Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 89

Wie die Arbeitsmarktsituation mittlerweile in den südeuropäischen PIIGS-Staaten aussieht, das zeigt zum Beispiel ein Artikel in “Spiegel-Online” vom 5.8. mit dem Titel “Spaniens verzweifelte Jugend: Nehmt mich wenigstens als Regalauffüller“.

In diesem Artikel geht es um die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Spanien. In Spanien haben wir mittlerweile eine Arbeitslosenquote von 24,6% und eine Jugendarbeitslosigkeit von ca. 50% (!).

In den anderen südeuropäischen PIIGS-Staaten, vor allem in Portugal und Griechenland, sieht es ebenfalls nicht viel besser aus. Nur in Italien ist die Arbeitslosigkeit bisher (!) noch deutlich niedriger.

Denn auch in Italien ist die Arbeitslosenquote in der letzten Zeit massiv angestiegen. Seht hierzu einen Artikel in “Spiegel-Online” vom 31.7. mit dem Titel “Quote bei 10,8 Prozent: Arbeitslosigkeit in Italien steigt dramatisch“.

Wenn ihr wissen wollt, wie die Arbeitsmarktsituation in Spanien mittlerweile allgemein aussieht, dann lest euch folgenden Artikel vom 27.7. in “Welt-Online” mit dem Titel “Arbeitsmarkt: Spanien – Arbeitslosenquote auf historischem Hoch” durch.

In diesem Artikel vom 27.7. in “Welt-Online” mit dem Titel “Arbeitsmarkt: Spanien – Arbeitslosenquote auf historischem Hoch” heisst es unter anderem:

Die Rezession in Spanien und die europaweite Staatsschuldenmisere treiben die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit der Rückkehr zur Demokratie Mitte der 1970er-Jahre.

Die Arbeitslosenquote kletterte im zweiten Quartal auf 24,6 Prozent, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Ein höheres Niveau hat es seit Einführung der Statistik 1976 – und damit ein Jahr nach dem Tod des langjährigen Diktators Francisco Franco – nicht gegeben.

Somit gerät die Wirtschaft des Landes immer tiefer in den Abwärtsstrudel. “Die Daten sind ein weiterer Beleg dafür, in welch miserabler Lage die Wirtschaft ist”, sagte Analyst Ben May von Capital Economics. “Die Dinge werden nur noch schlechter werden”.  (…).

Ende 2011 und Anfang 2012 schrumpfte die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone bereits, für das abgelaufene zweite Quartal befürchtet die spanische Notenbank ein Minus von 0,4 Prozent. Im Frühjahr waren von insgesamt rund 45 Millionen Einwohnern 5,7 Millionen arbeitslos. Dies sind doppelt so viel wie in Deutschland. Hierzulande leben etwa 82 Millionen Menschen. Davon waren im Juni 2,8 Millionen als erwerbslos gemeldet, die Arbeitslosenquote lag bei 6,6 Prozent.

Die Arbeitslosenquote Spaniens lag im ersten Quartal noch bei 24,4 Prozent und ist seit längerem die höchste der gesamten Europäischen Union. Vor allem Jugendlichen fehlt die Perspektive. Rund jeder Zweite unter 26 Jahren hat keinen Job.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert ein düsteres Jahr: Der IWF sieht die spanische Wirtschaft immer tiefer in die Krise rutschen. Auch im nächsten Jahr dürfte das Land nicht aus der Rezession herauskommen. Der IWF erwartet, dass die spanische Wirtschaft in diesem Jahr um 1,7 Prozent schrumpft und im nächsten Jahr um 1,2 Prozent. Zugleich warnt der IWF: Dies könnte `negative Auswirkungen für den Rest Europas´ haben”.

Zurück zum Artikel in “Spiegel-Online” vom 5.8. mit dem Titel “Spaniens verzweifelte Jugend: Nehmt mich wenigstens als Regalauffüller“.

