Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 157

Um hier nochmals auf die aktuellen Folgen der Eurokrise in den PIIGS-Staaten für Deutschland einzugehen, so seht hierzu unter anderem auch den Artikel vom 8.11.2012 mit dem Titel “Folgen der Eurokrise für deutsche Unternehmen: Stärkster Export-Rückgang seit 2009” in “tagesschau.de“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die deutschen Ausfuhren sind im September um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 91,7 Milliarden Euro gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.

Der Umsatz der Exporteure brach damit so stark ein wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. “Das ist der erste Rückgang im Jahresvergleich seit Januar 2010 und zugleich der stärkste seit November 2009”, sagte ein Statistiker der Nachrichtenagentur Reuters. (…).

Die Exporte in die Euro-Zone brachen um 9,1 Prozent ein, die in die restlichen EU-Länder um 2,7 Prozent. Dagegen wuchsen die Ausfuhren in Drittländer – zu denen beispielsweise die USA und große Schwellenländer wie China gehören – um 1,8 Prozent.

Die deutschen Importe fielen im September im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent. Die Einfuhren summierten sich auf 74,9 Milliarden Euro, was einem Minus von 3,6 Prozent im Vergleich zum September 2011 entspricht. Die Handelsbilanz – die Differenz zwischen Exporten und Importen – wies einen saison- und kalenderbereinigten Überschuss von 17,0 Milliarden Euro aus”.

Am 14.11.2012 gab es in zahlreichen europäischen Staaten massive Proteste gegen die in ihren Ländern durchgeführte Austeritätspolitik.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 14.11. mit dem Titel “EU-Krise: Proteste in den Problemländern” in “FTD“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “In mehreren EU-Krisenländern protestieren Millionen Arbeitnehmer gegen die Sparpolitik ihrer Länder, indem sie die Arbeit niederlegen.

In Spanien und Portugal begannen landesweite, 24-stündige Generalstreiks. Beschäftigte in Italien und Griechenland waren zu mehrstündigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. In Belgien legte ein 24-stündiger Streik der Bahnmitarbeiter schon am Morgen den Zugverkehr weitgehend lahm. Die Fluggesellschaften sagten viele Spanien- und Portugal-Flüge ab. Zu dem “Solidaritätstag” hatte der Europäische Gewerkschaftsbund aufgerufen.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, prangerte die Sparpolitik als falsches Mittel gegen die Krise an. Die Euro-Krisenländer würden “kaputtgespart”, kritisierte er im Deutschlandradio Kultur. “Wir wollen die richtigen Maßnahmen gegen die Krise. (…) Das heißt, dass man gegen die Krise investiert und nicht in die Krise weiter hineinspart.” Auch die Reformen, die viele Länder angestoßen haben, bewertete Sommer kritisch: “Diese Krise bekämpfen wir nicht mit dem Abbau von Arbeitnehmerrechten und mit der Verlängerung der Lebensarbeitszeit und der Verschlechterung bei den Mindestlöhnen”. (…).

Auch in anderen EU-Ländern hatten die Gewerkschaften zu Protestaktionen aufgerufen. So sollen in Griechenland ab 12.00 Uhr Ortszeit (11.00 MEZ) die Staatsbediensteten für drei Stunden die Arbeit niederlegen. Die Schulen und die Ministerien werden während des Ausstands geschlossen bleiben. Zudem wollen die Journalisten während der dreistündigen Arbeitsniederlegung im Radio und Fernsehen nur Nachrichten senden, die den europaweiten Aktionstag betreffen. Um die Mittagszeit ist eine Demonstration im Zentrum Athens geplant”.

Einen ähnlichlautenden Artikel vom 14.11. mit dem Titel “Generalstreik: Europaweite Proteste und Streiks gegen Sparpolitik” findet ihr im “Handelsblatt“.

