Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 104

Ich habe selbst in meinen Beiträgen immer wieder betont, dass die sogenannte “Staatsschuldenkrise im Euroraum” tatsächlich im Kern eine europäische Bankenkrise ist.

Ein interessanter Artikel mit dem Titel “Schuldenkrise: Europas Banken sitzen auf einer Billion Euro fauler Kredite” erschien am 15.8 in “Spiegel Online“.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “Europas Banken haben infolge der Krise mehr als eine Billion Euro fauler Kredite in ihren Büchern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die am Mittwoch vorgestellt wurde. Als faule Kredite gelten Verbindlichkeiten, auf die seit längerem keine Zinsen mehr gezahlt oder die nicht fristgerecht getilgt werden.

Insgesamt beliefen sich die faulen Kredite Ende 2011 auf rund 1,05 Billionen Euro, heißt es im Bericht von PwC. Seit dem Krisenjahr 2008 haben sie sich demnach verdoppelt. Im Vergleich zu Ende 2010 sind die faulen Kredite um ganze neun Prozent gestiegen. Europaweit hat sich der Anstieg damit verlangsamt – doch gerade in Südeuropa nimmt die Zahl der faulen Kredite bedenklich zu.

In Spanien seien sie um 23 Prozent auf 136 Milliarden Euro gestiegen, in Italien um 37 Prozent auf 107 Milliarden und in Griechenland um fast 50 Prozent auf 40 Milliarden Euro, heißt es in dem Bericht. “Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in Südeuropa hat im vergangenen Jahr zu mehr Zahlungsausfällen von Kreditschuldnern geführt”, sagte PwC-Vorstand Markus Burghardt.

In Deutschland sei das Volumen im vergangenen Jahr dagegen gar nicht gestiegen – dank des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Bundesrepublik. Allerdings sitzen die deutschen Geldhäuser mit 196 Milliarden Euro im EU-Vergleich auf der größten Summe an notleidenden Krediten.

In ganz Europa haben die Banken zudem ein Problem: Käufer, die den Kredithäusern ihre Last abnehmen würden, gibt es kaum noch. Selbst in Deutschland nicht”.

Tja, das habe ich ja immer gesagt, durch die nicht zuletzt von der aktuellen deutschen schwarz-gelben Regierungskoalition den südeuropäischen PIIGS-Staaten aufgezwungene Austeritätspolitik steigt massiv die Rezession in den südeuropäischen Ländern, gerade auch in Spanien.

In der Folge verlieren sehr viele Leute in diesen südeuropäischen PIIGS-Staaten ihren Job und dann können sie zum Beispiel hier in Spanien nicht mehr ihre Hypothekenkredite für die Wohnungen und Häuser bedienen, die sie in der Phase des spanischen Immobilienbooms bis 2008 auf Pump gekauft haben.

Die südeuropäischen Banken werden also durch diese Austeritätspolitik mitbeschädigt, und damit natürlich auch die deutschen Banken, die zum Beispiel damals im spanischen Casino mitgezockt haben und im grossen Stil spanische Hypothenkredite in ihren Portfolien haben. Und Käufer zum Beispiel für diese potentiell faulen spanischen Hypothekenkredite gibt es nicht mehr, auch nicht in Deutschland, das erfahren wir ja in diesem obigen Artikel mit dem Titel “Schuldenkrise: Europas Banken sitzen auf einer Billion Euro fauler Kredite” vom 15.8 in “Spiegel Online“.

Ein interessanter Artikel zur Austeritätspolitik als sinnloses und schädliches Mittel der Eurokrisen-Bekämpfung in de PIIGS-Staaten und zugleich zur Situation der europäischen Banken ist am 16.7. in “NZZ-Online” unter dem Titel “Sparprogramm in Spanien: Mit exzessiver Austerität in die Sackgasse” erschienen.

