Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 177

Im übrigen hat Spanien am 3.12.2012 jetzt schliesslich offiziell Bankenhilfe aus Brüssel beantragt. Seht hierzu den Artikel vom 3.12.2012 mit dem Titel “Eurokrise: Spanien beantragt offiziell Bankenhilfe aus Brüssel” in der “FAZ

Seht hierzu auch den Artikel mit dem Titel “EU: Spanien legt in Brüssel Antrag auf Bankenhilfe vor” in “Focus“.

Meiner Meinung nach bringt diese Brüsseler Bankenhilfe den spanischen Banken letztendlich absolut nichts und verlängert nur die Agonie Spaniens.

Konkret gewährt gerade auch Deutschland den spanischen Banken sowieso nur diese finanzielle Hilfe, weil ein bedeutender Teil der potentiell faulen spanischen Hypothekenkredite in den deutschen Banken liegt.

Das heisst, der aktuelle Zustand der spanischen Banken gefährdet letztendlich auch massiv das deutsche Bankensystem. Wäre es nicht so, hätte Wolfgang Schäuble den spanischen Banken sowieso keinen müden Cent angeboten.

Was die potentiell faulen spanischen Hypothekenkredite in den Portfolien der deutschen Banken angeht, so seht euch hierzu zum Beispiel den Artikel vom 29.3.2012 von Günther Lachmann mit dem Titel “Spanien-Misere lebensgefährlich für Deutschland” in “Die Welt” an.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Wie sehr die spanische Krankheit die anderen Euro-Staaten treffen wird, zeigt ein Blick auf die Liste der Gläubiger. “51 Milliarden Dollar an spanischen Schulden liegen demnach in Großbritannien, 187 Milliarden in den USA, 224 Milliarden in Frankreich und 244 Milliarden Dollar in – surprise, surprise! – Deutschland”, schreibt der “Tagesanzeiger” und fügt süffisant hinzu: “Ob Frau Merkel sich dessen bewusst ist?”

Sie ist es, denn nur so erklärt sich die Bereitschaft der Kanzlerin zu weiteren Milliardenhilfen. Wenn Spanien kippt, ist das nämlich auch für deutsche Banken lebensgefährlich.

Europa ist alles also andere als auf dem Wege der Besserung. Sein Zustand verschlechtert sich zusehends. Der griechische Virus hat längst Portugal und Spanien befallen und droht sie ebenfalls dahinzuraffen. Andere wie Italien haben sich bereits angesteckt”.

Seht zum Zustand  Spaniens und zum Thema der spanischen Immobilienblase und der in den Portfolien der anderen europäischen, vor allem auch deutschen Banken liegenden spanischen Hypothekenkredite ebenfalls den Artikel vom 23.3. von Mark Dittli mit dem Titel “Die wahre Bombe liegt in Spanien” im Blog “Never Mind The Markets” im Züricher “Tagesanzeiger“.

Ganz ähnlich verhält sich die Sache auch im Fall von Irland: Brüssel und speziell auch Deutschland hat den irischen Banken seinerzeit nur finanzielle Hilfe angeboten, weil ein bedeutender Teil der potentiell faulen irischen Hypothekenkredite in den Portfolien der deutschen Banken liegt.

Was das Engagement der deutschen Banken in Irland angeht, wo seinerzeit ebenfalls eine Immobilienblase geplatzt ist, so schaut euch zum Beispiel mal den Artikel vom 18.12.2010 mit dem Titel “113 Milliarden: Euro Deutsche Banken sind größte Irland-Kreditgeber” in “Spiegel Online” an.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Kritik in Deutschland am Rettungspaket für Irland war groß. Aber es gibt offenbar einen guten Grund dafür, dass deutsche Steuerzahler mithelfen, die Wirtschaft des Landes vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Nach einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind deutsche Banken dort stärker als andere ausländische Kreditinstitute engagiert.

Nach einem am Freitag veröffentlichen Bericht haben die deutschen Institute in Irland Kredite in Höhe von 113 Milliarden Euro vergeben. Die Summe entspreche 1,8 Prozent des Kapitals der deutschen Geldhäuser. Britische Banken sind demnach mit umgerechnet 107 Milliarden Euro in Irland engagiert, US-Banken mit 47 Milliarden Euro”.

Tja, soweit zu den vermeintlich “soliden” (?!) deutschen Banken, die angeblich so ganz anders sind als die Banken in den USA oder gar in Südeuropa.

Man sollte beim Thema der vermeintlich soliden deutschen Banken auch nicht die Sache mit der im Jahre 2009 verstaatlichten Münchner “Hypo Real Estate” vergessen. Diese Sache hat seinerzeit den deutschen Staat, bzw. den deutschen Steuerzahler eine hübsche Stange Geld gekostet.

