Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 154

Am 6.11.2012 erschien ein Artikel mit dem Titel “Eurokrise und schwächelnde Weltkonjunktur: Stärkster Auftragsrückgang in der Industrie seit einem Jahr” in “Focus“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Eurokrise und die schwächelnde Weltkonjunktur schlagen immer stärker auf die deutsche Wirtschaft durch. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte, gingen bei den Unternehmen im September 3,3 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat. „Die Abschwächung erfolgte quer durch die industriellen Bereiche“, erklärte das Ministerium. Stärker war der Rückgang zuletzt im September 2011 mit einem Minus von 3,6 Prozent.

Hauptgrund ist die schwache Auslandsnachfrage. Die Bestellungen aus der Eurozone
gingen um 9,6 Prozent zurück. Insgesamt sank das Auftragsvolumen aus dem Ausland
um 4,5 Prozent, aus dem Inland hingegen nur um 1,8 Prozent.
Unterdurchschnittlich war allerdings auch der Umfang von Großaufträgen, die
gewöhnlich stark zu Buche schlagen. Dies dürfte die Entwicklung zusätzlich
belastet haben. Schon im August hatte die Industrie einen Auftragsrückgang um
0,8 Prozent verzeichnet.

„Das schwache wirtschaftliche Umfeld des Euroraums, aber auch der übrigen Weltwirtschaft schlägt sich mittlerweile deutlicher als im ersten Halbjahr bei der Nachfrage nach deutschen industriellen Erzeugnissen nieder“, erklärte das Wirtschaftsministerium. Das wirke sich indirekt auch auf die Nachfrage aus dem Inland aus. „Daher dürfte sich die Industrieproduktion in den kommenden Monaten tendenziell weiter abschwächen.“

Der Auftragseinbruch zieht sich den Angaben zufolgen durch fast alle Bereiche.
Bei Vorleistungsgütern gingen die Bestellungen um 5,0 Prozent zurück, im
wichtigen Investitionsgüterbereich um 2,4 Prozent, bei Konsumgütern um 1,7
Prozent”.

Seht hierzu auch einen Artikel vom 7.11. mit dem Titel “Produktion in Deutschland schrumpft um 1,8 Prozent” in “Die Welt“.

Wir erfahren in diesem kurzen Artikel unter anderem: “Die deutsche Produktion ist im September geschrumpft. Sie ging gegenüber dem Vormonat vorläufigen Angaben zufolge bereinigt um 1,8 Prozent zurück, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Im Monat zuvor habe sie um 0,4 Prozent abgenommen. Ausschlaggebend für den Rückgang im September sei eine um 2,3 Prozent verringerte Industrieproduktion gewesen. Auch die Energie-Erzeugung sei leicht eingeschränkt worden. Das Bauhauptgewerbe dagegen erhöhte seine Erzeugung um 2,7 Prozent”.

Seht zu diesem Thema auch einen kurzen Artikel vom 7.11. mit dem Titel “Industrieproduktion Deutschland fällt mehr als erwartet” in “Forexpros.de“.

Wir erfahren in diesem kurzen Artikel: “Offizielle Quellen zeigten Mittwoch, dass Die Industrieproduktion in Deutschland letzten Monat mehr als erwartet fiel.

In einem Bericht informierte Destatis, dass Industrieproduktion in Deutschland von -0.4% im Vormonat, zu einer saisonal angepassten jährlichen Rate von -1.8%, fiel (die Zahl vor der Berichtigung war -0.5%).

Analysten erwarteten letzten Monat, dass Industrieproduktion in Deutschland um -0.5% fallen wird”.

Die entsprechende Pressemitteilung vom 7.11. des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, auf dem diese Meldung in Destatis beruht, ist als PDF mit dem Titel Pressemitteilung – Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im September 2012 an diese Meldung angehängt.

Auch die Auftragslage der deutschen Industrie hat im letzten September deutlich gelitten. Seht hierzu ebenfalls einen Meldung von Destatis vom 7.11. mit dem Titel “Entwicklung des Auftrags­eingangs in der Industrie September 2012“.

