Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 143

Mittlerweile ist auch die deutsche genauso wie die restliche europäische Automobilindustrie massiv von der Eurokrise erfasst worden.

Ich habe ja schon seit Februar dieses Jahres behauptet, dass Angela Merkel und ihre Mitstreiter (Kabinett Merkel II) am Ende mit der nicht nur von der “Troika” (EU-Kommission, EZB, IWF), sondern vor allem von ihnen selbst geforderten Austeritätspolitik in den PIIGS-Staaten am Ende am eigenen deutschen Ast sägen.

Seht hierzu meine Blogartikel “Angela Merkels Irrglaube an die Wirksamkeit ihrer kruden Sparrezepte in Südeuropa” und “Der deutsche `Sparwahn´: Dumm und verlogen“.

Der IWF und seine aktuelle Chefin Christine Lagarde scheinen von dieser Austeritätspolitik jetzt zunehmend klar abzurücken, darüber habe ich ja schon ausführlich berichtet.

Vor allem seitdem die grossen südeuropäischen PIIGS-Staaten Spanien und Italien voll in die Rezession gerutscht sind, kann es nicht ausbleiben, dass alle europäische Autobauer, auch die deutschen, schwer getroffen werden. Und so kommt es jetzt auch.

Seht hierzu zum Beispiel den Artikel vom 25.10 mit dem Titel “Autoindustrie: Die Absatzkrise erfasst auch Daimler” im “Handelsblatt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Absatzkrise in Europa hat die Autohersteller voll erwischt. Daimler kassiert die Prognose für 2012. Der US-Konzern Ford will sein Werk im belgischen Genk mit 4300 Mitarbeitern schließen. Der französische Autobauer PSA (Peugeot, Citroën) nimmt Milliarden-Staatshilfe für seine Finanztochter. Und Branchenprimus Volkswagen berichtet über einen schrumpfenden operativen Gewinn.

Bei Daimler hieß es am Mittwochabend in Stuttgart: „Angesichts der deutlichen Verschlechterung des Marktumfelds in wichtigen Märkten in den vergangenen Monaten sowie einer Intensivierung des Wettbewerbs hat Daimler die Ergebniserwartungen angepasst.“

Ursprünglich hätten die Zahlen erst am Donnerstag kurz vor Börsenstart in Deutschland vorgelegt werden sollen. Eine E-Mail-Panne in den USA zwang zur früheren Mitteilung.  Die Aktien des Autobauers notierten am Morgen 1,1 Prozent im Minus. Daimler-Chef Dieter Zetsche rechnet noch mit einem operativen Ergebnis von ungefähr acht Milliarden Euro, was knapp neun Prozent unter Vorjahresniveau wäre. Die Schwaben wollen mit einem Sparprogramm gegensteuern. Unter dem Strich verdiente Daimler im dritten Quartal 11 Prozent weniger und kam auf 1,2 Milliarden Euro. Operativ blieben 1,9 Milliarden, was ein leichtes Minus von zwei Prozent ist. Die Umsätze stiegen merklich um 8 Prozent auf 28,6 Milliarden Euro. Auch für 2013 rechnet der Dax-Konzern durch die jüngst „deutlich verschärften Marktbedingungen“ mit erheblichem Druck für die selbst gesteckten Marken.

Der Autobauer Daimler will trotz des Gewinneinbruchs an seiner Dividendenpolitik keine Zweifel aufkommen lassen. “Unsere Dividendenfähigkeit ist voll gegeben”, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Vor allem bei der Ertragsperle Mercedes-Pkw, die ab 2013 dauerhaft eine Rendite von zehn Prozent abwerfen sollte, drückt Daimler der Schuh: Der Betriebsgewinn der umsatzstärksten und profitabelsten Konzernsparte schrumpfte im dritten Quartal auf 975 Millionen Euro von 1,108 Milliarden Euro vor Jahresfrist, die operative Marge rutschte noch stärker als von Analysten erwartet auf 6,4 von 8,0 Prozent ab. Konkurrent Audi verdient fast doppelt so viel.

Für das Schlussquartal kündigte Daimler weitere Einbußen an, da das Händlernetz in China gestützt werden müsse. Mercedes macht sich dort mit zwei Pkw-Vertriebsgesellschaften selbst Konkurrenz, die Gesellschaften sollen zusammengeführt werden.

Außer dem Pkw-Geschäft geht inzwischen auch der Lkw-Markt nach der jüngsten Erholung schon wieder auf Talfahrt: Die Auftragseingänge von Daimler Trucks brachen wie bereits bei Volvo und Scania ein. Die zweitgrößte Konzernsparte verdiente operativ mit 507 (Vorjahr: 555) Millionen Euro im dritten Quartal deutlich weniger. Die Bus-Sparte rutschte sogar in die Verlustzone.