In diesem Artikel heisst es unter anderem: “Die Euro-Länder sind auf gefährlichem Weg, um aus ihrer Überschuldung herauszukommen. Die Sparpläne der Regierung Spaniens gelten als das jüngste Beispiel. Umfangreiche Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen sollen den Staatshaushalt wieder auf die Beine bringen. Premierminister Rajoy rechtfertigte diese Massnahmen mit der schlechten wirtschaftlichen Lage, die keine andere Wahl liesse. Marktkommentatoren sehen allerdings nur sehr geringe Erfolgschancen, da es zunehmend evident sei, dass immer mehr Austerität die Konjunktur zusätzlich verschlechtere, worauf wie in einer Todesspirale mit weiteren Sparmassnahmen reagiert werden müsste. Nicht nur Dario Perkins von Lombard Street Research erinnert an die Albert Einstein (und anderen) zugesprochene Sentenz: «Insanity is doing the same thing over and over again and expecting different results

In einer Marktnotiz betont Perkins, dass die Austeritätspolitik der Euro-Länder in Griechenland miserabel fehlgeschlagen sei und in Spanien die Rezession verschärft habe, ohne dass die Budgetziele erreicht worden seien. Als der jüngste Bail-out Spaniens anscheinend ohne zusätzliche Konditionen bekanntgegeben wurde, hätte für kurze Zeit Hoffnung bestanden, dass eine besser ausbalancierte und pragmatischere Politik angestrebt werde. Die nun bekanntgewordenen Konditionen zeigten aber, dass Europas Politiker zu ihrer Normalform zurückgekehrt seien – mit dem Ergebnis, dass Spaniens Wirtschaft und Bevölkerung noch heftiger und länger belastet würden. Solange aber die gängige Antwort auf die Schuldenkrise – Hilfe zu Bedingungen, die zum Misserfolg der Hilfe führen – nicht radikal geändert werde, werde die Euro- und Schuldenkrise sich weiter ausbreiten.

Einen Hinweis auf die sich verschlechternde Situation Spaniens – manche Marktkommentatoren sind überzeugt, dass das Land durch eine ruinöse Austeritätspolitik gleichsam in den wirtschaftlichen Suizid getrieben werde – geben auch Schätzungen von Yiagos Alexopoulos von Credit Suisse. Er beziffert den sich beschleunigenden Kapitalabfluss aus Spanien auf rund 50% des Bruttoinlandproduktes (auf annualisierter Basis). Seit Mitte des vorigen Jahres verlasse nicht nur ausländisches, sondern in zunehmendem Mass auch spanisches Kapital das Land. Ein anderes Indiz ist der hohe Kapitalbedarf der spanischen Banken. Chuck Davidson vom US-Fondsmanager Wexford Capital hat einen Kapitalbedarf von 900 Mrd. € kalkuliert, um Spaniens Bankensystem auf den Standard von «Basel III» bringen zu können.

Tja, ich halte Mariano Rajoys aktuelle Sparpläne in Spanien ebenfalls für selbstmörderisch. Ich sehe das nicht anders als Andreas Uhlig, der den obigen Artikel  in “NZZ-Online” mit dem Titel “Sparprogramm in Spanien: Mit exzessiver Austerität in die Sackgasse” verfasst hat.

Zum Thema “EZB” im Zusammenhang mit dem geplanten Ankauf von Staatsanleihen der PIIGS-Staaten sind zwei interessante Artikel in “Acemaxx-Analytics” erschienen.

Der erste Artikel mit dem Titel “SNB
und die Feuerkraft der EZB
” ist am 21.8. erschienen.

In diesem Artikel heisst es unter anderem: “Die EZB erwägt den Kauf von Staatsanleihen, sobald die Risikoaufschläge der betroffenen Schuldtitel ein bestimmtes Niveau überschreiten. Der EZB-Rat werde das „Zinsziel“ laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel (via Reuters) in der kommenden Sitzung Anfang September besprechen. (…).

Die Festlegung einer Untergrenze (floor) für den Preis der Staatsanleihen von z.B. Spanien und Italien ist genau die Art und Weise, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs von Franken 1.20 pro Euro handhabt. Die Ankündigung einer bestimmten Obergrenze (cap) für die Spreads von spanischen und italienischen Staatspapieren gegenüber deutschen Staatsanleihen um z.B. 300 Basispunkte, wie Prof. Paul De Grauwe vorschlägt, wäre vollkommen glaubwürdig.