Wir erfahren in dieser Meldung: “Die Auftragseingänge in der Industrie gingen im September vorläufigen Angaben zufolge preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 3,3 % zurück. Im Vormonat hatten sie aufwärts revidiert um 0,8 % abgenommen. Der Umfang an Großaufträgen war erneut unterdurchschnittlich. Der Bestellrückgang ergab sich vor allem aus der schwachen Auslandsnachfrage ( 4,5 %), insbesondere aus der Eurozone ( 9,6 %). Das Volumen der Auftragseingänge aus dem Inland nahm um 1,8 % ab. Die Abschwächung erfolgte quer durch die industriellen Bereiche. Bei Vorleistungsgütern wurden 5,0 %, bei Investitionsgütern 2,4 % und bei Konsumgütern 1,7 % weniger Aufträge verzeichnet. Eine positive Nachricht kam vom Maschinenbau, der ein Auftragsplus von 11,1 % meldete”.

Auch hier ist ein entsprechendes PDF vom 7.11 mit dem Titel Pressemitteilung – Entwicklung des Auftragseingangs in der Industrie September 2012 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie angehängt.

Tja, so sieht´s aus. Wer das übrigens auch schon weiß ist Mario Draghi, der aktuelle Chef der EZB. Mario Draghi ist sowieso schon seit Ende letzten Jahres der eigentliche Hauptakteur in dieser Eurokrise und die bisherigen maßgeblichen Schritte zur Rettung des Euros und des ESZB kamen bisher von Mario Draghi, wobei alle diese Maßnahmen Mario Draghis in erster Linie einen Zeitgewinn repräsentieren.

Sollten die europäischen Politiker und vor allem Angela Merkel und Wolfgang Schäuble weiterhin dauerhaft das Falsche tun (das betrifft vor allem die Austeritätspolitik in den PIIGS-Staaten), dürfte die Sache dennoch langfristig vielleicht sehr problematisch werden.

Seht zu Mario Draghis Kenntnis hinsichtlich der aktuellen Auswirkungen der Eurokrise auf die deutsche Wirtschaft zum Beispiel den Artikel vom 7.11. mit dem Titel “Draghi: Krisenausläufer haben Deutschland erreicht” in der “Märkischen Allgemeinen“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat die geplanten Staatsanleihekäufe auch mit Blick auf die Konjunkturabschwächung in Deutschland verteidigt. Bei einer Veranstaltung in Frankfurt versuchte Draghi zudem die Angst vor einer Zusammenlegung europäischer Einlagensicherungssysteme zu zerstreuen. 

“Bisher konnte sich Deutschland manchen Schwierigkeiten in anderen Regionen des Euro-Gebiets weitgehend entziehen. Die neuesten Daten deuten jedoch darauf hin, dass Ausläufer der Krise nun auch die deutsche Wirtschaft erreicht haben”, sagte Draghi beim Wirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken in Frankfurt.”

Der Auftragseingang der Industrie ist im September deutlicher als erwartet gesunken, was auch im Einklang mit Unternehmensumfragen darauf hindeutet, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal schrumpfen wird. 

Der EZB-Präsident räumte ein, dass die geplanten Outright Monetary Transactions (OMT), unbegrenzte Käufe von Staatsanleihen von Krisenländern, nicht unumstritten ist. Er verwies aber darauf, dass das OMT-Programm so konstruiert sein müsse, dass es die Finanzmärkte beeindrucke. “Wir müssen uns vor Augen halten, wie die Märkte funktionieren”, sagte Draghi. Maßnahmen, die die Stabilität des Euroraums als Ganzes sicherten, würden auch Deutschland zugute kommen. 

Nach Aussage des EZB-Präsidenten hatte bereits die Ankündigung des OMT-Programms günstige Auswirkungen. So habe sich die Stimmung an den Finanzmärkten erheblich aufgehellt und die Abstände der Anleihezinsen seien zurückgegangen. Auf der anderen Seite habe die OMT-Ankündigung nicht zu höheren Inflationserwartungen geführt”.

Einen ähnlichlautenden Artikel vom 7.11. mit dem Titel “Draghi: Krisenausläufer haben Deutschland erreicht” findet ihr “finanzen.net“.

Mario Draghi hat in dieser Sache selbstverständlich recht. Was immer Mario Draghi an vernünftigen Maßnahmen ergreifen sollte, um die schwer angeschlagenen PIIGS-Staaten zu stützen und eine weitere Schwächung der Eurozone und ein weiteres Absacken des Euros und letztlich ein Auseinanderbrechen der Eurozone und ein Zerbrechen des Euros und nicht zuletzt natürlich auch des ESZB zu verhindern, ist letztlich immer auch für Deutschland nützlich. Der Schaden wäre auch für Deutschland enorm, wenn das “worst case scenario” (Deutsch: GAU) eines unkontrollierten Auseinanderbrechens der Eurozone und des Euros mitsamt des ESZB wahr würde.

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