Ich persönlich sehe das so: Sollte weiterhin diese aberwitzige Austeritätspolitik in den südeuropäischen PIIGS-Staaten durchgeknüppelt werden, sind diese südeuropäischen PIIGS-Staaten wirtschaftlich und arbeitsmarkttechnisch sowieso langfristig definitiv erledigt und am Ende.

Meiner Meinung nach sollten daher diese südeuropäischen PIIGS-Staaten, falls die von Brüssel und Deutschland anbefohlene Austeritätspolitik weiter andauern sollte, selbst einen Antrag auf das Verlassen der Eurozone stellen.

Im Moment gibt es dafür allerdings in den südeuropäischen PIIGS-Staaten keine Mehrheit.

Aber langfristig gesehen sind die die führenden Politiker und die Bewohner der südeuropäischen PIIGS-Staaten nur noch masochistisch, wenn sie weiter in der Eurozone verbleiben wollen.

Der Euro und der Verbleib in der Eurozone bringt diesen südeuropäischen PIIGS-Staaten zur Zeit absolut nichts mehr ausser eine immer weiter steigende Arbeitslosenquote, wirtschaftlicher Niedergang und Demütigungen auf europapolitischer und medialer Ebene (neoliberale deutsche Presse!) vor allem auch von Seiten Deutschlands.

Deutschland übernimmt in diesem europäischen sado-masochistischen Spiel den Part des Sadisten und vor allem die südeuropäischen PIIGS-Staaten den Part der Masochisten.

Wer dies übrigens genau weiss, ist William Banzai, der zwei brilliante Strecken mit Photomontagen zur Eurokrise in “Zero Hedge” veröffentlicht hat mit dem Titel “LiViN’ IT UP AT THe HoTeL NeiN…” (18.6.2012) und “LiViN iT UP AT THe HoTeL NeiN (con’t)…” (9.10.2012). Schaut euch vor allem die Photomontage mit dem Titel “Austerity Queen” an.

Zu William Banzai seht auch meinen Blogeintrag “William Banzais Karikaturen zum weltweiten neoliberalen Finanz- und Wirtschaftssystem und seinen politischen Marionetten“.

Den Iren geht es bei dieser Sache nicht viel besser als den Südeuropäern. Aber da Irland seit ungefähr Mitte der neunziger Jahre einen extrem niedrigen Unternehmenssteuersatz anbietet (aktuell einheiltich 12.5%), hat Irland zumindest einen massiven Standortvorteil in der Eurozone und damit vielleicht eine Chance, diese brutale neoliberale “Schocktherapie” zu überleben.

Hier habt ihr ein PDF der Wirtschaftskammer Österreich mit den Steuersätzen der verschiedenen Länder in der EU-27 (Europäische Union) und EU-17 (Eurozone).

Die niedrigen Unternehmenssteuersätze in Irland ab ungefähr Mitte der neunziger Jahre waren übrigens auch der Grund dafür, warum dieses Land zum Eldorado der europäischen Finanzindustrie wurde. Auch die Münchner Hypo Real Estate war in Dublin präsent.

Im Jahre 2010 ist dann der sogenannte “Keltische Tiger” als Bettvorleger gelandet. Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 22.11.2010 mit dem Titel “Irland: Der keltische Tiger ist tot” in “Zeit Online“.

Aber immerhin ist Irland als Standort für europäische Großunternehmen unter anderem wegen dieser niedrigen Unternehmenssteuersätze immer noch weiterhin attraktiv.

Die südeuropäischen PIIGS-Staaten sind jetzt aber ganz offensichtlich nicht mehr als Standort für europäische Großunternehmen attraktiv. Seht hierzu nochmals den Artikel vom 5.12.2012 mit dem Titel “Großkonzerne fliehen aus Südeuropa” im “Wall Street Journal“.

Die südeuropäischen PIIGS-Staaten haben bei diesem Sado-Maso-Spiel keine echte Chance mehr, diese Brüsseler und deutsche Austeritätspolitik halbwegs heil zu überstehen, so sehe ich das zumindest.

Und dass es sich hier um eine Art wirtschaftspolitisches Sado-Maso-Spiel handelt, daran gibt es schon lange keinen Zweifel mehr.

Das ganze Verhalten unter anderem der aktuellen schwarz-gelben Regierungskoalition unter Angela Merkel (Kabinett Merkel II) in dieser Eurokrise im Hinblick auf die PIIGS-Staaten beweist ganz klar, dass dies so ist.

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