Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 161

Wie sehr nun die deutsche Exportwirtschaft von der Krise in den südeuropäischen PIIGS-Staaten getroffen wird, zeigt zum Beispiel der Artikel vom 8.11.2012 mit dem Titel “Warnung vor Exporteinbruch: Euro-Krise zieht deutsche Wirtschaft runter” in “FTD“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Berechnungen des Ifo Instituts für die FTD zeigen derweil, dass die nominalen deutschen Exporte in die Euro-Zone im Gesamtjahr 2012 erstmals seit der Lehman-Rezession sinken werden. Die Forscher rechnen mit einem Minus von 2,1 Prozent. (…).

“Die dramatisch wegbrechende Nachfrage in wichtige Exportländer wie Italien, Spanien und Portugal kann nicht kompensiert werden”, sagte Ifo-Forscher Steffen Elstner. Derweil dürften die Exporte in die Nicht-Euro-Zone laut Ifo 2012 um 8,1 Prozent zulegen, sodass die Ausfuhrfirmen insgesamt ein Plus von 4,1 Prozent verbuchen dürften.

Am Donnerstag vermeldete das Statistische Bundesamt für September ein Minus der Exporte um 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Besonders der Absatz in der Euro-Zone brach ein. Das Wirtschaftsministerium schreibt, dass die Nachfrage aus dem In- und Ausland nachlasse. “Die insgesamt schwächere Konjunktur macht sich zunehmend am Arbeitsmarkt bemerkbar.” Spürbare Zuwächse der Beschäftigung seien vorerst kaum zu erwarten”.

Seht zu diesem Thema des massiven Einbruchs der deutschen Exporte nach Südeuropa auch den Artikel vom 13.11. mit dem Titel “Export-Einbruch in Südeuropa: Wir kaufen nichts“, ebenfalls in “FTD“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Euro-Südländer haben 2012 spürbar an Gewicht für die deutsche Exportbranche verloren. Das zeigen exklusive Berechnungen des Ifo Instituts für die FTD zum Ranking der deutschen Absatzmärkte gemessen an den nominalen Warenexporten. Demnach dürfte Italien als vormals sechstwichtigster Absatzmarkt in diesem Jahr von Österreich überholt werden. Spanien wird den Daten zufolge von Rang elf auf den 13. Platz abrutschen – noch hinter Polen, Russland und Tschechien. Dort können deutsche Unternehmen mittlerweile deutlich mehr Waren absetzen als in Südeuropa.

Damit werden die Folgen der Euro-Krise für die dritt- und viertgrößten Volkswirtschaften der Währungszone deutlich. Noch im Jahr 2007 war Italien viertwichtigster deutscher Absatzmarkt. Und auch vor zwei Jahren war das Land immer noch vor China auf Rang fünf. Doch fehlendes Wachstum hat zu einer sinkenden Nachfrage nach deutschen Gütern geführt. Noch dramatischer ist der Absturz Spaniens: Im Jahr 2008 war das Land noch achtwichtigster deutscher Exportmarkt – seither wurde es vor allem von den Osteuropäern verdrängt. (…).

Die Zahlen korrespondieren mit den niedrigeren Wachstumserwartungen in Deutschland. Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturprognose bereits reduziert und verweist dabei auch auf die schwächere Nachfrage nach deutschen Produkten aus dem Süden Europas. Auch insgesamt geht die Bedeutung der Euro-Zone für die deutschen Exporteure zurück. Laut Ifo wird der Anteil der Ausfuhren in die Währungszone von 2009 bis Ende 2012 um sechs Prozent auf voraussichtlich 37 Prozent fallen. Das ist vor allem eine Folge der eingebrochenen Nachfrage aus den südlichen Krisenländern”.

Seitdem ich über diese Eurokrise in Südeuropa schreibe (ich habe Mitte Februar 2012 damit begonnen), war eine meiner Thesen, dass die aktuelle deutsche schwarz-gelbe Regierungskoalition unter Angela Merkel (Kabinett Merkel II) mit der von ihr und bisher auch von der “Troika” (Dreigespann aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank sowie Internationalem Währungsfonds) in Südeuropa durchgeknüppelten Austeritätspolitik letztendlich auch am eigenen deutschen Ast sägt.

Und diese Prophezeiung meinerseits scheint sich nun in den letzten Wochen ganz klar zu bestätigen.