Im vierten Quartal sei von einer schwächeren Nachfrage bei Lkw und Bussen auszugehen, stellte Daimler in Aussicht. Bei Pkw rechnen die Schwaben hingegen im Schlussquartal nochmals mit einem Absatzzuwachs, da vor allem in Nordamerika die Nachfrage noch gut ist. Der Konzernumsatz werde 2012 deutlich auf mehr als 110 Milliarden Euro steigen, 2011 waren es 106,5 Milliarden.

VW steuert global betrachtet zwar weiter auf Rekordkurs bei Auslieferungen und Umsatz, doch der schwache Europa-Markt sowie Investitionen in neue Modelle drückten das operative Ergebnis im dritten Quartal um rund ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente Volkswagen 11,3 Milliarden Euro (plus 59 Prozent) – allerdings ist ein Großteil davon auf die Komplettübernahme der Sportwagenschmiede Porsche zurückzuführen. Deren Zahlen waren nach der Integration Anfang August erstmals in der VW-Bilanz enthalten”.

Bedanken dürfen sich die deutschen Autobauer nicht zuletzt auch bei Angela Merkel und Konsorten für diese jetzt nun ganz klar erkennbare Abwärtsentwicklung ihrer Branche.

Indem Angela Merkel mit ihrer hirnlosen Geizhals-Politik die PIIGS-Staaten schwer beschädigt hat, hat sie die ganze Eurozone und letztendlich auch die Weltwirtschaft beschädigt.

Denn der Euro-Währungsraum ist mit dem US-Dollar-Währungsraum einer der beiden grössten Währungsräume der Welt gemessen am BIP. Seht hierzu den Wikipedia-Artikel “Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt“.

Einen weiteren Artikel vom 25.10. zur auf die europäischen Autohersteller nun massiv zurollenden Krise mit dem Titel “Euro-Krise: Autokonzerne suchen den Rettungsanker” findet ihr in der “Berliner Morgenpost“.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “Die Absatzkrise in Europa hat die Autohersteller voll erwischt: Der US-Konzern Ford will sein Werk im belgischen Genk mit 4300 Mitarbeitern schließen, der französische Autobauer PSA (Peugeot, Citroën) muss Staatshilfe in Milliardenhöhe für seine Finanztochter in Anspruch nehmen. Mit der ebenfalls angeschlagenen General-Motors-Tochter Opel will PSA nun gemeinsam Fahrzeuge entwickeln, um Kosten zu sparen. Auch Branchenprimus Volkswagen kann sich der Entwicklung nicht entziehen: Der operative Gewinn schrumpft, der Absatz in Westeuropa bröckelt. Bei Mercedes wird jetzt jeder Cent umgedreht, Konzernchef Dieter Zetsche schwört die Beschäftigten auf einen harten Sparkurs ein.

Zudem kassiert Mercedes seine Jahresprognose für das operative Ergebnis. “Aufgrund der konjunkturellen Herausforderungen wird Daimler zwar in diesem Jahr das hohe Vorjahres-Ebit nicht erreichen, aber dennoch wieder ein gutes Ergebnis einfahren”, sagte der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche am Mittwochabend angesichts der Zahlen zum dritten Quartal. Statt mit 8,8 Milliarden Euro wie im Vorjahr rechnet der Konzern 2012 nur noch mit einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen von acht Milliarden Euro.

VW steuert global betrachtet zwar weiter auf Rekordkurs bei Auslieferungen und Umsatz, doch der schwache Europamarkt in Verbindung mit Investitionskosten in neue Modelle drückten das operative Ergebnis im dritten Quartal um rund ein Fünftel auf 2,3 Milliarden Euro. Das teilte der Konzern mit insgesamt zwölf Automarken am Mittwoch in Wolfsburg mit. Unterm Strich verdiente Volkswagen 11,3 Milliarden Euro (plus 59 Prozent) – allerdings ist ein Großteil davon auf die Komplettübernahme der Sportwagenschmiede Porsche zurückzuführen. Deren Zahlen waren nach der Integration Anfang August erstmals in der VW-Bilanz enthalten.

Frankreich sagte PSA Peugeot Citroën staatliche Garantien von bis zu sieben Milliarden Euro zu, um die Zukunft der auf Fahrzeugkredite spezialisierten Finanzsparte sicherzustellen. Außerdem wurde die geplante Zusammenarbeit mit Opel konkretisiert. Wie der deutsche Autobauer leidet PSA unter seiner Abhängigkeit vom schrumpfenden europäischen Markt. In der Autosparte sank der Umsatz im dritten Quartal um 8,5 Prozent, teilte der nach VW zweitgrößte europäische Hersteller am Mittwoch mit. Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, rund 8000 Jobs zu streichen und ein Werk in der Nähe von Paris zu schließen. Dies stößt allerdings auf Widerstand der Gewerkschaften und aus der Politik. (…).

