Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 173

Am 4.12.2012 erschien ein Artikel mit dem Titel “Außenhandel: US-Konjunktur rettet deutsche Exportwirtschaft” in “Spiegel Online“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Exporte der deutschen Wirtschaft sind im dritten Quartal kräftig gewachsen – vor allem die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU legten zu. Insgesamt exportierten die Unternehmen von Juli bis September Waren im Wert von 275,4 Milliarden Euro, das waren 3,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU legten um 9,9 Prozent zu. Ihr Anteil macht mit 44 Prozent mittlerweile fast die Hälfte der gesamten Exporte aus. (…).

Insgesamt gingen die Exporte in die Länder des Euro-Raums um 0,9 Prozent zurück. In die übrigen EU-Länder hingegen nahmen die Ausfuhren um 3,3 Prozent zu – wofür vor allem die Exporte nach Großbritannien sorgten, die im Sommer um fast 14 Prozent stiegen.

Bei den Exporten außerhalb der EU legten vor allem die USA rasant zu: Dorthin gingen Waren und Dienstleistungen im Wert von 23,6 Milliarden Euro – ein Plus von mehr als einem Viertel. Auch Korea und Japan erreichten zweistellige Zuwachsraten, der Handel mit China verzeichnete dagegen nur einen leichten Anstieg von 0,9 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro”.

Seht hierzu zum Beispiel auch den Artikel vom 4.12.2012 mit dem Titel “Deutsche Exporte stiegen im dritten Quartal, USA besonders stark” in “Die Welt“.

Seht hierzu ebenfalls den Artikel vom 4.12.2012 mit dem Titel “Deutscher Export legt trotz Euro-Krise kräftig zu” in “Die Welt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Bei den Exporten außerhalb der EU legten vor allem die USA rasant zu: Dorthin gingen Waren und Dienstleistungen im Wert von 23,6 Milliarden Euro – ein Plus von mehr als einem Viertel”.

Seht zu diesem Thema auch den Artikel vom 4.12.2012 mit dem Titel “Deutschland: Starker Export-Zuwachs in Länder außerhalb der Eurozone” in “Focus“.

Vor allem die deutschen Autohersteller erzielen anscheinend zur Zeit in den USA grosse Verkaufserfolge. Seht hierzu den Artikel vom 4.12.2012 mit dem Titel “Deutsche Autobauer fahren in den USA voran” in “Die Welt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die deutschen Autobauer fahren in  den USA zu immer neuen Verkaufsrekorden. Ihr Marktanteil auf dem wichtigsten  Automarkt der Welt steigt und steigt.

Mercedes-Benz konnte im November um  15 Prozent zulegen, Audi um 24 Prozent, die Marke VW um 29 Prozent, bei BMW  waren es 45 Prozent und bei Porsche sogar 71 Prozent.

Damit schnitten die Deutschen  wesentlich besser ab als der Gesamtmarkt und auch besser als die «Big Three» der  amerikanischen Autoindustrie. Die Gesamtverkäufe im November stiegen im  Vergleich zum Vorjahresmonat um 15 Prozent auf mehr als 1,1 Millionen Stück, wie  der Marktbeobachter Autodata aufführte”.

Tja, beim aktuell schwachen Euro sind die deutschen Autos ausserhalb der Eurozone preislich einfach enorm attraktiv. Und warum der Euro aktuell so schwach ist, wissen wir alle: Wegen der Art, wie die Eurokrise seit fast drei Jahren gemanagt wird.

Warum die Exporte ausserhalb der Eurozone seit Beginn der Eurokrise kräftig zulegen, habe ich unter anderem in meinem Blogartikel “Das deutsche Exportwunder und die prallen Kassen des deutschen Fiskus in den letzten anderthalb Jahren: Herzlichen Dank an die Krisenstaaten Südeuropas” ausführlich und im Detail erläutert.

Der wichtigste Grund hierfür ist der gegenüber den anderen Währungen und auch gegenüber dem US-Dollar zunehmend schwache Euro. Seht hierzu unter anderem die Tabelle mit dem Titel “Dollarkurs (Euro – Dollar) – Historische Kurse” in “finanzen.net“. Der schwache Euro beflügelt schon seit geraumer Zeit massiv die deutschen Exporte ausserhalb der Eurozone.

