Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 158

Am 15.11.2012 erschien ein Artikel mit dem Titel “Konjunktur: Euro-Zone rutscht in die Rezession” in “FTD“. Dieser Artikel enthält auch eine aufschlussreiche Chart mit dem Titel “BIP europäischer Staaten im Vergleich“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Erstmals seit drei Jahren ist die Euro-Zone wieder in die Rezession geschlittert. Im dritten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung in den 17 Euro-Ländern gegenüber den drei Monaten zuvor um 0,1 Prozent, berichtete die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in Luxemburg. Schon im zweiten Quartal des laufenden Jahres hatte es mit minus 0,2 Prozent einen Rückgang gegeben. Volkswirte sprechen von einer Rezession, wenn das Wirtschaftswachstum in mindestens zwei Vierteljahren in Folge negativ ausfällt.

Zuletzt hatte sich die Euro-Zone nach Beginn der weltweiten Bankenkrise 2008 in der Rezession befunden. Damals sank die Wirtschaftsleistung fünf Quartale in Folge bis zum Sommer 2009.

Schuld an der jetzigen Rezession ist die schlechte wirtschaftliche Lage in den südeuropäischen Krisenländern. In Spanien betrug das Minus im dritten Vierteljahr 0,3 Prozent, in Portugal 0,8 Prozent. Auch Italiens Wirtschaftsleistung sank um 0,2 Prozent. Frankreich schaffte dagegen ein überraschendes Plus von 0,2 Prozent.

In Deutschland ließen anziehende Exporte und Konsumausgaben das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal steigen. Dagegen investierten die Unternehmen erneut weniger. Im Frühjahr legte die Wirtschaft noch um 0,3 Prozent zu, am Jahresbeginn um 0,5 Prozent. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,2 Prozent im Sommer gerechnet. (…).

Recht skeptisch für die kommenden Monate äußerte sich Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. “Das war vorerst die letzte gute Zahl aus Deutschland. Im vierten Quartal schrumpft die deutschen Wirtschaft vermutlich etwas. Schließlich fallen seit einem Jahr die Auftragseingänge, während das Ifo-Geschäftsklima zuletzt eingebrochen ist. Das liegt an der Unsicherheit, die von der Schuldenkrise ausgeht. Ich erwarte, dass die deutsche Wirtschaft erst Mitte nächsten Jahres zu ordentlichen Zuwachsraten zurückkehrt. Das basiert allerdings auf der Annahme, dass die EZB das Risiko eines Zerfalls der Währungsunion mit den Notenpresse bannt – also durch den Kauf von Staatsleihen frisches Geld in die Wirtschaft pumpt.”

Zuletzt mehrten sich die Hinweise darauf, dass die Schuldenkrise auch die deutsche Wirtschaft nach unten zieht. Im September brachen die Industrieaufträge mit 3,3 Prozent so kräftig eingebrochen wie seit einem Jahr nicht mehr, weil vor allem die Nachfrage aus der rezessionsgeplagten Euro-Zone stark nachlässt. Die Exporte fielen zum ersten Mal seit dem Krisenjahr 2009. Die Stimmung in der Wirtschaft ist deshalb so schlecht wie seit Februar 2010 nicht mehr, fand das Ifo Institut bei seiner monatliche Umfrage unter 7000 Managern heraus. Die Bundesbank erwartet bestenfalls eine Stagnation im vierten Quartal”.

Tja, das war zu erwarten, dass dies so kommen würde. “FTD” bietet weiterhin einen Artikel vom 15.11. mit dem Titel “Kennzahlen der Euro-Länder: Europa im Konjunktur-Check” an. In diesem Artikel könnt ihr in einer Chart sehen, wie sich das jeweilige BIP der 17 Eurozonen-Länder in den letzten knapp drei Jahren seit dem Ausbruch der Eurokrise entwickelt hat. In den meisten dieser Ländern sieht die Sache ziemlich mau aus, sogar in Ländern, die im letzten Quartal recht gut dastanden wie die Niederlande.

