Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 152

Auf der Website “wirtschaft-südwest.de” wurde am 9.8. ein Artikel mit dem Titel “Global Economic Outlook: Auswirkungen der Euro-Krise weltweit spürbar” veröffentlicht.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die USA kämpft mit Ansteckungseffekten der Euro-Krise, sowie mit großen strukturellen Problemen, die das Wachstum schwächen. Großbritannien leidet unter geringem Wachstum und einem Einbruch des Bruttosozialprodukts. China sucht momentan nach der Balance, um Rezession und problematische Bankenbilanzen auszugleichen. Die japanische Wirtschaft schwankt zwischen Auf- und Abschwung, während die extreme Inflation in Indien das Wachstum hemmt. Trotz starker Konsumentennachfrage ist Russland eng an das Schicksal Europas und Chinas gebunden. Brasiliens Exporte gehen weiter zurück und der hohe Schuldenstand bedroht die Produktnachfrage zusätzlich.

„Die politischen Entscheidungsstrukturen der EU bestimmen das Krisenmanagement und die Aussichten für umfassende Lösungen. Tiefgreifende Reformen in der EU haben historisch betrachtet immer sehr viel Zeit gebraucht. Reformen werden voraussichtlich nur in kleinen Schritten möglich sein. Dies ist aber nicht unbedingt schlecht, solange sie in die richtige Richtung zielen“, erläutert Dr. Alexander Börsch, Leiter Research bei Deloitte

Eine entsprechende Pressemitteilung vom 8.8. mit dem Titel “Europa bremst Weltkonjunktur” findet ihr auf der Website von Deloitte Deutschland.

In dieser Pressemitteilung erfahren wir unter anderem: “Die Folgen der Euro-Krise beeinflussen die US-Wirtschaftsentwicklung massiv, da beide Regionen eng miteinander verwoben sind. Vor allem der amerikanische Export in die Euro-Zone leidet unter der europäischen Rezession. Auch amerikanische Großbanken sind von der Krise betroffen und sehen schweren Zeiten entgegen. Ein weiteres Problem der Vereinigten Staaten sind die inneren strukturellen Probleme, nicht zuletzt auf dem Arbeitsmarkt: Geschaffene Arbeitsplätze passen häufig nicht zu den Fertigkeiten der potenziellen Arbeitnehmer oder entstehen an Orten mit einer ohnehin niedrigen Arbeitslosenquote. Die Wirtschaftsleistung stagniert seit einem Jahr bei unter zwei Prozent Wachstum.

Die Krise in der Euro-Zone und Großbritannien hat sich nochmals verschärft und bedroht die Existenz der Währungsunion“.

Die Situation der BIC-Staaten ist ebenfalls problematisch. China ist momentan stabilster BIC-Staat. Zwar hat sich das Wirtschaftswachstum merklich abgekühlt, da Exporte in die Euro-Zone stark geschrumpft sind, die Ausfuhr in die USA wurde aber um 23 Prozent gesteigert. Allerdings sind chinesische Lokalregierungen stark bei den Staatsbanken verschuldet – ein weiterer Wachstumshemmer. Der Ausblick für China ist dennoch positiv. Auch Brasilien spürt die Auswirkungen der Euro-Krise: Die Regierung fürchtet eine zunehmende Kapitalflucht und Währungsentwertung. Zudem ist der Industriesektor in einer Schwächephase. Das positive Konsumentenverhalten der Bürger und die bevorstehenden Großveranstaltungen Fußball-WM und Olympische Spiele 2014 stehen dem gegenüber. Indien fällt gegenüber China und Brasilien deutlich ab. Die Wirtschaft steckt seit Jahren in einer hausgemachten Krise. Indien benötigt marktwirtschaftliche Reformen, um Rezession und Inflation in den Griff zu bekommen”.

Verlinkt mit dieser Pressemitteilung vom 8.8. mit dem Titel “Europa bremst Weltkonjunktur” ist ein PDF mit dem Titel Deloitte Global Economic Outlook 3rd Quarter 2012. In diesem PDF wird die Analyse der aktuellen weltwirtschaftlichen Situation von Deloitte ausführlich präsentiert.