Die EZB müsste sich bereit erklären, die Festlegung dieses Risikoaufschlags der spanischen und italienischen Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen mit vergleichbarer Laufzeit mit aller Konsequenz durchzusetzen und unbeschränkt Staatsanleihen zu kaufen. (…).

Die EZB muss sich der akuten Drohung des Auseinanderfallens der Gemeinschaftswährung  und dem Risiko einer weiteren Verschlechterung der Situation im gesamten Euro-Raum entgegenstellen. Die Depression ist mit hohen Kosten und menschlichem Leid in Millionenhöhe verbunden (Fettdruck von mir).

Fazit: Die EZB muss endlich anfangen, wie eine Zentralbank zu agieren und die Rolle des lender of last resort wahrnehmen. Die SNB ist in der Tat ein Vorbild für die EZB”.

Ich sehe das auch so, dass zumindest in der jetzigen Situation angesichts der Versagens der europäischen Politik (nicht zuletzt des Versagens der aktuellen deutschen schwarz-gelben Regierungskoalition mit ihrer dogmatisch in den PIIGS-Staaten durchgeknüppelten Austeritätspolitik) jetzt eigentlich nur noch die EZB als einzige im Moment handlungsfähige und potentiell wirksame wirtschaftspolitische und finanztechnische europäische Instanz übrig bleibt.

Insofern bin ich auch dafür, dass die EZB entschieden als “lender of last resort” auftritt, so wie Paul de Grauwe das schon seit längerem fordert.

Und die Ankündigung einer bestimmten Obergrenze (cap) für die Spreads von spanischen und italienischen Staatspapieren gegenüber deutschen Staatsanleihen um z.B. 300 Basispunkte, wie Prof. Paul De Grauwe vorschlägt, halte ich für eine kluge Taktik.

So würde das seit dem Herbst 2008 (Zusammenbruch der Lehman-Brothers-Bank und vorläufiger Höhepunkt der Finanzkrise ab 2007) unaufhaltsame Auseinanderdriften der Risikoaufschläge, bzw. Zinsen für die Staatsanleihen der verschiedenen Eurozonen-Länder endlich wirksam unterbunden.

Und die Spekulanten an den Börsen und bei den Hedgefonds würden dann wohl auch aufhören, gegen die PIIGS-Staaten und den Euro insgesamt zu spekulieren.

Zu diesem Auseinanderdriften der Zinssätze für die Staatsanleihen der Eurozonen-Länder siehe zum Beispiel in Marktdaten.de die verschiedenen Charts im Eintrag “Rendite europäischer Staatsanleihen (10-jährig)“.

Denn das Hauptproblem für alle PIIGS-Staaten sind vor allem die viel zu hohen Refinanzierungskosten diese Länder. Und da muss angesetzt werden, und die EZB als potentieller “Lender of last resort” könnte hier wirksam eingreifen.

Allerdings ist man auch bei “Acemaxx-Analytics” skeptisch, dass dies dann wirklich so geschehen wird. Seht hierzu den Artikel vom 23.8. mit dem Titel “Würde die EZB eine Obergrenze für Spreads ankündigen?“.

In diesem Artikel heisst es unter anderem: “Die Welt Online berichtet von „geheimen Zinszielen der EZB“. Die europäischen Währungshüter planen demnach, mit der Einführung einer Zins-Obergrenze die Spannungen am Markt zu unterbinden.

Ein ähnlicher Ansatz wurde (1) von Paul de Grauwe zuletzt im INET Blog längst geschildert und angedeutet. Der an der London School of Economics lehrende Wirtschaftsprofessor legt nahe, dass die EZB eine Obergrenze (cap) für die Risikoaufschläge (spreads) für spanische und italienishe Staatsanleihen ankündigen soll, z.B. um 300 Basispunkte. Eine solche Ankündigung wäre glaubwürdig, wenn die EZB sich verpflichten würde, ihre volle Feuerkraft einzusetzen, die unendlich ist, um das Ziel zu erreichen. (…).

