Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 155

Am 8.11. erschien ein Artikel mit dem Titel “Folgen der Euro-KriseDeutsche Exporte brechen dramatisch ein” in der “Süddeutschen Zeitung“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die negativen Auswirkungen der Euro-Krise kommen in Deutschland mit Verzögerung an. So zeigt sich zum Beispiel der Arbeitsmarkt bisher relativ robust, auch in der Exportwirtschaft sah es bis zuletzt einigermaßen gut aus. Doch jetzt trifft die Krise auch den deutschen Außenhandel: Der Exportumsatz ist im September wegen der schwachen Nachfrage aus den Ländern der Euro-Zone so stark eingebrochen wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.

Die Ausfuhren sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,4 Prozent auf 91,7 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt mit. “Das ist der stärkste Rückgang im Jahresvergleich seit November 2009”, sagte ein Statistiker der Nachrichtenagentur Reuters. Verglichen mit August 2012 fielen die Ausfuhren um 2,5 Prozent. Ökonomen hatten für September lediglich mit einem Minus von 1,5 Prozent gerechnet.

Grund für die schlechten Zahlen ist die Rezession in vielen Euro-Ländern. “Die europäische Schuldenkrise wirft ihre Schatten auf den deutschen Außenhandel”, sagte der Präsident des Exportverbandes BGA, Anton Börner. Die Exporte in die 17 Staaten der Euro-Zone brachen um 9,1 Prozent ein, die in alle EU-Länder um 7,0 Prozent. Dagegen legten die Ausfuhren in Drittländer wie die USA oder China um 1,8 Prozent zu.

Ein besonders großes Umsatzminus mussten die deutschen Autohersteller hinnehmen. Die Umsätze der Kfz-Industrie blieben 7,4 Prozent hinter dem Vormonat zurück. Die Erlöse der Autoindustrie im Euro-Ausland sanken sogar um 9,8 Prozent. Überdurchschnittlich war auch die Elektronikindustrie betroffen, die im Geschäft mit anderen Eurostaaten 5,3 Prozent weniger umsetzte.

“Die Einbrüche schmerzen, aber sie haben nicht das Niveau aus der Finanzkrise”, so Börner. Andere Experten reagierten kritischer auf die neuesten Zahlen: “Die Schuldenkrise ist in Deutschland angekommen”, sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. Auch in den kommenden Monaten müssten sich die Unternehmen auf ein schwieriges Geschäft einstellen. (…)”.

Auch an den asiatischen Börsen geht es im Moment unter anderem Dank der Eurokrise weiter abwärts.

Seht hierzu unter anderem den Artikel vom 9.11. mit dem Titel “Aktien Asien: Verluste – Eurokrise und China dominieren” in “Focus“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die asiatischen Börsen haben am Freitag an ihre Vortagesverluste angeknüpft.
Händler verwiesen auf Europa und insbesondere das Thema Griechenland sowie auf den Parteitag in China. Der länderübergreifende Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan enthält, gab um 0,46 Prozent auf 842,95 Punkte nach. Der japanische schloss mit minus 0,90 Prozent bei 8.757,60 Punkten und büßte damit auf Wochensicht 3,23 Prozent ein. (…).

In China fiel der CSI 300 Index, der die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, um 0,45 Prozent auf 2.235,40 Punkte. Der in Hongkong büßte 1,00 Prozent auf 21.427,34 Punkte ein. Der FTSE Index in Singapur sank um 0,22 Prozent auf 3.005,55 Punkte. Der Sensex in Mumbai verlor 0,11 Prozent auf 18.826,12 Punkte. Für den südkoreanischen ging es um 0,52 Prozent auf 1.904,41 Punkte abwärts.

Tja, so wie ich die diversen Artikel in den letzten Tagen zum zunehmenden Übergreifen der Krise vor allem in den südeuropäischen PIIGS-Staaten auf die europäischen Kernländer Frankreich und Deutschland und auch auf die asiatischen Länder interpretiere, besteht letztendlich die Gefahr, dass das jetzt wirtschaftlich massiv angeschlagene Südeuropa (ein dennoch trotz seiner sicherlich vorhandenen teilweise auch strukturellen Schwierigkeiten recht bedeutender Wirtschaftsraum) die Eurozone und letztendlich die ganze Weltwirtschaft in eine Schieflage bringt. Der asiatische Wirtschaftsraum ist jetzt schon deutlich mitbeeinflusst durch diese Negativentwicklung in Südeuropa.

Man sollte nicht vergessen, dass zum südeuropäischen Raum auch Spanien und Italien dazugehören (jeweils viert- und drittgrösste Volkswirtschaft in der Eurozone).

Seht hierzu auch die “Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt“. Spanien hatte im Jahre 2011 ein BIP von 1.493.513 Millionen US-Dollar. Italien hatte im Jahre 2011 ein BIP von 2.198.730 Millionen US-Dollar. Ganz besonders wichtig für die Eurozone ist der oberitalienische Wirtschaftsraum, in dem sich das Herz der italienischen Wirtschaft befindet (zum Beispiel Turin mit den  FIAT-Automobilwerken etc.).

Auch FIAT ist jetzt durch die Krise in Südeuropa angeschlagen. Seht hierzu unter anderem den Artikel vom 6.11. mit dem Titel “Fiat: Der Auto-Gigant schwankt” im “Handelsblatt“.

Noch stehen die USA als weltweit grösster Wirtschafts- und Währungsraum bisher noch relativ unbeeinflusst von dieser Negativentwicklung in Südeuropa da. Man darf unter anderem nicht vergessen, dass die amerikanischen Automobilhersteller vor allem den heimischen Markt bedienen und nur wenig Fahrzeuge in der Eurozone verkaufen. Auch läuft das Automobil-Geschäft in den USA zur Zeit recht gut.

Tatsächlich rettet zur Zeit der gutlaufende US-Automobilmarkt vielen europäischen Autoherstellern den Hals. Seht hierzu auch den Artikel vom 30.10. mit dem Titel “Autohersteller: US-Markt rettet Ford und Fiat” in “Financial Times Deutschland“.

Daher dürften die US-Autohersteller die Krise in Südeuropa kaum spüren. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass die US-Wirtschaft in Zukunft vielleicht doch durch die Negativentwicklung in Südeuropa deutlich mehr als bisher beeinflusst wird.

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