Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 46

Heute, am 2.6., um 20.23 Uhr erschien ein Artikel in “Focus-Online” mit dem Titel “Angst vor Folgen der Bankenkrise: Merkel drängt Spanien unter Rettungsschirm.”

In diesem Artikel heisst es: “Nach Einschätzung der Kanzlerin und des Finanzministers sei das Land allein nicht im Stande, die Schieflage seiner Banken zu beheben, berichtete der „Spiegel“ am Samstag vorab ohne Nennung von Quellen. Ihre gemeinsame Linie hätten Merkel und Schäuble Anfang dieser Woche verabredet. Die Bundesregierung wolle so die Gefahr eindämmen, dass sich die Euro-Krise nach einem möglichen Ausscheiden Griechenlands in den angeschlagenen Süd-Ländern der Währungsunion verschärfe”.

Ach ja, jetzt plötzlich sehen Angela Merkel und Konsorten das Problem. Diese Leute haben eine verdammt lange Leitung, das muss man schon sagen. Sie kapieren jetzt also das, was Paul Krugman und Nouriel Roubini schon seit langer Zeit wissen, dass in Spanien eine “Bankenzeitbombe” tickt.

Weiter erfahren wir in diesem Artikel: “Schäuble habe den spanischen Wirtschaftsminister Luis de Guindos bei dessen Besuch am vergangenen Mittwoch in Berlin unter Druck gesetzt, berichtete das Magazin weiter. Er habe gefordert, Spanien müsse sich Geld vom Rettungsschirm besorgen, um das Kapital seiner Banken aufzupolstern. Die Schwierigkeiten des Finanzsektors führten dazu, dass Spanien sich nur noch zu steigenden Zinsen Geld an den Finanzmärkten besorgen könne. Guindos habe Schäuble jedoch abblitzen lassen”.

Ansonsten erfahren wir in diesem Artikel, was jeder Leser meines Blogs schon lange weiss: “Experten der Bundesregierung rechnen dem Bericht zufolge damit, dass die spanische Bankenwirtschaft eine Kapitalspritze in Höhe von 50 bis 90 Milliarden Euro benötigt. Madrid hatte in den vergangenen Wochen mehrmals Geld für seine Banken außerhalb des bisherigen Rettungsverfahrens gefordert. Dies lehnte die Bundesregierung ab.

Spanien war zuletzt neben Griechenland in den Mittelpunkt der Schuldenkrise gerückt. Die spanische Finanzbranche steckt in der Klemme, weil die Banken wegen geplatzter Immobilienkredite riesige Kapitallöcher aufweisen. Die Probleme der Kreditinstitute werden nun zu einer immer größeren Last für die Staatsfinanzen der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone. Experten bezweifeln, dass Spanien auf Dauer ohne Unterstützung der Euro-Partner auskommen kann”.

In diesem Artikel heisst es: “Die Bundesregierung drängt das Euro-Krisenland Spanien nach Medienberichten zu einer Flucht unter den europäischen Rettungsschirm EFSF. Dieses Vorgehen hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) in der vergangenen Woche verabredet, berichtete das Magazin „Der Spiegel“ am Samstag vorab, ohne Quellen zu nennen. Nach Einschätzung Berlins sei Spanien allein nicht in der Lage, die Schieflage seiner Banken zu beheben, hieß es.

Vom Finanzministerium war zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht zu erhalten. In Regierungskreisen hieß es lediglich, die Entscheidung, Hilfen aus dem Rettungsschirm zu beantragen, liege allein bei der spanischen Regierung.

Seit Monaten hat Spanien Probleme, weil Sparkassen und andere Banken in einer Hypothekenblase Geld verloren haben. Dann brauchte die Großbank Bankia 19 bis 23 Milliarden Euro zusätzlich. Daraufhin verschärften sich die Probleme Spaniens in der vergangenen Woche – wegen des Misstrauens der Finanzmärkte konnte sich das Land nur noch zu steigenden Zinsen Geld an den Finanzmärkten besorgen. In der vergangenen Woche musste das Land bei Anleiheplatzierungen 6,7 Prozent an Zinsen bieten. Bislang wollte Spanien seine Banken trotzdem stets selbst retten. Bei Zinsen dieser Größenordnung waren Portugal und Irland im vergangenen Jahr unter den Rettungsschirm geschlüpft – ebenfalls auf Druck der übrigen Euro-Staaten”.