Tja, um hier auf die in dem Artikel mit dem Titel “EU-Krise:Proteste in den Problemländern” in “FTD” zitierten Verlautbarungen des aktuellen DGB-Chefs Michael Sommer einzugehen: Ich kann Michael Sommer hier in absolut allen von ihm erwähnten Punkten nur völlig recht geben mit dem, was er sagt. So ist es.

Zur Haltung von DGB-Chef Michael Sommer hinsichtlich der in den südeuropäischen PIIGS-Staaten durchgeführten Austeritätspolitik seht auch das Interview vom 14.11.2012 mit Michael Sommer im Deutschlandradio mit dem Titel “Wir sind solidarisch“.

Am 14.11. hat sich auch der Chef des einzigen globalen Bankenverbandes Institute of International Finance (IIF) Charles Dallara in die Debatte um die in den PIIGS-Staaten durchgeführte Austeritätspolitik reingemeldet.

Seht hierzu den Artikel vom 14.11. mit dem Titel “Konjunktur: Bankenverbandschef Dallara gegen endlose Sparpolitik in Europa” in “Focus“.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “Es müsse ein besseres Gleichgewicht zwischen Wachstum und Sparpolitik zur Überwindung der Finanzkrise in Europa gefunden werden, sagte Dallara am Mittwoch bei einem Seminar des griechischen Bankenverbands. Endloses Sparen führe in Griechenland und Europa zu einer langen Zeit mit wenig oder keinem Wachstum“.

Tja, in diesem Punkt der Bewertung der bisherigen Austeritätspolitik in den PIIGS-Staaten kann ich Charles Dallara nur recht geben. Das sehe ich genau gleich.

Zu den Verlautbarungen von Charles Dallara vor dem griechischen Bankenverband (Hellenic Bank Association) seht auch den Artikel vom 14.11. mit dem Titel “Bankenverbandschef Dallara gegen endlose Sparpolitik in Europa” in “finanztreff.de“.

Seht auch den Artikel vom 14.11.2012 mit dem Titel “Greek austerity is going too far, Charles Dallara warns” in der britischen Tageszeitung “The Guardian“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Eight months after he lobbied on behalf of Greece‘s creditors during the biggest debt restructuring in the history of world finance, Charles Dallara launched a withering attack on the policies of austerity, saying a “new course” was needed to stop Greece’s economic death spiral.

As thousands marched through the streets of Athens on a day of co-ordinated pan-European protests against measures that have seen Greek wages drop by an average of 35%, the American head of the Institute of International Finance said a new strategy was vital.

“Greece now urgently needs a greater emphasis on growth, and less emphasis on austerity. Europe needs the same,” said Dallara, whose bank lobbying group negotiated the private sector bond swap that cut an estimated €107bn from the country’s debt mountain this year.

“A return to real, sustainable economic growth can be the only genuine solution to Europe’s crisis,” he told a gathering of Greek financiers. “It is time to recognise that austerity alone condemns not just Greece but the whole of Europe to the probability of a painful and protracted era of little or no economic growth. This would be a tragedy not just for Greece and for Europe, but for the world.”

Seht hierzu auch die Pressemitteilung (Press release) vom 14.11.2012 auf der Website des “Institute of International Finance” (IIF) mit dem Titel “Charles Dallara addresses the Hellenic Bank Association in Athens, calls for a new Strategy to enable Greece and Europe to emerge from the Crisis“.

In dieser Pressemitteilung erfahren wir unter anderem: “IIF Managing Director Mr. Charles Dallara today in Athens, Greece, said that “less austerity and more growth” was urgently needed in both Greece and Europe, adding that “until the Greek economy returns to growth,” doubts will persist regarding Greece’s membership of the Euro and these will fuel contagion elsewhere in the Euro Area. “It is time to recognize that austerity alone condemns not just Greece but the whole of Europe to the probability of a painful and protracted era of little or no economic growth,” he said”.

Tja, so ist es. Charles Dallara hat völlig recht.

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