Tja, wichtig unter den BRICS-Staaten ist vor allem China (BIP 2011: 7.298.147 Millionen US-Dollar). Seht zur Rangliste der Länder nach BIP den Wikipedia-ArtikelListe der Länder nach Bruttoinlandsprodukt“.

Chinas BIP ist jetzt schon halb so gross wie das der Eurozone oder das der USA (die ungefähr gleichauf liegen: USA: 15.094.025 Millionen US-Dollar. Europäische Union mit ihren 27 Mitgliedsstaaten: 17.577.691 Millionen US-Dollar. Die Eurozone mit ihren bisher 17 Mitgliedsstaaten liegt mit ihrem BIP etwas unterhalb der USA).

Zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in China seht den Artikel vom 19.10. mit dem Titel “Rückläufiges Wachstum: Chinas Wirtschaft schwächelt” in “taz.de“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Chinas scheidender Premierminister Wen Jiabao hatte sich am Mittwoch noch guter Dinge gezeigt. Ja, die Wirtschaft der Volksrepublik stand im letzten Quartal vor „beträchtlichen Schwierigkeiten“, sagte er im chinesischen Staatsfernsehen CCTV. Aber er sei zuversichtlich, dass sich die Lage durch die eingeleiteten Konjunkturmaßnahmen „weiter stabilisieren“ werde. Die Daten, die das Statistikamt am Donnerstag vorlegte, sprechen jedoch eine andere Sprache.

Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist im dritten Quartal auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen, obwohl Einzelhandelsumsatz und Investitionen im September wieder leicht anzogen.

Mit einer Rate von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr war es jedoch der siebte Quartalsrückgang in Folge und der schwächste Wert seit Anfang 2009 – kurz nach Ausbruch der weltweiten Finanzkrise. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) senkte ihre Prognose für das gesamte Jahr von 8,5 auf nur noch 7,7 Prozent. Die Abkühlung dürften auch die deutschen Exporteure zu spüren bekommen.

In den Ohren krisengeplagter Europäer klingen sieben Prozent Wachstum zwar nach viel. Damit aber Chinas rückständiges Binnenland zu der wohlhabenden Küstenregion aufschließt, müssen die Städte jährlich sechs Millionen Menschen aufnehmen und das Land insgesamt 24 Millionen Arbeitsplätze im Jahr schaffen. Das erfordert sehr hohe Wachstumsraten.

Vor allem der Außenhandel blieb im dritten Quartal schwach. Allein im August sank er um 2,6 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr. Die Eurokrise lässt grüßen. Das erklärte Ziel von Chinas Führung lautet zwar, den Exportanteil am Wachstum zu senken und stärker auf die Binnenkonjunktur zu setzen. Doch solange der Konsum im eigenen Land schwach ist, bleiben die Exporte für die Volksrepublik wichtig.

Grund zur Sorge bereitet auch die Inflation. Befürchteten Ökonomen vor einem Jahr noch, Chinas Wirtschaft könnte sich überhitzen, legte der Verbraucherpreisindex im September nur noch um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Die Erzeugerpreise fielen um 3,6 Prozent und damit im siebten Monat in Folge. „Damit nähern wir uns einer Deflation“, warnt Chen Gui, unabhängiger Analyst in Schanghai.

Die Staatsführung in Peking versucht gegenzusteuern. Sie hat die Leitzinsen gesenkt und die Vergabe von Krediten gelockert. Anders als bei der Weltfinanzkrise 2009 hat sich die Hoffnung auf eine rasche Erholung der chinesischen Wirtschaft bislang aber nicht erfüllt”.

