Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 168

Ich habe bisher recht wenig über die Situation in Grossbritannien gesprochen, da dieses grosse europäische Land nicht zur Eurozone gehört, sondern nur zur Europäischen Union.

Trotzdem sollte man die Entwicklung in Grossbritannien gerade auch im Hinblick auf die Europäische Union und die Eurozone vielleicht etwas genauer im Auge behalten.

So wie es aussieht, haben viele Briten mittlerweile von der EU langsam, aber sicher genug.

Tja, nachvollziehen kann ich das gut. Wenn ich sehe, auf welch erbärmlichen Niveau die europäische Politik mittlerweile gelandet ist (ich denke da nicht zuletzt an Angela Merkel  und Wolfgang Schäuble) und wenn ich die desaströsen wirtschaftlichen Ergebnisse der Eurokrisen-Politik anschaue (mitterweile befindet sich die Eurozone in der Rezession), kann ich es den Briten kaum verdenken, dass sie von der EU langsam, aber sicher genug haben.

Eine andere Frage ist natürlich, ob es der EU und auch Grossbritannien selbst dienlich ist, wenn die Briten aus der EU aussteigen.

Und es stellt sich auch die Frage, mit welchen Folgekosten Grossbritannien rechnen muss, wenn dieses Land unter anderem nicht mehr Teil des grossen europäischen Binnenmarktes sein sollte.

Nun, entscheidend in dieser Sache wird wohl auch sein, wie sich die Eurozone und vor allem die PIIGS-Staaten in nächster Zeit wirtschaftlich weiter entwickeln.

Je mehr die Eurozone wirtschaftlich absinken und insgesamt in die Krise geraten sollte, umso weniger dürften die die Engländer Lust haben, in diesem europäischen Binnenmarkt zu verbleiben.

Hinzu kommt: Der aktuelle britische Premierminister David Cameron gehört der britischen Conservative Party an. Und gerade in dieser Partei gibt es eine hohe Zahl an Europa– und Euro-Skeptikern.

Zum Thema “Möglicher Ausstieg Englands aus der EU” findet ihr zahlreiche Artikel im Netz. Seht hierzu den Artikel vom 16.11.2012 mit dem Titel “Großbritannien driftet in den EU-Austritt” in der österreichischen “DiePresse.com“.

Der Think Tank “Open Europe” ist der Ansicht, dass Grossbritannien von der Mitgliedschaft von der EU-Mitgliedschaft eindeutig profitiere.

Seht hierzu den Artikel vom 13.6. mit dem Titel “Großbritannien und die EU: Europaskeptiker: Großbritannien profitiert von EU-Mitgliedschaft” in “Euractiv.de“.

Nun, das mag wohl auch so sein. Allerdings: Es gibt wohl starke Kräfte in England, die den Austritt aus der EU wollen.

Seht hierzu den Artikel vom 21.11. mit dem Titel “Der Abgeordnete Lord Desai befürchtet Kosten durch unvorbereitete Loslösung” in “wienerzeitung.at“.

Lord Desai (Mitglied des Britischen Oberhauses und der Labour Party) äussert in diesem Interview die Ansicht, dass ein EU-Austritt Englands in nächster Zeit wohl wahrscheinlich sei.

Auch Ed Miliband, der aktuelle Vorsitzende der “Labour Party“, warnt vor einem Austritt Grossbritanniens aus der EU. Seht hierzu auch den Artikel vom 19.11. mit dem Titel “Ed Miliband: Britain ‘sleepwalking’ into EU exit” in “BBC News“.

Martin Wolf von der “Financial Times” ist der Meinung, dass Grossbritannien zur Zeit auf unnötige Weise auf einen baldigen EU-Austritt zusteuere. Er plädiert für Geduld und Abwarten.

Seht hierzu den Artikel vom 2.11.2012 mit dem Titel “UK rushes needlessly towards the EU exit” in der “Financial Times“.

Angela Merkel scheint auch zu ahnen, dass ein bedeutender Teil der Briten und ihrer Politiker aus der EU aussteigen wollen.

Seht hierzu den Artikel vom 7.11. mit dem Titel “Merkel will `starkes Großbritannien´ in der EU” in “Die Welt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Ein EU-Ausstieg Großbritanniens kommt für Kanzlerin Angela Merkel nicht infrage: “Ich möchte ein starkes Großbritannien in der EU”, sagte sie am Mittwochabend vor dem EU-Parlament in Brüssel. Sie könne sich “überhaupt nicht vorstellen”, dass das Land “nicht zu Europa gehört” – und verwies darauf, dass noch britische Soldaten in Deutschland seien. Aus Brüssel flog die CDU-Chefin weiter nach London, um mit dem britischen Premierminister David Cameron über den EU-Haushalt zu beraten.

Cameron bläst zu Hause heftiger Wind von EU-Gegnern ins Gesicht – und die Forderung nach einem Austritt aus der EU wird in London immer lauter. Merkel appellierte “an die Bewohner dieser wunderschönen Insel”, nicht die falschen Schlüsse zu ziehen und ihr Glück in der Isolation zu suchen. “Wenn sie heute in einer Welt von sieben Milliarden Menschen alleine sind: Ich glaube nicht, dass das gut für Großbritannien ist.”

Tja, das sind schöne Worte von Angela Merkel. Ob diese schönen Worte die Europa- und Euro-Skeptiker in England allerdings überzeugen werden, weiss ich allerdings nicht.

Das beste Argument in dieser Sache wäre wohl eine wirtschaftlich und politisch gut funktionierende Eurozone.

Davon ist aber nichts in Sicht. Die Eurozone befindet sich mittlerweile in der Rezession. Und Frankreich und Deutschland, die beiden wichtigsten Länder in der EU,  ziehen schon seit Monaten nicht mehr an einem Strang.

Zur wirtschaftlichen Situation in der Eurozone seht den Artikel vom 15.11. mit dem Titel “Minus im dritten Quartal: Euro-Zone rutscht in die Rezession” in “Spiegel Online“.

Und dass die Eurozone sich in der Rezession befindet und das deutsch-französische Verhältnis mittlerweile deutlich angeknackst ist, daran ist Angela Merkel erheblich mit Schuld. Insofern weiss ich nicht, ob Angela Merkels schöne Worte in Grossbritannien so viel fruchten werden.

Was nun die Umfragen in England für einen möglichen Austritt Englands aus der EU angeht, so seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 8.11. mit dem Titel “Nearly half of Britons want EU exit – poll” in “Reuters“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Polling company YouGov said on Thursday 49 percent favoured leaving the EU, 28 percent would vote to stay in the 27-nation bloc, 17 percent were undecided and the rest would not vote”.

Tja, so sieht´s aus.

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