In der gesamten Branche habe sich die Nachfrage nach Autos in Westeuropa seit 2007 um 20 Prozent verringert, hieß es bei Ford. Im September waren die Pkw-Neuzulassungen in der EU nach Angaben des Branchenverbands Acea den zwölften Monat in Folge geschrumpft. (…).

Betroffen sind inzwischen nicht mehr nur die Volumenhersteller mit Schwerpunkt Europa, sondern selbst die Anbieter von Oberklassefahrzeugen. Daimler-Chef Dieter Zetsche schwor die Belegschaft des Autobauers Mercedes am Mittwoch in einem Brief an die Belegschaft auf einen rigiden Sparkurs ein. Zetsche will die Pkw-Sparte auf den Kopf stellen. “Alle Ausgaben kommen auf den Prüfstand – mit einem Kriterium: Was unsere Wettbewerbsfähigkeit stärkt, wird gemacht; was in die Sparte “nett, aber nicht kundenrelevant” fällt, wird gestrichen”, schrieb der Konzernlenker in einem Brief an die Belegschaft. Daimler präsentiert diesen Donnerstag Zahlen für das dritte Quartal. Ende September hatte Zetsche vor schrumpfenden Gewinnen in der Autosparte gewarnt, die das Hauptgeschäft des Konzerns ausmacht. In seinem Brief erwähnt Zetsche aber weder genaue Zielgrößen noch mögliche Einschnitte bei der Belegschaft”.

Nun gut, was soll´s. Das alles konnte man schon lange kommen sehen. Selbst dies wird den “Deutschen Michel” nicht daran hindern, im den kommenden Bundestagswahlen 2013 mit Begeisterung Angela Merkel wiederzuwählen.

Auch im Bereich der Kreditvergabe sieht es in der Eurozone weiterhin nicht gerade grossartig aus. Vor allem in den PIIGS-Staaten haben wir eine Art “Kreditklemme“. Ohne eine grosszügige Kreditvergabe der Banken kann aber die Wirtschaft in einem Land schlecht florieren. Seht hierzu einen Artikel vom 25.10. mit dem Titel “EZB: Kreditvergabe in Euro-Zone geht stark zurück” in “Die Welt“.

Wir erfahren in diesem Artikel unter anderem: “Die Summe der Bankkredite an Firmen und Privathaushalte der Euro-Zone ist im September stärker geschrumpft als erwartet. Sie nahm im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 Prozent ab, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Analysten hatten lediglich einen Rückgang um 0,6 Prozent erwartet.

Die Vergabe von Krediten an Firmen verringerte sich im Monatsvergleich um 20 Milliarden Euro, nachdem sie im August nur um sechs Milliarden Euro zurückgegangen war. In vielen rezessionsgeplagten Ländern ist die Nachfrage nach Darlehen naturgemäß gering. In manchen Staaten hakt es jedoch auch bei der Vergabe, so dass dort eine Kreditklemme droht.

“Zumindest in einigen Euro-Ländern beeinträchtigen die Kapitalengpässe bei den Banken das Kreditangebot an die Realwirtschaft”, erläutert Commerzbank-Experte Michael Schubert. Die Klagen der Unternehmen etwa in Frankreich über hohe Hürden bei der Kreditvergabe hätten in den vergangenen Monaten nur langsam abgenommen. Ein ähnliches Bild ergebe sich in Italien.

Die EZB hat bereits mit der Senkung des Leitzinses auf das historisch niedrige Niveau von 0,75 Prozent auf die wirtschaftliche Schwäche im Euro-Raum reagiert, wo insbesondere viele Südländer in einer tiefen Rezession stecken.

Zugleich hat die Notenbank mit der Ankündigung, Staatsanleihen von klammen Staaten unter strikten Bedingungen aufkaufen zu wollen, für Entspannung an den Finanzmärkten gesorgt. (…).

Die am Donnerstag von der EZB ebenfalls vorgelegten Daten zur Geldmenge signalisierten keine steigende Inflationsgefahr. Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 lag bei 2,7 Prozent und damit unter dem von den Analysten erwarteten Wert von 3,0 Prozent.

M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit”.

Tja, man wird sehen, ob auch hier wieder Mario Draghi mit einer weiteren LTRO reagieren muss wie im Mitte Dezember 2011 und Ende Februar 2012 bleibt abzuwarten. Im Moment scheint seitens der EZB noch nichts geplant zu sein.

Creative Commons Lizenzvertrag Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 143 Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s