Einen weiteren interessanten Artikel vom 8.10.2012  zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in China mit dem Titel “Weltbank senkt Wachstumsprognose für Asien: Chinas Wirtschaftsmotor stottert” findet ihr in der “Wiener Zeitung“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “7,2 Prozent Wirtschaftswachstum für Asien im heurigen Jahr – so lautet die Prognose der Weltbank. In einem am Montag veröffentlichten Bericht schraubt die Institution ihre Vorhersagen für die Region auf den niedrigsten Wert seit zehn Jahren. Schuld sind vor allem die schwächere Auslandsnachfrage und die weiche Landung der Binnennachfrage in China. Langsam aber sicher schwappt die Eurokrise auf die Entwicklung des bevölkerungsreichsten Kontinents über.

Allem voran durch das rapide Wachstum Chinas konnte der asiatisch-pazifische Raum in den vergangenen zwei Jahrzehnten massive Anteile an der Weltwirtschaft gewinnen: Bei fast 18 Prozent steht die Region heute, das ist eine Verdreifachung innerhalb von zwanzig Jahren. “Das unterstreicht die entscheidende Bedeutung eines steigenden Wachstums dieser Region für den Rest der Welt”, sagt Jim Yong Kim, der Präsident der Weltbankgruppe.

Noch im Mai hat die Weltbank mit einer Wachstumsrate von 7,6 Prozent für Asien gerechnet. Denselben Wert schlägt man nun für 2013 an – hier wurde gleichfalls um 0,4 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Dabei stellt der neue Bericht voran, dass die Prognose nur unter Einhaltung zweier Bedingungen Geltung hat: einerseits, dass die Europäer ihre Eurokrise unter Kontrolle bekommen, und andererseits, dass die Entscheidungsträger in den USA zusehen, dass sie den “Fiscal Cliff” – also die drohenden Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen zu Beginn des kommenden Jahres – in Angriff nehmen, damit nicht beide zur selben Zeit wirksam werden. Ein Scheitern auch nur einer dieser Bedingungen würde die Wachstumsaussichten, so liest man, “viel schlechter” stellen und Asien weitere zwei Wachstumspunkte kosten”.

Was nun die aktuellen Aussichten der deutschen Exportindustrie insgesamt angeht, so seht hierzu den Artikel vom 3.11.2012 mit dem Titel “Euro-Krise setzt der Industrie zu: Deutschland leidet unter schwachem Exportgeschäft” in “Die Welt“.

Wir erfahren in diesem Artikel: “Die Konjunkturschwäche greift von den südlichen Euro-Krisenstaaten auf Deutschland über. Die Industrie in der Währungsunion schrumpfte im Oktober bereits den 15. Monat in Folge. Blieb der Abwärtstrend zunächst auf Problemstaaten wie Spanien begrenzt, gerät selbst das lange Zeit immun wirkende Deutschland mit in den Abwärtsstrudel. Die Folge: Das Bruttoinlandsprodukt könnte erstmals seit einem Jahr wieder schrumpfen.

Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Euro-Zone fiel um 0,7 auf 45,4 Punkte, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Markit-Instituts unter rund 3000 Unternehmen ergab. Das Barometer blieb damit klar unter der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. Grund für die negative Entwicklung war die Nachfrageschwäche im In- und Ausland. “Die Talfahrt der Euro-Zonen-Industrie hat sich zu Beginn des vierten Quartals 2012 wieder beschleunigt – das ist eine herbe Enttäuschung”, sagte Markit-Ökonom Rob Dobson.

Der Abwärtstrend erfasste zudem mehr Länder als im Vormonat. “Holland rutschte wieder in negatives Terrain ab, und in Deutschland, Italien, Spanien, Österreich und Griechenland ging es verstärkt bergab”, erklärte Markit.

Die exportabhängige deutsche Industrie bekommt die schwächere Weltkonjunktur immer stärker zu spüren. Ihre Geschäfte schrumpften im Oktober bereits den achten Monat in Folge: Der Einkaufsmanagerindex sank um 1,4 auf 46,0 Punkte. “Die Nachfrage auf wichtigen Exportmärkten lässt nach”, begründete Markit-Ökonom Tim Moore den Abwärtstrend. Ein rasche Wende zum Besseren ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Die Aufträge fielen mit dem zweitschnellsten Tempo der vergangenen dreieinhalb Jahre. “Ursache dafür ist die schwache Nachfrage aus Südeuropa sowie die geringeren Investitionen in Asien”, teilte Markit mit. Die Unternehmen strichen deshalb Stellen. Der Arbeitsplatzabbau war der zweitstärkste seit Januar 2010.