Schaut euch zur jetzt sichtbaren Rezession in der Eurozone nochmals den Artikel vom 14.11.2012 mit dem Titel “Greek austerity is going too far, Charles Dallara warns” in der britischen Tageszeitung “The Guardian” an.

Charles Dallara stellt hier ganz klar fest: “A return to real, sustainable economic growth can be the only genuine solution to Europe’s crisis,” he told a gathering of Greek financiers. “It is time to recognise that austerity alone condemns not just Greece but the whole of Europe to the probability of a painful and protracted era of little or no economic growth. This would be a tragedy not just for Greece and for Europe, but for the world.”

So ist es. Ohne wirtschaftliches Wachstum können die PIIGS-Staaten und letztlich damit die ganze Eurozone aus dieser Eurokrise keinesfalls herauskommen, soviel ist sicher.

Was nun den aktuellen ifo-Geschäftsklimaindex angeht, so seht hierzu den Eintrag “Ifo Business Climate Index” in der Website der CESifo-Group Munich an (es gibt eine Kooperation zwischen dem Ifo Institut für Wirtschaftsforschung und dem Center for Economic Studies (CES). Beide Institute sitzen in München).

Der letzte und aktuelle Ifo-Geschäftsklimaindex-Bericht mit dem Titel “ifo Geschäftsklima trübt sich weiter ein“, der auch zahlreiche Charts enthält, erschien am 24.10.2012. Der nächste Bericht wird am 24.11. vorliegen.

Zur jetzt sich im dritten Quartal bestätigenden Rezession in der Eurozone seht auch den Artikel vom 15.11. mit dem Titel “Double-dip recession confirmed in eurozone” in der britischen Tageszeitung “The Guardian“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “The head of the European Central Bank has warned that time is running out to resolve the crisis in the eurozone as the latest figures showed the 17 nations of the single currency have slid into a double-dip recession.

With financial markets convinced that even worse data will emerge over the winter, Mario Draghi urged policy makers to take full advantage of the breathing space won by the ECB when it announced in the summer it would buy unlimited amounts of government bonds from troubled euro zone countries.

“With the ECB unconventional measures, we have been able to steady the course … We have gained precious time, but this is not infinite”, Draghi said in a speech in Milan. Shares fell on all the major European bourses after officials in Brussels announced that the euro zone was officially back in recession after a 0.1% fall in output in the third quarter. The decline followed a 0.2% drop in gross domestic product in the second quarter. (…).

Germany and France – the two biggest economies in the eurozone – posted modest growth of 0.2% in the third quarter, but this was more than offset by the recession spreading northwards from the countries on the single currency’s southern periphery.

Germany’s growth rate has slowed since the start of 2012, when it was expanding at a quarterly rate of 0.5%. France’s growth was a surprise to the markets amid fears that it was heading back into recession. The growth followed data revisions which turned a flat economy in the second quarter into a 0.1% contraction.

As expected, Portugal, Spain, Italy, Greece and Cyprus all saw their economies contract in the third quarter, but the biggest surprise was the sharp 1.1% quarterly fall in Netherlands GDP, which was more than five times as large as the expected 0.2% drop.  Austria posted a 0.1% decline in output.

Jennifer McKeown of Capital Economics said: “The business surveys point to far worse to come throughout the region in the fourth quarter. With austerity starting to hit French households and German unemployment beginning to rise, the outlook for domestic spending is bleak even in the core.” She expects eurozone GDP to shrink by up to 0.7% this year, and another 2.5% in 2013″.

Was nun die Verlautbarungen des aktuellen EZB-Chefs Mario Draghi am 15.11. in Milan angeht, so seht hierzu den Artikel mit dem Titel “Speech by Mario Draghi, President of the ECB, Università Bocconi, Opening of the academic year 2012-2013,
Milan, 15 November 2012” in der Website der EZB.

Mario Draghi stellt hier ganz klar fest: “The ECB’s response to the crisis has a clearly defined relationship with the process of European integration.

With our non-standard policy measures, we have preserved the functioning of the monetary policy transmission mechanism and thus been able to maintain a steady course for the objective of price stability inscribed in our mandate.  Potentially disastrous outcomes to the crisis have been thwarted; valuable, though not infinite, time has been gained.