Mariano Rajoy hat gemäss diesem Artikel mit dem Titel “Schuldenkrise: Merkel will Spanien offenbar unter den Rettungsschirm drängen” anscheinend folgendermassen geantwortet: “Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy betonte am Samstag erneut, sein Land stehe trotz der Finanz- und Bankkrise nicht am Rande des Abgrunds. „Wir sind nicht auf Rosen gebettet, aber wir befinden uns auch nicht am Vorabend der Apokalypse“, sagte er auf einer Wirtschaftstagung bei Barcelona. Er rief die Unternehmer des Landes auf, Ruhe zu bewahren. „Spanien ist ein solides Land“, sagte Rajoy. „Wir werden aus eigener Anstrengung und mit der Unterstützung unserer EU-Partner das Unwetter (auf den Märkten) überstehen.“

Eine ähnlichlautende kurze Meldung zu dieser Sache findet ihr in “Welt-Online” in einem Artikel vom 2.6. mit dem Titel “`Spiegel´: Merkel und Schäuble wollen Spanien in EFSF drängen.”

Wie es mittlerweile mit der Gesamtentwicklung in der Euro-Zone aussieht, erfahren wir in einem kurzen Artikel in “Welt-Online” vom 1.6. mit dem Titel “Arbeitslosenzahlen in der Eurozone drücken Euro weiter ins Minus“. Der Focus in diesem Artikel liegt nicht zuletzt auf der Entwicklung des “Euro” in den letzten Wochen.

In diesem Artikel heisst es:Die Schwäche des Euro zum Dollar hat am Freitag angehalten. Arbeitslosenzahlen der Eurozone stiegen in den vergangen beiden Monaten auf Rekordniveau und drückten die Gemeinschaftsdevise um 0,3 Prozent auf 1,2323 Dollar.

Der Euro fiel auf den niedrigsten Stand seit 21 Monaten, nachdem in den 17 Ländern der Eurozone die Arbeitslosenquote im April und März auf elf Prozent gestiegen war. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde war dies der höchste Stand seit Beginn der Aufzeichnung 1995. Die vorläufigen Märzzahlen wurden dabei von 10,9 auf elf Prozent revidiert. Im Euroraum verschlechtere sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter, sagte Volkswirt Martin van Vliet von ING Bank in Amsterdam: “Unter der Annahme, dass sich die Wirtschaft in der Eurozone im Jahresverlauf von ihrem erneuten Rückfall in die Rezession erholt, sehen wir die Arbeitslosenquote bei oder knapp über 11,5 Prozent ihren Höchstwert erreichen.”

Der japanische Yen steigt zur europäischen Einheitswährung 0,6 Prozent auf 96,26 Yen. In Relation zum Dollar zog die japanische Devise um 0,3 Prozent auf 78,11 Yen an. Der Schweizer Franken notierte zum Euro wenig verändert bei 1,2008 Franken. Gegenüber dem Dollar zeigte sich die eidgenössische Devise 0,3 Prozent schwächer bei 97,44 Rappen”.

Das heisst, in der Euro-Zone steigt in der letzten Zeit massiv die Arbeitslosigkeit und der Euro sackt im Vergleich zum Dollar gnadenlos ab.

Hier habt ihr einen weiteren Artikel vom 1.6. in “Welt-Online” mit dem Titel “Arbeitslosenquote erreicht im Euroraum im April 11%, Rekord.”

In diesem Artikel heisst es: “Die Arbeitslosenquote war in der Eurozone mit elf Prozent im März und April auf dem höchsten Stand seit Beginn der entsprechenden Datenerhebungen 1995. Das teilte das Statistikamt Eurostat in Luxemburg am Freitag mit. Die Zahl für März war auf elf Prozent von zuvor 10,9 Prozent revidiert worden.

Unternehmen in Europa stehen unter Kostendruck angesichts rückläufiger Exporte und zaghafter Konsumausgaben. “Die Rezession am Arbeitsmarkt in der Eurozone greift um sich und vertieft sich”, sagte Martin van Vliet, Ökonom bei ING Bank in Amsterdam. “Wir gehen aktuell von einem Hoch bei 11,5 Prozent aus, unter der Annahme, dass die Wirtschaft der Eurozone im Verlauf des Jahres aus der erneuten Rezession herausfindet.”

Insgesamt waren 17,4 Millionen Menschen im Euroraum im April arbeitssuchend gemeldet, 110.000 mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vergleichswert vor einem Jahr gab es in 11 Ländern einen Rückgang und in 15 einen Zuwachs. In Irland war die Quote unverändert. Am höchsten war die Arbeitslosenquote im April in Spanien mit 24,3 Prozent, ein Anstieg gegenüber März, als 24,1 Prozent verzeichnet wurden“.

Das sind also die Ergebnisse der Brüsseler und deutschen Sparpolitik und der Politik der “Troika” (EZB, IWF, EU-Kommision) in den PIIGS-Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien).

Creative Commons LizenzvertragTrotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 46Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s