Der deutschen Wirtschaft droht damit im vierten Quartal ein Rückschlag. Die Bundesbank befürchtet eine Stagnation oder sogar einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes. Ein Minus hat es seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 nur einmal gegeben: Im vierten Quartal 2011 ging die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent zurück”.

Was nun die Folgen dieser Entwicklung für Deutschland angeht, so sind hier in Deutschland in erster Linie die Automobilindustrie und die Automobilzulieferer von dieser Entwicklung betroffen.

Seht hierzu unter anderem auch meinen Blogeintrag mit dem Titel “Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 148“.

Über die Automobilindustrie in Deutschland erfahren wir im Wikipedia-Artikel “Automobilindustrie“: “Die Automobilindustrie ist, gemessen am Umsatz, der mit Abstand bedeutendste Industriezweig Deutschlands. Im Jahr 2008 wurden 345,9 Mrd. € erwirtschaftet. Die nächst umsatzstärkste Branche, der Maschinenbau, brachte es auf 225,5 Mrd. €. Rund 747.000 Personen waren 2009 in der Automobilindustrie hierzulande beschäftigt. Die Branche steuert mit rund 40 % den deutlich größten Anteil an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der deutschen Wirtschaft bei. Dies waren im Jahr 2009 ca. 22,1 Mrd. €.Ihr Exportüberschuss macht weit über die Hälfte des gesamten Exportüberschusses Deutschlands aus”.

Über die Bedeutung der Automobilzulieferer für die deutschen Wirtschaft erfahren wir im Wikipedia-Artikel “Automobilzulieferer“: “Die überwiegende Zahl grundlegender Innovationen kommt aus der Zulieferindustrie. Zudem übernehmen Zulieferer immer mehr Leistungen bei Produktion und Entwicklung. Etwa 78 Prozent der Wertschöpfung wird von den Zulieferern geleistet – mit steigender Tendenz – und nur 22 Prozent von den Herstellern. Die offizielle Statistik zeigt bei der Beschäftigung etwa einen Gleichstand. Danach arbeiteten 329.000 Menschen 2006 bei den Herstellern und 321.000 bei den Zulieferern. Das Fraunhofer Institut ISI hat in einer Untersuchung festgestellt, dass der tatsächliche direkte Beschäftigungsanteil der Zulieferindustrie mit rund einer Million dreimal so hoch ist wie bisher angenommen”.

Zu den aktuellen Zukunftsperspektiven der deutschen Unternehmen allgemein und insbesondere der deutschen Automobilzulieferer seht unter anderem den Artikel vom 4.8.2012 mit dem Titel “Opfer des Abschwungs – jeder dritte Autozulieferer gefährdet” in der “Wirtschaftswoche“.

Wir erfahren in diesem Artikel: “Angesichts der sich abzeichnenden Eintrübung der Konjunktur erwarten die Unternehmensberatung Roland Berger und die auf Restrukturierungen spezialisierte Beratung AlixPartners eine Zunahme der Unternehmensinsolvenzen. “Fünf bis zehn Prozent der deutschen Unternehmen stehen auf der Kippe”, sagte Max Falckenberg, Partner bei Roland Berger in München, der WirtschaftsWoche.

Bei den Automobilzulieferern ist der Anteil gefährdeter Unternehmen noch deutlich höher, wie eine exklusive Prognose von AlixPartners im Auftrag der WirtschaftsWoche ergab. “Unterstellt man für die europäischen Autozulieferer für 2012 einen Umsatzrückgang von fünf bis zehn Prozent gegenüber 2011, so steigt der Anteil der gefährdeten Unternehmen auf über 30 Prozent an”, sagt Jens Wiese, Direktor bei AlixPartners. 2011 lag der Anteil gefährdeter Autozulieferer noch bei 11 Prozent, 2010 bei 17 Prozent. “Die Erholung der Autozulieferindustrie nach der Krise 2008/09 steht noch auf recht dünner Basis”, warnt Wiese. “Viele Unternehmen konnten seitdem noch nicht genug Reserven aufbauen”.

