Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 176

Was nun die aktuelle Investitionstätigkeit der ausländischen Unternehmen und das Interesse am Standort Südeuropa angeht, so seht hierzu den Artikel vom 5.12.2012 mit dem Titel “Großkonzerne fliehen aus Südeuropa” im “Wall Street Journal“.

Der gleiche Artikel ist am 5.12 unter dem Titel “Euro-Krise: Amerikanische Großkonzerne fliehen aus Südeuropa” in “Spiegel Online” erschienen.

Wir erfahren in diesem Artikel im “Wall Street Journal” anderem: “Über zehn Jahre lang haben international aufgestellte Unternehmen stark in Südeuropa investiert. Die Einführung des Euro heizte dort das Wirtschaftswachstum an. Aber das ist jetzt anders.

Wegen niedriger Geburtenraten, sinkenden Preisen und starkem Wettbewerb hat der US-Multi Kimberly-Clark KMB +0,14% im Oktober sein Europageschäft mit Windeln zum größten Teil aufgegeben. Der Stahlkocher Alcoa AA +0,12% und der französische Einzelhändler PPR PP.FR -0,35% ziehen sich aus Südeuropa zurück – ohne Pläne zu haben, noch einmal zurückzukehren. Sie alle stehen für den Exodus der Unternehmen, der genau das Kapital, die Innovation und die Führungspersönlichkeiten abzieht, die Südeuropa dringen braucht, um Schuldenkrise und Rezession zu überwinden. (…).

Seit Anfang des Jahres gibt es klare Anzeichen, dass sich die direkten Investitionen aus dem Ausland in Südeuropa abschwächen. In der ersten Jahreshälfte flossen aus Italien 1,2 Milliarden Euro mehr ab, als hereinkamen, wie Zahlen der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (Unctad) zeigen. Ausländische Direktinvestitionen in Portugal, Spanien, Griechenland und Italien sind seit 2007 um 38 Prozent zurückgegangen. Immer mehr Anleger setzen lieber auf Schwellenländer. Von Januar bis Juni floss erstmals die Hälfte aller ausländischen Investitionen in Schwellenländer, sagt die Unctad“.

Das ist aktuell die bittere Realität in den südeuropäischen PIIGS-Staaten und unter anderem das Resultat der aberwitzigen Austeritätspolitik, die von der sogenannten Troika (Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank sowie Internationalem Währungsfonds) und vor allem auch von den deutschen Sparfanatikern diesen Ländern idiotischer- und sinnloserweise aufgezwungen wurde. Die Unternehmen ziehen sich aus diesen Ländern zurück, die schon mit einem Bein im Ruin stehen. Im Fall von Griechenland ist der Ruin schon längst da.

Bisher scheint nur der IWF (aktuelle Chefin: Christine Lagarde) diesen Fehler hinsichtlich der Austeritätspolitik klar analysiert und erkannt zu haben und fordert daher seit einigen Monaten zunehmend einen deutlichen anderen wirtschaftlichen Kurs in den angeschlagenen PIIGS-Staaten.

Seht zu diesem Schwenk des IWF zum Thema Austeritätspolitik in den letzten Monaten unter anderem den Blogeintrag mit dem Titel “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 156“.

In Brüssel hingegen scheint bei der Europäischen Kommission keinerlei Einigkeit und Klarheit im Hinblick auf diese Sache zu herrschen.

Die Eurozonen-Länder und ihre jeweiligen Spitzenpolitiker streiten sich anscheinend andauernd nur und blockieren sich iim Prinzip nur gegenseitig.

Und die EZB hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten zumindest das Notwendige getan, um den Zusammenhalt der Eurozone vorerst zu retten und zu erhalten. Die Eurozone wäre sonst finanz- und bankentechnisch wohl schon vor einiger Zeit auseinandergebrochen.

So wurde zumindest in dieser Eurokrise Zeit gewonnen. Ohne Mario Draghi und die EZB gäbe es den Euro wohl schon seit vielen Monaten nicht mehr.

De facto haben Mario Draghi und der EZB-Rat insgesamt bisher überhaupt seit Ende letzten Jahres das einzig bisher wirksame Eurokrisen-Managment geleistet und damit zumindest Zeit gewonnen.

Währenddessen haben die europäischen Spitzenpolitiker sich auf den Meetings der sogenannten Euro-Gruppe und auf den sogenannten EU-Gipfeln (Spitzentreffen des Europäischen Rats) nur lächerliche und infantile Showgefechte für ihr jeweiliges heimisches Publikum und ihr jeweiliges Wahlvolk geliefert.

Der aktuelle Chef der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker hat jetzt anscheinend daraus die Konsequenzen gezogen und schmeisst die Sache aus gutem Grund hin.

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