiti, in der es unter anderen um Tieropfer und weisse und schwarze Magie geht. Tja, da sind wir ja dann am “Teufelspakt” schon ziemlich nahe dran.

Vielleicht wurde ja deshalb dieser Artikel in “Catholic Online” veröffentlicht. Anscheinend gibt es ein paar intelligente Katholiken, die solchen albernen “voodoo-economics“-Unfug nicht haben wollen. Da muss ich diesen Katholiken recht geben, als rationaler Mensch ist mir derartiger Unfug ebenfalls zuwider.

Was schlägt nun Joseph Stiglitz als vernünftige Lösung des Problems in seinem Artikel mit dem Titel “Joseph Stiglitz: Spain Bank Bailout ‘voodoo economics’” in “Catholic Online” vor?

Ganz einfach: Eine Bankenunion, um das europäische Bankensystem insgesamt glaubwürdig und stabil zu machen. Vor allem würde man auch so die langfristig sehr gefährliche Renationalisierung des europäischen Bankensystems stoppen.

Schlau wäre es auch, eine gesamteuropäische Einlagensicherung einzurichten. So würde man den Abfluss des Kapitals aus den Banken der PIIGS-Staaten stoppen.

Vor allem in Südeuropa bluten die einheimischen Banken mittlerweile massiv aus, weil die Bewohner dieser Länder (vor allem natürlich die reichen Oberschichten) ihre Guthaben in die Banken von besserfunktionierenden Ländern verschieben (Deutschland, Schweiz (Franken), Grossbritannien (Pfund), etc.).

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