Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 92

Der aktuelle EZB-Chef Mario Draghi hatte am vergangenen Donnerstag seinen Plan erläutert, neue Anleihekäufe durch die Notenbank im Fall der beiden südeuropäischen PIIGS-Staaten Spanien und Italien durchführen zu lassen.

So sollen die Refinanzierungskosten für diese beide Länder gesenkt werden. Die Finanzmärkte verlangen mittlerweile extrem hohen Risikoaufschläge für spanische und italienische Staatsanleihen.

Zu diesem Plan Mario Draghis seht zum Beispiel einen Artikel vom 2.8. in “Focus” mit dem Titel “Anleihekäufe: EZB-Chef Draghi nimmt Regierungen in die
Pflicht“.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “„Die hohen Risikoprämien für einige Staatsanleihen sind nicht akzeptabel“, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag auf der  Pressekonferenz im Anschluss an den Zinsentscheid in Frankfurt. Die Regierungen müssten den Rettungsfonds EFSF aktivieren, um diesem Problem zu  begegnen.

Draghi sagte außerdem, die Unsicherheit im Euroraum bleibe hoch
und das Wachstum schwach. Die Indikatoren würden auf schwache wirtschaftliche
Aktivität im zweiten Quartal hinweisen. Die Inflationserwartungen dürften weiter
zurückgehen”.

Es zeigt sich jetzt, dass schon die blosse Ankündigung dieses Schrittes seitens Mario Draghis taktisch klug war.

Am 7.8. erschien in der “FAZ” ein Artikel mit dem Titel “Anleiherenditen: EZB verschafft Italien und Spanien schon etwas Luft“.

In diesem Artikel heisst es unter anderem: “Bislang hat es Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank  (EZB), nur bei Ankündigungen belassen. Aber diese machen sich schon in den Renditen Italiens und Spaniens bemerkbar. Vor allem die Zinsen für zweijährige Staatsanleihen sind deutlich zurückgegangen. Nach der
EZB-Ratssitzung am vergangenen Donnerstag hatte Draghi angekündigt, dass
sich künftige Kaufprogramme von Staatsanleihen auf das kurze Ende der
Zinskurve konzentrieren würden. Kurzfristige Zinsen seien der
klassischen Geldpolitik zuzuordnen, weil sie eine Nähe zum Geldmarkt
aufwiesen, so Draghi”.

Ein weiterer Artikel zu diesem Thema mit dem Titel “Hoffnungen auf fördernde EZB-Maßnahmen: Dax steigt weiter in Richtung 7000-Punkte-Marke” erschien am 7.8. in “Focus-Online“.

In diesem Artikel erfahren wir unter anderem: “Der Dax hat am Dienstag weiter zugelegt und die viel beachtete 7000-Punkte-Marke ins Visier genommen. Von Marktexperten hieß es, die anhaltenden Hoffnungen auf liquiditätsfördernde Maßnahmen der Europäischen Zentralbank stützten den Aufwärtstrend.

Am Nachmittag stand der Dax 0,60 Prozent höher bei 6960,42 Punkten. Er knüpfte damit an die knapp fünf Prozent Plus der vorangegangenen beiden Handelstage an. Der MDax gewann am Dienstag 0,27 Prozent auf 11 155,77 Punkte, wogegen der TecDax 0,44 Prozent auf 792,29 Punkte abgab.

Selbst enttäuschende europäische Konjunkturdaten konnten den deutschen Leitindex nur kurzzeitig bremsen. Zudem warteten die Anleger weiter, ob Spanien Hilfen beantragen werde. Erreiche der Dax die 7.000 Punkte, werde es an den etwas trägen Börsen wieder spannender, meinte Marktstratege Lars Kremkow von Activtrades. Dann rücke die Frage nach messbaren Ergebnissen der EZB und der EU-Regierungen im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise einmal mehr in den Fokus”.

Diese positiven Effekte von Mario Draghis Ankündigung scheinen auch einigen Mitgliedern der aktuellen schwarz-gelben Regierungskoalition (Kabinett Merkel II) nicht entgangen zu sein.

So erscheint heute, am 8.7., in “Welt-Online” ein Artikel mit dem Titel “Weidmann gefährdet Berlins Unterstützung für EZB nicht – Meister“.

In diesem Artikel heisst es unter anderem: “Die Einwände von Bundesbank Präsident Jens Weidmann gegen die Pläne der Europäischen Zentralbank, die Finanzierungskosten der Regierungen zu drücken, haben nach Ansicht des stellvertretenden CDU/CSU- Bundestagsfraktionsvorsitzenden Michael Meister keinen Einfluss auf die deutsche Zustimmung zu den Plänen. Die “klare” Ankündigung von EZB-Präsident Mario Draghi, dass Käufe von Staatsanleihen Not leidender Eurozonen-Länder mit Maßnahmen des europäischen Rettungsfonds verknüpft seien, “ist aus meiner Sicht nicht problematisch”, sagte Meister am Vortag in einem Telefoninterview. “Es ist sehr wohltuend.”

Es gibt keinen Zwist innerhalb Deutschlands sondern wir haben unterschiedliche Rollen”, sagte Meister, auf Weidmanns Widerstand angesprochen. “Ich glaube Herr Weidmann versucht, seinem Auftrag stabilitätsorientierte Geldpolitik zu gestalten, nachzukommen und auch das ist in diesem Sinne aus meiner Sicht wohltuend dass da diskutiert wird, sonst bräuchten wir nur einen und keine 23”, sagte Meister mit Blick auf die Zahl der Mitglieder im EZB-Rat”.

Heute, am 8.8., kommt die Meldung, dass in Spanien auch noch die industrielle Produktion stärker eingebrochen ist als bisher prognostiziert.

Seht hierzu die Meldung in “n-tv” vom 8.8. mit dem Titel “Krise in Spanien: Industrieproduktion bricht erneut ein.”

In diesem Artikel heisst es unter anderem: “Die Lage der spanischen Wirtschaft ist den Umständen entsprechend schlecht: Das schwer angeschlagene Euroland muss nun einen neuen Rückschlag verkraften. Im Juni ist die Industrieproduktion ein Stück weit stärker eingebrochen als befürchtet.

Das spanische Statistikamt meldete am Mittwoch einen Juni-Rückgang von 6,3 Prozent zum Vorjahr. Volkswirte hatten zuvor einen Einbruch um 6,2 Prozent erwartet. Damit setzt sich die Krise in der spanischen Industrie weiter fort. Bereits im Vormonat war die Industrieproduktion den Angaben zufolge um revidiert 6,5 Prozent (zuvor 6,1 Prozent) zurückgefallen. Im April war der Einbruch mit 8,3 Prozent zum Vorjahr noch heftiger ausgefallen. Die spanische Industrieproduktion ist seit Februar 2011 nicht mehr gewachsen.

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