But the ECB cannot replace the actions of national governments with respect to either economic policy effectiveness or democratic legitimacy. Ultimately, it is up to governments to dispel once and for all the persistent uncertainties that markets perceive and citizens fear.

The ultimate goal is political union, a stable and integrated Europe with a common destiny. This will take a long time and the path will be an uncertain one. But in the meantime, it would be wrong not to act”.

So sehe ich das allerdings auch. Die europäischen Politiker sollten endlich entschieden handeln. Das betrifft vor allem auch “madame nonAngela Merkel, deren Austeritäts- und Verweigerungspolitik bisher die Eurokrise massiv beschleunigt und vertieft hat.

Dass Angela Merkel auch jetzt so weiter macht wie immer, beweist unter anderem der Artikel vom 15.11. mit dem Titel “Double-dip recession confirmed in eurozone” in der britischen Tageszeitung “The Guardian“.

Wir erfahren in diesem Artikel weiterhin: “Christine Lagarde, the managing director of the International Monetary Fund announced that she was cutting short a visit to Asia in order to hold more talks with European policy makers about how to end the crisis.

Lagarde has been urging swifter action to reduce Greece’s debts to a sustainable level, but Angela Merkel ruled out the possibility that European governments would accept losses on their holdings of Greek bonds.

“I hope the time is near when we can reach the solution that is needed”, Merkel said after a meeting with the French prime minister Jean-Marc Ayrault. “Of course we did not talk about debt haircuts, you know our view and that has not changed, nor should it.”

Tja, das ist wieder mal ein Beispiel für Angela Merkels berüchtigte Politik der “schwäbischen Hausfrau” (= “madame non“), die mit hauptverantwortlich ist für die jetzt offensichtliche Rezession in der Eurozone.

Seht zur “schwäbischen Hausfrau” auch einen Artikel mit dem Titel “Sparen, ohne auf das Notwendige zu verzichten” in der Website der INSM.

Seht hierzu auch ein Video vom 8.8.2012 mit dem Titel “Die schwäbische Hausfrau als Vorbild in der Krise” in “Die Welt“.

Tja, vielleicht sollte man in Deutschland die europäische Wirtschaftspolitik lieber nicht den schwäbischen Hausfrauen überlassen. Die schwäbische Hausfrau mag eine Zierde ihrer Familie sein, aber die europäische Wirtschaftspolitik sollte vielleicht lieber von Spezialisten mit VWL-Kenntnissen und mit Kenntnissen der europäischen Wirtschaft geleitet werden.

So sehe ich das zumindest und Jens Berger anscheinend auch. Seht hierzu unter anderem auch den Artikel vom 13.2. von Jens Berger mit dem Titel “Die schwäbische Hausfrau als Kardinalfehler deutschen Denkens” in “Telepolis“.

Es gibt einen Schwaben Witz, der Angela Merkels törichtes Verhalten in dieser Eurokrise gut exemplifiziert und erläutert (Seht hierzu den kurzen Artikel vom 13.11. 2009 mit dem Titel “Schwaben Witze: Witzigkeit kennt keine Grenzen” in “stuttgarter-nachrichten.de“):

“Ein schwäbisches Ehepaar wandert durch die Alpen und fällt in eine Gletscherspalte. Am nächsten Tag hören die beiden eine Stimme von oben rufen: “Hallo, hier ist das Rote Kreuz.” Darauf ruft der Mann zurück: “Mir gäbet nix!”

Tja, mit Geiz kann man nicht nur die Mitmenschen, sondern am Ende auch sich selbst schwer beschädigen, vor allem, wenn diese Mitmenschen Teil einer gemeinsamen Eurozone sind, in der die Schicksale aller Länder und Menschen nicht zuletzt auch auf wirtschaftlicher Ebene eng miteinander verknüpft sind.

Zur jetzt sich bestätigenden Rezession in der Eurozone seht auch den Artikel vom 15.11.2012 mit dem Titel “Euro Zone Recession Is Reinforced by Slump in a Second Quarter” in der “New York Times“.

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