Nach Berechnungen von AlixPartners hat ein Viertel der Zulieferer selbst im relativ guten Jahr 2011 kein Geld verdient. “Sollte sich die Krise in Europa verschlimmern, würde sich die Lage für diese Unternehmen gefährlich zuspitzen”, sagt Elmar Kades, Managing Director bei AlixPartners”.

Was nun speziell nochmal die Zukunftsperspektiven der deutschen Automobilzulieferer angeht, die dem deutschen Mittelstand angehören, so seht hierzu den Artikel vom 3.8.2012 mit dem Titel “Auto-Zulieferer: Bis Ende 2013 wackeln 500.000 Arbeitsplätze“.

Wir erfahren in diesem Artikel: “Der europäische Automarkt ist aufgrund der Schuldenkrise, der weltweiten Rezession, aber auch aufgrund von deutlichen Überkapazitäten in einer äußerst prekären Situation. Zudem gehen die Neuzulassungen kontinuierlich zurück. In Spanien fielen sie im Juli im zweistelligen Bereich und in Deutschland gingen sie zur selben Zeit um 5 Prozent zurück. Die Verkäufe von Autos in der EU sind den neunten Monat in Folge gesunken, so der Dachverband der europäischen Automobilindustrie (ACEA).

Der Verband schätzt, dass der Verkauf von Pkws an Privatpersonen EU-weit in diesem Jahr um 7 Prozent auf 12,2 Millionen Fahrzeuge schrumpfen wird – so gering war dies zuletzt 1995. Peugeot will Arbeitsplätze reduzieren, Fiat und auch Opel – hier vornehmlich in Europa. Aber Zulieferer wie SKF AB und Autoliv Inc. wollen ebenfalls Stellen reduzieren und setzen vermehrt auf Zeitarbeiter, die leicht zu entlassen sind. Rund 1,5 Millionenen Arbeitnehmer in der Automobilbranche, die rund 7 Millionen Beschäftigte branchenweit besitzt, sind Zeitarbeiter.

Diese Zeitarbeiter, so Lars Holmquvist, Chef des Zuliefererverbandes Clepa zu Bloomberg, werden die Hauptlast der Kürzungen tragen. Seit 2007 sind 800.000 Arbeitsplätze aus der Autobranche verschwunden. Doch Holmquvist zufolge sind die derzeitig angekündigten Entlassungen der Autohersteller nur die Spitze des Eisbergs. Für jeden Arbeitsplatz, der bei den Automobilherstellern verloren geht, verschwinden Holmquvist zufolge fünf Jobs bei den Zulieferern. „Bis Ende nächsten Jahres werden wir eine Reduktion von rund einer halben Millionen Arbeitsplätze bei den Zulieferern haben“.

Da die Nachfrage schon jetzt unter der hohen Arbeitslosigkeit in der Eurozone leidet, würden weitere Entlassungen die Absatzkrise verstärken und weitere Überproduktion bewirken. “Mit den nachlassenden Verkaufszahlen in dieser Region ist immer deutlicher geworden, dass Kapazität und Personalbestand bei einigem Herstellern deutlich über dem liegen, was nötig wäre”, sagte Ian Fletcher, ein Analyst des Marktforschers IHS Automotive.

Fiat gab gestern bekannt, dass man aufgrund der Absatzkrise Investitionen in Italien auf Eis legen und Stellen streichen werde, um Kosten zu senken. Vorstandschef Sergio Marchionne sagte diese Woche, dass er nach der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal über die weitere Restrukturierung und mögliche Werksschließungen in Europa entscheiden werde.