Ob die EZB tatsächlich über einen Zinsdeckel für Staatspapiere aus der Peripherie des Euro-Raums nachdenke, mag dahin gestellt sein. Aber was bekannt ist, dass die EZB sich weigert, die Rolle des lender of last resort zu übernehmen, weil sie u.a. Moral-Hazard-Problematik befürchtet. Die EZB legt zudem einen noch grösseren Wert darauf, die Qualität der eigenen Bilanz zu schützen. Die EZB will nämlich kein negatives Eigenkapital in Kauf nehmen.

Kann aber eine Zentralbank durch ein negatives Eigenkapital ihre Handlungsfähigkeit verlieren? Die Antwort, wie Thomas Jordan, SNB-Präsident in einem lesenswerten Vortrag liefert, lautet: nein. Eine Zentralbank ist nicht mit einer Geschäftsbank oder einem Unternehmen vergleichbar. Die Zentralbanken können nicht illiquid werden. Das hat zur Folge, wie Jordan beschreibt, dass eine Zentralbank in ihrer Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist, wenn ihr Eigenkapital vorübergehend negativ wird.

Willem Buiter und Ebrahim Rahbari schreiben in einer aktuellen Analyse („Looking into the Deep Pocket of the ECB“), dass die EZB einen Verlustausgleich in Höhe von 3‘400 Mrd. Euro absorbieren kann, d.h. mehr als die Grösse der Bilanzsumme der Zentralbank.

Eine Zentralbank hat aufgrund des Notenmonopols gegenüber normalen Unternehmen einen Finanzierungsvorteil und kann laut Jordan nach Verlusten langfristig immer wieder Eigenkapital aufnehmen.

Die EZB würde aufgrund ihrer autonomen Geldschöpfungsmöglichkeit nicht in einen Liquiditätsengpass geraten. Da die EZB aber darauf besteht, trotz der dramatischen Krise im Euro-Raum über ein positives Eigenkapital zu verfügen, gefährdet sie die Finanzstabilität, wie de Grauwe unterstreicht”.

Tja, obwohl also die Sache also machbar und wünschenswert wäre und eine Zentralbank wie die EZB eigentlich kaum in die Lage von Liquiditätsengpässen kommen kann, wird man es aus den oben genannten Gründen vielleicht dennoch nicht tun. Schade, aber so läuft die Eurokrise jetzt seit dem Jahre 2009, es ist vor allem eine Krise der verpassten Chancen und der dadurch natürlich immer weiter steigenden wirtschaftlichen Schäden und Kosten.

Einen interessanten Artikel mit dem Titel “Drohende Griechenland-Pleite: Drei dornige Wege zur Euro-Rettung” hat Stefan Kaiser am 20.8. in “Spiegel-Online” veröffentlicht.

Stefan Kaiser bespricht hier die drei im Moment erkennbaren grundsätzlichen Möglichkeiten einer Euro-Rettung durch, die zugleich immer zumindest in einer indirekten Form eine gemeinsamen europäischen Schuldenhaftung miteinschliessen würden:  

  • massive Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB), um die Anleihenrenditen unter einer festgelegten Schwelle zu halten
  • unbegrenzte Feuerkraft für den Rettungsfonds ESM durch eine Banklizenz, also eine faktische Erlaubnis zum Gelddrucken
  • europäische Gemeinschaftsanleihen, sogenannte Euro-Bonds.

Für einen dieser “dornigen Wege” wird man sich wohl entscheiden müssen, wenn man den Euro tatsächlich retten will. Oder man entscheidet sich eben nicht dafür und mittel- oder vielleicht sogar kurzfristig wird dann wohl die Eurozone zerbrechen.

Wie Paul Krugman in einem interessanten Interview am 30.5.2012 mit dem Titel “Interview with economist Paul Krugman: ‘Greece will leave eurozone within 12
months‘ in der britischen Tageszeitung “The Independent” feststellte: “So there’s a fork in the road. Will we see more ECB lending plus more expansionary fiscal policy and higher inflation targeting? Or will it be a complete eurozone break up? Both alternatives sound impossible but one of them has to happen. What will Germany in the end choose? It’s not Sophie’s Choice, but Germany’s choice” (Fettdruck von mir).

Tja, so ist es. Wir werden ja sehen, wie sich die aktuelle schwarz-gelbe Regierungskoalition (Kabinett Merkel II) dann wohl entscheiden wird.