Seht hierzu folgende Blogartikel von mir:

Erstens: “Angela Merkels Irrglaube an die Wirksamkeit ihrer kruden Sparrezepte in Südeuropa“.

Zweitens: “Der deutsche `Sparwahn´: Dumm und verlogen“.

Drittens: Der durchlaufende Artikel: “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Euro-Krise ist massiv zurückgekehrt“.

Und nun zur “schwäbischen Hausfrau“: Am Ende hat Angela Merkel mit ihrer Politik der “schwäbischen Hausfrau” Deutschland selbst beschädigt.

Seht zur “schwäbischen Hausfrau” auch einen Artikel mit dem Titel “Sparen, ohne auf das Notwendige zu verzichten” in der Website der INSM.

Seht hierzu auch ein Video vom 8.8.2012 mit dem Titel “Die schwäbische Hausfrau als Vorbild in der Krise” in “Die Welt“.

Die schwäbische Hausfrau mag eine Zierde ihrer Familie sein, aber die europäische Wirtschaftspolitik sollte vielleicht lieber von Spezialisten mit VWL-Kenntnissen und mit Kenntnissen der europäischen Wirtschaft geleitet werden.

So sehe ich das zumindest und Jens Berger anscheinend auch. Seht hierzu unter anderem auch den Artikel vom 13.2. von Jens Berger mit dem Titel “Die schwäbische Hausfrau als Kardinalfehler deutschen Denkens” in “Telepolis“.

Übrigens: Auch dem PIIGS-Staat Irland ist die von Deutschland und von der “Troika” verordnete Austeritätspolitik nicht viel besser bekommen als den südeuropäischen PIIGS-Staaten.

Es ist ein ziemlich absurdes Gerücht, dass die “nordischen” (?!) Iren mit der Austeritätspolitik so viel bessere Ergebnisse erzielen als die angeblich “faulen” (?!) Südeuropäer.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 14.11.2012 mit dem Titel “Eurokrise: Irlands Comeback muss warten” in “FTD“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem. “Die irische Regierung muss der Wirtschaftflaute Tribut zollen und kappt ihre Wachstumsprognosen für die kommenden drei Jahre. Die Regierung in Dublin senkte ihre Wachstumsprognose für 2013 auf 1,5 von zuvor 2,2 Prozent, für 2014 auf 2,5 von 3,0 Prozent und für 2015 auf 2,9 von zuvor 3,0 Prozent. Um die wirtschaftliche Erholung nicht zu gefährden, will sie aber die Sparschraube nicht noch weiter anziehen.

Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody’s benötigt das Land außerdem wahrscheinlich zusätzliche Finanzhilfen von seinen internationalen Geldgebern. Wenn das derzeitige Programm im nächsten Jahr auslaufe, brauche das angeschlagene Euro-Mitgliedsland wohl zur Vorbeugung noch Unterstützung, teilte die US-Agentur am Dienstag mit. Der Sparkurs der Regierung sei zwar beeindruckend, aber von den Banken und der Schuldenkrise gingen noch Gefahren aus.

Moody’s hatte im vergangenen Jahr als einzige Rating-Agentur die Kreditwürdigkeit Irlands auf das Ramschniveau “Ba1” herabgestuft. Die Probleme der heimischen Banken hatten Irland als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm EFSF gezwungen. Im Gegenzug für Hilfen von 85 Milliarden Euro verpflichtete sich die Regierung zu umfangreichen Reformen. Seit 2008 hat sie den Haushalt mit Steuererhöhungen und Einsparungen um 25 Milliarden Euro entlastet – das entspricht 15 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung”.

Tja, soweit zur Situation in Irland, über die ich auch schon öfters geschrieben habe. Die Effekte der Austeritätspolitik in Irland sind recht ähnlich zu den Effekten, die wir im Fall der südeuropäischen PIIGS-Staaten beobachten können.

Das betrifft übrigens auch das massive Ansteigen der Selbstmordrate und den zunehmend massiven “Braindrain” in Irland: Auch hier genau die gleichen Phänomene, die wir auch in Südeuropa beobachten können.

Seht hierzu den Artikel vom 17.6.2012 mit dem Titel “Irish suicide numbers show sharp rise as recession takes its toll” in “IrishCentral.com“.

Und seht hierzu ebenfalls den Artikel vom 28.9.2012 mit dem Titel “Ireland’s brain drain at record level – one Irish person leaves home every five minutes” in “IrishCentral.com“.

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