Was nun speziell den Fall der USA angeht: Barack Obama hat seit dem Jahre 2008 versucht, die USA aus der Krise rauszuführen und hat auch relative Erfolge damit.

Die USA erholen sich wirtschaftlich schon seit einiger Zeit auf klar erkennbare Weise, während die Eurozone wirtschaftlich immer weiter abstürzt (was paradoxerweise für die deutsche Exportwirtschaft eher gut ist, aus schon genannten Gründen).

Die Gefahr für die Weltwirtschaft geht schon lange nicht mehr von den USA aus, sondern spätestens seit Beginn dieses Jahres eindeutig von der Europäischen Union mit ihrer Eurozone.

Für die USA wird in diesem Jahr und für das nächste Jahr ein Wachstum von etwas über 2% erwartet. Seit dem Jahre 2010 haben wir in den USA ein Wachstum von konstant etwas über 2% jährlich.

Das ist nicht sehr viel, aber doch immerhin etwas. Seht hierzu den Eintrag “USA: Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2003 bis 2013 (gegenüber dem Vorjahr)” in “Statista“.

Seht zum Vergleich die “Euro Area GDP Growth Rate” seit 2008 in “Trading Economics“. Die Eurozone ist jetzt seit zwei Quartalen am Schrumpfen und damit technisch in einer Rezession. Und seit dem Jahre 2010 hatten wir in der Eurozone kein einziges Quartal, das mehr als höchstens 1% Wachstum aufgewiesen hätte.

Und für das nächste Jahr erwartet die OECD weiterhin ein Schrumpfen des Gesamt-BIPs der Eurozone. Seht hierzu nochmals den Artikel vom 27.11.2012 mit dem Titel “Global recovery under threat, says OECD” in “BBC News“.

Auch die Arbeitslosenquote hat sich in den USA im letzten Jahr eher günstig entwickelt. Seht hierzu einen Artikel vom 2.11.2012 mit dem Titel “171,000 jobs added in October; jobless rate 7.9%” in “USA Today“.

Wir haben also aktuell eine Arbeitslosenquote von 7,9% in den USA. In der Eurozone ist die Arbeitslosenquote aber mittlerweile auf 11,7% gestiegen.

Seht hierzu den Artikel vom 30.11.2012 mit dem Titel “11,7 Prozent: Rekord-Arbeitslosigkeit in der Eurozone” in der “FAZ“.

Übrigens: Wäre die Situation in der Eurozone besser, wären wohl auch die zu erwartenden Wachstumsraten in den USA wahrscheinlich deutlich höher und auch die Arbeitslosenquote würde in den USA schneller absinken.

Seht hierzu auch nochmals meinen Blogeintrag “Heiner Flassbecks Lösungsvorschlag: Trennt Euch! – 2“.

Tja, so retten also aktuell die von den deutschen Neoliberalen seit jeher viel gescholtenen Amerikaner der deutschen Exportwirtschaft den Hals.

Zu Wolfgang Schäubles Besserwisserei in Sachen Eurokrise seht zum Beispiel den Artikel vom 25.6.2012 mit dem Titel “Kurs in der Schuldenkrise: Schäuble verbittet sich amerikanische Belehrungen” in der “FAZ“.

Und aktuell kaufen jetzt die Amerikaner nicht zuletzt Dank der recht erfolgreichen Wirtschaftspolitik von Barack Obama seit Anfang 2009 unter anderem wieder fleissig deutsche Waren und vor allem die weltweit beliebten deutschen Autos.

Die deutschen Neoliberalen haben mit ihrer Austeritätspolitik die PIIGS-Staaten vor allem Südeuropas massiv in die Rezession getrieben. Das drückt den Wert des Euros gegenüber dem US-Dollar herab und macht die deutschen Waren unter anderem auch in den USA attraktiver. Und da Barack Obama eine recht erfolgreiche Wirtschaftspolitik seit Anfang 2009 betrieben hat, kaufen jetzt vor allem die Amerikaner wieder die deutschen Produkte. Da steckt wirklich viel Ironie drin, das muss man schon sagen.

Creative Commons Lizenzvertrag Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 173 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s