Was Griechenland angeht, so ist dort die Situation nur noch erbärmlich und hoffnungslos. Hier habt ihr einen Artikel vom 23.8. mit dem Titel “Euro-Krise: Hoffnungsloses Griechenland” in “Zeit-Online“.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “Europa müsse “die Zähne zeigen”, an den Griechen gelte es jetzt “ein Exempel zu statuieren”, fordert Markus Söder (CSU). “Irgendwann muss jeder bei Mama ausziehen, und die Griechen sind jetzt so weit”, urteilt Bayerns Finanzminister. Angelos Karydas hat das in der Zeitung gelesen. Und er findet den Vergleich gar nicht komisch. Im Alter von 45 Jahren ist Angelos vor zwei Wochen wieder bei seinen Eltern eingezogen. Er schläft auf einem Klappbett im Wohnzimmer. Mehr Platz ist nicht in der kleinen Zweizimmerwohnung im Athener Stadtteil Ilioupolis. Angelos blickt zu Boden, als er seine Geschichte erzählt. Seine Hände zittern. Er schämt sich. Im April 2011 verlor Angelos seinen Job als Verkaufschef eines großen Athener Autohauses. Der Händler musste Insolvenz anmelden. Seit 2010 ist der griechische Automarkt um 65 Prozent eingebrochen.

Ein Jahr lang bekam Angelos Arbeitslosengeld, zuletzt 360 Euro. Ende Juli waren seine Ersparnisse restlos aufgezehrt. Angelos gab seine Wohnung auf und zog zu den Eltern. Einen neuen Job hat er bisher nicht gefunden. Die Chancen stehen schlecht: Jeden Tag gehen in Griechenland rund 800 Arbeitsplätze verloren. “In meinem Alter habe ich nicht mal mehr Aussicht auf ein Bewerbungsgespräch”, sagt der 45-Jährige. Zu dritt leben sie nun von der Rente seines 74-jährigen Vaters. Vor der Krise bekam der pensionierte Buchhalter rund 1.000 Euro im Monat. Nach drei Rentenkürzungen in den vergangenen zwei Jahren sind davon knapp 800 Euro übrig geblieben. (…).

Der Euro sollte Europa einen.  Aber jetzt spaltet er den Kontinent. Vor allem zwischen Griechen und Deutsche, die früher einmal ziemlich gute Freunde waren, hat die Eurokrise einen Keil getrieben. Viele Griechen machen die deutsche Politik verantwortlich für das harte Spardiktat, das ihr Land immer tiefer ins Elend treibt. Seit Beginn der Krise hat Griechenland fast ein Fünftel seines Bruttoinlandsprodukts eingebüßt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 23 Prozent, unter den bis zu 25-Jährigen ist sogar mehr als jeder Zweite ohne Job. Besserung ist nicht in Sicht. In diesem Jahr wird die Wirtschaft um sieben Prozent schrumpfen. (…).

In Griechenland ist es nur ein kleiner Schritt von der Arbeitslosigkeit in die Ausweglosigkeit, denn wenn das Arbeitslosengeld nach spätestens zwölf Monaten ausläuft, gibt es weder Sozialhilfe noch eine Grundsicherung wie Hartz IV. Im Juli waren 922.070 Griechen arbeitslos gemeldet. Aber nur 160.916 haben Anspruch auf Unterstützung. Die restlichen 761.154 sind ohne jedes Einkommen.
Für viele reicht es nicht mal mehr zum Nötigsten. In den meisten griechischen Supermärkten stehen Container neben der Kasse. Hier kann man Lebensmittel für Bedürftige spenden: Konserven, Nudeln, Olivenöl, Reis oder Linsen. “Gemeinsam schaffen wir es”, lautet das Motto der Aktion, die der Rundfunksender Skai initiiert hat. Verteilt werden die Hilfsgüter über die orthodoxe Kirche.

Etwa 250.000 Menschen verköstigt die Kirche in den Armenspeisungen im ganzen Land – Tag für Tag”.

Tja, so sieht´s aus. Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Lest euch den ganzen Artikel mal in Ruhe durch. Er ist klar und vernünftig.

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