In diesem Artikel heißt es unter anderem: “Kein Job und derzeit wenig Hoffnung: Junge Spanier sind eine der Gruppen, die am meisten unter der tiefen Wirtschaftskrise leiden. Rund die Hälfte der Jugendlichen unter 25 Jahren ist arbeitslos, etwa 920.000 junge Menschen finden keinen Platz auf dem Arbeitsmarkt. Ein historischer Negativrekord, sowohl in Spanien als auch in der Europäischen Union. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) warnte kürzlich vor der Gefahr einer verlorenen Generation. Für viele junge Spanier ist diese Gefahr bereits Realität. (…).

Seit einiger Zeit versuchen gut ausgebildete spanische Jugendliche angesichts der schwierigen Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt ihr Glück im Ausland versuchen, wenn möglich mit finanzieller Unterstützung der EU. Nach Angaben des Portals für berufliche Mobilität, Eures, hat sich die Zahl der Spanier, die im Ausland Arbeit suchen, seit 2008 verdreifacht. 

Ein beliebtes Ziel ist Deutschland. Die Regierung in Berlin hatte mehrfach signalisiert, dass gut ausgebildete spanische Fachkräfte wie Ingenieure, Informatiker oder Chemiker in Deutschland gern gesehen seien. Die meisten Spanier müssen jedoch ein schwieriges Hindernis überwinden: die Sprachbarriere. Der Fremdsprachenunterricht ist ein Schwachpunkt des spanischen Bildungssystems, weshalb sich viele in privaten Sprachkursen abmühen.

Wer im eigenen Land Arbeit findet, bekommt oft einen schlecht bezahlten Zeitvertrag. So fällt es den meisten Jugendlichen schwer, unabhängig zu werden. Einem Bericht der Sparkasse La Caixa zufolge wohnen 70 Prozent der spanischen Jugendlichen zwischen 20 und 29 Jahren bei ihren Eltern. Die Preise für Eigentumswohnungen sind in Spanien extrem hoch, und die Miete für eine 80 Quadratmeter Wohnung in Madrid liegt bei mindestens 900 Euro”.

Tja, so sieht´s aus. Ich weiss das übrigens bestens, weil ich regelmäßig zwischen Madrid und Freiburg hin- und herpendele. Meine Mutter (Carmen Gauger, geborene Rodríguez García) besitzt schon seit den achtziger Jahren eine kleine Wohnung in Madrid. Ich bin also Halbspanier Wer sich für meinen Lebenslauf interessieren sollte, dem steht mein Blogartikel “Who I am: My CV” zur Verfügung.

Übrigens hat nicht nur die ILO (International Labour Organization), sondern auch die UNO (Vereinten Nationen) schon im Mai vor der Gefahr einer “verlorenen Generation” von jungen Menschen vor allem in der EU gewarnt.

Seht hierzu einen Artikel in “Spiegel-Online” vom 21.5 mit dem Titel “Verlorene Generation: Uno stuft Jugendarbeitslosigkeit als verheerend ein.”

Auch in meiner eigenen spanischen Familie gibt es natürlich zahlreiche Opfer der aktuellen Eurokrise in Spanien, viele von ihnen gerade auch meine jüngeren Verwandten, meine Cousins und Cousinen. Der Großteil meiner spanischen Verwandtschaft lebt in Madrid. Ich kenne natürlich die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Madrid.

Die Arbeitsmarktsituation gerade für junge Menschen in Spanien ist dramatisch schlecht und diese jungen Menschen in Spanien überleben in der Regel genau so, wie es in diesem Artikel in “Spiegel-Online” mit dem Titel “Spaniens verzweifelte Jugend: Nehmt mich wenigstens als Regalauffüller” beschrieben wird: Sie leben oft bei den Eltern, machen irgendwelche kleinen Jobs (falls sie welche finden), und bekommen von ihren Eltern und Verwandten, die möglicherweise doch noch einen gut bezahlten Job oder eine vernünftige Rente oder Pension haben, vielleicht noch etwas Geld.

Nun gut, ich habe zu diesem Thema der mittlerweile massiv steigenden Arbeitslosenzahlen in der Eurozone schon am 9.7. einen sarkastischen Blogartikel mit dem Titel “Eurozone: Arbeitslosenquote erreicht im Juli 2012 Rekordwert von 11,1 Prozent – Der Lösungsvorschlag der `Dead Kennedys´” verfasst.

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