Bisher hat PSA die stärksten Einschnitte gemacht. Der zweitgrößte Autobauer Europas kündigte die Schließung eines Werks und den Abbau von 14.000 Stellen an. Im ersten Halbjahr verbuchte die Autosparte der Franzosen ein Minus von 662 Millionen Euro. Doch das könnte erst der Anfang sein. Für jede Stelle, die bei einem Hersteller verloren geht, werden laut Holmqvist im Schnitt fünf bei Zulieferern abgebaut. Die Hersteller versuchen, mit Zeitarbeit flexibel zu bleiben”.

Seht zum Thema des drohenden Stellenabbaus im Automobilbereich auch den Artikel vom 2.8. mit dem Titel “500.000 Stellen in Gefahr” in der Branchen- und Wirtschaftszeitung “Automobilwoche“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Anstrengungen von PSA und Fiat, in Europa ihre Überkapazitäten abzubauen, könnten zum Verlust von mehr als 500.000 Arbeitsplätzen führen. Den größten Anteil der Entlassenen würden wahrscheinlich Zeitarbeiter ausmachen, die nicht gekündigt werden müssten, sondern deren Verträge einfach nicht verlängert würden. Etwa 1,5 Millionen der sieben Millionen in der europäischen Autoindustrie beschäftigten Menschen sind Zeitarbeiter, sagte Lars Holmqvist, der frühere Chef des europäischen Zuliefererverbands (CLEPA), der “Automotive News Europe“.

Seht zur aktuellen Situation bei den europäischen Automobilherstellern auch den Artikel vom 17.10. mit dem Titel “Der europäische Automobilmarkt im Rückwärtsgang” im Online-Portal des Branchen-Wirtschaftsmagazin “Automobilproduktion“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Der “Double-dip” hat die europäische Automobilindustrie erreicht. In den letzten Wochen und Monaten nehmen die Warnhinweise und skeptischen Kommentare aus der Branche täglich zu.

Das zeigt eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung AlixPartners. Mittlerweile äußern sich selbst manche derjenigen Hersteller und Zulieferer pessimistischer, die bisher vom Premiumsegment und der hohen Nachfrage in den Wachstumsmärkten außerhalb Europas profitieren konnten. Spekulationen über Absatzeinbrüche, Gewinnrückgänge, neue Sparprogramme und nicht mehr auszuschließende Kurzarbeit prägen die aktuellen Diskussionen in der Branche.

Die Zeichen auf dem westeuropäischen Markt stehen auf Sturm. Mittlerweile wird für 2012 ein Absatzvolumen erwartet, das auf dem Niveau von 1995 und damit – mit rund drei Millionen Fahrzeugen weniger – weit unter dem Durchschnitt der letzten Dekade liegt. Neue Prognosen scheinen nur einen Trend zu kennen – pessimistischer als die vorherige Prognose.

2013 dürfte also noch schlechter werden. Nicht zuletzt aufgrund der vielen negativen externen Faktoren ist ein Ende der Absatzflaute nicht absehbar. Zulieferer, die vom europäischen Markt abhängig sind, müssen sich auf eine längere Zeit der Unsicherheit mit entsprechenden Marktschwankungen einstellen”.

Angehängt an diesen Artikel  mit dem Titel “Der europäische Automobilmarkt im Rückwärtsgang” findet ihr ein PDF-Dossier mit dem Titel “AlixPartners Viewpoint – Der europäische Automobilmarkt im Rückwärtsgang“. Dieses Dossier wurde von dem Unternehmensberater AlixPartners erstellt.

Tja, so verwirklichen sich jetzt langsam aber sicher in der Eurozone die Visionen des “Europa- VisionärsWolfgang Schäuble und der “madame nonAngela Merkel, weltweite Auswirkungen mitinbegriffen.

Dass die so kommen würde, war im Grunde schon lange klar. Letztlich haben Wolfgang Schäuble und Angela Merkel mit ihrer Austeritätspolitik in den PIIGS-Staaten von Anfang immer zugleich auch am deutschen eigenen Ast gesägt und am Ende nicht nur die Südeuropäer und die Iren, sondern natürlich auch die Deutschen selbst bestraft.

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